San Francisco verbindet auf engem Raum Weltstadt und kalifornische Leichtigkeit: die Golden Gate Bridge im Nebel, klingelnde Cable Cars an steilen Hügeln, die Gefängnisinsel Alcatraz und Viertel, die von Chinatown bis zum Castro jede eine eigene Welt sind. Dieser Reiseführer zeigt Ihnen die Höhepunkte, die beste Reisezeit, die clevere Fortbewegung und gibt ehrliche Sicherheitstipps.
Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten
Die Viertel im Überblick
Alcatraz besuchen
Beste Reisezeit und der Nebel
Fortbewegung: Cable Car, Muni & BART
Wie sicher ist San Francisco?
Geld, Trinkgeld & Praktisches
Häufige Fragen
Auf gerade einmal 121 Quadratkilometern und über 40 Hügeln verdichtet San Francisco eine erstaunliche Vielfalt: die berühmteste Brücke der Welt, historische Straßenbahnen, eine der ältesten Chinatowns Amerikas, die Wiege der Hippie-Bewegung und das Zentrum der digitalen Revolution. Die Stadt ist kompakt und gut zu Fuß zu erkunden, wenn man die Steigungen nicht scheut. Dieser Führer hilft Ihnen, aus der Fülle die Höhepunkte auszuwählen, die Eigenheiten des Mikroklimas zu verstehen und die wenigen problematischen Ecken zu meiden. Alle Preise sind ungefähre Richtwerte.
Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten
Das Wahrzeichen ist die Golden Gate Bridge: Der Fußweg oder eine Radtour über die 2,7 Kilometer lange Brücke ist kostenlos und ein Muss; den schönsten Blick haben Sie von den Marin Headlands auf der Nordseite oder vom Battery Spencer. An der Waterfront reihen sich der touristische Fisherman’s Wharf mit den faul in der Sonne liegenden Seelöwen am Pier 39, das kulinarische Ferry Building und der Aussichtsturm Coit Tower auf dem Telegraph Hill. Die kurvenreichste Straße der Welt, die Lombard Street, windet sich in acht Serpentinen einen Hügel hinab. Für Familien und Naturfreunde lohnt der weitläufige Golden Gate Park mit der California Academy of Sciences und dem japanischen Teegarten. Kunstliebhaber besuchen das SFMOMA und das de Young Museum.
Die Viertel San Franciscos im Überblick
San Francisco ist eine Stadt der Nachbarschaften. Chinatown ist die älteste und eine der größten außerhalb Asiens – ein Gassenlabyrinth voller Läden und Teehäuser. Das italienisch geprägte North Beach lockt mit Cafés und der legendären Buchhandlung City Lights. Das bunte Mission District ist berühmt für seine Wandmalereien (Murals) und die besten Burritos der Stadt. In Haight-Ashbury spürt man noch den Geist des „Summer of Love“ von 1967, das Castro gilt als eines der bekanntesten schwulen Viertel der Welt. Dazu kommen das noble Nob Hill mit seinen Grandhotels, das lebendige Hayes Valley, die schmucken viktorianischen Häuser der Painted Ladies am Alamo Square und die entspannte Marina am Wasser. Jedes Viertel hat ein eigenes Mikroklima und einen eigenen Charakter.
Wie besucht man Alcatraz?
Die ehemalige Hochsicherheitsgefängnis-Insel Alcatraz im Herzen der Bucht ist die beliebteste Attraktion der Stadt – und muss unbedingt weit im Voraus gebucht werden, oft mehrere Wochen vorher. Der einzige offizielle Anbieter ist Alcatraz City Cruises, die Fähren legen am Pier 33 ab; das reguläre Tagesticket kostet rund 48 US-Dollar und enthält einen ausgezeichneten, preisgekrönten Audioguide mit den Stimmen ehemaliger Häftlinge und Wärter. Rechnen Sie mit zweieinhalb bis drei Stunden inklusive Überfahrt. Besonders stimmungsvoll ist die etwas teurere Nachttour. Vorsicht vor Drittanbietern, die überteuerte oder gar keine gültigen Tickets verkaufen – buchen Sie ausschließlich über die offizielle Seite. Wer keine Karten mehr bekommt, sieht die Insel auch von der kostenlosen Bay-Rundfahrt der Blue & Gold Fleet oder vom Pier aus.
Wann ist die beste Reisezeit – und was hat es mit dem Nebel auf sich?
Anders als der Rest Kaliforniens hat San Francisco ein kühles, wechselhaftes Mikroklima. Die beste Reisezeit ist der Spätsommer und Frühherbst (September und Oktober): Dann ist es am wärmsten, am sonnigsten und der berüchtigte Nebel bleibt meist aus. Im Hochsommer (Juli und August) wälzt sich dagegen fast täglich eine dichte Nebelbank vom Pazifik über die Stadt – die Einheimischen nennen sie liebevoll „Karl the Fog“. Mark Twain wird der Satz zugeschrieben, der kälteste Winter, den er je erlebte, sei ein Sommer in San Francisco gewesen. Nehmen Sie deshalb zu jeder Jahreszeit eine warme Jacke mit, auch im Sommer. Der Winter ist mild, aber die regenreichste Zeit. Frühling und Herbst sind angenehm und weniger überlaufen.
