Tennessee ist das Musikland der USA: In Nashville erleben Sie Country am Broadway, in der Grand Ole Opry und im Ryman Auditorium, in Memphis Blues, Soul und Graceland. Dazu kommen das National Civil Rights Museum und die Great Smoky Mountains. Ideal sind Frühling und Herbst; für die Route brauchen Sie einen Mietwagen.
Tennessee im Überblick
Nashville: Broadway und Museen
Grand Ole Opry
Civil Rights Room in Nashville
National Civil Rights Museum
Memphis: Beale Street bis Graceland
Great Smoky Mountains
Chattanooga
Musikroute und Anreise
Reisezeit und Kosten
Häufige Fragen
Tennessee gliedert sich in drei Landesteile: Im Westen liegt Memphis am Mississippi, in der Mitte Nashville, im Osten ragen die Great Smoky Mountains auf. Fast drei Viertel des Staates liegen in der zentralen Zeitzone, der größte Teil Osttennessees dagegen in der östlichen; in den Bergen gehen die Uhren also eine Stunde vor. Wie Country, Blues, Soul und Rock ’n‘ Roll entstanden, erzählt unser Überblick zur Musikgeschichte Nordamerikas. Hier geht es um die Praxis: Tickets, Öffnungszeiten, Wege, Kosten. Stand: Oktober 2026.
Was erwartet Sie in Tennessee?
Zwei Musikstädte, ein großes Bürgerrechtsmuseum und der meistbesuchte Nationalpark der USA.
| Ziel | Highlights | Ideal für |
|---|---|---|
| Nashville | Lower Broadway, Country Music Hall of Fame, Ryman, Grand Ole Opry, Civil Rights Room | Country, Livemusik |
| Memphis | National Civil Rights Museum, Beale Street, Sun Studio, Graceland, Stax | Blues, Soul, Zeitgeschichte |
| Great Smoky Mountains | Kuwohi, Cades Cove, Wasserfälle | Wandern, Herbstlaub |
| Chattanooga | Tennessee Aquarium, Lookout Mountain | Familien, Zwischenstopp |
Was erleben Sie am Broadway und in den Musikmuseen von Nashville?
Livemusik an jedem Tag: Am Lower Broadway reihen sich die Honky-Tonks, laut Tourismusbehörde spielen sie an 365 Tagen im Jahr. Das Viertel steht seit 1980 im Denkmalregister. Tagsüber lohnt die Country Music Hall of Fame, täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet. Erwachsene zahlen 31,95 US-Dollar, Kinder von 6 bis 12 Jahren 21,95 Dollar; mit Führung durch das historische RCA Studio B kostet das Kombiticket 54,95 Dollar (Stand: Oktober 2026).
Nahebei steht das Ryman Auditorium, 1892 als Gospel-Tabernakel eröffnet und bis heute Konzertsaal. Die Besichtigung auf eigene Faust kostet im Herbst 2026 als Aktion 25 Dollar plus Steuer (gültig bis 31. Oktober), die geführte Backstage-Tour rund 43 Dollar plus Steuer. Bei der Selbstführung sind Kinder bis 12 Jahre mit zahlenden Erwachsenen frei.
Wie bekommen Sie Tickets für die Grand Ole Opry?
Am sichersten online über die offizielle Opry-Website, Wochen im Voraus; die Preise hängen von Platz und Datum ab. Die Radioshow läuft an mehreren Abenden pro Woche live, meist um 19 Uhr, samstags teils zweimal. Eine Show dauert rund zwei Stunden mit 15 Minuten Pause, mehrere Künstler spielen kurze Sets.
Gespielt wird meist im Grand Ole Opry House mit 4.400 Plätzen, östlich der Innenstadt neben dem Einkaufszentrum Opry Mills; dorthin zog die Show 1974. Vor allem im Winter kehrt sie für „Opry at the Ryman“-Abende in ihre alte Heimat zurück.
Was zeigt der Civil Rights Room in Nashville?
Er dokumentiert den gewaltfreien Protest der Stadt. Vom 13. Februar bis 10. Mai 1960 setzten sich Studierende der vier schwarzen Hochschulen Nashvilles an die nach Hautfarbe getrennten Imbisstheken der Innenstadt; über 150 wurden festgenommen. Nach dem Bombenanschlag auf das Haus des Anwalts Z. Alexander Looby am 19. April zogen mindestens 3.000 Menschen zum Rathaus. Bürgermeister Ben West stimmte dort zu, dass die Theken für alle offen sein sollten; am 10. Mai bedienten sechs Geschäfte erstmals schwarze Gäste.
