Montezuma Castle National Monument
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Montezuma Castle National Monument

Das Montezuma Castle National Monument liegt im Verde Valley in Arizona. In einer Nische der Kalksteinwand, etwa 90 Fuß über dem Talboden, bauten die Sinagua ein Haus mit 20 Räumen auf mehreren Etagen. Mit den Azteken hat die Anlage nichts zu tun. Das zweite Gebiet, Montezuma Well, ist ein Sinkloch mit Tieren, die es nirgends sonst gibt.

Wer im Verde Valley zur Felswand blickt, sieht ein Gebäude, das sich in eine Nische schmiegt wie ein Schwalbennest. Fünf Etagen aus Stein und Lehm, zu erreichen nur über Leitern, hoch über dem Bach. Es gehört zu den am besten erhaltenen Klippenwohnungen Nordamerikas. Wer es gebaut hat, wie die Menschen darin lebten und warum sie um 1400 weiterzogen, erzählt diese Seite.

Im zweiten Teil des Monuments, dem Montezuma Well, wird die Landschaft noch rätselhafter: Über 15 Millionen Gallonen Wasser füllen ein Sinkloch, obwohl es dort weniger als 13 Zoll im Jahr regnet. Für die Einreise in die USA brauchen viele Reisende eine ESTA.

Was sollten Sie über das Montezuma Castle National Monument wissen?

Das Monument liegt im Verde Valley im Norden Arizonas, wo das Colorado-Plateau und das Basin-and-Range-Gebiet aufeinandertreffen. Es besteht aus zwei getrennten Teilen: dem Castle am Beaver Creek und dem Montezuma Well, rund 11 Meilen entfernt. Gemeinsam gehören sie zur Kulturlandschaft des Südwestens.

ThemaWertHinweis
BundesstaatArizonaVerde Valley, bei Camp Verde
Gegründet8. Dezember 1906Präsident Theodore Roosevelt; eines von vier ersten National Monuments
BauherrenSinaguaSüdliche Sinagua im Verde Valley
Bauzeitab etwa 1100Klippenwohnung mit 20 Räumen
Lageetwa 90 Fuß über dem TalbodenNische in der Kalksteinwand
Niederschlagunter 12 Zoll im Jahrtrockenes Klima
Montezuma Wellüber 15 Millionen Gallonen Wasserrund 11 Meilen vom Castle entfernt

Wie liegt das Verde Valley zwischen Plateau und Becken?

Das Verde Valley liegt dort, wo zwei geologische Provinzen aufeinandertreffen: das Colorado-Plateau im Norden und das Basin-and-Range-Gebiet im Süden. Die Umgebung wechselt rasch. Im Süden erheben sich die mineralreichen Black Hills, nördlich davon der rote und weiße Sandstein der Gegend um Sedona und die von Basalt gekrönten Steilwände des Mogollon Rim. Im Tal selbst stehen Kalksteinhügel.

Mehrere ganzjährig fließende Bäche erreichen das Tal aus den Höhen. Sie ziehen grüne Streifen durch die wacholderbewachsenen Hügel. In diesen Auenstreifen wachsen Affenblume und Akelei, und große Bäume wie Arizona-Platane und Pappel stehen nur dort, während die trockene Umgebung Mesquite, Katzenkralle und Salzbusch trägt. Der Kontrast erklärt, warum sich Menschen seit Jahrtausenden am Wasser niederließen.

Zusammen tragen das Castle und der Well 379 Pflanzenarten, eine hohe Zahl für ein halbtrockenes Hochland mit weniger als 12 Zoll Niederschlag im Jahr. Die Pflanzen spiegeln etwa ein Jahrtausend Nutzung durch die Menschen der Region.

Sinkloch mit grünem Wasser und Felswänden

Wer waren die Sinagua?

Archäologen nennen die Menschen, die in der Klippenwohnung lebten, Sinagua, abgeleitet vom spanischen „sin agua“, „ohne Wasser“. Harold S. Colton gab dem Volk 1939 den Namen nach den San Francisco Peaks, die spanische Entdecker „sierra sin agua“ nannten, weil dort keine Flüsse flossen. Wasser gab es im Verde Valley reichlich. Wie sich die Sinagua selbst nannten, ist unbekannt. Die Hopi nennen sie Hisatsinom, „die Alten“, und sehen in ihnen Vorfahren einiger ihrer Clans.

