New Orleans ist die Musik- und Genussstadt der USA: Balkone im French Quarter, Livejazz an der Frenchmen Street, Villen im Garden District und kreolische Küche. Am schönsten ist es von Februar bis Mai sowie im Oktober und November. Planen Sie drei bis vier Tage ein; Hurrikansaison ist von Juni bis November.
New Orleans auf einen Blick
French Quarter und Jackson Square
Frenchmen Street und Tremé
Garden District und Friedhöfe
Mardi Gras und Jazz Fest
Kreolische und Cajun-Küche
Sümpfe und Plantagen
Flughafen und Nahverkehr
Reisezeit, Hitze und Hurrikane
Sicherheit und Kosten
Häufige Fragen
Keine andere US-Stadt fühlt sich so wenig amerikanisch an wie New Orleans. Französische Kolonisten gründeten sie 1718 am Mississippi, später regierten die Spanier, und afrikanische, karibische und kreolische Einflüsse formten Musik, Küche und Feste. Hier entstand der Jazz, hier feiert man Mardi Gras, und selbst Beerdigungen werden traditionell von Musik begleitet. Zugleich ist die tief gelegene Stadt verletzlich. Dieser Stadtführer zeigt Ihnen die wichtigsten Viertel, die Feste mit Terminen, die Fortbewegung und die Kosten. Alle Preise sind Richtwerte, Stand: Oktober 2026.
Was macht New Orleans als Reiseziel besonders?
New Orleans lebt von Musik, Essen und Straßenleben. Die Altstadt ist kompakt und zu Fuß erlebbar, die historische Straßenbahn bringt Sie in die Villenviertel.
| Thema | Auf einen Blick (Stand: Oktober 2026) |
|---|---|
| Flughafen | Louis Armstrong International (MSY), ca. 18 km westlich der Innenstadt |
| Taxi Flughafen–French Quarter | Festpreis 36 US-Dollar für 1–2 Personen |
| Bus und Streetcar | 1,25 US-Dollar pro Fahrt, Jazzy Pass 1 Tag 3 US-Dollar |
| Mardi Gras 2027 | Dienstag, 9. Februar 2027 |
| Jazz Fest | zwei Wochenenden Ende April/Anfang Mai |
| Umsatzsteuer | 10 %, dazu Hotelabgaben |
| Hurrikansaison | 1. Juni bis 30. November |
Was sollten Sie im French Quarter sehen – Bourbon oder Royal Street?
Beide, aber zu unterschiedlichen Zeiten. Das French Quarter (Vieux Carré) ist das älteste Viertel der Stadt. Nach den Bränden von 1788 und 1794 wurde es fast komplett neu gebaut. Typisch sind die verzierten Eisengalerien; den Trend setzten die Pontalba Buildings am Jackson Square, 1851 fertiggestellt. Der Jackson Square selbst mit Reiterstatue und St. Louis Cathedral ist das Herz des Viertels; hier wurde 1803 Louisiana an die USA übergeben, heute stellen Künstler rund um den Platz aus.
Die Bourbon Street zieht sich über zwölf Blocks und ist mit Bars, Neon und lauter Musik die Partymeile – abends spektakulär, tagsüber eher trist. Die parallele Royal Street ist das elegante Gegenstück mit Antiquitätenläden und Galerien. Jeden Nachmittag wird sie zwischen St. Louis und St. Ann Street zur Fußgängerzone, dann spielen Straßenmusiker, oft junge Jazztalente.
Wo hören Sie den besten Livejazz?
An der Frenchmen Street im Viertel Faubourg Marigny, direkt östlich des French Quarter. Auf einem Abschnitt von drei Blocks reihen sich seit den 1980er-Jahren kleine Clubs, in denen Jazz, Blues und Brassbands spielen.
Nördlich des French Quarter liegt Tremé, gegründet in den 1810er-Jahren und eines der ältesten Viertel der Stadt, einst Zentrum der freien Schwarzen. Sein historischer Mittelpunkt ist der Congo Square, auf dem sich Versklavte sonntags zum Tanzen trafen und wo Musiktraditionen entstanden, aus denen später der Jazz erwuchs. Heute ist Tremé eine Hochburg der Brassband-Kultur.
Wie erleben Sie Garden District und die berühmten Friedhöfe?