Der Raum liegt im 2. Stock der Nashville Public Library (Main Library) mit Blick auf die Kreuzung Church Street/Seventh Avenue North, wo die Proteste stattfanden. Sie sitzen an einer symbolischen Theke, lesen die zehn Verhaltensregeln der Protestierenden und folgen einer Zeitleiste. Zugänglich ist er während der Öffnungszeiten der Bibliothek.
Was erwartet Sie im National Civil Rights Museum in Memphis?
Ein Museum am historischen Ort: Es ist um das frühere Lorraine Motel gebaut, wo Martin Luther King Jr. am 4. April 1968 um 18.01 Uhr auf dem Balkon erschossen wurde. King war nach Memphis gekommen, um den Streik der Müllwerker zu unterstützen. Er begann am 12. Februar 1968, nachdem zwei Arbeiter, Echol Cole und Robert Walker, in einem Müllwagen zerquetscht worden waren; über 1.300 schwarze Beschäftigte forderten Lohn, Sicherheit und Anerkennung, auf ihren Schildern stand „I Am A Man“. Am Abend vor seinem Tod hielt King die Rede „I’ve Been to the Mountaintop“. Am 16. April endete der Streik mit Anerkennung der Gewerkschaft und höheren Löhnen.
Das 1991 eröffnete Museum spannt den Bogen von der Sklaverei bis zur Bürgerrechtsbewegung. Eintritt (Stand: Oktober 2026): 25 Dollar für Erwachsene, 22 Dollar für Kinder von 5 bis 17 Jahren. Geöffnet ist von 9 bis 18 Uhr, letzter Einlass 17 Uhr, dienstags geschlossen. Zeitfenster-Tickets gibt es online, Parken ist frei; planen Sie anderthalb bis zwei Stunden ein.
Was lohnt sich in Memphis neben dem Museum?
Vor allem die Musikorte. Abends spielen Bands in den Clubs der Beale Street. Das Sun Studio, wo Elvis Presley 1954 seine erste Single aufnahm, zeigen Führungen täglich zur halben Stunde von 10.30 bis 16.30 Uhr, ohne Reservierung; Erwachsene zahlen 20 Dollar, Kinder von 5 bis 11 Jahren 15 Dollar.
Graceland, Presleys Anwesen im Süden der Stadt, öffnet täglich von 9 bis 16 Uhr. Die Tour „Elvis Experience“ mit Villa, Ausstellungen und Elvis‘ Flugzeugen kostet laut Website 85 Dollar für Erwachsene und 49 Dollar für Kinder, VIP-Touren bis 260 Dollar. Das Stax Museum am Ort des Soul-Labels öffnet dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr, Erwachsene zahlen 20 Dollar. Memphis-Ribs „dry“ oder „wet“ erklärt unser Beitrag zur Küche Nordamerikas.
Was kostet der Great-Smoky-Mountains-Nationalpark?
Eintritt verlangt der Park nicht, wohl aber einen Parkschein: 5 Dollar pro Tag, 15 Dollar pro Woche, 40 Dollar pro Jahr (Stand: Oktober 2026). Pflicht ist er ab 15 Minuten Parkdauer, er muss ausgedruckt hinter der Scheibe liegen, und der Jahrespass „America the Beautiful“ ersetzt ihn nicht. Kaufen Sie ihn online bis sechs Monate vorab oder im Besucherzentrum, denn an den meisten Wanderparkplätzen fehlen Automaten.
Mit über 12 Millionen Besuchen 2024 ist der Park regelmäßig der meistbesuchte der USA. Höchster Punkt ist der Kuwohi (früher Clingmans Dome, 2.025 Meter), dessen Zufahrt vom 1. April bis 30. November offen ist. Das Tal Cades Cove umrundet eine ca. 18 Kilometer lange Einbahnstraße; rechnen Sie zwei bis vier Stunden. Von Mai bis September ist sie mittwochs meist für Autos gesperrt. Abschnitte einzelner Wege wie des Laurel Falls Trail sind derzeit gesperrt (Stand: Oktober 2026). Weitere Parks im Vergleich: Nationalparks der USA.
Lohnt sich ein Abstecher nach Chattanooga?
Ja, als Zwischenstopp vor den Bergen. Das Tennessee Aquarium am Fluss war bei seiner Eröffnung 1992 das größte Süßwasseraquarium der Welt. Über der Stadt erhebt sich Lookout Mountain mit den Höhlen von Ruby Falls, dem Felsengarten Rock City und der Incline Railway, einer Standseilbahn mit bis zu 72,7 Prozent Steigung.
