El Morro National Monument
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El Morro National Monument

Das El Morro National Monument liegt in New Mexico auf 7.200 Fuß Höhe. An einem Sandsteinfelsen mit Wasserbecken hinterließen Ancestral Puebloans, spanische Konquistadoren und amerikanische Siedler Namen und Zeichen, die älteste datierte Inschrift ist von 1605. Auf der Klippe steht das Atsinna Pueblo mit rund 355 Räumen. Der Felsen wurde 1906 zum zweiten National Monument der USA.

Der Weg von Osten nach Westen führte jahrhundertelang an einer Sandsteinwand vorbei, an deren Fuß ein Becken Regenwasser sammelte. Wer in dieser trockenen Landschaft unterwegs war, rastete hier. Manche Reisende ritzten Namen, Daten oder einen Satz in den weichen Stein, und aus einer Wegmarke wurde ein Buch aus Fels, das Jahrhunderte umspannt.

Diese Seite erzählt, wie der Felsen entstand, wer das Pueblo auf seiner Kuppe baute, was die Inschriften der Spanier und Amerikaner berichten und welche Pflanzen, Tiere und Sterne es hier zu sehen gibt. Für die Einreise in die USA brauchen viele Reisende eine ESTA.

Was sollten Sie über das El Morro National Monument wissen?

El Morro liegt im Westen von New Mexico, nahe Ramah, im Hochland des Südwestens. Das Monument schützt eine Sandsteinklippe, das Wasserbecken an ihrem Fuß, Felszeichnungen, Inschriften und eine Pueblo-Ruine auf der Klippe.

ThemaWertHinweis
BundesstaatNew MexicoHochland bei Ramah
Höhe7.200 Fußmilderes Klima als die Wüste ringsum
Gegründet8. Dezember 1906Präsident Theodore Roosevelt, zweites National Monument
GesteinZuni-SandsteinJura, darüber Dakota-Sandstein
Atsinna Puebloum 1275rund 355 Räume um einen Innenhof
Älteste datierte Inschrift16. April 1605Juan de Oñate
Pflanzenartenüber 390Pinyon-Wacholder-Wald und Eichenhaine
Dark Sky ParkDezember 2019International Dark Sky Park

Die Sandsteinwand heißt auch Inscription Rock. Dieser Name beschreibt, was den Felsen berühmt machte.

Aus welchem Gestein besteht der Felsen?

Der Felsen von El Morro besteht aus Zuni-Sandstein, einem gelbgrauen Gestein aus der Jurazeit vor 200 bis 145 Millionen Jahren. Seine Quarzkörner sind gleichmäßig groß, wie es für Dünen in Trockengebieten typisch ist. Vor etwa 150 Millionen Jahren lag hier ein Dünenfeld wie die heutige Sahara, das Teile des nordwestlichen New Mexico, des nordöstlichen Arizona, des südwestlichen Colorado und des südöstlichen Utah bedeckte.

Der Sand wurde nie tief genug begraben, um fest zu verbacken. Deshalb ist der Stein weich und feinkörnig, und genau das macht ihn zum idealen Material für Inschriften. Dunkle senkrechte Streifen entstehen, wenn Regenwasser Eisen und Mangan an der Felswand hinunterspült.

Auf dem Zuni-Sandstein liegt Dakota-Sandstein aus der späten Kreidezeit, vor 145 bis 65 Millionen Jahren. Er ist hellbraun bis gelblich braun mit dunkelgrauen Einschaltungen und besteht aus Strand- und Lagunensandsteinen, Schiefer und grobkörnigen Lagen, die ein vordringendes flaches Meer ablagerte. Der Dakota-Sandstein bildet die Kappe der Klippe.

Geologisch ist El Morro Teil einer Cuesta, einer Schichtstufe mit sanftem Hang auf der einen und steilem Abbruch auf der anderen Seite. Die Cuesta fällt nach Süden ab und bildet nach Norden eine markante Wand.

Warum zog das Wasserbecken die Reisenden an?