Am stilvollsten mit der St. Charles Streetcar: Die Linie fährt seit 1835 und gilt als älteste durchgehend betriebene Straßenbahn der Welt. Die grünen Wagen rollen rund 9,7 Kilometer von der Canal Street durch den Garden District, vorbei an Audubon Park und Tulane University, bis Carrollton. Der Garden District, zwischen 1832 und 1900 bebaut, zählt zu den besterhaltenen Ensembles historischer Villen im Süden der USA.
Bei den Friedhöfen mit ihren oberirdischen Grabkammern gilt: nur mit Führung. Der St. Louis Cemetery No. 1 von 1789, wo vermutlich die Voodoo-Priesterin Marie Laveau ruht, ist seit März 2015 für Einzelbesucher gesperrt; Zutritt gibt es nur mit lizenzierten Touren. Der Lafayette Cemetery No. 1 im Garden District ist seit 2019 geschlossen, ein Termin für die Wiedereröffnung ist nicht bekannt (Stand: Oktober 2026).
Wann ist Mardi Gras 2027 und wann findet das Jazz Fest statt?
Mardi Gras 2027 fällt auf Dienstag, den 9. Februar. Die Saison beginnt am 6. Januar, die großen Umzüge der „Krewes“ ballen sich in den letzten fünf Tagen. Die Hauptrouten führen über die St. Charles Avenue und die Canal Street. Von den Wagen fliegen Perlenketten und Becher. Buchen Sie Unterkünfte sehr früh.
Das New Orleans Jazz & Heritage Festival findet an zwei Wochenenden Ende April und Anfang Mai auf dem Gelände der Fair Grounds Race Course statt, 2026 vom 23. April bis 3. Mai. 2027 sind der 22. bis 25. April und der 29. April bis 2. Mai angekündigt (Stand: Oktober 2026). Neben lokaler Musik treten auch große Rock- und Popnamen auf.
Welche Gerichte sollten Sie unbedingt probieren?
Beginnen Sie mit Beignets, quadratischen Krapfen unter einem Berg Puderzucker. Das Café Du Monde an der Decatur Street serviert sie seit 1862 zu dritt, dazu Café au lait mit Zichorie; geöffnet ist rund um die Uhr. Mittags gehört ein Po’Boy dazu, ein knuspriges Baguette-Sandwich mit frittierten Shrimps oder Roastbeef. Abends wartet Gumbo, ein würziger Eintopf mit Mehlschwitze, Okra oder Filé. Kreolische Küche ist die städtische, von Europa, Afrika und der Karibik geprägte Tradition; Cajun-Küche stammt von den aus Neuschottland stammenden Akadiern auf dem Land und gilt als rustikaler.
Lohnen sich Sumpftouren und Plantagen?
Ja, wenn Sie bewusst auswählen. Bootstouren in die Bayous rund um die Stadt zeigen Zypressensümpfe, Reiher und Alligatoren. Wählen Sie Anbieter, die Tiere nicht anfüttern, und bevorzugen Sie ruhige Boote gegenüber lauten Airboats. Bei den Plantagen an der River Road lohnt ein kritischer Blick: Viele Herrenhäuser werden vor allem als romantische Kulisse und für Hochzeiten vermarktet. Die Whitney Plantation stellt dagegen seit 2014 das Leben der Versklavten in den Mittelpunkt und ist deshalb besonders empfehlenswert.
Wie kommen Sie vom Flughafen in die Stadt und durch New Orleans?
Ein Taxi vom Flughafen MSY in den Central Business District oder ins French Quarter kostet einen Festpreis von 36 US-Dollar für eine oder zwei Personen, ab drei Personen 15 US-Dollar pro Kopf. Günstiger ist der RTA-Bus Airport Express (202) für 1,25 US-Dollar bis zur Innenstadt (Stand: Oktober 2026). Direktflüge aus Deutschland gibt es nicht; Sie steigen an einem US-Drehkreuz oder in London um.
In der Stadt kosten Bus und Streetcar der RTA 1,25 US-Dollar pro Fahrt. Für Besucher lohnt der Jazzy Pass: 3 US-Dollar für einen Tag, 8 US-Dollar für drei und 15 US-Dollar für sieben Tage. Am einfachsten zahlen Sie per Le-Pass-App, die auch für die Mississippi-Fähre (2 US-Dollar) gilt (Stand: Oktober 2026). Für Plantagen und Sümpfe ist ein Mietwagen praktisch.
Wann ist die beste Reisezeit – und wie heiß wird es?
