White-Sands-Nationalpark
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White-Sands-Nationalpark

Der White-Sands-Nationalpark liegt im Tularosa-Becken im Süden von New Mexico und schützt rund 115 Quadratmeilen eines Dünenfelds aus Gips, das 275 Quadratmeilen bedeckt. Es ist das größte Gipsdünenfeld der Welt. Im Boden sind Fährten von Mammuts und Riesenfaultieren aus der Eiszeit erhalten, und über 800 Tierarten leben hier.

Weiße Dünen mitten in der Wüste: Im White-Sands-Nationalpark besteht der Sand nicht aus Quarz, sondern aus Gips, und deshalb leuchten die Wellen bis zum Horizont in reinem Weiß. Der Park liegt im Süden von New Mexico, zwischen den Städten Alamogordo und Las Cruces.

Diese Seite erklärt, wie das Dünenfeld entstand, wie Wind und Wasser es formen, welche Tiere sich dem weißen Boden angepasst haben, welche Spuren die Eiszeit hinterließ, welche Geschichte der Boden birgt und wie Sie den Park besuchen.

Was sollten Sie über den White-Sands-Nationalpark wissen?

Der Park gehört zur Chihuahua-Wüste, die ein Drittel größer ist als New Mexico und sich über drei US-Bundesstaaten und fünf mexikanische Bundesstaaten erstreckt. Sie ist die kälteste und feuchteste Wüste Nordamerikas. Im Tularosa-Becken sammelt sich Wasser aus den umliegenden Bergen und liegt nur wenige Fuß unter der Oberfläche.

ThemaWertHinweis
LageTularosa-Becken, New MexicoChihuahua-Wüste
Dünenfeld275 Quadratmeilengrößtes Gipsdünenfeld der Welt
Geschützter Anteil40 Prozent115 Quadratmeilen
Alter des Gipsesrund 280 Millionen JahrePerm
Tierartenüber 800viele nachtaktiv
Vogelartenüber 220Zaunkönige, Spottdrosseln, Greifvögel, Rennkuckucke
Schutz seit1933zunächst als National Monument

Der Park wurde am 18. Januar 1933 von Präsident Herbert Hoover als National Monument gegründet. Er schützt einen Teil des größten Gipsdünenfelds der Welt. Er grenzt an die Holloman Air Force Base.

Wie entstanden die weißen Dünen?

Die Geschichte des Dünenfelds beginnt vor rund 280 Millionen Jahren. Damals bedeckte das Perm-Meer die Gegend, und Gips setzte sich auf seinem Boden ab. Das Dünenfeld ist 275 Quadratmeilen groß und liegt im Herzen des Tularosa-Beckens.

Im Becken sammelt sich Wasser aus den umliegenden Bergen. Als Sand gilt jedes Mineral zwischen 0,065 und 2 Millimetern Durchmesser, etwa so breit wie ein Nickel. Das Dünenfeld ist ein feuchtes System, das Feuchtigkeit braucht. Das Grundwasser liegt nur wenige Fuß unter der Oberfläche, und Sommerregen heben den Grundwasserspiegel.

Tiefer liegende Stellen, sogenannte Playas, füllt das aufsteigende Grundwasser. Der Lake Lucero liegt in der Südwestecke der Alkali Flat, zwischen den Dünen und den San Andres Mountains im Westen. Wind formt und verlagert die Dünen als Ganzes und gibt jeder einzelnen Düne ihre gerippte Oberfläche. Wenn die Sonne über den Himmel wandert, rollen Schatten über die Wellen.

Welche Spuren hat die Eiszeit hinterlassen?

Das Pleistozän endete vor rund 12.000 Jahren. Damals bedeckte der Lake Otero etwa 1.600 Quadratmeilen und war damit größer als Rhode Island. An seinen Ufern gingen Mammuts, Riesenfaultiere, Säbelzahnkatzen und Terrorwölfe über feuchten Ton und Gips. Ihre Fußabdrücke sind als Spurenfossilien erhalten. Manche Fährten reichen zwei Meilen weit.

Der Wind legt die Spuren frei und trägt sie schnell wieder ab, viele verschwanden innerhalb von zwei Jahren nach dem Freilegen. Die Fährten sind am Rand des Lake Lucero zu finden, auf den Alkali-Flächen.

