Der Chaco Culture National Historical Park liegt im Nordwesten von New Mexico und bewahrt das Zentrum der Ancestral Puebloans zwischen 850 und 1250 n. Chr. Mehrstöckige Great Houses mit hunderten Räumen, gerade Straßen und ein Himmel, der als International Dark Sky Park zertifiziert ist, machen das abgelegene Tal zu einem der eindrucksvollsten Kulturdenkmäler der USA.
Was sollten Sie über den Chaco Culture National Historical Park wissen?
Wer waren die Chacoaner, und was bauten sie?
Warum ist Pueblo Bonito das berühmteste Great House?
Welche anderen Stätten gehören zum Rundgang?
Was hat es mit den Straßen der Chacoaner auf sich?
Welche Wanderwege führen durch die Landschaft?
Warum ist der Himmel über Chaco so besonders?
Woher kommen die Namen der Ruinen?
Welche Natur umgibt die Ruinen?
Häufige Fragen
In einem trockenen Tal im Nordwesten von New Mexico stehen Mauern, die fast 1.000 Jahre alt sind. Sie gehören zu Häusern, die mit hunderten Räumen mehrere Stockwerke hoch gebaut wurden, geplant von Beginn an und in einer Genauigkeit gemauert, die Archäologen bis heute beschäftigt. Der Chaco Canyon war das Zentrum einer Kultur, die sich über das gesamte San-Juan-Becken erstreckte. Für viele Indigene im Südwesten ist er ein heiliger Ort.
Diese Seite erklärt, wer die Chacoaner waren, wie ihre Great Houses aussahen und was Pueblo Bonito, Chetro Ketl und Casa Rinconada ausmacht. Sie führt über die Straßen der Chacoaner, die Wanderwege und den Nachthimmel, und sie erklärt, woher die spanischen und Navajo- Namen der Ruinen stammen. Zur Einreise in die USA gehört für viele Reisende die ESTA.
Was sollten Sie über den Chaco Culture National Historical Park wissen?
Der Park liegt in New Mexico mit der Postadresse Nageezi. Er ist abgelegen und isoliert und gehört zu den wenigen geschützten Gebieten im San-Juan-Becken. Die Anlagen sind ein Zeugnis der Vorfahren der heutigen Pueblo-Völker, deren Kultur zwischen 850 und 1250 n. Chr. ihre Blütezeit erlebte.
| Thema | Wert | Hinweis |
|---|---|---|
| Blütezeit | 850 bis 1250 n. Chr. | Regionalzentrum der Ancestral Puebloans |
| Beginn der Chaco-Kultur | Mitte des 9. Jahrhunderts | dauerte mehr als 300 Jahre |
| Größtes Great House im Tal | Pueblo Bonito | Mauern fast 1.000 Jahre alt |
| Verbundene Great Houses | mehr als 150 | durch Straßen verbunden |
| Rundstraße | 9 Meilen (14,5 km) | führt zu fünf großen Stätten |
| Dark-Sky-Zertifizierung | 19. August 2013 | vierte Einheit des Nationalpark-Dienstes |
| Verbundene Stämme und Pueblos | 26 | darunter Hopi, Navajo, Zuni, Acoma |
Das Tal liegt im Herzen einer Landschaft mit Mesas, Wacholder-Pinyon-Wäldern und Flussauen mit Pappeln und Weiden. Diese Kombination aus Archäologie und Natur macht den Reiz aus.
Wer waren die Chacoaner, und was bauten sie?
Die Chaco-Kultur begann in der Mitte des 9. Jahrhunderts und dauerte mehr als 300 Jahre. Ihre Baumeister errichteten mehrstöckige Great Houses aus Stein mit hunderten Räumen, von Beginn an geplant und nicht Raum für Raum angebaut. Pueblo Bonito, Una Vida und Peñasco Blanco entstanden in der Mitte und im späteren 9. Jahrhundert. Hungo Pavi, Chetro Ketl, Pueblo Alto und weitere folgten.
Dutzende Great Houses im Canyon waren durch Straßen mit mehr als 150 weiteren Great Houses in der Region verbunden. Um das Jahr 1050 war Chaco das zeremonielle, administrative und wirtschaftliche Zentrum des San-Juan-Beckens. Im 12. und 13. Jahrhundert verlangsamte sich der Bau, doch der Einfluss der Chacoaner lebte in Aztec, im Mesa Verde und in den Chuska Mountains fort. Navajo-Clans und -Zeremonien haben ihre Wurzeln in Chaco.
