Bandelier National Monument
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Bandelier National Monument

Das Bandelier National Monument liegt im Norden von New Mexico bei Los Alamos und schützt mehr als 33.000 Acres Canyon- und Mesalandschaft. Zwischen 1100 und 1550 lebten hier Ancestral Pueblo in Dörfern und in Höhlenwohnungen, die in den Vulkantuff gegraben wurden. Der Park wurde am 11. Februar 1916 gegründet und liegt im Stammland von mindestens 23 Stammesnationen.

Wer in den Frijoles Canyon hinabsteigt, steht zwischen senkrechten Felswänden aus hellem Vulkangestein. In den Klippen sind kleine Kammern ausgehöhlt, vor ihnen ziehen sich Reihen von Balkenlöchern die Wand hinauf, und am Talboden liegen die Mauerreste eines Dorfes mit mehr als 400 Räumen. Das Bandelier National Monument bewahrt eine der dichtesten Ansammlungen vorgeschichtlicher Fundstellen in Nordamerika.

Diese Seite erklärt, wie der Vulkan die Landschaft formte, wer in Frijoles Canyon lebte und was heute von den Dörfern zu sehen ist. Sie erzählt von Adolph Bandelier, von den Arbeitern des Civilian Conservation Corps und von der Zeit des Manhattan-Projekts und stellt Tiere, Pflanzen und Forschung vor. Die Einreise in die USA verlangt für viele Reisende die ESTA.

Was sollten Sie über das Bandelier National Monument wissen?

Der Park gehört zu New Mexico und hat die Postadresse Los Alamos. Er umfasst mehr als 33.000 Acres Schlucht- und Hochflächenland am Südende der Pajarito-Hochfläche. Die Höhenunterschiede sind groß: Der tiefste Punkt liegt am Rio Grande bei etwa 5.340 Fuß, der höchste auf dem Gipfel des Cerro Grande bei 10.199 Fuß. Auf einer Strecke von knapp 12 Meilen überwindet das Gelände damit fast eine Meile Höhe.

ThemaWertHinweis
BundesstaatNew MexicoPostadresse Los Alamos
Gründung11. Februar 1916Präsident Woodrow Wilson
Flächemehr als 33.000 AcresCanyons und Mesas
Tiefster Punktetwa 5.340 FußRio Grande im Süden
Höchster Punkt10.199 FußGipfel des Cerro Grande
Besiedlung1100 bis 1550Ancestral Pueblo
Wanderwegeüber 70 Meilenim gesamten Park
Stammesnationenmindestens 23Heimatland im Park

Der Park besteht aus dem Hauptgebiet mit dem Frijoles Canyon und dem getrennten Tsankawi-Abschnitt, der an der State Highway 4 zwölf Meilen vom Hauptteil entfernt liegt. Beide zeigen dieselbe Geschichte aus unterschiedlichen Blickwinkeln: Unten im Canyon liegen die Dörfer am Bach, oben auf der Mesa führen uralte Pfade durch den Fels.

Wie formte ein Vulkan die Pajarito-Hochfläche?

Die Pajarito-Hochfläche entstand durch zwei gewaltige Eruptionen vor 1,6 und 1,4 Millionen Jahren. Nördlich und westlich des Parks liegt das Valles Caldera National Preserve, das rund 89.000 Acres umfasst. Es verdankt seine Entstehung denselben Ausbrüchen, auf die ein Einsturz des Vulkans folgte. Die Hochfläche besteht aus Tuff, einem weichen Gestein aus verfestigter Vulkanasche, in das Wind und Wasser tiefe Schluchten schnitten.

Genau diese Weichheit nutzten die Menschen. Der Fels ließ sich mit Steinwerkzeugen aushöhlen, und so entstanden die Cavates, kleine Kammern in den Klippen. Die Wanderwege im Hinterland queren tiefe Canyons und flache Mesas und zeigen die ganze Bandbreite dieser vulkanischen Landschaft.

Südlich des Parks liegt der Rio Grande, nördlich ragt der Cerro Grande auf. Der Park grenzt an das Santa Fe National Forest, das mehr als eine Million Acres umfasst. Die Dome Wilderness schließt westlich an die Bandelier Wilderness an. Im Nordosten teilt sich der Park eine lange Grenze mit dem Los Alamos National Laboratory, dessen Gelände rund 26.500 Acres groß ist.

Wer lebte zwischen 1100 und 1550 im Frijoles Canyon?

Ancestral Pueblo lebten von etwa 1100 bis 1550 in diesem Gebiet, und sie und ihre Nachkommen blieben mehr als 400 Jahre. Die Vielfalt der Höhenstufen und das Wasser im Canyon trugen eine große Bevölkerung. Der Park bewahrt viele ihrer Fundstellen, darunter die Cavates, die in die Tuffklippen gegraben wurden. Wenige Orte der Welt besitzen Zeugnisse dieser Art.

