Cuyahoga-Valley-Nationalpark
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Cuyahoga-Valley-Nationalpark

Der Cuyahoga-Valley-Nationalpark in Ohio liegt zwischen Cleveland und Akron und schützt 26 Flusskilometer des Cuyahoga River mit Mischwäldern, Wasserfällen und Sandsteinfelsen. Die Landschaft prägen der Ohio & Erie Canal mit dem Towpath Trail, 21 seltene Pflanzenarten und mehr als 200 Vogelarten. Der Brand des Flusses 1969 wurde zum Symbol des Umweltschutzes, 1974 entstand das Schutzgebiet.

Der Cuyahoga-Valley-Nationalpark in Ohio zeigt, dass Wildnis nicht weit von der Großstadt beginnen muss. Zwischen Cleveland und Akron windet sich der Cuyahoga River durch tiefe Wälder, sanfte Hügel und offene Wiesen. Alte Kanalschleusen, Bauernhöfe und Sandsteinfelsen liegen nur wenige Autominuten von Wohngebieten entfernt.

Diese Seite erklärt, wie der Park aufgebaut ist, wie der Fluss und der Ohio & Erie Canal die Landschaft prägten, was 1969 mit dem brennenden Fluss geschah, welche Wälder, Pflanzen und Tiere hier leben, welche Orte sich lohnen und wie aus dem Tal ein Nationalpark wurde. Die Einreise erfolgt wie bei allen Zielen in den USA mit der ESTA.

Was sollten Sie über den Cuyahoga-Valley-Nationalpark wissen?

Der Park liegt im Nordosten von Ohio, unweit der Städte Cleveland und Akron. Die Verwaltung sitzt in Brecksville. Zwei geografische Regionen treffen hier aufeinander: das Appalachen-Plateau und die Zentrale Tiefebene. Mehrere Eiszeiten haben das Gelände geformt. Es ist rau, mit steilen Talwänden und schmalen Höhenrücken, und eng gestaffelte Schluchten führen Nebenflüsse zum Fluss. Einige dieser Bäche fallen auf wenigen Kilometern um bis zu 180 Meter.

ThemaWertHinweis
Flusslänge im Park26 Meilen (rund 42 Kilometer)Rückgrat des Parks
Entstehung27. Dezember 1974als National Recreation Area, von Präsident Ford unterzeichnet
Umbenennung11. Oktober 2000in Cuyahoga Valley National Park
Seltene Pflanzen21 Artenauf der Liste seltener Pflanzen von Ohio
Wanderwegeüber 200 Kilometerüber 125 Meilen
Menschliche Besiedlungüber 12.000 Jahreüber 600 historische Stätten

Die Zahlen zeigen, wie dicht Natur und Geschichte hier beieinander liegen. Im Park finden Sie Wälder, Feuchtgebiete, Wiesen in verschiedenen Entwicklungsstufen und weiterhin bewirtschaftete Felder.

Wie kam es zum brennenden Fluss von 1969?

Die Ureinwohner nutzten den Cuyahoga River tausende Jahre als Handelsweg und nannten ihn „Ka-ih-ogh-ha“, den krummen Fluss. Siedler der Western Reserve hielten den stark abfallenden Fluss für ungeeignet zur Schifffahrt und nutzten ihn, um den Ohio & Erie Canal zu speisen. Der Kanal brachte die Industrialisierung nach Nordost-Ohio, und die Entwicklung hatte ihren Preis für die Umwelt.

Am Sonntag, dem 22. Juni 1969, brannte der Fluss in Cleveland, wenige Kilometer nördlich des heutigen Parks. Der Abschnitt wird von Schwerindustrie bestimmt. Eisenbahnbrücken nahe dem Stahlwerk Republic Steel hielten Treibgut auf, das sich im Fluss staute, und Öl auf dem Wasser machte es entflammbar. Das Feuer dauerte weniger als eine halbe Stunde und richtete nur geringen Schaden an den Brücken an. Der Fluss hatte im Jahrhundert davor mehr als zehnmal gebrannt, und viele sahen ihn als Industrieanlage.

Am nächsten Tag führte Bürgermeister Carl Stokes die örtliche Presse auf eine Fahrt über den verschmutzten Fluss. Die Reporterin Betty Klaric vom Cleveland Press berichtete. Am 1. August 1969 stellte das Magazin Time den Brand in einem neuen Ressort „The Environment“ vor und schrieb, der Cuyahoga „sickert statt zu fließen“. Danach griffen weitere Medien im In- und Ausland die Geschichte auf.

