Der Gates-of-the-Arctic-Nationalpark liegt vollständig nördlich des Polarkreises im zentralen Brooks Range in Alaska und umfasst mit dem Preserve 8.472.505 Acres. Es gibt weder Straßen noch Wege oder Besucheranlagen. Dafür gibt es sechs Wild Rivers, die Herden des Western Arctic Caribou, die Arrigetch Peaks und Menschen, die hier seit Jahrtausenden von der Jagd leben.
Was sollten Sie über Gates of the Arctic wissen?
Woher kommt der Name Gates of the Arctic?
Wie entstand das Brooks Range?
Was wächst zwischen Taiga, Tundra und Waldgrenze?
Welche Tiere leben im zentralen Brooks Range?
Welche Flüsse durchziehen die Wildnis?
Welche Völker leben im Brooks Range?
Wer suchte im Brooks Range nach Gold und Öl?
Welche Rolle spielen Brände und Frost?
Häufige Fragen
Es gibt Parks, in denen man Aussichtspunkte ansteuert, und Parks, in denen man selbst die Route finden muss. Gates of the Arctic gehört zur zweiten Sorte. Zwischen den Gipfeln, Tälern und Tundraflächen der Brooks Range führt kein Weg, kein Schild zeigt die Richtung, und wer hier wandert, trifft oft tagelang oder wochenlang niemanden.
Diese Seite erklärt, was der Park ist, warum er so heißt und wie er entstanden ist. Sie beschreibt Geologie, Wälder, Tundra, Tiere und Flüsse, erzählt von den Völkern, die hier leben, und von Goldsuchern und Forschern. Für die Einreise in die USA brauchen viele Reisende eine ESTA.
Was sollten Sie über Gates of the Arctic wissen?
Der Park liegt im zentralen Brooks Range, der nördlichsten Fortsetzung der Rocky Mountains, rund 200 Luftmeilen nördlich von Fairbanks. Er ist fast 200 Meilen lang und 130 Meilen breit und umfasst die Nord- und die Südseite des Gebirges. Zusammen mit dem angrenzenden Kobuk Valley National Park und dem Noatak National Preserve entsteht eines der größten geschützten Gebiete der Welt.
| Thema | Wert | Hinweis |
|---|---|---|
| Gesamtfläche | 8.472.505 Acres | Park und Preserve |
| Nationalpark | 7.523.897 Acres | ohne Jagd, außer Subsistenz |
| Preserve | 948.608 Acres | Eastern Unit (Itkillik) und Western Unit (Kobuk River) |
| Gründung | 2. Dezember 1980 | Alaska National Interest Lands Conservation Act |
| Länge und Breite | fast 200 mal 130 Meilen | Nord- und Südhang |
| Wild Rivers | sechs | John, Noatak, Kobuk, Alatna, Tinayguk, North Fork Koyukuk |
| Nationale Naturdenkmäler | Arrigetch Peaks, Walker Lake | seit 1968 |
| Winter | minus 20 bis minus 50 Grad Fahrenheit | November bis März |
Keine Straße führt in den Park. Die Ostgrenze liegt größtenteils nur 5 Meilen vom Dalton Highway entfernt, und trotzdem sehen die wenigen Besucher oft Tage oder Wochen niemanden. Im Park liegt das Dorf Anaktuvuk Pass der Nunamiut-Iñupiat. Auf dem Gebiet liegen auch Land in Staats-, Stadt- und Privatbesitz, darunter Parzellen von Alaska Natives.
Woher kommt der Name Gates of the Arctic?
Der Forstmann und Wildnisbefürworter Robert Marshall wanderte ab 1929 im zentralen Brooks Range. Er gab zwei Gipfeln am Nordarm des Koyukuk River die Namen Frigid Crags und Boreal Mountain und nannte das Paar die Gates of the Arctic, die Tore der Arktis. Seine Erfahrungen im Norden Alaskas prägten seine Philosophie der Wildnis, und seine Schriften inspirierten Generationen von Wildnisschützern. Seine Ideen gingen später in den Wilderness Act von 1964 ein. Seine Beschreibungen des Brooks Range führten zu den Studien, aus denen der Park hervorging.
Planer des National Park Service griffen seine Idee auf und drängten auf einen Nationalpark, der die Natur des zentralen Brooks Range schützt. Der Park und der Preserve entstanden am 2. Dezember 1980 durch den Alaska National Interest Lands Conservation Act, kurz ANILCA, der 8,4 Millionen Acres sicherte. Der Unterschied zwischen beiden Teilen: Im Preserve sind Sportjagd und Fallenstellen erlaubt, im Nationalpark nicht. Die Subsistenzjagd darf in beiden stattfinden.