Am Fuß der Klippe liegt eines der zuverlässigsten Wasservorkommen der Gegend. Ancestral Puebloans, spanische Entdecker und amerikanische Auswanderer tranken hier. Das Becken ist im Mittel etwa 12 Fuß tief und fasst je nach Niederschlag rund 200.000 Gallonen. Man hielt es lange für eine Quelle, doch es wird allein von Schnee- und Regenwasser gespeist, das von der Hochfläche der Cuesta abfließt. Nach schweren Monsunregen stürzen vorübergehend Wasserfälle über den Rand.

Früher war das Becken eine natürliche Mulde mit klarem Wasser und sandigem Rand, an den Reiter und Fußgänger bis zum Wasser gelangten. In den 1920er-Jahren vertiefte der erste Verwalter, Evon Vogt, das Becken und staute es für Besucher, Bauern und Viehzüchter. Bis 1939 versorgte es Ranches der Umgebung. 1942 zerstörte ein Felssturz den Damm und füllte das Becken mit Geröll. Bei den Baggerarbeiten zur Reparatur kamen Spuren früherer Staudamm-Versuche ans Licht. Bis 1961 blieb das Becken die wichtigste Wasserquelle des Parks, dann wurde auf der Nordseite ein Brunnen gebohrt.

Heute wachsen am Ufer Rohrkolben, heimische Gräser und Wildblumen. Tigersalamander, Libellen und viele Vogelarten leben am Wasser.

Wer baute das Atsinna Pueblo?

Die Vorfahren der heutigen Pueblo-Völker waren Ackerbauern im Hochland und geschickte Baumeister. Ihre frühen Behausungen waren halb in die Erde eingegrabene Grubenhäuser. Um das Jahr 1000 errichteten sie Pueblos über der Erde, bald darauf entstanden viele Gemeinden, auch am El Morro, auf Mesas. Verlässliche Nahrung und Wasser im Tal ließen die Gemeinschaft gedeihen.

Das Atsinna Pueblo ist die größte Siedlung am El Morro und stammt aus der Zeit um 1275. Die Baumeister stapelten flache Sedimentgesteinsplatten und verbanden sie mit Lehm und Kieseln. Die Anlage misst etwa 200 mal 300 Fuß, rund 355 miteinander verbundene Räume umgeben einen offenen Innenhof. Kivas, quadratische und runde unterirdische Kammern, dienten zu zwanglosen Zusammenkünften und zu religiösen Zeremonien. Bei Ausgrabungen in den 1950er-Jahren kamen Lehmwände mit bemalten Wandbildern zum Vorschein.

Die Bewohner nutzten die Landschaft vielfältig. Tinajas, natürliche Sandsteinbecken, lieferten saisonales Wasser, und manche wurden vergrößert, um mehr zu fassen. Griffe und Tritte, in den Fels geschlagen, führen in den Seitencanyon und in die Nähe des Beckens. Sie belegen, dass die Wasserstelle schon in der Pueblo-Zeit genutzt wurde. Als die Spanier im späten 16. Jahrhundert kamen, war das große Pueblo auf dem Felsen verlassen.

Ruinenmauern aus flachen Steinplatten auf einer Felskuppe

Was erzählen die Inschriften der Spanier?

Francisco Vásquez de Coronado zog 1540 auf der Suche nach den goldenen Städten von Cíbola durch die Region und fand einfache Lehmhäuser der Pueblo-Dörfer. Antonio de Espejo führte 1583 eine Expedition zu den Pueblos am Rio Grande, suchte zwei Franziskanerpater und bestätigte ihren Tod. Dann zog er nach Westen Richtung Zuni. Am 11. März 1583 hielt er einen Halt an einem Ort fest, den er El Estanque del Peñol nannte, das Becken am großen Felsen. Es ist der erste historische Beleg für El Morro.