Tyuonyi, ausgesprochen „Qu-weh-nee“, war ein Dorf am Talboden. Es war einst zwei Stockwerke hoch und hatte mehr als 400 Räume, von denen die meisten als Vorratskammern dienten. Am Fuß der Felswand reihen sich die Häuser von Long House aneinander. Sie waren drei bis vier Stockwerke hoch, an die Klippe gelehnt, und die Felswand trägt hunderte Petroglyphen, Ritzzeichnungen, darunter einen Truthahn. Das Talus House am Wandfuß wurde 1920 rekonstruiert.

Die Kiva, der runde Ritualraum der Pueblo-Kulturen, ist im Big Kiva zu sehen. Alcove House liegt 140 Fuß über dem Talboden in einer Felsnische. Der Ort hieß früher Ceremonial Cave, und dort lebten etwa 25 Ancestral Pueblo. Vier Holzleitern und eine Reihe von Steinstufen führen hinauf. Eine Kiva ist dort zum Teil rekonstruiert, zum Teil original. Balkenlöcher und Nischen der früheren Häuser sind erhalten, die meisten Wohnbauten sind verschwunden.

Steinreste eines Pueblo-Dorfes am Boden eines Canyons

Welche Wege führen durch Frijoles Canyon und Tsankawi?

Der Hauptweg im Canyon ist der Pueblo Loop Trail, eine Runde von 1,4 Meilen mit Balkenstegen über den Bach. Er führt an Big Kiva, Tyuonyi, Talus House und Long House vorbei. Die meisten Besucher brauchen 45 Minuten bis eine Stunde. Leitern führen in die Cavates hinein. Ein Begleitheft beschreibt 21 nummerierte Stationen. Der erste Abschnitt ist flach und für Rollstühle und Kinderwagen geeignet, später folgen Stufen und Leitern.

Der Alcove-House-Pfad zweigt eine halbe Meile hinter der Mitte der Runde ab und ist hin und zurück eine Meile lang. Im Park liegen über 70 Meilen Wanderwege auf den rund 33.000 Acres. Der Frey Trail steigt in Serpentinen aus dem Frijoles Canyon heraus und führt zum Juniper Campground. Zu den weiteren Wegen zählen der Falls Trail, der Frijolito Loop Trail, der Tyuonyi Overlook Trail, der Burnt Mesa Trail, die Cerro-Grande-Route und der Alamo Boundary Trail. Zwei Wege sind im Winter für den Skilanglauf ausgewiesen.

Der Tsankawi-Abschnitt hat einen 1,5 Meilen langen Rundweg über eine Mesa. Er führt an Cavates und Petroglyphen vorbei zum Dorf der Ancestral Pueblo auf der Mesa-Oberkante, und Leitern gehören zum Weg. Der Weg ist sehr exponiert. In den Piñon-Wacholder-Wäldern leben Kurzhornleguane, die nicht angefasst oder gesammelt werden dürfen.

Reisetipp Der Pueblo Loop Trail ist der Weg, den Sie nicht auslassen sollten. Ergänzen Sie ihn mit Tsankawi, wenn Sie die Landschaft der Mesa erleben wollen.

Wer war Adolph Bandelier, der Namensgeber des Parks?

Adolph Bandelier wurde am 6. August 1840 in Bern in der Schweiz geboren. Die Familie wanderte 1848 in die USA aus und ließ sich in Highland, Illinois, nieder. Mit 40 Jahren gab er die Arbeit in einer Bank auf und ging 1880 ins Territorium New Mexico. Das Archaeological Institute of America finanzierte seine Feldforschung. In den ersten 18 Monaten besuchte er 166 Fundstellen in New Mexico, Arizona und Mexiko.

Führer aus dem Pueblo Cochiti brachten ihn am 23. Oktober 1880 in den Frijoles Canyon. 1890 erschien sein Roman „The Delight Makers“, der in diesem Canyon spielt. 1892 verließ er New Mexico. Er starb am 18. März 1914 in Sevilla und wurde dort bestattet. Präsident Woodrow Wilson gründete das Bandelier National Monument am 11. Februar 1916. Seine Gebeine wurden 1977 exhumiert, 1980 wurde seine Asche im Park verstreut.

Nach dem Park-Gründer kam die Verwaltung. Der Park wechselte am 25. Februar 1932 vom Forest Service zum National Park Service. Frank „Boss“ Pinkley, geboren 1881, wurde der erste Superintendent des Bandelier National Monument. Mit 19 Jahren erkrankte er an Tuberkulose und zog nach Arizona, wo er Aufseher der Casa Grande Ruins wurde. Später leitete er die Southwest National Monuments, eine Gruppe von 27 Denkmälern in Arizona, New Mexico, Colorado und Utah. Er starb 1940.