Im April 1970 fand der erste Earth Day statt, im Dezember 1970 entstand die Umweltbehörde EPA, und 1972 folgte der Clean Water Act. Der Brand wurde zum Weltsymbol für den Umweltschutz und steht in vielen Lehrbüchern. Dass er direkt alle diese Gesetze auslöste, ist ein Mythos: Vieles war schon zuvor in Bewegung, etwa das Wasserverschmutzungsgesetz von 1965 und der Beschluss der Wähler in Cleveland 1968 über 100 Millionen Dollar für Kanalisation und Kläranlagen. Der untere Cuyahoga hat sich über Jahrzehnte erholt, Wasserqualität und Feuchtgebiete haben den Fluss für Wildtiere attraktiver gemacht.

Wasserfall in einer bewaldeten Schlucht aus Sandstein

Welche Rolle spielte der Ohio & Erie Canal?

Der Ohio & Erie Canal verband den Ohio River mit dem Eriesee und lief durch das Tal. Er brachte dem Tal, der Region und dem Land einen Anschluss an das nationale Verkehrsnetz und die Marktwirtschaft. Nach der Erschließung wuchsen Cleveland und Akron zu großen Städten, und Farmen prägten das Tal. Die Valley Railway verband das Tal später noch enger mit den Städten.

Zur Kanalzeit gibt es persönliche Zeugnisse: Der Maler Robert Andrew schilderte in seinem Tagebuch von 1849 das Leben im Tal, John Malvin war Kapitän eines Kanalbootes, und Amzi Atwater gehörte zu den ersten beiden Vermessungsteams der Western Reserve. Das Kanalboot Charlotta beförderte Holz.

Der Kanal, den der Treidelpfad begleitet, wurde 1966 im Abschnitt Valley View als National Historic Landmark ausgewiesen, die erste Bundesauszeichnung im späteren Park. Der Towpath Trail folgt der historischen Linie und gehört zu den beliebtesten Wegen im Park. 1975 öffnete der erste 2,5-Meilen-Abschnitt (rund 4 Kilometer) an der Station Road, 1993 kamen 20 Meilen (rund 32 Kilometer) hinzu. 1996 erklärte der Kongress den Ohio & Erie Canalway zum National Heritage Area. Das Canal Exploration Center, ein früheres Gasthaus mit Laden an der Schleuse 38, erklärt die Kanalzeit.

Welche Wälder, Pflanzen und Tiere gibt es?

Natürliche Vegetation bedeckt rund 80 Prozent der Parkfläche als Laub-Mischwald. Die Eichen-Hickory-Wälder sind am weitesten verbreitet, daneben gibt es Ahorn-Eichen-, Eichen-Buchen-Ahorn-, Ahorn-Platanen-, Kiefern-Fichten- und Hemlock-Buchen-Bestände. Die Wälder sind stark zerstückelt, nur wenige große Flächen hängen noch halbwegs zusammen. Im Frühjahr bedecken Blutwurz und Frühlingsschönheit den Waldboden, im Spätsommer säumen Goldrute und Flügelstängel die Wege gelb. Rosskastanien stehen im ganzen Park.

Zu den Pflanzen zählen über 90 Grasarten und über 70 Seggenarten. 21 Arten stehen in Ohio auf der Liste der seltenen Pflanzen. Eine einzige Prärie gibt es, sie wurde vor der Parkgründung auf einer früheren Kiesgrube des Ohio Turnpike angelegt. Fast 20 Prozent der Arten sind nicht heimisch, 16 davon gelten als bedrohlich für die einheimischen Pflanzengemeinschaften.

TiergruppeArten im ParkHinweis
Vögelüber 200Habitat aus Wald, Feld, Fluss und Feuchtgebiet
Säugetiere32darunter Kojote, Biber, Fischotter
Fische43Rückkehr nach Entfernung von Dämmen
Amphibien22Salamander, Frösche und eine Krötenart
Reptilien2011 Schlangen, 8 Schildkröten, 1 Skink
Wirbellose im Wasser91aquatische Makroinvertebraten

Der Biber bevölkert den Beaver Marsh, wo Wasserschildkröten wie Zierschildkröte, Rotwangen-Schmuckschildkröte und Schnappschildkröte sonnen. Flussotter, in Ohio Anfang des 20. Jahrhunderts ausgerottet und seit 1986 wieder angesiedelt, sind am Beaver Marsh zurück. Kojoten sind seit 1919 in Ohio nachgewiesen und leben heute in allen 88 Countys. Ein Weißkopfseeadlerpaar zog 2007 das erste dokumentierte Küken im Tal auf, nahe der Station Road Bridge in Brecksville. Der Park hat keine giftigen Schlangen.

