Der Lake-Clark-Nationalpark und -Schutzgebiet umfasst rund 4 Millionen Acres in Südwestalaska und ist nur per Flugzeug oder Boot erreichbar. Zwei aktive Vulkane, Gletscher auf 20 Prozent der Fläche, tausende Wasserfälle und die Quellgebiete des größten Rotlachs-Bestands der Welt prägen das Land. Hier leben Braunbären an der Küste und seit Jahrtausenden die Dena’ina.
Was sollten Sie über den Lake-Clark-Nationalpark wissen?
Welche Landschaften vereint der Park?
Wo liegen die Vulkane und Gletscher?
Wie erleben Sie die Braunbären an der Cook-Inlet-Küste?
Welche Tiere und Pflanzen leben im Park?
Was erwartet Sie am Crescent Lake?
Wer war Dick Proenneke, und was ist am Twin Lakes zu sehen?
Wie leben die Dena’ina im Lake-Clark-Gebiet?
Wie kommen Sie in den Lake-Clark-Nationalpark?
Häufige Fragen
Der Lake-Clark-Nationalpark liegt dort, wo die Alaska Range und die Aleuten-Kette aufeinandertreffen. Auf einer Fläche von rund 4 Millionen Acres reicht er von der Küste am Cook Inlet über Vulkane und Gletscher bis zu Tundra und borealem Wald. Straßen gibt es nicht. Das Land ist die ursprüngliche Heimat der Dena’ina Athabasken und besteht aus Wildnis im besten Sinn.
Diese Seite führt durch die Landschaft des Parks, seine Vulkane und Gletscher, die Bärenküste am Cook Inlet, den Crescent Lake und den Twin Lakes mit der Hütte von Richard Proenneke. Sie erzählt von den Dena’ina und ihrer Geschichte und erklärt, wie man diesen Park erreicht und sich bei Bären richtig verhält. Die Einreise erfolgt wie bei allen Zielen in den USA mit der ESTA.
Was sollten Sie über den Lake-Clark-Nationalpark wissen?
Der Park liegt in Südwestalaska, südwestlich von Anchorage und westlich von Homer. Er wurde am 2. Dezember 1980 durch den Alaska National Interest Lands Conservation Act geschaffen. Die Parkverwaltung sitzt in Port Alsworth. Weil keine Straße in den Park führt, ist das Flugzeug oder das Boot das einzige Verkehrsmittel. Der namensgebende Lake Clark ist der nach Volumen größte See im gesamten National Park System.
| Thema | Wert | Hinweis |
|---|---|---|
| Fläche | rund 4 Millionen Acres | etwa 1,6 Millionen Hektar |
| Gegründet | 2. Dezember 1980 | durch den Alaska National Interest Lands Conservation Act |
| Gletscher und Dauerschnee | rund 1.250 Quadratmeilen | 20 Prozent der Parkfläche |
| Wald | über 440.000 Acres | 11 Prozent, vor allem Weißfichte, Schwarzfichte, Birke |
| Aktive Vulkane | 2 | Mount Iliamna und Mount Redoubt |
| Gefäßpflanzen | 795 Arten | dazu viele Flechten, Pilze und Moose |
| Straßen | keine | Anreise nur per Flugzeug oder Boot |
Der Park ist ein Nationalpark mit angeschlossenem Schutzgebiet. Im Schutzgebiet sind Sportjagd und Fallenstellen nach den Regeln des Bundesstaats Alaska erlaubt.
Welche Landschaften vereint der Park?
Vier der fünf Lebensgemeinschaften Alaskas sind im Park vertreten: Küste, Seen mit Flüssen und Feuchtgebieten, Tundra und borealer Wald. Das ist ungewöhnlich, denn für diese Vielfalt braucht es sonst weite Reisen quer durch den Bundesstaat. Hier liegen sie auf einer Fläche.
Im Osten reicht der Park bis an die Küste des Cook Inlet mit Gezeitenmündungen. Darüber erheben sich die Chigmit Mountains, ein steiles Hochgebirge, in dem Gletscher in die Täler hinabfließen. Im Landesinneren öffnen sich Seen, Flusstäler und Tundra, in der Karibus ziehen. Der Wald deckt 11 Prozent der Fläche ab und besteht überwiegend aus Weißfichten mit Schwarzfichten und Birken.