Man unterscheidet Nördliche Sinagua im Gebiet von Flagstaff und Südliche Sinagua im Verde Valley. Die Dörfer der Südlichen Sinagua sind am Montezuma Castle und bei Tuzigoot erhalten, die der Nördlichen am Wupatki National Monument und am Walnut Canyon. Nach dem Ausbruch des Vulkans, den das Sunset Crater Volcano National Monument bewahrt, zogen viele Familien aus dem Norden in andere Täler.

Im Verde Valley lebten Menschen schon um 650 n. Chr. Die ältesten Häuser waren Grubenhäuser, teilweise in den Boden gegraben, mit Pfosten aus Stämmen und Dächern aus Pflanzenmaterial. Ab etwa 1050 bauten die Sinagua Pueblos und Klippenwohnungen aus Holz, Stein und Lehmmörtel, oft mit mehreren Etagen, die sie mit hölzernen Leitern erreichten. Als Fundstücke bekannt sind schmucklose Keramik, kunstvolle Baumwollgewebe und Bauweisen. Die Sinagua trieben Handel und besorgten sich Material aus der Ferne, etwa türkisfarbene Schmuckstücke.

Die Sinagua bewohnten die grüne Oase am Beaver Creek über 400 Jahre. Um 1400 wurden Montezuma Castle und die Wohnungen am Well aufgegeben. Der genaue Grund ist unbekannt, weil die Sinagua keine Schrift hinterließen. Zur Diskussion stehen Konkurrenz um Ressourcen, spirituelle Gründe, zusammengebrochene Handelswege, Konflikte und Klimawandel. Nach der Überlieferung der Hopi waren die Häuser eine Station auf einer langen Wanderung über viele Generationen, nicht ein dauerhaftes Zuhause. Einige Yavapai-Apache berichten, dass nicht alle gingen und manche sich unter die Yavapai und Apache mischten. Die Sinagua verschwanden nicht, sie zogen fort.

Wie ist das Castle gebaut und wie sah das Leben darin aus?

Das Montezuma Castle ist kein Schloss, sondern ein Wohnhaus: 20 Räume, die ursprünglich mehreren Familien Platz boten, ähnlich einem Mietshaus. Der Bau begann um 1100. Die Südseite der Wand hält die Wohnungen im Winter warm und im Sommer kühl. Die Lage hoch über dem Tal schützte vor dem jährlichen Hochwasser des Beaver Creek. Gebaut wurde in einer Nische rund 90 Fuß über dem Fuß der Klippe. Unterhalb des Hauptgebäudes steht in einer kleinen Felsnische ein Lagerraum.

Das Castle bot Platz für etwa 35 Menschen, zwei oder drei Familien. Rechnet man die benachbarte Siedlung hinzu, also Castle A, weitere Klippenwohnungen und Grubenhäuser, lebten dort höchstens 150 bis 200 Menschen. Das meiste am Castle ist original, auch die Balken, die rechts vom zentralen Turm aus der Wand ragen. Instandsetzungen sind an manchen Stellen sichtbar, etwa an der oberen Wand der fünften Etage. Die Bewohner kletterten über Leitern von Raum zu Raum.

Die Baumeister wählten Klippen und Hügel aus mehreren Gründen: Sie wollten über den Fluten der Sommermonsune am Wasser leben, die Nachbardörfer sehen und Ungeziefer fernhalten. Die Ruine ist von außen zu sehen.

Im Jahr 1933 wurde „Castle A“ ausgegraben, eine Ruine mit 45 bis 50 Räumen. Die Funde verbesserten das Verständnis der Sinagua erheblich.

Platanen und Pappeln an einem Bach im Verde Valley

Warum heißt das Castle nach Montezuma?