Was baute das Civilian Conservation Corps in Frijoles Canyon?

Das Civilian Conservation Corps entstand 1933 durch den Emergency Conservation Work Act. Von 1933 bis 1941 arbeiteten seine Mitglieder im Canyon. Die Straße in den Canyon wurde 1933 als Lastwagenweg eröffnet. Die Männer waren zwischen 17 und 26 Jahre alt und erhielten einen Dollar pro Tag, wovon nach jeder Zahlungsperiode fünf Dollar ausgezahlt und der Rest an die Familien geschickt wurde. Erfahrene ältere Arbeiter, die Local Experienced Men, bildeten sie aus.

Sie errichteten 31 Steingebäude im Pueblo-Revival-Stil, darunter Besucheranlagen, Wohnhäuser, Büros, den Feuerturm und das Eingangshaus. Der Architekt Lyle Bennett entwarf mehrere Bauten der Parks im Südwesten. Die Arbeiter schnitzten Möbel von Hand, fertigten durchlöcherte Blechlampen, legten Wege an, halfen Archäologen bei der Sicherung der Ruinen und verbreiterten die Straße. Weil das Geld für Material knapp war, stammten die Baustoffe fast alle aus der Umgebung. Bandelier besitzt eine der größten Sammlungen von CCC-Gebäuden in den USA.

Nach dem Kriegseintritt der USA im Dezember 1941 meldeten sich die Männer zum Dienst, und die Zeit des CCC endete.

Höhlenkammern in einer Tuffklippe unter Kiefern

Welche Rolle spielte die Lodge im Manhattan-Projekt?

Die Frijoles Canyon Lodge war lange die einzige Unterkunft im Canyon. 1925 übernahmen George und Evelyn Frey die Pacht. Evelyn kam mit ihrem kleinen Sohn Richard, 75 Obstbäumen und mehreren hundert Hühnern, die auf Maultieren den steilen Pfad hinabgetragen wurden. Sie führte die Lodge bis 1946 durch die Kriegsjahre. New Mexico erklärte den 3. Mai 1975 zum „Evelyn Frey Day“ und ehrte damit 50 Jahre als Konzessionärin. Im September 1988 starb sie in ihrer Wohnung im Canyon, nach 63 Jahren dort.

Im Mai 1943 teilte J. Robert Oppenheimer den Mitarbeitern des Parks mit, dass er die Lodge bis zum 15. Juni für das Manhattan-Projekt benötige. Die in den 1930er-Jahren vom CCC gebaute Anlage hatte mehrere Casitas, einen Speiseraum und einen Laden. 1943 wohnten die Wissenschaftler Richard Taschek und John Manley mit ihren Familien dort. Im Januar 1946 ging die Lodge an Evelyn Frey zurück.

Die Künstlerinnen und Künstler der Pueblos prägen den Park bis heute. Pablita Velarde, geboren am 19. September 1918 im Pueblo Santa Clara und mit dem Tewa-Namen Tse Tsen, „Goldene Morgenröte“, schuf zwischen 1939 und 1945 mehr als 84 Gemälde für das Besucherzentrum. Sie starb am 12. Januar 2006 im Alter von 87 Jahren. Julian Martinez arbeitete für den Archäologen Edgar Lee Hewett, der im Frijoles Canyon grub. 1908 bat Hewett Julians Frau Maria Martinez, vorgeschichtliche Keramik nachzubilden. Maria töpferte, Julian bemalte und brannte die Gefäße. Gemeinsam entwickelten sie die mattschwarze Ware auf Hochglanz. Julian starb 1943, Maria am 20. Juli 1980.

Welche Tiere, Pflanzen und Forschungsthemen prägen den Park?

Auf den südlichen Teilen des Parks dominieren Piñon-Wacholder-Wälder. Es folgen Ponderosa-Kiefernsavannen und Wälder, und in den höchsten Lagen wächst Mischnadelwald. Wüstengrasland, Bergwiesen und Uferzonen in den Canyonböden vervollständigen das Bild. Regen und Schnee sind der Schlüssel: Feuchte Jahre lassen Pflanzen sprießen, die Jahrzehnte nicht zu sehen waren. Die Kaktusart Cane Cholla blüht im Frühsommer und war eine wichtige Nahrung der Ancestral Pueblo.