Wie verbinden Sie Nashville, Memphis und New Orleans – und wie reisen Sie an?
Per Mietwagen von Nashville nach Memphis und weiter in die Jazzstadt New Orleans. Reine Fahrzeiten ohne Stau:
| Strecke | Entfernung | Fahrzeit |
|---|---|---|
| Nashville – Memphis | ca. 345 km | ca. 4 Std. |
| Memphis – New Orleans | ca. 635 km | gut 7 Std. |
| Nashville – Chattanooga | ca. 210 km | ca. 2,5 Std. |
| Chattanooga – Gatlinburg (Smokies) | ca. 245 km | ca. 3 Std. |
| Nashville – Gatlinburg | ca. 355 km | gut 4 Std. |
Nonstopflüge aus Deutschland nach Nashville oder Memphis gibt es nicht (Stand: Oktober 2026). Nach Nashville fliegen Sie direkt ab London-Heathrow mit British Airways, ab Dublin mit Aer Lingus oder saisonal ab Reykjavík mit Icelandair, sonst mit Umstieg in den USA. Für die Einreise brauchen Sie ein ESTA für die USA.
Wann reisen Sie am besten – und was kostet Tennessee?
Am angenehmsten sind Frühling und Herbst. In den Smokies bringt die Zeit von September bis Mitte November kühlere Luft, Herbstlaub und die trockenste Phase des Jahres; im Juli und August klettern die Höchstwerte in tiefen Lagen über 32 Grad, dazu Dunst und Schwüle. Gewitter und Tornados treten vor allem im Frühling und Sommer auf; im Schnitt zählt Tennessee 15 Tornados pro Jahr, am stärksten gefährdet sind West- und Mitteltennessee. Mehr im Ratgeber beste Reisezeit für Nordamerika. Zum Country-Festival CMA Fest (10. bis 13. Juni 2027) buchen Sie Hotels in Nashville früh.
Auf Preise kommen 7 Prozent staatliche Umsatzsteuer plus lokale Zuschläge, zusammen bis 9,75 Prozent. Ein Memphis-Tag mit Bürgerrechtsmuseum, Sun Studio, Graceland-Tour und Stax kostet pro Erwachsenem rund 150 Dollar Eintritt. Normalbenzin kostete am 5. Oktober 2026 im Schnitt rund 3,94 Dollar pro Gallone, gut 1 Dollar pro Liter.
Wie viele Tage braucht man für Nashville und Memphis?
Je zwei bis drei Nächte. In Nashville füllen Museen, Ryman, Opry und Honky-Tonks gut zwei Tage, in Memphis brauchen Sie einen Tag für Bürgerrechtsmuseum und Sun Studio plus einen halben für Graceland. Mit den Smokies und Chattanooga kommen Sie auf rund zehn Tage.
Ist der Besuch im Lorraine Motel für Kinder geeignet?
Mit Vorbereitung ja. Das Museum weist selbst darauf hin, dass manche Inhalte Kinder und Jugendliche verängstigen oder stark belasten können. Es stellt einen Familienleitfaden bereit, der hilft, schwierige Themen zu besprechen. Für Jüngere lohnt ein kürzerer Rundgang mit ausführlichem Gespräch danach.
Muss man Sun Studio und Graceland vorab buchen?
Für Sun Studio nicht: Die Führungen starten stündlich ohne Reservierung, bei Andrang warten Sie auf die nächste. Graceland-Tickets kaufen Sie besser vorab online, denn die letzte Hausführung beginnt schon um 16 Uhr. Planen Sie beides an einem Tag, starten Sie morgens in Graceland.
Braucht man in den Smokies einen Parkschein, wenn man nur durchfährt?
Nein. Der Parkschein ist nur nötig, wenn Sie länger als 15 Minuten parken, etwa an Aussichtspunkten oder Wanderparkplätzen. Wer die Newfound Gap Road zwischen Tennessee und North Carolina ohne längeren Stopp durchquert, braucht keinen. Für Wanderungen oder Fotostopps lohnt der Tagesschein für 5 Dollar.
Ist die Grand Ole Opry auch ohne Country-Begeisterung sehenswert?
Für die meisten Gäste ja. Laut Veranstalter verbindet jeder Abend Musik, Geschichte und Geschichten, auf der Bühne stehen Stars ebenso wie Newcomer, moderiert wie im Radio. Die Show läuft seit 1925 und ist die am längsten laufende Radiosendung der US-Geschichte.
Eine gute Ergänzung ist Texas mit Austin und San Antonio. Weitere Regionen finden Sie im USA-Reiseführer.