Der Name führt in die Irre. Spanische Entdecker nahmen im späten 16. Jahrhundert an, die Azteken hätten die leeren Häuser gebaut. Europäische Amerikaner benannten die Stätte in den 1860er-Jahren nach dem Aztekenherrscher Montezuma. Montezuma II. regierte von 1502 bis 1520, lange nachdem die Sinagua abgezogen waren. Es gibt keinen Hinweis, dass er oder die Azteken je das Verde Valley besuchten. Die Bezeichnung ist ein Missverständnis, das sich gehalten hat.

Nach der Entdeckung durch Amerikaner wurde die Stätte stark geplündert, sodass nur wenige Originalfunde im Gebäude blieben. Das Castle wurde früh zum Ziel der ersten Autotouristen Amerikas. Besucher stiegen damals über Leitern an den Kalksteinwänden hinauf. Bis 1951 gingen Touren ins Innere; Teile von Castle A blieben bis 1978 zugänglich, bis das Ausmaß der Schäden Maßnahmen verlangte. Am 8. Dezember 1906 erklärte Präsident Theodore Roosevelt das Montezuma Castle zusammen mit drei anderen Stätten zu den ersten National Monuments der USA, nachdem der Antiquities Act verabschiedet war. Er bezeichnete es als Ort „von höchstem ethnologischem Wert und wissenschaftlichem Interesse“. Damit war eine der am besten erhaltenen prähistorischen Klippenwohnungen Nordamerikas dauerhaft geschützt.

Was macht den Montezuma Well so besonders?

Der Montezuma Well ist ein eigener Teil des Monuments, rund 11 Meilen vom Castle entfernt. Er fasst über 15 Millionen Gallonen Wasser, obwohl es weniger als 13 Zoll im Jahr regnet, etwa ein Drittel des US-Durchschnitts. Täglich fließen rund 1,5 Millionen Gallonen frisches Wasser nach.

Der Regen und Schnee fiel vor mehr als 10.000 Jahren auf den Mogollon Rim und sickerte durch Hunderte Yards Gestein. Eine senkrechte Wand aus vulkanischem Basalt unter dem Well zwingt das Wasser zurück an die Oberfläche. Das aufsteigende Wasser höhlte eine unterirdische Kaverne aus, deren eingestürztes Dach das Sinkloch bildet. Durch eine lange, schmale Höhle am Südostrand fließt das Wasser ab und tritt am Auslass wieder zutage.

Das Wasser enthält Arsen und viel Kohlendioxid, dazu Kalzium und andere gelöste Stoffe. Fische können darin nicht leben. Fünf Arten gibt es nur hier: Flohkrebse (Gattung Hyalella), die im Nahrungsnetz eine Schlüsselrolle spielen; Egel, darunter ein räuberischer Egel, der im freien Wasser jagt, insgesamt vier Egelarten; ein Wasserskorpion (Ranatra montezuma), der nachts Flohkrebse jagt; eine winzige Quellschnecke (Pyrgulopsis montezuma) von 2 bis 3 Millimetern, die Wasser mit mindestens 50 Milligramm Kohlendioxid pro Liter braucht; und ein Laichkraut (Potamogeton montezumawellensis), das bis in 25 Fuß Tiefe wächst. Drei Kieselalgenarten, die nur hier vorkommen, entstanden vor etwa 8.000 Jahren.

Auch Menschen siedelten am Well. Die Hohokam bauten um 1050 ein Grubenhaus und leiteten Wasser vom Auslass in einen Kanal, der Meilen weit Felder mit Mais, Bohnen und Kürbis bewässerte. Die Sinagua errichteten ab dem 12. Jahrhundert Klippenwohnungen mit mehr als 30 Räumen am Rand. Ihr Dorf war eines von 40 bis 60 entlang der Wasserläufe des Tals.

Wales und Jennie Arnold ließen sich 1870 als erste angloamerikanische Siedler dort nieder und nutzten den uralten Kanal. Die Familie Back besaß das Land mehr als 60 Jahre und betrieb es als Touristenziel. 1947 wurde der Well Teil des National Park Service. Gebäude verschwanden in den 1950er-Jahren im Rahmen von Mission 66, einige ursprüngliche Bauten stehen auf dem National Register of Historic Places.