Zu den Hinterlassenschaften gehört auch Keramik der Ancestral Puebloans. Der Park verzeichnet 26 verbundene Stämme und Pueblos, darunter die Hopi, die Navajo Nation, Zuni, Acoma und die Ute Mountain Ute. Für viele von ihnen ist der Canyon heilig, und der Park bittet Besucher, den Ort mit Respekt zu betreten.
Warum ist Pueblo Bonito das berühmteste Great House?
Pueblo Bonito ist die am gründlichsten untersuchte und bekannteste Stätte des Canyons und das größte Great House im Tal. Als einziges Great House können Besucher die Räume durchschreiten. Sieben Eckdurchgänge sind bekannt. Die Mauertechnik und die Ingenieurleistung fallen auf. Der Rundgang beträgt eine halbe Meile hin und zurück.
Den Namen erhielt es von spanischen Besuchern: Pueblo Bonito heißt „hübsches Dorf“. Für die Navajo trägt das Tal den Namen Tsébiyaanii’ áhá, benannt nach einem großen Felsblock, der hinter Pueblo Bonito stand und 1941 stürzte.

Welche anderen Stätten gehören zum Rundgang?
Der Park hat eine 9 Meilen lange Rundstraße, die fünf große Stätten erschließt. Jede hat eigene Merkmale.
| Stätte | Merkmal | Besonderheit |
|---|---|---|
| Chetro Ketl | zweitgrößtes Great House, mehr als 3 Acres | Große Kiva, erhöhte Plaza etwa 12 Fuß über dem Talboden |
| Pueblo del Arroyo | gebaut etwa 1065 bis 1150 | einzige Dreifachmauer im Canyon |
| Casa Rinconada | größte ausgegrabene Great Kiva im Canyon | Gemeinschaftsstätte auf der Südseite |
| Una Vida | Great House mit Großer Kiva | nahezu naturbelassen, Petroglyphen am Weg |
| Hungo Pavi | mehr als 150 Räume | nicht ausgegraben, von Sand und Pflanzen bedeckt |
Chetro Ketl liegt 4,5 Meilen vom Besucherzentrum entfernt an der Rundstraße und hat Kivas auf mehreren Ebenen. Die Baumeister setzten zweite und dritte Stockwerke auf und schufen eine erhöhte Plaza. Pueblo del Arroyo entstand in zwei kurzen Bauphasen. Anders als die meisten Great Houses im Canyon steht es offen nahe dem Arroyo statt an der Felswand. Die Dreifachmauer ist die einzige im Canyon. Sehr wenige gibt es im Südwesten, drei davon im Aztec Ruins National Monument.
Casa Rinconada liegt auf der Südseite des Canyons und zeigt einen anderen Blick auf das Leben der Chacoaner als die Great Houses im Norden. Die Great Kiva wurde in den 1930er- und 1940er-Jahren von einem Feldkurs der University of New Mexico ausgegraben. Dabei zeigte sich, dass neue Bauten oft über verlassenen entstanden und ältere Gebäude umgebaut wurden. In der Kiva wurden mögliche astronomische Ausrichtungen festgestellt. Kleine Hausstätten säumen den 1 Meile langen Rundweg.
Una Vida ist ein von Beginn an geplantes, mehrstöckiges Gemeinschaftsgebäude mit eigener Mauertechnik, erdigen Formen und einer Großen Kiva. Es ist weitgehend frei von größerem Vandalismus und wurde nur wenig ausgegraben. Der Weg von etwa 1 Meile hin und zurück beginnt an der Nordostecke des Parkplatzes am Besucherzentrum und führt an Petroglyphen vorbei. Hungo Pavi zeigt, wie Chaco-Stätten vor der Ausgrabung aussahen.

Was hat es mit den Straßen der Chacoaner auf sich?
Die Chacoaner bauten gezielte Straßen innerhalb des Canyons und zu entlegenen Siedlungen im San-Juan-Becken. Straßen im Canyon sind im Durchschnitt rund 15 Fuß breit, die Straßen zu den Außenorten etwa doppelt so breit. Sie sind schnurgerade und folgen nicht dem Gelände. Richtungswechsel erfolgen meist in scharfen Winkeln statt in Kurven. Wo eine Straße auf eine Mesa oder Klippe trifft, steigt sie gerade hinauf, mit in den Fels geschlagenen Treppen.
