Das Florissant Fossil Beds National Monument liegt auf rund 2.560 Metern Höhe in den Rocky Mountains von Colorado westlich von Colorado Springs. Vor etwa 34 Millionen Jahren begruben Vulkanasche und Schlammströme einen See und einen Mammutbaumwald. Über 1.800 beschriebene Arten und riesige versteinerte Baumstümpfe machen den Ort zu einer der artenreichsten Fossillagerstätten der Welt.
Was sollten Sie über das Florissant Fossil Beds National Monument wissen?
Wie entstanden die Fossilien durch einen Vulkan und einen See?
Wie wurden Baumstümpfe zu Stein?
Welche Fossilien enthält der Schiefer des Sees?
Wie sah das Klima im Eozän aus?
Wer erforschte Florissant im 19. und frühen 20. Jahrhundert?
Wie wurden die Stümpfe zur Touristenattraktion?
Wie entstand das Monument 1969?
Welche Tiere und Pflanzen leben heute im Tal?
Wie passt Florissant in eine Reise durch Colorado?
Häufige Fragen
Wo heute Ponderosa-Kiefern, Espenhaine und feuchte Wiesen stehen, lag im späten Eozän ein langgestreckter See, an dessen Ufern Mammutbäume wuchsen. Ein Vulkan in der Nachbarschaft schüttete Asche in das Tal, Schlammströme begruben die Wälder, und in den feinen Seeablagerungen blieben Blätter, Blüten, Insekten und Fische bis in zarte Einzelheiten erhalten. Das Florissant Fossil Beds National Monument im Süden der Rocky Mountains schützt diese Schichten auf rund 2.400 Hektar.
Es ist eines der Ziele in den Rocky Mountains von Colorado, das nicht mit Panoramen, sondern mit Tiefenzeit überzeugt. Für die Reise in die USA brauchen viele Reisende eine ESTA.
Was sollten Sie über das Florissant Fossil Beds National Monument wissen?
Das Monument erstreckt sich über rund 6.000 Acres, das sind etwa 2.400 Hektar. Es liegt in der Montane-Lebenszone auf 8.400 Fuß, also rund 2.560 Metern Höhe. Die Landschaft besteht aus Wiesen, Wäldern, Sträuchern und Wildblumen, aus der Ferne wirkt sie unspektakulär. Der Wert des Ortes liegt im Untergrund und in den Baumstümpfen, die aus dem Boden ragen.
| Thema | Wert | Hinweis |
|---|---|---|
| Bundesstaat | Colorado | westlich von Colorado Springs |
| Fläche | rund 6.000 Acres | etwa 2.400 Hektar |
| Höhe | 8.400 Fuß | rund 2.560 Meter |
| Alter der Fossilien | etwa 34 Millionen Jahre | spätes Eozän |
| Beschriebene Fossilarten | über 1.800 | darunter über 130 Pflanzenarten |
| Größe des Sees | 1,6 mal 20 Kilometer | Lake Florissant |
| Gründung | 20. August 1969 | per Gesetz |
| Bekannte Baumstümpfe | mindestens 30 | versteinerte Mammutbäume |
Unter den mehr als 270 Gebieten des National Park Service, die Fossilien schützen, wurden nur 16 ganz oder teilweise wegen ihrer Fossilien eingerichtet. Florissant gehört zu dieser kleinen Gruppe.
Wie entstanden die Fossilien durch einen Vulkan und einen See?
Die Geschichte beginnt weit vor dem See. Vor 1,08 Milliarden Jahren drang ein riesiger Körper aus geschmolzenem Gestein in die Erdkruste ein und kühlte langsam ab. Das Ergebnis ist der grobkörnige Pikes-Peak-Granit, dessen rosa bis rötlich-orangefarbene Aufschlüsse im Monument zu sehen sind. Noch älter ist der Cripple-Creek-Granit mit rund 1,46 Milliarden Jahren, der älteste Granit im Gebiet des Pikes Peak.
Zwischen 70 und 40 Millionen Jahren vor heute hoben sich die heutigen Rocky Mountains. Vor 37 Millionen Jahren zog ein gewaltiger Strom aus Asche und heißen Gasen durch das Tal. Vor 34,1 Millionen Jahren schufen Vulkanasche und Geröll schließlich die Bedingungen, unter denen Fossilien erhalten blieben. Die Forschung unterscheidet drei Phasen: Zuerst entstand der Lake Florissant und konservierte empfindliche Fossilien im Schiefer. Dann lief der See ab und wurde zu einem Bachtal, in dem Säugetiere und Baumstümpfe erhalten blieben. Zuletzt füllte sich der See erneut, bis ein letzter Ausbruch von Bimsstein ihn für immer auffüllte.
