Route 66
Home › Roadtrips & Rundreisen › Route 66
Roadtrips & Rundreisen

Route 66

Die Route 66 verbindet auf ursprünglich rund 3.940 Kilometern Chicago mit Santa Monica, führt durch acht Bundesstaaten und wird am 11. November 2026 hundert Jahre alt. Planen Sie zwei bis drei Wochen ein, fahren Sie klassisch von Ost nach West und reisen Sie im Frühjahr oder Herbst, zwischen Wüstenhitze und Wintereinbruch.

Keine Straße steht so sehr für den amerikanischen Roadtrip wie die Route 66. Offiziell gibt es sie seit 1985 nicht mehr, doch Schätzungen zufolge sind noch rund 85 Prozent der alten Trasse befahrbar, oft als Landstraße neben der Interstate oder als Hauptstraße kleiner Orte. Sie erleben Neonmotels, Diners, Prärie, Wüste und Gebirge, dazu das Land mehrerer Native Nations. Diese Seite bündelt Verlauf, Etappen, Stopps und Regeln. Den Startpunkt stellt unser Guide zu Chicago vor, das Ziel der Guide zu Los Angeles und Santa Monica.

Wo verläuft die Route 66?

Die Route 66 läuft diagonal von Chicago über St. Louis, Tulsa, Amarillo, Albuquerque und Flagstaff an den Pazifik. Die Tabelle nennt gerundete Werte späterer Streckenführungen.

BundesstaatHighlightsca. Länge
IllinoisStartschild in Chicago, Springfield, Chain of Rocks Bridge480 km
MissouriSt. Louis, Ozark-Hügel, Springfield470 km
KansasGalena, Baxter Springs21 km
OklahomaCherokee Nation, Tulsa, Oklahoma City605 km
TexasAmarillo, Cadillac Ranch, Mittelpunkt Adrian285 km
New MexicoTucumcari, Albuquerque, Laguna, Acoma, Gallup610 km
ArizonaPetrified Forest, Seligman, Hualapai-Land, Oatman645 km
KalifornienMojave-Wüste, Barstow, Pasadena, Santa Monica505 km

Warum heißt die Route 66 „Mother Road“?

Den Namen prägte John Steinbeck: In „Früchte des Zorns“ (1939) beschreibt er die Flucht verarmter Farmer aus der Dust Bowl der Great Plains, die in den 1930er-Jahren über die Route 66 nach Kalifornien zogen. Die Straße entstand 1926 mit dem ersten Netz nummerierter US-Highways. Der Geschäftsmann Cyrus Avery aus Tulsa setzte die Verbindung Chicago–Los Angeles durch. Als erster US-Highway war sie 1938 durchgehend asphaltiert. Motels, Diners und Tankstellen blühten, bis die Interstates den Verkehr abzogen. 1984 umging die I-40 mit Williams in Arizona den letzten Ort, im Juni 1985 wurde die Route 66 aus dem Highwaynetz gestrichen. Ab 1987 erklärten die Bundesstaaten, beginnend mit Arizona, Teilstücke zur „Historic Route 66“.

Was passiert zum 100. Geburtstag am 11. November 2026?

Offizielles Gründungsdatum ist der 11. November 1926. Für das Jubiläum hat der US-Kongress per Gesetz vom Dezember 2020 eine Route 66 Centennial Commission eingesetzt; sie zertifiziert offizielle Jubiläumsprojekte, entlang der Strecke stehen neue Monumente. Am Geburtstag selbst feiert Tulsa mit Parade, Kunstaktionen und Straßenfest zwischen OKPOP-Museum und Cain’s Ballroom, präsentiert von den Unternehmen der Cherokee Nation. Am Veterans Day ist der Eintritt in die Nationalparks frei, allerdings nur für US-Bürger und Einwohner der USA. Buchen Sie Unterkünfte für Mitte November früh (Stand: Oktober 2026).

Wie plant man die Strecke von Chicago nach Santa Monica?

Rechnen Sie mit mindestens zehn Reisetagen, realistisch sind zwei bis drei Wochen. Die Tabelle zeigt einen Plan für 18 Tage. Die Werte gelten für die schnellste Straßenverbindung ohne Abstecher, meist die parallele Interstate; auf der alten Trasse mit Stopps brauchen Sie deutlich länger.