Das bekannteste Beispiel ist die Jackson Stairway über Chetro Ketl, die vom Pueblo Alto Trail aus zu sehen, aber nicht zu begehen ist. Weitere Treppen liegen hinter Hungo Pavi und östlich von Casa Rinconada. Auch gemauerte Treppen und große Rampen aus Erde und Stein gab es, eine davon nahe Chetro Ketl. Die meisten Straßen sind am Boden unsichtbar und wurden vor allem auf Luftbildern erkannt. Einige Abschnitte am Pueblo Alto Trail sind beschildert.
Die Great North Road beginnt östlich von Pueblo Alto, verläuft nach Norden bis zum Kutz Canyon und endet am Rand der Schlucht. Die South Road verlässt den Canyon am South Gap und führt in Richtung der Außenorte im Red Mesa Valley, ohne sie zu erreichen. Die meisten anderen Spuren sind unverbundene Abschnitte.
Wozu die Straßen dienten, ist umstritten. Eine Deutung sieht sie als symbolisch oder religiös: Die Zuni und Acoma kennen heilige Pilgerwege, die teilweise vorhandene prähistorische Straßenabschnitte nutzen, und für eine Gesellschaft ohne Lasttiere oder Räder wirken die Straßen überdimensioniert. Die andere Deutung betont den praktischen Nutzen. Versuche zeigten, dass Gehen auf den Straßen weniger Energie kostet als abseits davon. Etwa 200.000 Holzbalken, oft ganze Ponderosa-Stämme, wurden aus den Chuska Mountains und vom Mount Taylor herbeigeschafft.
Welche Wanderwege führen durch die Landschaft?
Neben der Rundstraße gibt es vier Wanderwege im Hinterland. Backcountry-Gruppen tragen sich an jedem Wegbeginn ein. Hunde sind auf Wegen im Hinterland an der Leine erlaubt, nicht aber auf den Wegen an den Hauptstätten.
| Weg | Strecke | Besonderheit |
|---|---|---|
| Wijiji Trail | 3,8 Meilen hin und zurück | kürzester Weg im Hinterland |
| South Mesa Trail | 4,5 Meilen Rundweg | beginnt am Parkplatz von Casa Rinconada |
| Pueblo Alto Trail | 5,5 Meilen Rundweg | Blick von der Mesa auf Pueblo Bonito |
| Peñasco Blanco Trail | 7,5 Meilen hin und zurück | längster Weg im Hinterland |
Der Pueblo Alto Trail ist der beliebteste, weil er von der Mesa aus einen Blick von oben auf Pueblo Bonito bietet. Unterwegs sieht man Mesa-Landschaften, Great Houses und Reste der Chaco-Straßen. Petroglyphen und Piktogramme der Ancestral Puebloans und später der Navajo finden sich an den Sandsteinwänden, am Una-Vida-Weg, am Petroglyph Trail zwischen Pueblo Bonito und Chetro Ketl und am Weg nach Peñasco Blanco.
Warum ist der Himmel über Chaco so besonders?
Die International Dark-Sky Association zertifizierte den Park am 19. August 2013 als International Dark Sky Park. Er war der zwölfte weltweit und die vierte Einheit des Nationalpark-Dienstes mit dieser Auszeichnung. Der Park rüstete seine Beleuchtung um, um Lichtverschmutzung zu verringern, und erklärte den Nachthimmel 1993 zur kritischen natürlichen Ressource.
Astronomie gehört seit 1991 zu den Vermittlungsprogrammen. Mehr als 3.000 Besucher und Schulklassen nehmen jährlich an öffentlichen Astronomieprogrammen teil. Der Albuquerque Astronomical Society gehört John Sefick an, der 1997 eine Kuppelsternwarte mit Ausrüstung stiftete. Das Chaco Observatory wurde im Mai 1998 eingeweiht. 1999 erhielten der Park und die Gesellschaft von der National Park Foundation eine lobende Erwähnung für Bildung.
