Sunset Crater Volcano National Monument
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Sunset Crater Volcano National Monument

Das Sunset Crater Volcano National Monument liegt nördlich von Flagstaff in Arizona. Der Schlackenkegel entstand um das Jahr 1085 bei der jüngsten Eruption des San Francisco Volcanic Field. Ein Spalt von fast sechs Meilen Länge riss auf, Lavafontänen stiegen über 850 Fuß hoch, und zwei Lavaströme füllten Täler. Heute zeigen Pfade über das Bonito-Lavafeld, wie Leben zurückkehrt.

Wer von Flagstaff aus nach Nordosten fährt, sieht zwischen Ponderosa-Kiefern plötzlich einen Hügel in Rot, Orange und Schwarz. Die Schlacken an seinem Gipfel leuchten im Abendlicht, als stünde der Kegel in Flammen. Dieser Eindruck gab dem Vulkan seinen Namen, und er erzählt zugleich vom Ende einer alten Welt: Vor rund tausend Jahren riss hier die Erde auf, und die Menschen der Umgebung mussten ihre Dörfer und Felder verlassen.

Diese Seite erklärt, wie die Eruption ablief, warum Lava und Asche am Ende auch Gutes brachten, welche Pfade über das Lavafeld führen und wie sich Pflanzen auf der Schlacke ansiedeln. Für die Einreise in die USA brauchen viele Reisende eine ESTA.

Was sollten Sie über das Sunset Crater Volcano National Monument wissen?

Das Monument liegt im Norden Arizonas und ist rundum vom Coconino National Forest umgeben. Es schützt 3.040 Acres rund um die jüngste Eruption auf dem Colorado-Plateau. Der Kegel gehört zum Vulkanfeld der San Francisco Peaks und damit zum Südwesten, dessen Landschaften von Canyons, Mesas und Vulkanen geprägt sind.

ThemaWertHinweis
BundesstaatArizonanördlich von Flagstaff
Fläche3.040 Acresumgeben vom Coconino National Forest
Eruptionum das Jahr 1085jüngster Ausbruch im San Francisco Volcanic Field
Gründung26. Mai 1930Präsident Herbert Hoover
Heutiger Nameseit 1990vorher Sunset Crater National Monument
Höhe des Kegelsrund 1.000 Fuß über der Umgebungklassischer Schlackenkegel
LavaströmeBonito und Kana’aTiefe von 100 Fuß und mehr
NachbarWupatki National Monumentrund 20 Meilen nordöstlich

Wie verlief die Eruption um das Jahr 1085?

Der Ausbruch kündigte sich an. Tage oder Wochen vor der Eruption erschütterten Erdbeben den Boden, und die Menschen der Umgebung räumten ihre Grubenhäuser und Felder. Dann riss die Erde entlang einer Spalte von fast sechs Meilen (elf Kilometer) Länge auf. Lavafontänen schossen 850 Fuß (260 Meter) oder höher in den Himmel, ein „Feuervorhang“ aus glühendem Gestein. Die Aschewolke reichte rund fünf Meilen (acht Kilometer) hoch.

Lava, Asche und Schlacke bedeckten fast 900 Quadratmeilen (2.300 Quadratkilometer). Kleine Gesteinsbrocken fielen als Schlacke zurück auf die Erde und häuften sich um die Austrittsstelle zu einem Kegel auf, größere Lavabomben kamen hinzu. Die Dauer des Ausbruchs betrug einige Wochen oder Monate. Schlackenkegel brechen in der Regel nur ein einziges Mal aus, deshalb ruht der Sunset Crater seitdem.

Der Name „Krater“ meint die Öffnung am Gipfel, nicht ein großes Loch im Boden. Mit dem Meteor Crater, einem anderen Ziel rund 40 Meilen östlich von Flagstaff, hat der Sunset Crater nichts zu tun: Dort schlug ein Meteorit ein, hier öffnete sich der Erdboden von innen.

Der Kegel ragt rund 1.000 Fuß über seine Umgebung. Er ist der jüngste und am wenigsten erodierte Schlackenkegel des Vulkanfelds. In der Gegend von Flagstaff stehen etwa 600 solcher Kegel, doch keiner ist so frisch und so farbenreich. Die rostroten Schlacken am Gipfel liefern den Namen, den John Wesley Powell 1885 vergab: Er schrieb, der Farbkontrast lasse die roten Schlacken aus der Ferne betrachtet wie in Brand wirken.

Zerklüftetes schwarzes Lavafeld mit Ponderosa-Kiefern

Was zeigen die Lavaströme Bonito und Kana’a?