Der Zweck des Parks ist, den wilden, unerschlossenen Charakter zu erhalten, Raum für Einsamkeit und Wildnis-Erholung zu bieten, den Lebensraum von Fischen und Wildtieren zu schützen und die traditionelle Subsistenz der Anwohner zu bewahren. Zu den Tieren, die das Gesetz aufführt, gehören Karibu, Grizzlybär, Dallschaf, Elch, Wolf und Greifvögel.

Wie entstand das Brooks Range?
Wie ein großer Teil von Alaska entstand das Gebirge, als große Krustenstücke, sogenannte Terrane, durch die Plattentektonik hierher transportiert wurden. In ihren Schichten stecken Fossilien aus der ganzen Erdgeschichte, einige bis zu 400 Millionen Jahre alt. Viele Gipfel wie die Arrigetch Peaks begannen als Magma unter der Oberfläche, das langsam zu Granit erstarrte. Als die Platten kollidierten, wurde der Granit angehoben, und die Gesteine darüber wurden abgetragen.
Die Arrigetch Peaks bestehen aus Granit, einem magmatischen Gestein, und unterscheiden sich vom Gürtel aus Schiefer, einem metamorphen Gestein, der sie umgibt. Weite Teile des Parks liegen auf der Endicott Group, uralten Sedimentgesteinen, die sich auf dem Meeresboden bildeten. Der Brooks Range war in der letzten Eiszeit größtenteils von Eis bedeckt, anders als das Innere Alaskas, das überwiegend eisfrei blieb. Gletscher schnitten scharfe Gipfel, Grate, Täler und Seen aus dem Gestein und ließen Ablagerungen zurück, die den Rückzug des Eises nachzeichnen.
Die Vielfalt zeigt sich in U-förmigen Tälern und von Moränen gestauten Seen. Den Gegensatz bilden die spaltenförmigen Steilwände von Ernie Creek und die gekippten Kalksteinblöcke am Nordrand des Gebirges. Die Arrigetch Peaks und der Walker Lake wurden 1968 zu National Natural Landmarks, noch vor der Parkgründung. Die Arrigetch Peaks sind für die Nunamiut ein Wahrzeichen, die Region zeigt mehrere Phasen alpiner Vergletscherung und einen abrupten Übergang von metamorphem zu granitischem Gestein. Walker Lake liegt an der nördlichen Waldgrenze und ist ein Beispiel für Gletscherseen in Felsbecken oder hinter Moränendämmen. Ein ganzes Spektrum borealer Wald- und alpiner Lebensräume gedeiht dort.
Was wächst zwischen Taiga, Tundra und Waldgrenze?
Wer den Park der Länge und Breite nach durchquerte, verbrächte die meiste Zeit im borealen Wald, dem größten Waldökosystem der Erde, das die Nordhalbkugel wie ein grüner Kranz umgibt. Der Wald ist kein einheitlicher Bestand, sondern ein Mosaik aus Fichten, Espen und Birken, aus Gebüsch, Wiesen und Moorflächen. Die Pflanzen müssen warme Sommer mit endlosem Licht und lange, dunkle, bittere Winter ertragen. Obwohl überall Flüsse, Seen und Teiche liegen, ist das Klima trocken. Die Böden sind dünn und nährstoffarm und wegen des gefrorenen Untergrunds schlecht entwässert. Hinzu kommen häufige Brände.
Lichte Schwarzfichtenwälder, die Taiga, stehen an Nordhängen und in schlecht entwässerten Niederungen. Auf Südhängen wachsen Weißfichten, Espen und Birken. Nahe der Baumgrenze folgen Dickichte aus Zwerg- und Harzbirke, Erle und Weide, mit Heide, Moos und empfindlichen Flechten als Unterwuchs. In den Bergen liegen alpine Tundra und felsige Kämme, weiter oben Gesteinsschutt, Schneefelder und Gletscher. Viele Pflanzen wie das Stängellose Leimkraut mit seinen violetten Blüten wachsen in dichten Polstern, die Wind und Frost trotzen. Auf der Nordseite verhindern Wind und Dauerfrost den Wald, dort breitet sich Tundra aus Zwergsträuchern und Grashöckern aus. Erlen und Grashöcker bremsen das Wandern, und Rucksackreisende kommen oft nur wenige Meilen am Tag voran.
Der boreale Wald heißt oft die Vogelfabrik Nordamerikas, denn jedes Jahr nisten hier unzählige Zugvögel. Manche, wie die Swainson-Drossel, fliegen mindestens 7.000 Meilen aus dem tropischen Südamerika, angelockt von eiweißreichen Insekten für ihre Küken. Die zirkumpolaren Wälder speichern etwa 30 Prozent des gesamten Kohlenstoffs der Kontinente, mehr als jedes andere Landökosystem. Im hohen Norden breiten sich Erle, Weide und Birke aus, die Ergrünung der Arktis, die viele Studien im Park untersuchen.