Wie bewegt man sich in San Francisco fort?
Die Stadt ist kompakt und gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erschlossen. Das historische Erlebnis sind die Cable Cars, die von Hand gebremsten Standseilbahnen an den Powell-Hyde- und Powell-Mason-Linien – eine Einzelfahrt kostet pauschal 8 US-Dollar. Für den Alltag nutzen Sie das Muni-Netz aus Bussen, Straßenbahnen und den nostalgischen historischen Straßenbahnen der F-Linie (Einzelfahrt rund 2,75 US-Dollar mit der Clipper Card oder der App). Die regionale U-/S-Bahn BART verbindet die Stadt mit dem Umland und mit dem Flughafen SFO (rund 30 Minuten in die Innenstadt, etwa 10 US-Dollar). Ein Mietwagen ist in der Stadt eher hinderlich – Parken ist teuer und schwierig, und an vielen Hügeln müssen Sie die Räder besonders einschlagen. Für Ausflüge ins Umland oder eine Weiterfahrt entlang der Küste ist ein Auto dagegen sinnvoll.
Wie sicher ist San Francisco?
Die meisten touristischen Gegenden – Fisherman’s Wharf, Golden Gate Park, die Waterfront, North Beach, das Marina District – sind tagsüber wie abends unproblematisch. Ehrlich gesagt gibt es aber Ecken, die man meiden sollte: Das Tenderloin nördlich der Market Street sowie Teile der Mid-Market-Straße und der südlichen Mission sind von Obdachlosigkeit und offener Drogenszene geprägt und abends unangenehm. Das größte praktische Risiko für Reisende sind jedoch Autoeinbrüche: In geparkte Fahrzeuge, gerade Mietwagen, wird häufig eingebrochen. Lassen Sie deshalb niemals Wertsachen oder Gepäck sichtbar im Auto liegen, auch nicht für wenige Minuten. Mit etwas Umsicht ist San Francisco ein entspanntes und weltoffenes Reiseziel.
Geld, Trinkgeld und Praktisches
San Francisco ist teuer, besonders bei Hotels: Mittelklassezimmer kosten oft 200 bis über 350 US-Dollar pro Nacht. Kartenzahlung inklusive Apple und Google Pay ist überall möglich, Bargeld brauchen Sie kaum. Beim Bezahlen gelten die US-Besonderheiten: Trinkgeld von 18 bis 20 Prozent ist im Restaurant erwartet, an der Bar ein bis zwei Dollar pro Getränk. Die ausgezeichneten Preise sind Nettopreise – die Verkaufssteuer von rund 8,6 Prozent kommt erst an der Kasse hinzu. Leitungswasser ist bedenkenlos trinkbar. Für die Einreise benötigen Sie ein ESTA (rund 40 US-Dollar). San Francisco eignet sich hervorragend als Start- oder Endpunkt eines Roadtrips entlang der Pazifikküste – mehr dazu in unserem Ratgeber zur US-Westküste.
Wie viele Tage sollte man für San Francisco einplanen?
Für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten reichen drei volle Tage: einen für die Golden Gate Bridge und die Waterfront, einen für Alcatraz und die Viertel, einen für Golden Gate Park und Museen. Mit vier bis fünf Tagen können Sie zusätzlich Ausflüge nach Napa Valley, Muir Woods oder Sausalito unternehmen.
Muss man Alcatraz im Voraus buchen?
Unbedingt. Die Tickets von Alcatraz City Cruises sind oft Wochen im Voraus ausverkauft. Buchen Sie ausschließlich über den offiziellen Anbieter und meiden Sie überteuerte Drittanbieter. Das Tagesticket kostet rund 48 US-Dollar inklusive des ausgezeichneten Audioguides.
Warum ist es im Sommer in San Francisco so kalt und neblig?
Kalte Meeresströmungen und aufsteigende heiße Luft aus dem Landesinneren ziehen im Hochsommer regelmäßig dichten Nebel über die Stadt. Der wärmste und klarste Monat ist meist der September. Nehmen Sie deshalb zu jeder Jahreszeit eine warme Jacke mit.
Braucht man in San Francisco ein Auto?
In der Stadt nicht – Cable Car, Muni und BART bringen Sie überallhin, und Parken ist teuer. Ein Mietwagen lohnt sich nur für Ausflüge ins Umland oder eine Weiterfahrt entlang der Küste. Wenn Sie parken, lassen Sie niemals Wertsachen sichtbar im Wagen liegen.
Wie sicher ist San Francisco für Touristen?
Die touristischen Viertel sind sicher. Meiden Sie das Tenderloin und Teile der Mid-Market-Straße, besonders abends. Das häufigste Problem sind Autoeinbrüche in geparkte Fahrzeuge – lassen Sie nichts Sichtbares im Auto. Mit dieser Vorsicht ist die Stadt sehr entspannt.
Kostet die Golden Gate Bridge Eintritt?
Nein, der Fußweg und die Radüberquerung sind kostenlos. Eine Maut fällt nur für Autos in Fahrtrichtung Süden (in die Stadt) an und wird elektronisch abgerechnet. Fußgänger und Radfahrer zahlen nichts. Den besten Blick auf die Brücke haben Sie von den Marin Headlands.
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