Apostle Islands National Lakeshore
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Apostle Islands National Lakeshore

Die Apostle Islands National Lakeshore im Norden von Wisconsin schützt 21 Inseln im Lake Superior und 19 Kilometer Festlandküste, zusammen rund 280 Quadratkilometer. Rote Sandsteinklippen, Seehöhlen, alte Wälder und zehn Leuchttürme prägen das Gebiet. Es wurde am 26. September 1970 gegründet und besitzt die größte Leuchtturmsammlung der USA.

Die Apostle Islands National Lakeshore liegt am Nordrand von Wisconsin im größten und reinsten der Großen Seen. Der Archipel gehört zu den wenigen Zielen in den USA, in denen sich Bootsfahren, Wandern und Geschichte in einer Landschaft verbinden: bunte Klippen, stille Buchten, Dünen, Moore und Wälder, dazu die Spuren von Fischern, Steinbrechern, Holzfällern und Leuchtturmwärtern.

Diese Seite erklärt, wie die Inseln entstanden, welche Wälder und Tiere sie prägen, wie die Leuchttürme in die Geschichte der Schifffahrt passen, was Bauern und Fischer auf den Inseln erlebten, welche Rolle die Ojibwe spielen und was Sie bei der Planung beachten. Die Einreise erfolgt wie bei allen Zielen in den USA mit der ESTA.

Was sollten Sie über die Apostle Islands wissen?

Der Park liegt an der Nordspitze der Bayfield-Halbinsel, dem nördlichsten Festlandpunkt von Wisconsin, in den Countys Ashland und Bayfield. Er besteht aus 22 getrennten Einheiten: 21 Inseln und einem Küstenabschnitt auf dem Festland von 19 Kilometern Länge. Die Verwaltung sitzt in Bayfield. Ein Besucherzentrum liegt im Ort Russell an der Little Sand Bay, ein weiteres auf Stockton Island.

ThemaWertHinweis
Gründung26. September 1970National Lakeshore
Fläche69.372 Acres (rund 280 km²)davon 27.323 Acres unter Wasser
Inseln21 Inselnplus 19 km Festlandküste
GesteinSandstein, rund eine Milliarde Jahre altspätes Präkambrium
Pflanzenüber 800 ArtenÜbergangszone zwischen Nadel- und Laubwald
Leuchttürme10 Bauwerkeneun auf Inseln, eines am Festland

Die Lakeshore ist größtenteils Wasser und Wald. Deshalb erleben Besucher sie zuerst auf dem See: mit dem Boot, dem Kajak oder dem Segelschiff. Wetter und Wellen bestimmen, was möglich ist.

Wie entstanden Klippen, Höhlen und Strände?

Die Inseln und die Bayfield-Halbinsel liegen auf Sandsteinen der Bayfield Group, die im späten Präkambrium vor rund 660 Millionen bis einer Milliarde Jahren abgelagert wurden. Ihre untere und obere Schicht, die Orienta- und die Chequamegon-Formation, setzten verflochtene Bäche ab, die nach Nordosten flossen. Dazwischen liegt die Devils-Island-Formation. Sie entstand auf Sandebenen, die zeitweise von flachem Wasser bedeckt waren. Ihre dünneren, leichter abtragbaren Schichten eignen sich besonders gut für die Entstehung von Seehöhlen.

Mehrere Eiszeiten haben die Inseln geformt und fast überall Moränenmaterial und Schmelzwassersand hinterlassen. Die jüngste Vereisung durch die Vanders-Eiszunge endete vor etwa 12.000 Jahren. Der Glacial Lake Duluth überflutete damals den größten Teil der Halbinsel und der Inseln. Als das Eis schmolz und das Land sich hob, fielen die Wasserstände, und die Inseln traten hervor. Terrassen, Wellenschnitt-Absätze und erhöhte Strände zeigen die früheren Stände des Lake Superior.

Aus abbrechenden Eiszeit-Steilufern stammt der Sand für Landzungen, Strände, Tombolos und Cuspate Forelands, eine Form, die einer Landzunge ähnelt, aber kürzer und gedrungener ist. Rund ein Drittel der Küstenlinie besteht aus Sandsteinbänken und Klippen. Der Bundesstaat Wisconsin hat Teile des Gebiets als Naturschutzflächen für Küstenwald, Sandlandschaft und Küstenklippen ausgewiesen.

Weißer Leuchtturm zwischen Kiefern auf einer bewaldeten Insel im See

Welche Wälder und Moore wachsen auf den Inseln?