Auch die Insekten haben ihren Auftritt: Monarchfalter ziehen im September rund 3.200 Kilometer, bis in die Bergwälder bei Mexiko-Stadt, und rasten auf Goldrute und Astern. Im Juli leuchten die Glühwürmchen im Auwald des Beaver Marsh. Im Herbst färben sich Zucker- und Rotahorn, Sassafras und Eichen. Die Laubfärbung erreicht meist in der dritten Oktoberwoche ihren Höhepunkt.

Alter Treidelpfad entlang eines stillen Kanals im Wald

Welche Orte lohnen sich im Park?

Zu den bekanntesten Orten zählen die Ledges im Gebiet Virginia Kendall, ein Plateau aus Sandsteinformationen mit hohen Felswänden. Eisen, das aus dem Gestein auswittert, macht den Boden stellenweise sauer; dort wachsen immergrüne Wurmfarne, an steilen Hängen Zimtfarne. Mehr als 16 Farnarten gibt es im Ledges-Gebiet.

Der Brandywine Falls gehört zu den höchsten und beliebtesten Wasserfällen des Parks, der Blue Hen Falls liegt am Buckeye Trail im Bereich Boston. Der Beaver Marsh gehört zu den artenreichsten Lebensgemeinschaften des Parks. Das Dorf Boston beherbergt das Boston Mill Visitor Center, das Dorf Peninsula ist eine Privatgemeinde, die der Park umgibt.

OrtMerkmalWissenswertes
Frazee HouseZiegelhaus der 1820er-Jahreaus handgemachten Ziegeln, im National Register
Everett Covered Bridgeüberdachte Holzbrückeeinzige erhaltene im Summit County
Hale Farm & VillageFreilichtmuseumvom Western Reserve Historical Society betrieben
Jaite Millehemalige Papierfabrik mit Werkssiedlung1985 vom Park erworben
Happy Days LodgeBesucher- und Programmzentrum in Virginia Kendallvon Civilian Conservation Corps 1933 bis 1941 errichtet

In Virginia Kendall bauten Arbeiter des Civilian Conservation Corps von 1933 bis 1941 die Happy Days Lodge, die Schutzhütten an den Ledges und am Octagon, den Kendall Lake und viele Wege. Ohio übergab das Gelände 1978 dem National Park Service. Das Land stammte aus einer Stiftung von 1929: Der Industrielle Hayward Kendall hatte 430 Acres rund um die Ritchie Ledges hinterlassen, benannt nach seiner Mutter Virginia.

Hale Farm & Village geht auf die Schenkung des Hauses von Jonathan Hale durch Clara Belle Ritchie 1957 zurück und öffnete 1958; die 90 Acres umfassen den Hof und das rekonstruierte Dorf Wheatfield. Das Jaite Mill erwarb der Park 1985, die Werkssiedlung dient als gelbe Verwaltung. Im Oktober 1992 legten Brandstifter Feuer an der früheren Mühle; anstelle einer Restaurierung entschied man sich für die Renaturierung.

Wie lebten die Menschen im Tal?

Das Tal ist seit über 12.000 Jahren bewohnt, über 600 historische Stätten und archäologische Plätze zeugen davon. Zuerst kamen nomadische Paläoindianer auf der Jagd nach Großwild. Später lebten Native Americans in Saisonlagern, die mit der Zeit dauerhaft wurden. Die ersten Europäer waren Händler und Missionare. Zuflucht suchende Ureinwohner zogen vor dem Druck der Kolonien ins Tal. Im Zeitalter der Amerikanischen Revolution und den ersten Jahren der USA vertrieb die Bundesregierung die verbliebenen Nationen mit Gewalt. Das Land wurde vermessen und als Teil der Connecticut Western Reserve verkauft.

Mit dem Kanal und später der Eisenbahn kam die Industrie, 1895 eröffnete die Akron, Bedford & Cleveland Railroad, deren Trasse heute der Bike & Hike Trail folgt. Bis zum 20. Jahrhundert wurde das Tal ein Erholungsraum für Städter mit Ausflügen, Parks, Privatrefugien und Jugendlagern. Camp Manatoc der Pfadfinder entstand 1923, Camp Ledgewood der Pfadfinderinnen 1932, und 1941 eröffnete die Phillis Wheatley Association das Camp Mueller für afroamerikanische Mädchen, später auch Jungen, die in anderen Camps ausgeschlossen waren.

Der Ohio Turnpike zerschnitt das Tal 1955 als erste Autobahn, später folgte die Interstate 271, die nahe dem Brandywine Falls historische Häuser zerstörte. 1957 durchsuchten Beamte wiederholt die schwarzen Vereinsheime Lake Glen und Cabin Club, ein Brandstifter zerstörte das Resort Stonibrook, bevor es in schwarzer Hand eröffnen konnte.