Welche Tiere leben im zentralen Brooks Range?
Der Park umfasst große Teile des Verbreitungsgebiets und Lebensraums der Western Arctic Caribou Herd. Dazu leben hier Grizzly- und Schwarzbär, Wolf, Elch, Dallschaf, Vielfraß, Moschusochse und Fuchs. Die Tiere sind vielfältig, aber weit verstreut, denn in der Arktis braucht Leben große Räume. Wie viele Tiere Besucher sehen, hängt von der Gruppengröße, der Route und dem Wetter ab.
Der Sommer bringt Überfluss: Millionen Insekten, frischer Pflanzenwuchs, Beute für Räuber. Das Nahrungsangebot ist so groß, dass Vögel weite Strecken zurücklegen, um rechtzeitig zum Brüten anzukommen und ihre Küken mit Mücken und anderen Insekten aufzuziehen. Küstenseeschwalben kommen aus antarktischen Gewässern, die längste Wanderung aller Vögel. Doch der Sommer ist kurz, und acht Monate im Jahr herrschen Kälte und Knappheit.
Karibu und Elche ziehen im Winter in den borealen Wald, schützen sich zwischen Bäumen, fressen Zweige und scharren unter dem Schnee nach Futter. Wühlmäuse und Lemminge leben in Kammern, die sie durch den Schnee graben, und bleiben aktiv, mit Vorräten aus dem Sommer. Erdhörnchen halten Winterschlaf, Schwarz- und Grizzlybären ruhen in Höhlen in einer leichteren Winterruhe. Manche Fische ziehen sich unter dem Eis der Flüsse und Seen in tiefes, stilles Wasser zurück, und Biber leben in ihren Burgen von gelagertem Futter.
Welche Flüsse durchziehen die Wildnis?
Die Flüsse sind die Adern des Parks. Gletscher haben große U-förmige Täler gegraben, umgeben von gezackten Graten, an anderen Stellen haben Flüsse tiefe V-förmige Canyons geschnitten. Sechs Flüsse sind Wild Rivers: der John River, der Noatak River, der Kobuk River, der Alatna River, der Tinayguk River und der North Fork des Koyukuk River. Beliebt zum Befahren sind außerdem der Killik, der Itkillik und gelegentlich der Nigu.
Der John River fließt vom Anaktuvuk Pass nach Süden zum Koyukuk. Der Kobuk entspringt in den Endicott Mountains und am Walker Lake und durchquert ein breites Tal am Südrand des Gebirges, durch eines der größten geschlossenen Waldgebiete des Parks. Der Noatak entwässert das größte von Bergen umringte Flussbecken der USA, das kaum vom Menschen berührt ist. Der gesamte Quellbereich des Noatak ist ein UNESCO-Biosphärenreservat. Der North Fork des Koyukuk fließt vom Südhang der Arktischen Wasserscheide durch breite, von Gletschern gegrabene Täler der Endicott Mountains, und der Tinayguk ist sein größter Nebenfluss.
Die Flüsse ändern sich jedes Frühjahr beim Eisaufbruch, mitunter stark. Der Wasserstand schwankt ständig, denn ein Sommersturm 50 Meilen flussaufwärts kann das Wasser dort, wo Sie sind, erheblich steigen lassen. Auf Dauerfrostböden versickert Regen nicht, sondern fließt direkt in die Flüsse ab. Ein Fluss kann an einem Tag niedrig und zwei Tage später im Hochwasser sein. Da Flugzeuge die Boote transportieren, nutzt man meist Schlauchboote, Faltkanus und Packrafts.

Welche Völker leben im Brooks Range?
Nomadische Gruppen zogen seit Jahrtausenden den Karibuherden nach und reisten zu Handelsplätzen, um andere Gruppen zu treffen. Im 19. Jahrhundert bildeten sich drei Kulturen im zentralen Brooks Range heraus: die Athabaskisch sprechenden Koyukon und die Iñupiaq sprechenden Kuuvanmiit und Nunamiut. Bis heute leben Anwohner in Dörfern und abgelegenen Gehöften von den Ressourcen des Parks. Die Jagd, das Fischen, Fallenstellen und Sammeln folgt festen Jahreszeiten und ist eine ungebrochene Verbindung zur Vergangenheit. Im Winter fangen sie Luchs, Vielfraß, Wolf, Marder und Fuchs.