TagEtappeca. kmca. Fahrzeit
3Chicago (Tag 1–2) – Springfield (Illinois)3254 Std.
4Springfield – St. Louis1552 Std.
5St. Louis – Springfield (Missouri)3454 Std.
6Springfield – Joplin – Galena – Tulsa2903,5 Std.
7Tulsa – Oklahoma City1702 Std.
8Oklahoma City – Amarillo4154,5 Std.
9Amarillo – Tucumcari1802 Std.
10Tucumcari – Albuquerque2853 Std.
11Albuquerque – Gallup, Abstecher Laguna und Acoma2252,5 Std.
12Gallup – Petrified Forest – Holbrook1552 Std.
13Holbrook – Flagstaff – Williams2002,5 Std.
14Williams – Grand Canyon und zurück1902,5 Std.
15Williams – Seligman – Peach Springs – Kingman1852 Std.
16Kingman – Oatman – Barstow3304 Std.
17–18Barstow – Santa Monica, Rückflug ab Los Angeles2102,5 Std.

Welche Stopps sollten Sie nicht verpassen?

  • Chain of Rocks Bridge bei St. Louis: Die Brücke von 1929 knickt über dem Mississippi um 22 Grad ab und gehört heute Fußgängern und Radfahrern.
  • Cadillac Ranch westlich von Amarillo: Zehn Cadillacs der Baujahre 1949 bis 1963 stecken seit 1974 mit der Schnauze im Boden; Besprühen ist ausdrücklich erwünscht.
  • Blue Swallow Motel in Tucumcari: Das Motel von 1939 mit Neonschwalbe und Garagen zwischen den Zimmern zählt zu den am längsten betriebenen in New Mexico.
  • Petrified Forest National Park: Die alte Trasse quert den Park. Die Parkstraße ist von 8 bis 17 Uhr geöffnet, Bargeld wird nicht angenommen.
  • Seligman: Hier erkämpfte der Friseur Angel Delgadillo 1987 den Status als historische Straße. Es folgt das längste durchgehende Teilstück, rund 260 Kilometer bis Topock.
  • Oatman: Seit 1953 umgangen, heute laufen wilde Esel über die Hauptstraße. Davor windet sich der Sitgreaves Pass in Kehren ohne Leitplanken.

Durch welche Native Nations führt die Route 66?

Die Strecke quert das Land souveräner Nationen mit eigenen Gesetzen; Sie sind dort zu Gast. Hintergrund bietet unser Kapitel über die indigenen Völker Nordamerikas.

Cherokee Nation (Oklahoma): Ihr Reservat umfasst 14 Countys im Nordosten Oklahomas; die Route 66 durchquert es über Vinita, Claremore, Catoosa und Tulsa. Die Cherokee kamen nicht freiwillig: Beim erzwungenen Marsch auf dem Trail of Tears ab 1838 starben rund 4.000 Menschen. Eine Route führte über die „Old Wire Road“ zwischen St. Louis und Springfield, der später die Route 66 folgte.

Laguna und Acoma (New Mexico): Westlich von Albuquerque quert die Strecke das Land des Pueblo Laguna mit seinen sechs Dörfern. Das Pueblo Acoma auf dem Tafelberg „Sky City“ ist seit über 2.000 Jahren bewohnt und nur mit Führung zugänglich (stündlich 9.30 bis 15.30 Uhr ab Kulturzentrum). Fotos erfordern eine Genehmigung, Videos, GoPros und Stative sind verboten, in Kirche, Friedhof und an Festtagen sind Fotos tabu. Menschen und ihre Arbeiten fotografieren Sie nur nach Erlaubnis.

Navajo Nation (Diné): Das größte Reservat der USA reicht bis an den Petrified Forest; Gallup liegt an seinem Rand. Die Navajo Nation stellt im Sommer die Uhr um, der Rest Arizonas nicht. In ihren Tribal Parks sind Drohnen verboten; mehr im Guide zum Südwesten der USA.

Hualapai (Arizona): Peach Springs an der Route 66 ist die Hauptstadt der Hualapai, deren Name „Volk der hohen Kiefern“ bedeutet. Im nahen Valentine erinnert eine frühere Pflicht-Internatsschule (1903–1937) daran, wie Hualapai von ihren Familien getrennt und zur Assimilation gezwungen wurden.