Don Juan de Oñate gründete 1598 die erste europäische Kolonie in New Mexico und wurde ihr erster Gouverneur. Er führte Expeditionen in die Great Plains und den Colorado River hinab, auf der Suche nach Goldstädten. Am 16. April 1605 ritzte er bei der Rückkehr von dem, was er die Entdeckung der Südsee nannte, seinen Namen in den Fels. Es ist die älteste bekannte europäische Inschrift auf dem Stein und die älteste datierte, 15 Jahre vor der Landung der Pilgerväter am Plymouth Rock.

Die Formel „Paso por aquí“, ich bin hier vorbeigekommen, wurde unter spanischen Reisenden zur gängigen Inschrift. Die spanischen Kolonisten gründeten Missionen, um die Pueblo-Bewohner zum Christentum zu bekehren, weil sie darin einen Dienst für Gott und Staat sahen. Die große Entfernung der westlichen Pueblos von Santa Fe schwächte jedoch die Wirkung geistlicher und weltlicher Kontrolle.

Was änderte der Pueblo-Aufstand von 1680?

1680 vereinigten sich die Pueblo-Völker und zwangen die Spanier aus New Mexico. Zwölf Jahre blieben die Pueblos frei von spanischer Herrschaft. 1692 eroberte Gouverneur Diego de Vargas das Gebiet zurück, und auch er hinterließ danach eine Inschrift am El Morro.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts interessierten sich weder Kirche noch Staat sonderlich für die abgelegene Provinz. Kämpfe mit Navajo, Apachen, Ute und Comanche trugen dazu bei, dass weniger Spanier am El Morro vorbeizogen. 1821 kam das Gebiet unter mexikanische Herrschaft, die ihre Kraft auf den Kampf gegen die Navajo im Norden richtete.

Wie kamen die Amerikaner und die Kamele zum El Morro?

Nach dem Mexikanisch-Amerikanischen Krieg von 1846 bis 1848 wurde New Mexico US-Territorium. Die Armee vermaß das neue Gebiet ausführlich. 1849 lieferten Leutnant James H. Simpson und der Zeichner Richard Kern von den Topographical Engineers der US-Armee die ersten englischen Beschreibungen von El Morro und hinterließen eigene Spuren.

1857 zog eine Armeeexpedition unter Leutnant Edward F. Beale am Felsen vorbei, die einen Wagenweg von Fort Smith in Arkansas nach Kalifornien vermaß. Beale hatte außerdem den Auftrag, Kamele als Lasttiere in der Wüste zu testen. Der Wagenweg wurde von Armee und Siedlern auf dem Weg nach Westen genutzt, und viele ritzten ihre Namen in „Inscription Rock“. Ein Beispiel lautet: „Isaac T. Holland July 8, 1858 First Emg. Train“.

1868 suchte ein Vermessungstrupp der Union Pacific eine Bahnstrecke am El Morro vorbei. Die Route am 35. Breitengrad, die Ingenieure schon früher empfohlen hatten, führte die Züge 25 Meilen nördlich vorbei. Nach dieser Entscheidung versiegte der Verkehr im Tal fast völlig. Vor Ort blieben der Handel zwischen den Pueblos Zuni und Acoma und die mormonischen Siedler von Ramah. Auch Inschriften der Eisenbahnvermesser sind an der Spitze des Felsens erhalten.

Wie wurde El Morro zum National Monument?

Am 8. Dezember 1906 erklärte Präsident Theodore Roosevelt den Felsen mit seinen Inschriften zum National Monument, dem zweiten in der Geschichte des Landes. Mehr zu den frühen Kulturen des Kontinents finden Sie unter präkolumbische Kulturen.

Wer den Felsen sieht, erkennt mehrere Schichten der Geschichte übereinander: Felszeichnungen der Ancestral Puebloans, Inschriften in archaischem Spanisch und englische Namen neben einer gezeichneten Kirche. Das Monument bewahrt sie als zusammenhängenden Text, den jede Epoche weitergeschrieben hat.

Reisetipp Wer das Südwesten-Programm um Pueblo-Stätten erweitert, kombiniert El Morro gut mit dem Chaco Culture National Historical Park und dem Bandelier National Monument.

Welche Pflanzen und Tiere leben am Felsen?