Am angenehmsten sind Februar bis Mai sowie Oktober und November. Im Januar liegen die Höchstwerte im Mittel bei rund 17 °C, im Juli und August bei rund 33 °C, und die Luftfeuchtigkeit erreicht im Hochsommer im Schnitt fast 80 %. Die atlantische Hurrikansaison dauert vom 1. Juni bis 30. November, mit Schwerpunkt zwischen Mitte August und Mitte Oktober. Hurrikan Katrina überflutete im August 2005 rund 80 % der Stadt, weil Deiche brachen; 2021 traf Hurrikan Ida die Region. Verfolgen Sie in der Saison die Hinweise des National Hurricane Center. Mehr dazu im Ratgeber zur besten Reisezeit für Nordamerika.
Wie sicher ist New Orleans und was kostet ein Aufenthalt?
Mit Umsicht gut: Die Gewaltkriminalität ist laut Polizeidaten bis Mitte 2025 auf den niedrigsten Stand seit den frühen 1970er-Jahren gefallen. Das Auswärtige Amt spricht für die USA keine Reisewarnung aus, rät aber, ärmere Viertel nach Einbruch der Dunkelheit zu meiden, und weist auf eine erhöhte Anschlagsgefahr hin; am 1. Januar 2025 tötete ein Attentäter auf der Bourbon Street 15 Menschen. Bleiben Sie nachts auf belebten Straßen und nehmen Sie für längere Strecken ein Taxi.
Bei den Kosten fallen vor allem Hotels ins Gewicht. Die Umsatzsteuer liegt 2026 bei 10 %, auf Übernachtungen kommen weitere Hotelabgaben hinzu. Günstig sind dagegen Nahverkehr und Straßenmusik, und die Umzüge an Mardi Gras kosten nichts.
Wie viele Tage braucht man für New Orleans?
Drei Tage reichen für French Quarter, Garden District, eine Friedhofsführung und zwei Abende an der Frenchmen Street. Mit einem vierten oder fünften Tag schaffen Sie zusätzlich eine Sumpftour und die Whitney Plantation am Mississippi. Zu Mardi Gras oder Jazz Fest lohnt es sich, ein paar Tage mehr einzuplanen.
Kann man den St. Louis Cemetery No. 1 allein besuchen?
Nein. Die katholische Erzdiözese hat den ältesten Friedhof der Stadt im März 2015 für Einzelbesucher geschlossen, um Vandalismus zu verhindern. Zutritt erhalten Sie nur mit einer lizenzierten Führung, Familien mit eigener Grabstätte können einen Pass beantragen. Buchen Sie die Tour am besten vorab.
Wann wird Mardi Gras 2027 gefeiert?
Der eigentliche Mardi Gras, der Faschingsdienstag, fällt 2027 auf den 9. Februar. Die Karnevalssaison beginnt bereits am 6. Januar mit dem Dreikönigstag. Die meisten und größten Umzüge finden in den letzten fünf Tagen vor dem Dienstag statt, überwiegend entlang der St. Charles Avenue und der Canal Street.
Ist New Orleans im Sommer zu empfehlen?
Nur bedingt. Im Juli und August liegen die Höchstwerte im Mittel bei rund 33 °C, die Luftfeuchtigkeit ist hoch, und es ist Hurrikansaison. Wenn Sie im Sommer reisen, verlegen Sie Spaziergänge auf den Morgen, planen Sie Museen für die Mittagshitze ein und verfolgen Sie die Wetterwarnungen.
Was ist der Unterschied zwischen kreolischer und Cajun-Küche?
Die kreolische Küche ist die städtische Küche von New Orleans mit europäischen, afrikanischen und karibischen Wurzeln. Die Cajun-Küche stammt von den Akadiern, französischstämmigen Siedlern aus Neuschottland in Kanada, die sich auf dem Land niederließen, und ist deftiger. Gumbo und Jambalaya gibt es in beiden Varianten.
Brauche ich für New Orleans ein Visum?
Für touristische Aufenthalte bis 90 Tage benötigen deutsche Staatsangehörige kein Visum, aber eine vor dem Abflug genehmigte ESTA-Reisegenehmigung. Beantragen Sie diese ausschließlich über die offizielle Internetseite der US-Behörden. Alle Details zu Kosten, Ablauf, Gültigkeit und typischen Fehlern erklärt unser ESTA-Ratgeber.
Weiter zum ESTA-Ratgeber für die USA-Einreise, zu allen Städten und Metropolen Nordamerikas oder zum USA-Reiseführer. Wer New Orleans mit einer zweiten Musikstadt verbinden möchte, fährt mit dem Zug „City of New Orleans“ bis Chicago; tropisches Flair an der Atlantikküste bietet Miami.