Sandsteinfelsen mit Moos und Farnen im Wald

Wie wurde das Tal zum Nationalpark?

Seit den 1960er-Jahren wuchs der Druck, das Tal vor Vorstadtbebauung zu retten. Bürger und Politiker setzten sich ein. 1966 wurde der Ohio & Erie Canal Landmark, 1967 die Tinkers Creek Gorge National Natural Landmark. Präsident Nixon förderte 1969 die Politik „Parks to People“ mit Bundesparks nahe Großstädten. Kongressabgeordneter John F. Seiberling brachte 1971 einen ersten Gesetzentwurf ein, der scheiterte, und arbeitete dann an breiterer Unterstützung. 1974 sagten Befürworter vor einem Unterausschuss des Repräsentantenhauses aus.

Am 27. Dezember 1974 unterzeichnete Präsident Gerald Ford das Gesetz zur Cuyahoga Valley National Recreation Area. Am 26. Juni 1975 wurde das Gebiet förmlich ausgewiesen. Im Januar 1975 kam William Birdsell als erster Superintendent. Das Corps of Engineers erwarb zunächst Land, und Anwohner fühlten sich zum Verkauf gedrängt. Am 11. Oktober 2000 benannte ein Gesetz von Ralph Regula das Gebiet in Cuyahoga Valley National Park um. Seitdem kommen mehr Besucher von außerhalb der Region.

Nach der Gründung folgte der Aufbau: 1982 stellte der Park einen ersten Fachmann für Ressourcen ein, 1984 war die erste Tierstudie und 1986 die Pflanzenstudie fertig. 1999 startete die Countryside Initiative, die historische Höfe an Landwirte verpachtet. 2020 wurden die Dämme Brecksville Diversion und Pinery Feeder entfernt, seither können Fische vom Eriesee in Cleveland bis nach Akron wandern. 2019 wurde der Cuyahoga River zum Ohio Water Trail mit 24 Zugängen auf fast 100 Meilen.

Wie planen Sie den Besuch?

Der Park liegt in einem Ballungsraum, trotzdem brauchen Sie einen ganzen Tag, um mehr als einen Ort zu sehen. Beginnen Sie am Boston Mill Visitor Center oder am Canal Exploration Center, wandern Sie ein Stück auf dem Towpath Trail und fahren Sie dann zu Brandywine Falls und den Ledges. Im Frühjahr blühen die Wildblumen im Auwald, im Oktober zeigt der Laubwald seine Farben, und im September ziehen die Monarchfalter. Blumen zu pflücken ist im Park verboten.

Reisetipp Verteilen Sie den Besuch auf Morgen und Abend: In der Dämmerung sind Eulen, Biber und Kojoten am aktivsten. Der Park ist ein gutes Etappenziel auf einer Reise durch die Region der Großen Seen, zum Beispiel vor oder nach den Pictured Rocks am Oberen See; die beste Reisezeit zeigt unser Überblick zur besten Reisezeit für Nordamerika.
Wo liegt der Cuyahoga-Valley-Nationalpark?

Der Park liegt im Nordosten von Ohio zwischen Cleveland und Akron und folgt rund 42 Kilometern des Cuyahoga River.

Wann wurde der Park gegründet?

Präsident Ford unterzeichnete am 27. Dezember 1974 das Gesetz zur National Recreation Area. Seit dem 11. Oktober 2000 heißt sie Cuyahoga Valley National Park.

Was war der Brand des Cuyahoga River 1969?

Am 22. Juni 1969 brannte treibendes Öl und Treibgut auf dem Fluss in Cleveland weniger als eine halbe Stunde. Der Brand wurde zum Symbol für den Umweltschutz.

Welche Tiere leben im Park?

Es leben über 200 Vogelarten, 32 Säugetierarten, 43 Fischarten und 20 Reptilienarten im Park, dazu Biber, Kojoten, Flussotter und Weißkopfseeadler.

Was ist der Towpath Trail?

Der Towpath Trail folgt dem historischen Ohio & Erie Canal und ist der meistbesuchte Weg im Park. Der erste Abschnitt öffnete 1975.

Wann ist der Laubwald am schönsten?

Die Laubfärbung erreicht meist in der dritten Oktoberwoche ihren Höhepunkt. Weil Baumarten zu verschiedenen Zeiten färben, dauert die Farbenpracht oft den ganzen Monat.

Weitere Schutzgebiete der Region finden Sie in den Seiten zu den Apostle Islands und zum Mammoth-Cave-Nationalpark.