Die Inseln liegen am nordwestlichen Rand des Verbreitungsgebiets von Hemlock-Weißkiefer-Laubwald und enthalten Elemente des borealen Nadelwalds. In dieser Übergangszone zwischen borealem und gemäßigtem Wald entstand ein Ökosystem, das in Nordamerika einzigartig ist. Rund 90 Prozent der Inseln trugen einst Mischwald aus Hemlocktanne, Weißkiefer, Zuckerahorn sowie Gelb- und Weißbirke. Zur borealen Gemeinschaft zählen Weißfichte, Balsamtanne, Tamarack, Weißzeder, Birke und Espe. Über 800 Pflanzenarten sind hier belegt.

Die meisten Inseln wurden abgeholzt. Nie kommerziell eingeschlagen wurden North Twin, Devils, Raspberry, Long und Eagle Island. Reste alter Wälder haben sich auf Outer Island und Bear Island erhalten. Nach dem Einschlag stieg der Hirschbestand auf vielen Inseln stark an. Hirsche leben nur noch auf wenigen Inseln. Die Kanadische Eibe bildet üppige Bestände auf Inseln ohne hohe Hirschdichte; auf dem Festland ist sie wegen des Verbisses sehr selten.

Hinter den Dünenkämmen füllen Moore aufgelassene Seebecken. Seggen, Sträucher und Torfmoos wachsen dort. Die größeren Moore auf Michigan, Outer und Stockton Island haben Lagunen mit schwimmenden und untergetauchten Wasserpflanzen. Dünen tragen Strandhafer und Strandwicke, dazu Erle, Zitterpappel und Weißbirke. Die steilen rötlichen Lehmufer bewachsen Balsampappel, Weißbirke, Rotahorn und Eberesche.

Welche Tiere leben im Archipel?

Jagdbar sind Weißwedelhirsche, Schwarzbären, Schneeschuhhasen, Waldschnepfen und Kragenhühner. Dazu kommen Rotfuchs, Kojote, Biber und Otter sowie Spitzmäuse, Mäuse, Wühlmäuse, Rothörnchen und Streifenhörnchen. Der Fichtenmarder, in Wisconsin eine bedrohte Tierart, gedeiht in der geschützten Wildnis der Inseln. Waschbär, Stinktier, Stachelschwein, Grauhörnchen und Murmeltier fehlen auf den Inseln.

Die meisten brütenden Waldvögel sind Zugvögel. Die Inseln sind im Frühjahr und im Herbst wichtige Sammelpunkte für den Vogelzug, und auch Koloniebrüter, Pfeifregenpfeifer und ziehende Waldsänger nutzen sie. An den Untiefen vor der Küste laichten Seeforellen und Renken, beide wirtschaftlich wichtig. Dazu leben Schlangen, Schildkröten, Salamander, Kröten, Frösche, Armmolche und Furchenmolche im Archipel.

Invasive Arten verändern das Gleichgewicht. Zebramuscheln breiten sich mit wenigen Tropfen Wasser aus, der Eschenprachtkäfer reist im Brennholz mit, und Samen von Rispen-Flockenblume und Knoblauchsrauke haften an Stiefeln und Kleidung. Auch Purpurweiderich und Kreuzdorn breiten sich über Haustierfell und Reifenprofile aus. Deshalb gilt: nur totes Holz von den Inseln verbrennen, Boote reinigen, entleeren und trocknen und Köder nie im See entsorgen.

Reisetipp Reinigen Sie Boot, Kajak und Schuhe vor jeder Anreise. Das schützt die Inseln vor eingeschleppten Pflanzen und Muscheln.

Warum gibt es hier so viele Leuchttürme?

Die Inseln besitzen die größte und bedeutendste Leuchtturmsammlung der USA. Zehn Bauwerke stehen im und am Archipel, neun davon auf Inseln und eines am Festland. Der Old Michigan Island Lighthouse wurde 1856 gebaut, 1857 in Betrieb genommen, 1858 aufgegeben, 1869 wieder entzündet und 1929 stillgelegt. Der New Michigan Island Light Tower wurde 1880 in Pennsylvania gefertigt, 1918 abgebaut und 1929 auf Michigan Island wieder errichtet. Er wurde 1943 automatisiert.