TierGröße
Columbia-Mammutbis 14 Fuß (über 4 m) Schulterhöhe, 18.000 bis 22.000 Pfund
Harlan-Bodenfaultieraufgerichtet etwa 10 Fuß (3 m), 2.200 bis 2.400 Pfund
Amerikanischer Löwerund 4 Fuß (1,2 m) Schulterhöhe
Antike Kamelebis 7 Fuß (über 2 m) Schulterhöhe
Terrorwolf80 bis 85 cm hoch, 130 bis 150 Pfund
SäbelzahnkatzeEckzähne 17 bis 20 cm lang, rund 1 m hoch

Auch Faultierspuren sind erhalten und wurden manchmal für Spuren eines riesigen Menschen gehalten.

Rippelmuster im weißen Sand der Dünen

Welche Tiere haben sich dem weißen Boden angepasst?

Im Park leben über 800 Tierarten, viele davon nachtaktiv. Dazu zählen über 220 Vogelarten, sieben Froscharten, eine Salamanderart und über 600 wirbellose Arten. Einige Nachtfalter kommen nur hier vor. Der White-Sands-Pupfisch ist der einzige Fisch, der im Tularosa-Becken heimisch ist, und der einzige Fisch im Park.

Viele Tiere haben sich in kurzer Zeit an die weißen Dünen angepasst. Die Spuren im Sand erzählen von Wildtieren, darunter die Apache-Taschenmaus.

Reisetipp Bringen Sie genug Wasser mit, wenn Sie auf den Dünen wandern. Zwischen den Wellen gibt es keinen Schatten.

Was wächst auf Gips und zwischen den Dünen?

Nur die härtesten Pflanzen der Chihuahua-Wüste wachsen hier. Sie überstehen Temperaturen von unter dem Gefrierpunkt bis über 100 Grad Fahrenheit (38 Grad Celsius). Beispiele sind Alkali-Sacaton und Indianisches Reisgras. Die Pflanzen vertragen Trockenheit und viel Salz im Boden, manche sogenannten Gipspflanzen gedeihen sogar darauf.

Bäume und Sträucher wachsen aus den Senken zwischen den Dünen in die Höhe, damit ihre Blätter über dem wandernden Sand im Sonnenlicht bleiben. Im Herbst färben sich die meisten Laubpflanzen, und Pappeln werden orange. Der Tamariske, auch Salzzeder genannt, kann viele Hundert Liter Wasser am Tag verbrauchen, bis zu 200 Gallonen, und verdrängt einheimische Arten.

Pflanzen auf einer Gipsdüne vor blauem Himmel

Welche Menschen lebten im Tularosa-Becken?

Menschen reisen seit über 10.000 Jahren durch das Tularosa-Becken. Sie kamen wegen Nahrung, Wasser und Schutz. Die Archaische Periode dauerte über 6.000 Jahre. Die Menschen passten sich an, als die Eisschilde schmolzen und die Großtiere ausstarben, und sie waren die ersten, die die Gipsdünen betraten.

Die Jornada-Mogollon-Kultur ist ab etwa 200 n. Chr. belegt. Sie lebte rund 1.200 Jahre im Becken und zog bis 1350 weg. Apache-Gruppen kamen vor über 700 Jahren, sie folgten den Bisons der Great Plains. Die Mescalero-Apachen in den Sacramento Mountains sind Nachkommen der ersten Apache-Siedler. Spanische Expeditionen drangen manchmal ins Becken vor, um nördlich des Lake Lucero Salz abzubauen, spanische Siedler dokumentierten die Salzvorkommen 1824.

Der Widerstand der Apachen verzögerte die europäische Besiedlung bis in die 1850er-Jahre, als an den Mündungen der Canyons von La Luz und Tularosa die ersten Siedlungen entstanden. Um 1900 lockten Funde von Öl, Silber, Kohle und Gold weitere Siedler. Rancher nutzten die Grasländer des Beckens, bis der Angriff auf Pearl Harbor das Land veränderte.

1941 richtete das Militär dauerhaft Einrichtungen im Becken ein: die Alamogordo Bombing and Gunnery Range, heute Holloman Air Force Base, und die White Sands Proving Grounds, heute White Sands Missile Range. Nach dem Zweiten Weltkrieg zogen deutsche Wissenschaftler um Wernher von Braun hierher. Am 16. Juli 1945 wurde am Trinity Site, rund 65 Meilen nördlich des Parks, die erste Atombombe getestet. Die Missile Range wurde 1945 gegründet und umfasst 2,2 Millionen Acres.