Wasser prägt den Park überall. Tausende Wasserfälle stürzen von den Bergen, darunter die Tanalian Falls, ein beliebter Tagesausflug von Port Alsworth. Der Lake Clark selbst ist das Herzstück: Der Park ist die Quellregion des größten Rotlachs-Fangs der Welt, und der Rotlachs, der jedes Jahr über den Newhalen River zurückkehrt, wird gezählt.

Wo liegen die Vulkane und Gletscher?
Zwei aktive Vulkane erheben sich über der Landschaft: der Mount Iliamna und der Mount Redoubt. Beide sind von Gletschern umgeben. Der Redoubt ist vom Crescent Lake aus bei klarem Wetter über der Ranger-Station zu sehen.
Etwa 1.250 Quadratmeilen des Parks, also 20 Prozent, sind von Dauerschnee und Gletschereis bedeckt. Gletscher fließen aus den Hochlagen in Täler, in denen sich Alaska Range und Aleuten-Kette treffen. Weil Vulkane und Eis nebeneinander stehen, ist die Landschaft rau, jung und ständig in Bewegung.
Auch zu Fuß lässt sich das Gebirge erleben, allerdings ohne ausgebaute Wege. Wer auf eigene Faust unterwegs ist, bewegt sich im Hochgebirge ohne Markierung. Rucksackreisen im Park erfordern deshalb Erfahrung in der Navigation und im Umgang mit Bären.
Wie erleben Sie die Braunbären an der Cook-Inlet-Küste?
Entlang der Küste am Cook Inlet halten sich besonders viele Braunbären auf, weil die Mündungen und Salzwiesen ihnen Nahrung bieten. Braunbären kommen zwar in allen Lebensräumen des Parks vor, die höchste Dichte erreichen sie aber hier. Schwarzbären leben im ganzen Park außer in den höchsten Lagen.
| Ort | Merkmal |
|---|---|
| Chinitna Bay | am Südende der Küste; von einem Platz aus sind bis zu etwa 20 Braunbären zu sehen |
| Silver Salmon Creek | auf halber Strecke; Bärenbeobachtung und Sportangeln |
| Crescent Lake | Braun- und Schwarzbären am Ufer während des Lachslaufs |
| Shelter Creek und Tuxedni Bay | Bären kaum an Menschen gewöhnt, erhöhte Vorsicht |
Am Chinitna Bay stehen ausgewiesene Aussichtsplätze und Pfade. Die Wiese selbst dürfen Menschen nicht betreten. Am Silver Salmon Creek folgen geführte Gruppen ihrem Guide, wer allein unterwegs ist, beobachtet, wohin andere Gruppen gehen, und meidet diese Stellen. In Shelter Creek und Tuxedni Bay sind die Bären Menschen kaum gewohnt und weniger tolerant gegenüber Nähe.
Die Parkverwaltung gibt klare Verhaltensregeln für Begegnungen. Nutzen Sie immer dieselben Beobachtungsplätze und Routen, damit Ihre Anwesenheit für Bären berechenbar bleibt. Bleiben Sie sichtbar und offen, statt sich zu verstecken oder anzuschleichen. Nähern Sie sich einem Bären nie, drängen Sie ihn nicht und verfolgen Sie ihn nicht. Lassen Sie Bären mehrere Fluchtwege und behalten Sie selbst mehrere Ausgänge. Versperren Sie ihnen nicht den Zugang zu Fischgründen, Muschelwatt und Seggenwiesen und trampeln Sie keine Segge nieder. Bleiben Sie in der Gruppe nah beieinander, auf Armlänge.
Das Verhalten der Tiere verrät ihre Stimmung. Ein Bär, der beim Näherkommen ruhig weggeht, signalisiert, dass Sie zu nah sind. Schnauben deutet auf Nervosität, Gähnen auf leichten Ärger. Kieferklappern und Zähneklappern zeigen starke Erregung, angelegte Ohren sind ebenfalls ein Warnzeichen. Ein Ausfall oder ein Schlag auf den Boden bedeutet: Gehen Sie. Nehmen Sie diese Botschaft sehr ernst. Lebensmittel lagern Sie sicher, Abfall lassen Sie nicht zurück, und Sie kochen nicht an den Wegen der Bären.