Aus dem Vulkan flossen zwei Ströme: der Bonito- und der Kana’a-Strom. Sie bewegten sich langsam und füllten zwei kleine Täler bis zu einer Tiefe von etwa 100 Fuß und mehr. Ein Strom dieser Mächtigkeit würde die Stadt Flagstaff bis auf die Spitze eines Universitätsgebäudes begraben. Das fruchtbare Tal unterhalb des O’Leary Peak liegt seitdem unter Lava, die so dick ist wie ein zehnstöckiges Haus.

Wo die erkaltete Oberfläche aufbrach und Lava darunter herausquoll, entstand die zerklüftete Textur, die heute zu sehen ist. Der A’a-Pfad führt direkt an solchen scharfkantigen Blöcken aus Basalt entlang, der beim Abkühlen des Bonito-Stroms erstarrte. Wer mehr über Vulkane in den USA erfahren möchte, findet im Lassen Volcanic Nationalpark und im Craters of the Moon National Monument verwandte Landschaften.

Auf dem erstarrten Strom siedelten sich zuerst Flechten und Moose an. Heute wachsen auf dem Lavafeld Ponderosa-Kiefern, Wacholder und Kaninchenbusch. Die Lavaströme sind damit ein offenes Lehrbuch dafür, wie auf nacktem Stein Boden entsteht.

Welches Vulkanfeld liegt unter den San Francisco Peaks?

Der Sunset Crater ist nur der jüngste Ausbruch in einem sehr viel älteren System. Das San Francisco Volcanic Field umfasst Tausende Quadratmeilen. Der Vulkanismus begann dort vor etwa drei Millionen Jahren mit dem Bill Williams Mountain, einem Lavadom. Bald darauf begannen die San Francisco Peaks zu wachsen, und über rund zwei Millionen Jahre türmten sie sich zu einem Stratovulkan von etwa 16.000 Fuß (5.300 Meter) Höhe auf. Damals war er der höchste Berg der kontinentalen USA.

Vor rund 550.000 Jahren verlor der Berg seinen Gipfel. Ob ein gewaltiger Ausbruch oder ein Einsturz die Ursache war, ist ungeklärt. Die Peaks ragen noch immer weit über das Umland und tragen den höchsten Berg Arizonas. Das Feld erzeugte Hunderte Schlackenkegel und Dutzende Lavadome und Lavaströme.

Unter den Lavamassen liegen ältere Schichten. Die Kaibab-Formation ist rund 240 Millionen Jahre alt und besteht aus Kalkstein vom Meeresboden, entstanden aus den Skeletten winziger Organismen. Die Moenkopi-Formation ist rund 200 Millionen Jahre alt: tiefroter Sandstein und Schiefer mit Wellenmustern, Trockenrissen und fossilen Wohnröhren, die von Flüssen, Wattflächen und Küstenzonen erzählen. Beide Schichten sind im benachbarten Wupatki National Monument sichtbar. Flusskies des Little Colorado River, aus den letzten zwei Millionen Jahren, bildet an vielen roten Moenkopi-Hügeln flache, graue Kappen.

Schlackenhang mit Inseln aus Kiefern und Espen

Wie veränderte die Eruption das Leben der Menschen?

Schon vor dem Ausbruch lebten Menschen rund um die Vulkanhügel Nordarizonas. Die Hopi nennen sie Hisatsinom, „die Menschen, die vorher kamen“. Archäologen sprechen von den Sinagua oder Ancestral Puebloans. Sie bauten Dörfer und Städte in der Gegend des heutigen Flagstaff, wohnten in Grubenhäusern, die teilweise in den Boden gegraben waren, und bestellten Felder zwischen Ponderosa-Wäldern und offenen Wiesen.

Dank der Vorzeichen konnten die Bewohner abziehen. Hinweise auf Todesopfer des Ausbruchs gibt es nicht. Grubenhäuser in weitem Umkreis verbrannten und füllten sich mit Schlacke, andere verschwanden unter der Lava. Die Gegend ließ sich nicht mehr beackern. Viele Familien zogen in Nachbarregionen wie den Walnut Canyon und das Wupatki-Gebiet. Dort lag die Ascheschicht dünner und hielt Feuchtigkeit im Boden, was den Anbau ohne Bewässerung erleichterte. Innerhalb einer Generation entstanden dort neue Dörfer, Felder und Lebensweisen.