Im Park leben über 55 Säugetierarten. Maultierhirsche sind an vielen Stellen zu sehen, dazu kommen Abert-Hörnchen und Pumas. Wölfe und Grizzlybären wurden durch menschliche Eingriffe ausgerottet. Dickhornschafe und Flussotter wurden nach langer Abwesenheit wieder angesiedelt. Der einheimische Merriam-Wapiti verschwand durch die Jagd zu Beginn des 20. Jahrhunderts. In den 1960er-Jahren brachte man Wapitis aus dem Rocky Mountain National Park auf die Pajarito-Hochfläche zurück. 1998 wurden Zäune gebaut, die zeigen, wie stark Wapitis Espen und andere Pflanzen verbeißen. 1986 zog eine Kolonie von rund 10.000 Mexikanischen Bulldoggfledermäusen in die Höhle über Long House. Sie nutzte sie bis 2002 jeden Sommer. Zu den Vögeln zählen Diademhäher, Kanyontowhee und Kiefernmeise als Standvögel sowie Truthahngeier, Papageitangare und Schwarzkopf-Kernknacker im Sommer. Kraniche ziehen im Frühjahr und Herbst über den Park.

Das größte Problem für die Fundstellen ist die Bodenerosion in den Piñon-Wacholder-Wäldern. Sie erreichte fast zwei Zoll pro Jahrhundert. Ursache war das Zusammenspiel von Feuerunterdrückung und starker Beweidung durch Schafe und Rinder ab dem späten 19. Jahrhundert bis in die 1930er-Jahre. Ab 1994 zeigten Versuche, dass ausgedünnte Bäume und die als „Erosionsdecke“ ausgebreiteten Äste den Unterwuchs verdreifachten und die Erosion um etwa das Hundertfache senkten. Seit 2007 setzt der Park das Verfahren im Hauptgebiet und in Tsankawi ein.

Die Forschung am Bandelier begann vor mehr als einem Jahrhundert mit den Schriften Adolph Bandeliers. Heute stehen Naturwissenschaften gleichberechtigt daneben. Die Western Mountain Initiative untersucht, wie Bergökosysteme auf Klimaschwankungen reagieren.

Mesa mit Piñon-Kiefern und Wacholder unter weitem Himmel

Wessen Heimatland ist das Bandelier National Monument?

Der Park liegt im Stammland von mindestens 23 Stammesnationen. Zu ihnen zählen die Pueblos Cochiti, San Ildefonso, Santa Clara, Santo Domingo, Zia, Jemez, Acoma, Laguna, Taos und Zuni sowie die Hopi, die Navajo Nation, der Fort Sill Apache Tribe und der Standing Rock Sioux Tribe. Die Mauern und Cavates sind Zeugnisse einer Kultur, die in den benachbarten Gemeinden weiterlebt.

Mitglieder dieser Nationen zeigen im Rahmen eines kostenlosen Programms auf der Terrasse hinter dem Besucherzentrum traditionelles und modernes Kunsthandwerk. Die Friends of Bandelier National Monument finanzieren Reise und Zeit der Teilnehmenden. So steht neben der Geschichte der Ruinen die Gegenwart der Menschen, deren Vorfahren hier lebten.

Reisetipp Planen Sie eine Reise mit weiteren Fundorten der Pueblo-Kulturen im Südwesten: Chaco Culture und Mesa Verde gehören zur selben Geschichte.
Wo liegt das Bandelier National Monument?

Der Park liegt im Norden von New Mexico mit der Postadresse Los Alamos. Der Tsankawi-Abschnitt befindet sich an der State Highway 4 zwölf Meilen vom Hauptgebiet entfernt.

Wann wurde das Bandelier National Monument gegründet?

Präsident Woodrow Wilson gründete es am 11. Februar 1916. Seit dem 25. Februar 1932 verwaltet der National Park Service den Park.

Wer lebte im Frijoles Canyon?

Ancestral Pueblo lebten von etwa 1100 bis 1550 im Canyon. Ihre Dörfer, darunter Tyuonyi mit über 400 Räumen, und die Cavates in den Tuffklippen sind erhalten.

Wie lang ist der Pueblo Loop Trail?

Der Pueblo Loop Trail ist eine Runde von 1,4 Meilen. Er führt an Big Kiva, Tyuonyi, Talus House und Long House vorbei. Die meisten Besucher brauchen 45 Minuten bis eine Stunde.

Was ist Alcove House?

Alcove House ist eine Felsnische 140 Fuß über dem Talboden, in der etwa 25 Ancestral Pueblo lebten. Vier Holzleitern und Steinstufen führen hinauf.

Woher stammt der Name Bandelier?

Der Park trägt den Namen des Schweizer Ethnologen Adolph Bandelier. Führer aus dem Pueblo Cochiti brachten ihn am 23. Oktober 1880 in den Frijoles Canyon.

Weitere Ziele der Pueblo-Kulturen finden Sie in der Übersicht Südwesten und zur Geschichte unter präkolumbische Kulturen. Wann die Reise sich lohnt, zeigt die beste Reisezeit.

Passend dazu: Wupatki National Monument, El Morro National Monument.