Der Vulkan hieß Guffey. Seine Asche vermischte sich mit Regen oder Schnee zu einem Lahar, einem Schlammstrom, der bis zu 120 Meilen pro Stunde erreichen kann, also rund 193 Kilometer pro Stunde. Ein solcher Strom begrub die Mammutbäume der Art Sequoia affinis unter etwa fünf Metern Asche und Geröll. Der See selbst war etwa 1,6 Kilometer breit und 12,5 Meilen oder 20 Kilometer lang. Es gibt ihn nicht mehr, doch die heutigen Gesteinsaufschlüsse zeigen seine Ausdehnung.

Wie wurden Baumstümpfe zu Stein?
Aus Holz wurde Stein, indem kieselsäurehaltiges Wasser Silizium in die Zellen der Bäume einlagerte. Opal, Quarz und Chalcedon ersetzten das Holzgewebe Stück für Stück, an manchen Stellen blieb die Zellstruktur erhalten. So entstanden massive Stümpfe von Mammutbäumen, die heute aus der Wiese ragen.
Mindestens 30 solcher Stümpfe sind bekannt. Einige Stümpfe wurden in den späten 1980er-Jahren vergraben, um sie vor der Verwitterung zu schützen. Bodenradar, mit dem man nach weiteren unter der Erde verborgenen Stümpfen suchte, brachte nur begrenzten Erfolg.
Die Geschichte des größten Stumpfs, des „Big Stump“, erzählt von einem gescheiterten Abtransport. 1883 versuchte man, den Stumpf zu zersägen und fortzuschaffen. Die Säge brach und blieb im Stamm stecken. Die Sägeblätter sind bis heute im Stumpf zu sehen.
Welche Fossilien enthält der Schiefer des Sees?
Neben den Stümpfen birgt der Schiefer des Seebodens die kleinen, empfindlichen Fossilien: Insekten, Spinnen, Fische, Blätter, Zapfen und Samen. Der Schiefer entstand am Grund des Lake Florissant, wo sich Schichten aus Ton, Asche und Diatomeen ablagerten und zu Gestein verfestigten. Manche Platten sind papierdünn.
Beschrieben sind über 130 Pflanzenarten, erhalten als Blätter, Früchte, Blüten, Samen, Pollen und Baumstümpfe. Insgesamt kennt die Forschung 1.800 beschriebene Fossilarten. Die häufigste fossile Pflanze ist Fagopsis longifolia, ein Unterholzbaum an Seeufern und Bachläufen. Ein Beispiel für die Blütenfossilien ist Florissantia speirii.
Pflanzen aus dem feuchten Talboden und vom Seeufer wurden häufiger fossil erhalten als Arten von den trockenen Hängen. Kiefer, Bergmahagoni und Eiche sind deshalb seltener überliefert, obwohl sie in den Bergen ringsum wuchsen. Die Fossilien zeigen also vor allem die Pflanzenwelt am Wasser.
Dinosaurier gibt es in Florissant nicht. Sie starben rund 65 Millionen Jahre vor heute am Ende der Kreidezeit aus, lange bevor der See entstand. Zu den Säugetieren aus den Ablagerungen gehören Brontotherium und ein Oreodont, daneben ist ein Watvogel überliefert.
Wie sah das Klima im Eozän aus?
Im Eozän war das Gebiet feuchter und deutlich wärmer als heute, mit einem warm-gemäßigten bis subtropischen Klima und einer ausgeprägten Trockenzeit im Winter. Laubabwerfende Laubbäume wuchsen neben hohen Nadelbäumen. Am Übergang zum Oligozän kühlte das Klima rasch ab, danach bestimmten Kiefern, Tannen und Fichten das Bild.
Dass diese Veränderung bekannt ist, verdankt die Wissenschaft den Fossilien. In den 1930er-Jahren forschten Harry MacGinitie und F. Martin Brown in Florissant, darunter mit einigen der ersten Versuche, das Klima der Vorzeit zu rekonstruieren. Manche Gattungen leben bis heute: Ahorn, Rose, Hickory und Hortensien sind in Nordamerika verbreitet, und die Gattungen Pinus und Populus stehen im Monument als Ponderosa-Kiefer und Espe.