Die Nachfahren, die Hopi und die A:shiwi, leben bis heute in der Nähe, und die Eruption lebt in ihren Erzählungen fort. Die Apache nennen den Ort Ha Gudní Káá, „wo es brannte“. Die Hopi heißen den Kegel Palatsmo, „roter Hügel“, die Diné Dził Bilátah Łitsoí, „Berg mit gelber Spitze“. Für die San Francisco Peaks verwenden die Hopi den Namen Nuva’tuk’ya’ovi, die Diné sagen „der Berg, der nie auftaut“. Dreizehn bundesweit anerkannte Stämme sind mit den Monumenten rund um Flagstaff traditionell verbunden. Mehr zu den Kulturen des Kontinents steht auf der Seite Ureinwohner Nordamerikas.

Die Töpferei der Region zeigt, wie eng die Nachbarn vernetzt waren. Im Südwesten sind über 500 Keramiktypen beschrieben, davon mehr als fünfzig im Gebiet von Flagstaff, darunter Sunset Red, Sunset Corrugated und Flagstaff Black-on-White. Frühere Forscher erklärten die Vielfalt mit einer großen Zuwanderung vieler Kulturen. Heute erklärt ein ausgedehnter Handel mit Töpfen und mit Herstellungs- und Dekorationstechniken die Vielfalt besser.

Welche Pfade führen über Lavafeld und Kegel?

Das Monument bietet kurze Wege, die zusammen ein anschauliches Bild des Vulkans zeichnen. Die Wanderung abseits der Wege ist nicht erlaubt, die Pfade schützen die empfindliche Schlackenlandschaft.

PfadLängeBesonderheit
Lava Flow Trail1 Meile Rundweg, etwa 1 StundeBonito-Lavastrom und vulkanische Formen am Fuß des Kegels; oberer Abschnitt von 0,25 Meilen gepflastert
Lenox Crater Trail1,6 Meilen hin und zurück, etwa 1,5 StundenAufstieg auf einen Nachbarkegel durch Ponderosa-Wald; Blick auf Sunset Crater, Bonito-Strom, O’Leary Peak und San Francisco Peaks
A’a Trail0,25 Meilen hin und zurück, etwa 15 Minutenscharfkantige Blöcke aus a’a-Lava
Bonito Vista Trail0,3 Meilen hin und zurück, etwa 20 Minutengepflasterter Weg über ein Schlackenfeld mit weitem Blick
Lava’s Edge Trail3,4 Meilen hin und zurück, etwa 2,5 Stundenmittelschwerer Weg

Auf den Gipfel des Sunset Crater selbst führt heute kein Weg mehr. Bis 1973 stiegen tausende Wanderer über lose Schlacke nach oben und traten tiefe Rinnen in den Hang, die zu hüfttiefen Gräben wurden. Diese Narben sind noch Jahrzehnte später sichtbar. Wer von oben in den Krater blicken möchte, wandert auf dem Pfad des Forest Service zum O’Leary Peak, der einen Blick hinunter auf den Sunset Crater erlaubt. Der Lenox Crater bietet die Aussicht auf den Vulkan von einem zweiten Kegel aus.

Eine der schönsten Aussichten liegt an der Zufahrtsstraße: der Bonito Park mit einem weiten Blick auf den Sunset Crater Volcano.

Reisetipp Verbinden Sie den kurzen Lava Flow Trail mit dem Lenox Crater Trail: Der erste führt über das erstarrte Lavafeld, der zweite hinauf auf einen Kegel mit Rundblick. Wer anschließend die Straße zum Wupatki National Monument nimmt, sieht dort Pueblos von Menschen, die nach der Eruption in ein fruchtbareres Land zogen.

Wie kehrt das Leben auf Schlacke und Lava zurück?

Der Sunset Crater ist ein Freilichtlabor der ökologischen Sukzession, der schrittweisen Wiederbesiedlung. Tausend Jahre nach dem Ausbruch befindet sich das Gelände noch in einer frühen Phase. Die Trockenheit bremst alles so stark, dass der Wandel über viele Menschenleben dauert. Etwa die Hälfte des Monuments besteht aus Schlackenfeldern mit kaum sichtbarem Bewuchs.

Flechten zählen zu den ersten Siedlern: Sie scheiden schwache Säuren aus und verwandeln so langsam Gestein in Boden. Das Pflanzenwachstum auf Schlacke funktioniert ähnlich wie Hydrokultur, weil Wasser und gelöste Nährstoffe schnell durch die porösen Brocken nach unten laufen. Pflanzen müssen sie in kurzer Zeit aufnehmen. Die ältesten Kiefern sind etwa 250 Jahre alt und zählen zu den frühesten, die hier Wurzeln schlugen.