Über 390 Pflanzenarten wachsen im Monument. Am Fuß der Cuesta steht Pinyon-Wacholder-Wald, durch den der Inscription Loop führt. Weite Teile bedecken Grasland mit eingestreuten Wacholdern und Pinyon-Kiefern. Drei Wacholderarten kommen vor: Rocky-Mountain-Wacholder, Einsamiger Wacholder und Alligator-Wacholder. Zwischen ihnen stehen Gelbkiefern. Auf der kühleren, feuchteren Nordseite des Felsens wachsen Eichenhaine aus Gambel-Eiche und Wavyleaf-Eiche.

Natürliches Wasserbecken am Fuß einer Sandsteinklippe mit Rohrkolben

Im Sommer blühen Indianerpinsel, Kugelmalve und Brillenschötchen, im August färbt Kuhdaisy die Landschaft gelb, und im Spätsommer bedecken Sonnenblumen das Gelände. Nach den Sommermonsunen blühen Hunderte Wildblumenarten. Vögel, Kaninchen und Wapiti fressen im Grasland, Eidechsen und Schlangen finden dort Deckung, Kolibris, Bienen und Schmetterlinge besuchen die Blüten.

Zu den Tieren am Wasser gehören Tigersalamander. Wapiti ziehen durch Prärie und offenen Wald, und Kolkraben gehören zu den am häufigsten gesehenen Vögeln. In den Tinajas auf der Hochfläche leben Wirbellose, die nur in den Regenmonaten Wasser finden. Biologische Bodenkrusten, dunkle klumpige Überzüge aus Organismen, sind ein empfindlicher Bestandteil des Ökosystems.

Wie dunkel ist der Nachthimmel am El Morro?

Hohe Lage, saubere Luft, Abgeschiedenheit und wenig Bebauung machen den Himmel über El Morro besonders dunkel. Tausende Sterne und die Milchstraße spannen sich von Horizont zu Horizont. Im Dezember 2019 erhielt El Morro die Zertifizierung als International Dark Sky Park.

Sternenhimmel mit Milchstraße über einer Sandsteinklippe

Das Monument arbeitet mit der Gemeinde zusammen, um das Bewusstsein für den Einfluss von Licht auf den Nachthimmel zu stärken, und verringert die eigene Lichtverschmutzung. Park-Wissenschaftler messen mit Spezialkameras die Aufhellung durch Städte. Auch im nahen El Malpais National Monument ist am Horizont das Licht von Grants und Albuquerque zu sehen. Die Bilder werden am Computer in kalibrierte Helligkeitswerte umgerechnet, sodass sich Orte und Jahre vergleichen lassen.

Das Klima in 7.200 Fuß Höhe ist deutlich milder als in der Wüste ringsum. Im Sommer sind heftige Gewitter häufig. Wann sich die Reise ins Hochland anbietet, steht unter beste Reisezeit.

Wann wurde El Morro National Monument gegründet?

Am 8. Dezember 1906 per Proklamation von Präsident Theodore Roosevelt, als zweites National Monument der USA.

Was ist die älteste datierte Inschrift?

Die Inschrift von Juan de Oñate vom 16. April 1605. Sie entstand 15 Jahre vor der Landung der Pilgerväter am Plymouth Rock.

Warum ist der Fels so gut für Inschriften geeignet?

Der Zuni-Sandstein wurde nie tief begraben und ist weich und feinkörnig, sodass sich Schrift leicht einritzen ließ.

Wie groß ist das Atsinna Pueblo?

Es misst etwa 200 mal 300 Fuß und hat rund 355 miteinander verbundene Räume um einen Innenhof. Es entstand um 1275.

Wie wird das Wasserbecken gespeist?

Allein durch Schnee- und Regenwasser, das von der Hochfläche der Cuesta abfließt, nicht durch eine Quelle.

Wann erhielt El Morro den Dark-Sky-Status?

Im Dezember 2019 zertifizierte die International Dark Sky Association den Park als International Dark Sky Park.

Weitere Kulturstätten des Kontinents finden Sie unter Geschichte und Kultur.