Der Raspberry Island Lighthouse entstand 1862, nahm 1863 den Betrieb auf, wurde 1906 erweitert und 1947 automatisiert. Der Sand Island Lighthouse wurde 1881 gebaut, 1921 automatisiert und um 1933 durch einen Stahlturm ersetzt, ehe das Licht 1985 in den Leuchtturm zurückkehrte. Auf Outer Island steht seit 1874 ein Leuchtturm, der 1961 automatisiert wurde. Der Devils Island Light Tower begann 1891 als provisorischer Turm, der dauerhafte Turm von 1898 ging 1901 in Betrieb. 1914 erhielt er äußere Verstrebungen, 1978 wurde er automatisiert, und 1992 wurde die Linse ersetzt.

Auf Long Island standen zwei Leuchttürme in kurzer Folge. Der Old LaPointe Lighthouse wurde 1858 gebaut und 1897 stillgelegt; danach diente er bis 1940 als Wohnung, die Grundmauern sind zu sehen. Der New LaPointe Light Tower und der Chequamegon Point Light Tower entstanden beide 1897. Am Festland steht der Ashland Harbor Breakwater Lighthouse von 1915. Der Seeverkehr wuchs rasch: Bis 1843 beleuchteten fünf Türme den Lake Superior, am Ende des Jahrzehnts waren es 34.

Sandstrand und Dünenwald auf einer Insel im Lake Superior

Was erlebten Fischer, Bauern und Schiffe?

Menschen leben seit mehr als 7.500 Jahren auf den Inseln, die schriftliche Geschichte reicht dagegen nur 350 Jahre zurück. Zu den Spuren aus der Zeit nach dem europäischen Kontakt zählen Fischercamps, Holzfällerlager, Jägerhütten, aufgegebene Steinbrüche und Wracks. Auf Basswood Island liegen im Steinbruch noch große behauene Blöcke aus braunem Sandstein, dazu rostende Maschinenteile.

Die Berufsfischerei ernährte über Generationen Familien. Die Hokenson-Brüder Eskel, Leo und Roy, Söhne schwedischer Einwanderer, betrieben an der Little Sand Bay mehr als 30 Jahre lang eine Fischerei. Der Vater arbeitete in Bayfield als Holzfäller und Steinbrecher. Die Brüder bewirtschafteten ein Gehöft in der Nähe und fischten zunächst nur nebenbei. Nach mehreren schlechten Jahren kauften sie drei Reusennetze und fischten kommerziell, bis sie Mitte der 1960er-Jahre aufhörten. Der Komplex dient als Museum mit rustikalen Gebäuden.

Die Landwirtschaft blieb auf den Inseln eine Randerscheinung. Befürworter priesen den fruchtbaren Boden und die um etwa 40 Tage längere Vegetationszeit durch den Lake Superior. Die erwartete Blüte blieb aus, und die letzte Inselfarm schloss vor Ende des Zweiten Weltkriegs. Auf Rocky, South Twin und Ironwood Island gründeten die Unternehmer Henry Rice und Ozara Stearns nach dem Bürgerkrieg Höfe, die nur kurz bestanden; 1895 holte sich der Wald die Felder zurück. Auf Basswood Island erwarb der Bürgerkriegsveteran Richard McCloud 1865 ein Gehöft. Bis 1870 belieferte es die Arbeiter eines nahen Steinbruchs mit Gemüse. 1878 verkaufte er, später erweiterte Elisha K. Brigham den Hof, und mit seinem Tod 1923 endete der Ackerbau auf der Insel.

Der Leuchtturmwärter Roswell Pendergast pflanzte ab 1869 auf Michigan Island Tausende Obstbäume und verkaufte Äpfel, Kirschen, Pfirsiche, Pflaumen und Birnen, bis er 1874 ging. Sand Island war die größte Siedlung, mit zeitweise rund 100 Ganzjahresbewohnern. John Shaw ließ sich in den 1870er-Jahren am Shaw Point nieder, und in der East Bay lebten mehrere, meist norwegische Familien von Landwirtschaft und Fischfang. Im Herbst 1944 verließen die letzten Ganzjahresbewohner die Insel.

Zum Schifffahrtsalltag gehörten auch Unglücke. Am 2. September 1905 versenkte ein Sturm auf dem See innerhalb weniger Stunden zwei Schiffe. Eine Erzählung des Parks widmet sich dem Wrack der „Sevona“. 1939, am 30. September, brach sich die sechzehnjährige Marjorie Bard bei einem Sturz im Haus ihrer Familie auf Devils Island die Hüfte und wurde gerettet. Die Funde auf dem Seegrund gehören dem Staat Wisconsin und sind geschützt.