Vor 2,5 Millionen bis 13.000 Jahren formten Gletscher die Rocky Mountains, und im Florissant-Tal lebten Mammuts. Auch diese jüngere Eiszeit hat Spuren hinterlassen, in Form von Ablagerungen der Gletscher.

Wer erforschte Florissant im 19. und frühen 20. Jahrhundert?
Die Fossilien lockten schon in den 1870er-Jahren Wissenschaftler an. 1872 erhielt die Stadt Florissant, gegründet von James Castello, eine Poststelle, und David Long und seine Familie siedelten als Erste auf dem Land des späteren Monuments. 1873 veröffentlichte Leo Lesquereux die erste wissenschaftliche Arbeit mit Florissant-Fossilien. Im selben Jahr sammelte A. C. Peale im Rahmen der Hayden Survey. 1873 und 1874 untersuchte E. D. Cope, bekannt durch seine Arbeit mit Dinosauriern, Fossilfische aus Florissant.
1874 zogen Adam und Charlotte Hill ins Tal. Charlotte sammelte Fossilien und stellte besonders schöne Stücke den Forschern zur Verfügung. Die fossile Rose Rosa hilliae trägt ihren Namen. 1877 sammelten Samuel Scudder und die Princeton Scientific Expedition in Florissant. Scudder veröffentlichte 1890 das Standardwerk „Tertiary Insects of North America“. 1878 zeichnete Arthur Lakes die erste geologische Karte des Tals als Aquarell.
T. D. A. Cockerell unternahm 1906, 1907 und 1908 drei Sammelexpeditionen und veröffentlichte während seiner fast 40-jährigen Laufbahn 134 Arbeiten zu seinen Funden. 1953 erschien die Monografie „Fossil Plants of the Florissant Fossil Beds, Colorado“ von Harry MacGinitie. In den späten 1950er- und frühen 1960er-Jahren sammelte Estella Leopold fossile Pollenproben.
Wie wurden die Stümpfe zur Touristenattraktion?
1878 stellte Adeline Hornbek als erste Person einen Homestead-Antrag im Florissant-Tal. Das Hornbek Homestead aus diesem Jahr gehört zu den am besten erhaltenen historischen Gebäuden des Monuments. 1887 erreichte die Colorado Midland Railway Florissant. Passagiere sammelten bei einem Halt Fossilien, und aus dem Halt wurde im frühen 20. Jahrhundert eine Touristenroute.
Auf den Nachbargrundstücken entstanden Fossilienwälder. 1922 öffnete der Coplen Petrified Forest. Besitzer John Coplen ließ den alten Bahnhof der Florissant Midland Railway auf das Grundstück versetzen und zur Lodge umbauen. 1924 eröffneten die Hendersons ein Museum nahe der Gruppe aus drei versteinerten Mammutbäumen. 1927 kauften Palmer und Agnes Singer den Coplen Petrified Forest, nannten ihn Colorado Petrified Forest und betrieben ihn zusammen mit der Bronco Dude Ranch 46 Jahre lang. 1950 kaufte John Baker den Henderson Petrified Forest und führte ihn bis 1961 als Pike Petrified Forest.
1956 sprach ein ungewöhnlicher Besucher den jungen Fremdenführer Toby Wells vom Pike Petrified Forest an und fragte nach dem Kauf eines versteinerten Stumpfs für einen Schauplatz in seinem Park. Es war Walt Disney. Der Stumpf steht im Frontierland des Disneylands.

Wie entstand das Monument 1969?
Dass es das Monument gibt, ist der Hartnäckigkeit von Wissenschaftlern und Bürgern zu verdanken. Eine erste Gesetzesvorlage war 1964 eingereicht worden. Im Februar 1969 legte der Colorado-Senator Gordon Allott dem Senat die Vorlage Senate Bill 912 vor. Am 23. Mai 1969 erfuhr Estella Leopold, dass fast die Hälfte des vorgeschlagenen Gebiets, der Gregg Tract, bereits unter Vertrag mit der Park Land Company stand.