Das White Sands Historic District mit Besucherzentrum, drei Wohngebäuden und einer Lehmziegelmauer steht im National Register of Historic Places. Das historische Lucero Ranch liegt am Westufer des Lake Lucero.

Wie kommen Sie zum Park, und was können Sie dort tun?

Besucherzentrum und Dunes Drive liegen direkt am US-70 zwischen Alamogordo und Las Cruces, der Parkeingang zwischen den Meilensteinen 199 und 200. Alamogordo liegt rund 15 Meilen (24 Kilometer) östlich, etwa eine Viertelstunde Fahrt, und dort befindet sich die nächste Tankstelle. Las Cruces liegt rund 52 Meilen (84 Kilometer) westlich, etwa eine Stunde Fahrt. Der nächste Flughafen ist El Paso in Texas, rund 85 Meilen entfernt, etwa 1,5 Stunden Fahrt.

Die Dunes Drive ist eine Panoramastraße von acht Meilen (13 Kilometer) Länge, hin und zurück 16 Meilen (26 Kilometer). Die ersten vier Meilen sind asphaltiert, die letzten vier bestehen aus festgefahrenem Gips. Fünf ausgewiesene Wanderwege führen in die Dünen, und es gibt einen Bohlenweg mit Schattendach. Rodeln ist auf dem Rundabschnitt der Dunes Drive abseits der Straße erlaubt, wo wenig oder keine Vegetation wächst. Die meisten Rodler nutzen gewachste Kunststoffschlitten, die der Souvenirladen verkauft.

Für Übernachtungen gibt es zehn einfache Backcountry-Campingplätze. Nach der Genehmigung am Eingang laufen Sie mit Gepäck zu Ihrem Platz. Sonnenuntergänge sind besonders beliebt, und Ranger-Programme laufen das ganze Jahr. Das Junior-Ranger-Programm steht allen Altersgruppen offen.

Der Park gehört zu den Zielen im Südwesten der USA. In Alamogordo zeigt der Alameda Park Zoo, der älteste Zoo im Südwesten der USA, seine Tiere, und das Museum erzählt vom Beitrag New Mexicos zur Raumfahrt. Das White Sands Missile Range Museum liegt rund 35 Meilen südwestlich auf dem Gelände der Raketenanlage und behandelt Vorgeschichte, die Apache-Kriege, den Trinity-Test und die Raketenentwicklung nach dem Krieg. Der Aguirre Springs National Recreation Area bietet zwei Wanderwege vor der Kulisse der Organ Mountains, und der Ort Cloudcroft in den Bergen ist für seine Holzbrücke berühmt und eine kühle Alternative zum Wüstenboden. White Sands ist einer von 15 Nationalpark-Stätten in New Mexico.

In der Umgebung lohnen das New Mexico Museum of Space History in Alamogordo, das White Sands Missile Range Museum, der Oliver Lee Memorial State Park mit seinen Pools im Dog Canyon und das Lincoln National Forest in den Sacramento Mountains. Weitere Wüstenziele zeigt die Übersicht zum Südwesten, dazu im Porträt des Big-Bend-Nationalparks, ebenfalls in der Chihuahua-Wüste. Für die Einreise benötigen Sie die ESTA-Genehmigung. Tipps zur Jahreszeit finden Sie auf der Seite zur besten Reisezeit.

Wo liegt der White-Sands-Nationalpark?

Im Tularosa-Becken im Süden von New Mexico, direkt am US-70 zwischen Alamogordo und Las Cruces.

Warum sind die Dünen weiß?

Sie bestehen aus Gips und nicht aus Quarz. Die Geschichte des Gipses beginnt vor rund 280 Millionen Jahren im Perm-Meer.

Wie groß ist das Dünenfeld?

Es bedeckt 275 Quadratmeilen. Der Park schützt 40 Prozent davon, rund 115 Quadratmeilen.

Welcher Flughafen ist der nächste?

El Paso in Texas, rund 85 Meilen entfernt und etwa 1,5 Stunden mit dem Auto.

Wie lang ist die Dunes Drive?

Acht Meilen (13 Kilometer) einfach, hin und zurück 16 Meilen (26 Kilometer). Die ersten vier Meilen sind asphaltiert.

Kann man auf den Dünen rodeln?

Ja, auf dem Rundabschnitt der Dunes Drive abseits der Straße, wo wenig Vegetation wächst. Die meisten nutzen gewachste Kunststoffschlitten.

Mehr Wüstenlandschaft zeigen der Death Valley und der Joshua Tree.