Alter Hof mit Holzscheune auf einer Waldlichtung am See

Welche Bedeutung haben die Inseln für die Ojibwe?

Indigene Völker leben seit Tausenden von Jahren auf den Inseln und in der Umgebung. Ojibwe-Schöpfungsgeschichten verorten sie dort, solange es Menschen gibt. Die Kultur der Ojibwe ist eng mit diesem Ort, den Inseln und der Natur ringsum verbunden. Die Ojibwe-Sprache, Ojibwemowin, bietet einen Blick auf die Welt, der sich vom Englischen unterscheiden kann. Der Park stellt die ursprünglichen Namen der Inseln als Audio bereit.

Das Red-Cliff-Reservat (Miskwaabekong) liegt an der Nordostküste der Bayfield-Halbinsel mit Blick auf die Inseln. Die Red Cliff Band ist der größte Arbeitgeber im Bayfield County. Zum Bad-River-Reservat gehören fast 500 Meilen Flüsse und Bäche, über 30.000 Acres Feuchtgebiete, 38 Meilen Küste am Lake Superior und die Kakagon Sloughs. Beide Bands veranstalten im Sommer ein Pow Wow, das für Besucher offen ist. Die Great Lakes Indian Fish and Wildlife Commission, 1984 gegründet, vertritt elf Ojibwe-Stämme. Die Verträge von 1837, 1842 und 1854 sicherten ihnen Jagd-, Fischerei- und Sammelrechte.

Wie planen Sie den Besuch?

Die Anreise führt über Bayfield am Festland. Von dort erreichen Sie die Inseln mit dem Boot, und Wetter und Wellen bestimmen, wann eine Überfahrt möglich ist. Auf Basswood Island führt ein Rundweg von 9 Kilometern zum McCloud-Brigham-Hof und zu den Steinbruch-Aussichtspunkten. Auf Devils Island verbinden drei Wege die Anlegestellen mit dem Leuchtturm, der längste ist etwa 1,6 Kilometer lang und führt durch alten Wald und ein Moor. Auf Outer Island führt der 11 Kilometer lange Sandspit Trail vom Leuchtturm zu den Stränden an der Südspitze, zum Teil auf einer alten Holzbahntrasse, und der 2,7 Kilometer lange Lullaby Trail zum Camp einer früheren Holzfirma.

Auf Sand Island führt ein kurzer Weg vom Zeltplatz East Bay zum Gehöft der Familie Noreng. Auf dem Festland sind 19 Kilometer Küste mit dem Auto erreichbar. Zum Archipel gehören Seehöhlen und Leuchttürme, und der Park bietet Programme mit Rangern an. Wer den See erkundet, sollte die Wetterlage und die Sicherheitsregeln des Parks prüfen.

Die Region ist Teil einer Reise durch den Norden der USA. Ein ähnliches Seeufer-Erlebnis bietet die Pictured Rocks National Lakeshore im Norden von Michigan, und für Minnesota empfiehlt sich der Voyageurs-Nationalpark. Die passende Jahreszeit hilft die Übersicht zur besten Reisezeit für Nordamerika zu finden.

Wo liegen die Apostle Islands?

Im Lake Superior vor der Bayfield-Halbinsel im Norden von Wisconsin. Der Park hat 21 Inseln und 19 Kilometer Festlandküste.

Wann wurde die Lakeshore gegründet?

Am 26. September 1970. Sie umfasst 69.372 Acres, davon 27.323 Acres Wasserfläche.

Wie viele Leuchttürme gibt es?

Zehn Bauwerke, neun auf Inseln und eines am Festland. Der Archipel hat die größte Leuchtturmsammlung der USA.

Wie alt sind die Sandsteinklippen?

Der Sandstein entstand im späten Präkambrium vor rund 660 Millionen bis einer Milliarde Jahren.

Gibt es Bären auf den Inseln?

Ja, Schwarzbären leben dort. Waschbären, Stinktiere und Stachelschweine fehlen.

Wie lange leben Menschen schon hier?

Seit mehr als 7.500 Jahren. Die Ojibwe-Kultur ist eng mit den Inseln verbunden.

Die Apostle Islands verbinden Sandsteinklippen, Seehöhlen, alte Wälder und zehn Leuchttürme mit der Geschichte von Ojibwe, Fischern und Siedlern. Wer den Lake Superior abseits der großen Städte erleben will, findet hier einen der schönsten Archipele der USA.

Passend dazu: Cuyahoga-Valley-Nationalpark.