Lizenzierte Veranstalter bieten Tages- und Übernachtungstouren zur Bärenbeobachtung an. Die Parkverwaltung führt eine Liste zugelassener Guides.
Welche Tiere und Pflanzen leben im Park?
Rund 37 Landsäugetiere sind in der Region heimisch, dazu nutzen fünf Meeressäugerarten Rastplätze und Nahrungsgebiete an der Küste. Mehr als 180 Vogelarten wurden beobachtet, darunter ganzjährige Bewohner wie Kanadahäher und Hudsonmeise. 25 Süßwasser- und Wanderfischarten verbringen ihr Leben ganz oder teilweise in den Gewässern des Parks. Bei den Pflanzen kommen 795 Gefäßpflanzenarten vor, außerdem viele Flechten, Pilze, Moose und Lebermoose.
| Tier | Lebensraum |
|---|---|
| Braunbär | alle Lebensräume, am dichtesten an der Cook-Inlet-Küste |
| Schwarzbär | im ganzen Park außer in den höchsten Lagen |
| Karibu | Bonanza Hills sowie um Turquoise, Twin und Snipe Lake |
| Dall-Schaf | höhere Lagen an der Westflanke der Chigmit Mountains |
| Elch | unterhalb der Baumgrenze, besonders in feuchten Mooren |
| Rotfuchs | im ganzen Park |
| Rotlachs | Schlüsselart für einen Großteil des Ökosystems |
Der Rotlachs ist eine Schlüsselart des Parks. Er zieht durch Gezeitenmündungen zu den Laichgründen in Bergseen und Bächen, und Robben und Braunbären jagen ihn. Wanderfalken nisten an Klippen und jagen ziehende und brütende Wasservögel. Auch Luchse und Adler leben im Park. Die Dall-Schafe sind an steilen Hängen zwischen Alpenblumen zu sehen.

Was erwartet Sie am Crescent Lake?
Der Crescent Lake liegt in den Chigmit Mountains und ist eines der meistbesuchten Ziele im Park. Die Ranger-Station steht am Seeufer in der Wildnis ohne Straßen. Von Anchorage, Kenai oder Homer dauert der Flug weniger als eine Stunde. Im Sommer landen Wasserflugzeuge mit Schwimmern, im Winter sind Räder, Skier oder Radski möglich.
Bei klarem Wetter ragt der Vulkan Redoubt über der Station auf. Der Weg am Ufer ist nicht zum Wandern gedacht: Dichtes Gebüsch reicht von den steilen Hängen bis ans Wasser, und die wenigen freien Stellen sind Wechsel der Bären. Wer hier Bären beobachtet, tut das daher meist vom Boot aus.
Der See ist für Angler das beliebteste Ziel im Park. Rotlachse kommen im Juli, Silberlachse von Mitte August bis Anfang September. Dazu kommen Dolly Varden, Seeforellen und einzelne Königslachse. Es gelten die Fischereiregeln von Alaska. Braun- und Schwarzbären streifen an den Ufern des Sees und der Flüsse und nutzen den sommerlichen Lachslauf.
Wer war Dick Proenneke, und was ist am Twin Lakes zu sehen?
Am Südufer des Upper Twin Lake steht die Blockhütte von Richard „Dick“ Proenneke, kurz oberhalb des Hope-Creek-Deltas. Die Dena’ina nennen die Seen Niłqidlen Vena, „Seen, die ineinander fließen“. Der Park schützt Hütte und Wegesystem als Richard L. Proenneke National Historic Site.
Sam Keith schrieb über ihn das Buch „One Man’s Wilderness: An Alaskan Odyssey“. Seine Tagebücher umfassen fast 30 Jahre, und einige seiner Besitztümer gehören zu den Museumssammlungen des Parks, die online einsehbar sind. Zum Twin Lakes fliegen Sie von Port Alsworth etwa 30 Minuten, von Anchorage etwas über eine Stunde.
Im Sommer landen Wasserflugzeuge am See. Schlafen in Hütte, Vorratshaus oder Holzschuppen ist gesetzlich verboten, und innerhalb der Grenzen der historischen Stätte ist Zelten untersagt. Für Zeltlager im Umkreis von einer halben Meile um die Seeufer sind bärensichere Lebensmittelbehälter vorgeschrieben.