Auch die Chacoaner beobachteten den Himmel. Sie richteten Landwirtschaft und Zeremonien an Jahreszeiten aus, und Nachfahren in den Pueblos setzen viele dieser Traditionen fort. Der Fajada Butte, dessen Name „gegürtet“ bedeutet und auf eine schwarze Lignitschicht zurückgeht, ist für die Navajo Tsé Diyinnii, der „heilige Fels“.

Woher kommen die Namen der Ruinen?
Die meisten Namen sind spanisch oder aus dem Navajo, denn die Navajo haben zuletzt im Canyon gelebt. 1849 vermaß Lieutenant James Simpson mit der Washington Expedition die Stätten und benutzte Namen seines einheimischen Führers Carravahal. Eine spanische Karte von 1776 beschriftet das Gebiet als Chaca, ein Wort der Kolonialzeit für offenes, unerforschtes Land. Daraus wurde Chaco. Die Acoma nennen den Ort W’aasrba shak’a, „Ort des Greasewood“, die Hopi Yupkoyvi, „der Ort jenseits des Horizonts“.
| Name | Bedeutung | Herkunft |
|---|---|---|
| Una Vida | „ein Leben“ | spanisch |
| Pueblo Alto | „hohes Dorf“ | 1877 von William Henry Jackson benannt |
| Kin Kletso | „gelbes Haus“ | aus dem Navajo, nach dem hellen Sandstein |
| Casa Chiquita | „kleines Haus“ | spanisch |
| Peñasco Blanco | „weißer Felsen“ | spanisch, nach der hellen Klippe darunter |
| Pueblo Pintado | „bemaltes Dorf“ | spanisch, ein Außenort |
| Kin Ya’a | „hoch aufragendes Haus“ | aus dem Navajo, nahe Crownpoint |
Der Begriff Anasazi ist ein Navajo-Wort und bedeutet „die Alten“. Der Park verwendet stattdessen Ancestral Puebloans. Rund 150 Außenorte bildeten das Chaco-System, etwa Pueblo Pintado, Kin Bineola und Kin Klizhin. Eine Navajo-Erzählung berichtet, dass sich eine Gruppe in Kin Ya’a mit den Chacoanern niederließ und später als „Turmhaus-Clan“ bekannt wurde.
Welche Natur umgibt die Ruinen?
Der Park ist eine Insel der Artenvielfalt, auf die Weidewirtschaft, Rohstoffabbau und andere Nutzung außerhalb einwirken. Im Gebiet wachsen Pinyon-Wacholder-Wälder, Auen mit Pappeln und Weiden sowie Strauch- und Wildblumengesellschaften. Zu den Tieren zählen Wapitis, Hirsche, Luchse, Hasen, Dachse, Stachelschweine und Fledermäuse, außerdem Schlangen, Eidechsen und Amphibien. Die Vögel werden jährlich gezählt.
Die Forschung reicht von Fossilieninventaren über Pflanzenerfassung bis zur Beobachtung von Felsstürzen, oft verbunden mit kulturellen Projekten. Die fossilienreiche Menefee-Formation liegt nahe Kin Klizhin. Baumringe verraten, wie sich Klima, Ökosysteme und Kulturen verändert haben.
Wo liegt der Chaco Culture National Historical Park?
Er liegt im Nordwesten von New Mexico, im San-Juan-Becken, mit der Postadresse Nageezi.
Wann blühte die Chaco-Kultur?
Zwischen 850 und 1250 n. Chr. Sie begann in der Mitte des 9. Jahrhunderts und dauerte mehr als 300 Jahre.
Was ist Pueblo Bonito?
Es ist das größte Great House im Canyon und das einzige, dessen Räume Besucher durchschreiten können.
Wie lang ist die Rundstraße?
Die Rundstraße misst 9 Meilen, rund 14,5 Kilometer, und führt zu fünf großen Stätten.
Warum ist der Park ein Dark Sky Park?
Die International Dark-Sky Association zertifizierte ihn am 19. August 2013, nachdem der Park seine Beleuchtung umgerüstet hatte.
Was bedeutet Anasazi?
Das Navajo-Wort bedeutet „die Alten“. Der Park verwendet stattdessen den Begriff Ancestral Puebloans.
Weitere Ziele im Südwesten finden Sie auf der Seite zum Südwesten der USA. Wann die Reise sich lohnt, zeigt die beste Reisezeit für Nordamerika.
Passend dazu: Bandelier National Monument, El Morro National Monument.