Estella Leopold und Bettie Willard engagierten am 26. Mai den New Yorker Anwalt Victor Yannacone. Zwei Tage später gründeten sie mit führenden Wissenschaftlern und Bürgervertretern die Defenders of Florissant, Inc. Am 29. Mai folgte eine Senatsanhörung in Colorado Springs. Dr. Harry MacGinitie bezeichnete die Fossilien als Seite der Erdgeschichte, der nichts Vergleichbares gegenüberstehe.
Am 9. Juli 1969 lehnte das Bundesbezirksgericht in Denver unter Richter Chilson den Antrag der Defenders auf eine einstweilige Verfügung gegen die Erschließung ab. Am 29. Juli lehnte Chilson erneut ab. Yannacone und die Colorado-Anwälte Lamm legten Berufung ein, und das Berufungsgericht des Tenth Circuit hörte den Fall am selben Tag in einer seltenen Anhörung. Chief Justice Alfred P. Murrah erklärte, er werde seine Entscheidung zurückhalten, bis der Kongress handle. Am 20. August 1969 unterzeichnete Präsident Richard Nixon das Gesetz, mit dem das Florissant Fossil Beds National Monument entstand.
Welche Tiere und Pflanzen leben heute im Tal?
Heute prägen Ponderosa-Kiefern, feuchte Wiesen, Aspenhaine, Weiden und Teiche das Bild. Das Spektrum der Tiere reicht von Adlern bis zu Tigersalamandern und von Berglöwen bis zu Käfern. Häufig zu sehen sind Vögel wie die Gebirgsmeise und der Stellerhäher sowie kleine Säuger wie Wyoming-Erdhörnchen, Abert-Eichhörnchen und Kaninchen. Maultierhirsch, Wapiti und Kojote zeigen sich gelegentlich, Berglöwen, Bobcats und Bären nur selten. Wapitis sind kurz vor Sonnenaufgang oder in der Dämmerung am besten zu beobachten.
Wegen Klima und Höhenlage gibt es nur wenige Reptilienarten. Das Sammeln von Fossilien und anderen Naturobjekten im Monument ist verboten. Außerhalb des Monuments liegt ein kleiner, privat betriebener Steinbruch.
Der Park beschäftigt einen hauptamtlichen Paläontologen, gelegentlich finden Ausgrabungen und andere Forschungsprojekte statt. Die Wissenschaft sucht in Florissant also weiter, auch wenn die großen Entdeckungen der Pioniere lange zurückliegen.
Wie passt Florissant in eine Reise durch Colorado?
Das Monument liegt westlich von Colorado Springs im Bereich des Pikes Peak. Die Rocky Mountains bieten in der Umgebung weitere Ziele. Einen Überblick über Landschaften und Städte bietet die Seite zu Colorado. Auf der Seite Nationalparks USA finden Sie alle Parks im Vergleich. Wer mehrere Schutzgebiete besucht, spart mit dem America the Beautiful Pass. Die Reisezeit für die Rocky Mountains behandelt die Seite zur besten Reisezeit in Nordamerika.
Wo liegt das Florissant Fossil Beds National Monument?
In den Rocky Mountains von Colorado westlich von Colorado Springs, auf rund 2.560 Metern Höhe im Bereich des Pikes Peak.
Wie alt sind die Fossilien von Florissant?
Etwa 34 Millionen Jahre. Sie entstanden im späten Eozän, als Vulkanasche einen See und einen Mammutbaumwald begrub.
Gibt es in Florissant Dinosaurier?
Nein. Dinosaurier starben rund 65 Millionen Jahre vor heute aus, lange vor dem Entstehen des Sees. Die Fossilien zeigen Pflanzen, Insekten, Spinnen, Fische und einige Säugetiere.
Wie viele Fossilarten kennt man aus Florissant?
Rund 1.800 beschriebene Fossilarten, darunter über 130 Pflanzenarten. Das macht den Ort zu einer der artenreichsten Fossilfundstätten der Welt.
Wie wurden die Baumstümpfe zu Stein?
Kieselsäurehaltiges Wasser lagerte Silizium in den Holzzellen ab, und Opal, Quarz und Chalcedon ersetzten das Holzgewebe. Teilweise blieb die Zellstruktur erhalten.
Darf man in Florissant Fossilien sammeln?
Nein. Das Sammeln von Fossilien und anderen Naturobjekten im Monument ist verboten.
Weitere Naturziele der Rocky Mountains finden Sie auf der Seite zum Rocky Mountain Nationalpark.