Wie leben die Dena’ina im Lake-Clark-Gebiet?
Die Athabasken-Dena’ina leben seit Jahrtausenden rund um den See, den sie Qizhjeh Vena nennen, „ein Ort, an dem Menschen zusammenkommen“. Kijik, ein ursprünglicher Dena’ina-Ort, ist ein National Historic Landmark. In der Nähe findet das Jugendcamp Quk‘ Taz’un („Die Sonne geht auf“) statt, in dem junge Menschen die Sprache der Dena’ina, Archäologie und traditionelles Handwerk lernen.
Der Telaquana Trail ist ein alter Weg der Dena’ina, der vom Telaquana Lake nach Kijik führt. In den Wegen liegen für die Dena’ina vielschichtige kulturelle Bedeutungen. Ein archäologischer Herd nahe Port Alsworth ist rund 4.000 Jahre alt. Glasperlen waren am Qizjeh ein hoch geschätztes Handelsgut. Bekannt ist auch die Geschichte der Frauen aus Nondalton, die 1953 ein Feuer mit Birkenrindenkörben bekämpften.
Katie Trefon Wilson wuchs in den frühen 1900er-Jahren in Tanalian Point auf. Die überlieferten Worte von Agnes Cusma halten fest, Pflanzen, Bäume und Tiere mit Respekt zu behandeln und ganz zu nutzen. Dieses überlieferte Wissen hilft, das Verhalten der Braunbären zu verstehen. Im 18. Jahrhundert kamen russische Entdecker und Missionare, später folgten Goldsucher, Trapper und Unternehmer aus Westeuropa, Kanada und den USA.

Wie kommen Sie in den Lake-Clark-Nationalpark?
Der Park hat keine Straßenanbindung und ist hauptsächlich per Kleinflugzeug erreichbar. Wasserflugzeuge starten von Anchorage, Kenai oder Homer. Für Bärenbeobachtung, Angeln und Hüttenbesuch am Twin Lakes sind lizenzierte Veranstalter und Flugdienste die übliche Wahl.
- Die Sommerflüge landen mit Schwimmern auf den Seen, im Winter sind Räder oder Skier nötig.
- Wer zu den Küstenbären will, bucht eine geführte Tagestour und beachtet die Regeln des Guides.
- Bärensichere Behälter und Abstand zu den Tieren sind Pflicht, wo die Regeln es verlangen.
- Die Parkverwaltung erreichen Sie unter der Postadresse 1 Park Place, Port Alsworth, Alaska 99653.
Wo liegt der Lake-Clark-Nationalpark?
Der Park liegt in Südwestalaska, südwestlich von Anchorage und westlich von Homer. Er erstreckt sich über rund 4 Millionen Acres und wurde am 2. Dezember 1980 gegründet.
Gibt es eine Straße in den Park?
Nein. Es führen keine Straßen in den Park. Die Anreise erfolgt per Kleinflugzeug oder Boot.
Welche Vulkane gibt es im Lake-Clark-Park?
Zwei aktive Vulkane erheben sich über dem Park: der Mount Iliamna und der Mount Redoubt. Bei klarem Wetter ist der Redoubt vom Crescent Lake aus zu sehen.
Wo sehe ich Braunbären im Lake-Clark-Park?
Die meisten Braunbären halten sich an der Cook-Inlet-Küste auf. Bekannte Orte sind Chinitna Bay, wo bis zu etwa 20 Bären von einem Platz aus zu sehen sind, und Silver Salmon Creek.
Wer war Richard Proenneke?
Proennekes Hütte steht am Upper Twin Lake. Das Buch „One Man’s Wilderness“ von Sam Keith erzählt von ihm, und seine Tagebücher umfassen fast 30 Jahre.
Wie viele Pflanzen- und Tierarten gibt es?
Im Park wachsen 795 Gefäßpflanzenarten. Rund 37 Landsäugetiere, mehr als 180 Vogelarten und 25 Fischarten kommen vor.
Weitere Wildnis-Ziele in Alaska finden Sie im Denali-Nationalpark und im Überblick zu Natur und Nationalparks.
Passend dazu: Gates-of-the-Arctic-Nationalpark.