Mehr über die Pueblo-Kulturen anderer Regionen erzählen der Mesa-Verde-Nationalpark und das Bandelier National Monument.

Welche Tiere leben am Beaver Creek?

Am Beaver Creek und in den Auenwäldern leben Säugetiere, die meist in der Dämmerung oder nachts aktiv sind: Wapitis, Maultierhirsche und Kojoten sind in der Dämmerung unterwegs, ebenso Stachelschweine, Wüstenkaninchen und Eselhasen. Felsenhörnchen und Streifenhörnchen sieht man tagsüber. Kleine Wüstennager, Skunks, Katzenfrettchen, Füchse und Rotluchse sind nachtaktiv, ebenso Fledermäuse. Pumas sind in Arizona verbreitet, aber selten zu sehen, ihre Spuren wurden am Well gefunden.

Unter den Vögeln jagen Eulen nachts, Falken und Adler tagsüber, Singvögel sind in der Dämmerung aktiv,. Eidechsen und Schlangen sind im späten Frühling und frühen Herbst tagsüber aktiv, im Sommer wechseln sie auf Dämmerung und sinken im Winter in Starre. Auch die Arizona-Schwarzklapperschlange und der Monarchfalter leben im Gebiet.

Reisetipp Besuchen Sie beide Teile des Monuments: Am Castle sehen Sie die Wohnung in der Felswand, am Well das Sinkloch mit Wohnungen der Sinagua am Rand. Wer mehr Zeit hat, ergänzt die Fahrt mit Tuzigoot, einem weiteren Dorf der Südlichen Sinagua, oder mit dem Walnut Canyon bei Flagstaff.
Trockene Hügel mit Wacholder und Mesquite im Verde Valley

Welche Ziele passen zu einer Fahrt durch das Verde Valley?

Im Norden des Tals liegen die roten Felsen von Sedona und die Wohnstätten von Palatki und Honanki, die größten Klippenwohnungen der Red-Rock-Region. Der Crane Petroglyph Heritage Site ist die größte bekannte Felsbildstätte im Tal. Fort Verde State Historic Park wurde im Sommer 1870 von US-Truppen besetzt, und der Jerome State Historic Park zeigt in einem Museum Fotos, Funde und ein 3D-Modell der Mine.

Die Gegend verbindet sich mit dem Grand Canyon im Norden und dem Petrified-Forest-Nationalpark im Osten. Wann sich die Reise lohnt, steht unter beste Reisezeit.

Wo liegt das Montezuma Castle National Monument?

Im Verde Valley in Arizona, bei Camp Verde, am Beaver Creek. Das Monument hat zwei Teile: das Castle und den rund 11 Meilen entfernten Montezuma Well.

Wer baute das Montezuma Castle?

Die Sinagua, genauer die Südlichen Sinagua im Verde Valley. Der Bau begann um 1100, das Haus hat 20 Räume auf mehreren Etagen.

Hat Montezuma hier gelebt?

Nein. Spanier und später Amerikaner hielten die Ruine für ein Werk der Azteken, doch Montezuma II. regierte erst, nachdem die Sinagua fortgezogen waren, und kam nie ins Verde Valley.

Warum verließen die Sinagua das Tal?

Der Grund ist unbekannt. Diskutiert werden Konkurrenz um Ressourcen, spirituelle Gründe, Konflikte, zusammengebrochene Handelswege und Klimawandel. Die Hopi überliefern, es sei eine Station auf einer langen Wanderung gewesen.

Was ist der Montezuma Well?

Ein Sinkloch mit über 15 Millionen Gallonen Quellwasser, in dem fünf Arten leben, die es sonst nirgends gibt. Es gehört zum Monument, liegt aber rund 11 Meilen vom Castle entfernt.

Seit wann ist das Castle National Monument?

Seit dem 8. Dezember 1906. Präsident Theodore Roosevelt erklärte es als eine von vier ersten Stätten nach dem Antiquities Act.

Weitere Klippenwohnungen und Pueblos zeigen das Wupatki National Monument und das Sunset Crater Volcano National Monument.