Ende der 1940er Jahre ließen sich nomadische Nunamiut in Anaktuvuk Pass nieder. Heute verbindet das Dorf moderne und traditionelle Lebensweisen, und Karibufleisch trocknet dort an Holzgestellen. Am Agiak Lake zeigen steinerne Jagdverstecke und hunderte Steinhaufen, Inuksuit, wie Jäger Karibu in den See trieben und vom Kajak aus erlegten. Die Inuksuit führten die Herden nahe an die Jäger. Obsidianwerkzeuge im Park belegen Handel mit der Quelle, die nicht weit außerhalb liegt. An einem entlegenen See im Noatak-Tal brachte ein 4.000 Jahre alter Fundplatz Erkenntnisse über die arktische Kleinwerkzeug-Tradition, die ersten Menschen im Hohen Norden.
Der Alaska Native Claims Settlement Act von 1971 erkannte die Bedeutung von Subsistenz an, ohne sie auf öffentlichem Land zu schützen. Erst ANILCA sicherte sie: Das Gesetz schützt Landschaften und lässt zugleich die traditionelle Lebensweise zu. Eine Kommission für Subsistenzressourcen berät den Gouverneur von Alaska und den Innenminister zur Jagd im Park.

Wer suchte im Brooks Range nach Gold und Öl?
In den 1880er Jahren waren Forscher des US-Militärs die ersten Fremden, die Geografie und Menschen des Brooks Range erkundeten. Beim Klondike-Goldrausch 1898 kamen viele Goldsucher zu spät, wichen auf Flüsse wie Koyukuk und Alatna aus und wuschen dort Gold. Ein Beispiel ist der Fotograf Jasper Wyman mit einer Gruppe aus Illinois. Die Bergbauregionen um Wiseman und Ernie’s Cabin im Süden zeigen das Leben der Pioniere des frühen 20. Jahrhunderts. Eine Expedition des U.S. Geological Survey 1924 durchquerte das Gebirge zum Naval Petroleum Reserve Nr. 4, und der Survey kartierte später den Norden Alaskas.
Im Winter 2014, zum 50. Jahrestag des Wilderness Act, räumten Ranger mit Hunden Treibstofffässer weg, die das Militär bei Erkundungen vor Jahrzehnten zurückgelassen hatte. Zwanzig Schlittenhunde und zwei Betreuer aus dem Denali National Park kamen dazu. So verbesserten sie den Wildnischarakter eines abgelegenen Abschnitts.
Welche Rolle spielen Brände und Frost?
Trotz langer, strenger Winter und kurzer Sommer brennt es im Park. Feuer ist ein natürlicher Teil des Ökosystems. Die größten und häufigsten Brände entstehen im bewaldeten südlichen Drittel, im nördlichsten Blitzgürtel des Landesinneren, vor allem im Kobuk-Preserve mit seinen Schwarz- und Weißfichten. Auf der Tundra und in der felsigen alpinen Zone ist Feuer selten.
Schwarz- und Weißfichte brauchen starke Bodenfeuer, um die organische Schicht zu räumen und Keimbetten freizulegen. Die Zapfen der Schwarzfichte öffnen sich zum Teil erst durch die Hitze. Im Juni und Juli, auf dem Höhepunkt der Brandsaison im Inneren Alaskas, reifen ihre Samen. Feuer reguliert zudem den Dauerfrostboden: Ohne Brand sammelt sich organisches Material, der Frost steigt, und die Produktivität sinkt. Das Feuer entfernt dämmendes Material, wärmt den Boden und führt Nährstoffe zurück. Was zunächst wie Zerstörung wirkt, blüht bald auf.
Wo liegt Gates of the Arctic?
Der Park liegt im Norden Alaskas im zentralen Brooks Range, vollständig nördlich des Polarkreises, rund 200 Luftmeilen nördlich von Fairbanks.
Wie groß ist der Park?
Mit dem Preserve umfasst er 8.472.505 Acres. Der Nationalpark hat 7.523.897 Acres, die beiden Preserve-Gebiete 948.608 Acres.
Gibt es Wege oder Straßen?
Nein. Es gibt keine Straßen, Wege, Schilder oder Besucheranlagen. Dichter Bewuchs, Grashöcker und Flussquerungen bremsen das Vorankommen.
Woher stammt der Name?
Robert Marshall nannte ab 1929 die Gipfel Frigid Crags und Boreal Mountain am North Fork des Koyukuk die Gates of the Arctic.
Welche Tiere leben im Park?
Karibu der Western Arctic Herd, Grizzly- und Schwarzbär, Wolf, Elch, Dallschaf, Vielfraß, Moschusochse und Fuchs.
Welche Flüsse sind Wild Rivers?
Der John, Noatak, Kobuk, Alatna, Tinayguk und der North Fork des Koyukuk.
Weitere Wildnis in Alaska zeigen der Denali-Nationalpark, der Wrangell-St.-Elias-Nationalpark und der Lake-Clark-Nationalpark. Eine Übersicht bietet die Seite zu Alaska. Wann die Reise passt, steht bei der besten Reisezeit.