Auf der tiefen Schlacke wachsen Inseln aus Pinyon-Kiefer, Ponderosa-Kiefer und Espe. Sie bieten anderen Pflanzen und Tieren Lebensraum. Ohne Störung verschmelzen die Inseln mit der Zeit zu einem Wald wie in den älteren Teilen des Vulkanfelds, und die Schlackenfelder verschwinden. Das Monument beherbergt 166 dokumentierte Pflanzenarten, darunter Utah-Wacholder, Klippenrose, Apachenfeder und das rosa Penstemon, das auf dieses raue Gelände beschränkt ist. Die Pinyon-Kiefern wachsen hier verkümmert, bieten aber Abert-Eichhörnchen einen Lebensraum. Ponderosa-Rinde riecht an warmen Tagen nach Vanille oder Butterscotch.

Schneebedeckte San Francisco Peaks hinter Schlackenkegeln und Kiefernwald

Wie wurde der Vulkan zum National Monument?

Im 19. Jahrhundert brachten weiße Siedler Viehzucht, Holzwirtschaft, Bergbau und die Eisenbahn in die Region. Der Vulkan erhielt 1885 durch John Wesley Powell den Namen „Sunset Volcano“. 1928 wollte eine Filmfirma den Kegel sprengen, um einen Erdrutsch zu drehen. Bürger aus Flagstaff fürchteten unwiederbringliche Schäden und setzten sich für seinen Schutz ein.

Präsident Herbert Hoover erklärte den Sunset Crater am 26. Mai 1930 zum National Monument, um seine geologischen Formationen zu schützen. Seit 1990 trägt es den Namen Sunset Crater Volcano National Monument. In den 1930er-Jahren halfen Arbeiter des Civilian Conservation Corps beim Bau von Straßen und Besuchereinrichtungen, später kamen weitere Anlagen im Rahmen des Programms Mission 66 hinzu.

Die europäische Geschichte der Gegend begann mit Expeditionen: Marco de Niza überquerte 1539 die Grenze zu Arizona, Francisco Vázquez de Coronado zog mit rund 2.500 Menschen durch die Berge. Hopi-Führer begleiteten García López de Cárdenas 1540/41 zum Grand Canyon und Antonio de Espejo 1583 durch das Verde Valley. 1629 gaben katholische Mönche in Oraibi den Peaks den Namen „Sierra de San Francisco“. Mehr zum Hintergrund steht auf der Seite Entdeckung und Kolonialzeit.

Wie passt der Sunset Crater in eine Südwest-Route?

Das Monument liegt etwa 20 Meilen südwestlich des Wupatki National Monument und lässt sich mit diesem auf einer Rundstraße verbinden. Wer die beiden Orte nacheinander besucht, sieht Ursache und Wirkung: Auf der einen Seite der Vulkan und die Lava, auf der anderen die Dörfer der Menschen, die vom Ascheregen profitierten. Der Grand Canyon liegt wenige Fahrstunden nordwestlich, der Petrified-Forest-Nationalpark östlich. Die Reisezeit für den Südwesten fassen wir unter beste Reisezeit zusammen.

Wo liegt das Sunset Crater Volcano National Monument?

Im Norden Arizonas, nördlich von Flagstaff, rundum vom Coconino National Forest umgeben. Es schützt 3.040 Acres rund um den jüngsten Ausbruch auf dem Colorado-Plateau.

Wann brach der Sunset Crater aus?

Um das Jahr 1085. Die Eruption dauerte einige Wochen oder Monate, riss eine fast sechs Meilen lange Spalte auf und bedeckte fast 900 Quadratmeilen mit Lava, Asche und Schlacke.

Ist der Sunset Crater noch aktiv?

Nein. Schlackenkegel brechen in der Regel nur einmal aus. Der Vulkan liegt aber im San Francisco Volcanic Field, in dem seit sechs Millionen Jahren stetig, aber selten Ausbrüche geschehen.

Woher kommt der Name Sunset Crater?

Von den rostroten Schlacken am Gipfel. John Wesley Powell nannte den Kegel 1885 „Sunset Volcano“, weil die Farben aus der Ferne wie Feuer wirken.

Starben beim Ausbruch Menschen?

Hinweise darauf gibt es nicht. Erdbeben kündigten den Ausbruch Tage oder Wochen vorher an, und die Bewohner zogen in Nachbargebiete wie Wupatki und Walnut Canyon.

Welche weiteren Ziele liegen in der Nähe?

Das Wupatki National Monument mit seinen Pueblos, der Grand Canyon und der Petrified-Forest-Nationalpark.

Weitere Spuren früher Kulturen zeigen der Mesa-Verde-Nationalpark und das Bandelier National Monument.