Kaufen Sie Schmuck, Keramik und Teppiche direkt bei Künstlern oder in stammeseigenen Läden. Das US-Gesetz verbietet, Ware fälschlich als indigene Arbeit auszugeben, doch an Grenzständen liegt viel Importware. Meiden Sie Federschmuck-Klischees und sprechen Sie Menschen nicht als Fotomotiv an.

Welches Fahrzeug und welche Richtung?

Fahren Sie von Ost nach West: Das ist die klassische Richtung, und die Landschaft steigert sich bis zum Pazifik. Ein normaler Mietwagen genügt. Für die Einwegmiete fällt meist eine Rückführungsgebühr an. Im Westen liegen Tankstellen teils bis zu 160 Kilometer auseinander, tanken Sie deshalb früh nach. Die Ausschilderung ist lückenhaft; nehmen Sie eine Wegbeschreibung mit.

Wann ist die beste Reisezeit für die Route 66?

Am angenehmsten ist der Herbst von Mitte September bis Oktober. Auch Mai und Juni eignen sich, allerdings fällt in den Plains die Tornadosaison vor allem in das späte Frühjahr und den Frühsommer; achten Sie dann auf Unwetterwarnungen. Im Sommer meldet Needles an der Grenze zu Kalifornien regelmäßig die höchsten Tagestemperaturen der USA. Flagstaff liegt auf rund 2.100 Metern; Schnee fällt dort typischerweise von November bis Mitte April. Während der Balloon Fiesta Anfang Oktober ist Albuquerque oft ausgebucht. Mehr zur besten Reisezeit für Nordamerika.

Mit welchen Kosten müssen Sie rechnen?

Der Petrified Forest kostet 25 US-Dollar pro Auto. Am Grand Canyon zahlen Sie 35 US-Dollar pro Fahrzeug, dazu seit 2026 einen Zuschlag von 100 US-Dollar pro Person ab 16 Jahren für Besucher ohne US-Wohnsitz. Der Jahrespass „America the Beautiful“ für Nichtansässige kostet 250 US-Dollar und deckt den Zuschlag ab. Für den Grand Canyon West der Hualapai gilt der Pass nicht, das All-Access-Ticket kostet 99 US-Dollar (Stand: Oktober 2026). Vor der Abreise beantragen Sie online die Einreisegenehmigung ESTA.

Wie lässt sich der Grand Canyon einbauen?

Von Williams sind es rund 95 Kilometer bis zum South Rim. Planen Sie einen eigenen Tag ein und übernachten Sie in Williams oder Flagstaff. Nach einer Sturzflut im August 2026 nehmen die Lodges im Park bis mindestens Ende Oktober keine Übernachtungsgäste auf. Aktuelles im Guide zum Grand-Canyon-Nationalpark.

Reisetipp Fahren Sie zwischen Seligman und Kingman nicht über die Interstate, sondern über die alte Staatsstraße 66 durch Peach Springs und Hackberry. Ursprünglicher erleben Sie die Route 66 kaum.
Kann man die Route 66 heute noch durchgehend fahren?

Nicht lückenlos. Rund 85 Prozent der Strecke sind befahrbar, manche Abschnitte enden aber im Nichts oder liegen unter der Interstate. Dann wechseln Sie kurz auf die I-55, I-44 oder I-40. Eine gute Wegbeschreibung hilft, die schönsten Altstücke nicht zu verpassen.

Wo genau beginnt und endet die Route 66?

Das bekannteste Startschild hängt in Chicago an der Adams Street Ecke Michigan Avenue. Das offizielle Ende lag an der Kreuzung Lincoln und Olympic Boulevard in Santa Monica. Das bekannte „End of the Trail“-Schild auf dem Pier steht dort erst seit 2009.

Lohnt sich die Route 66 auch in Teilstücken?

Ja. Wer wenig Zeit hat, fährt nur den Westen von Albuquerque bis Los Angeles in etwa einer Woche. Dort liegen Pueblos, Petrified Forest, Seligman, Oatman und der Abstecher zum Grand Canyon dicht beieinander. Auch die Etappe Chicago–St. Louis eignet sich als Einstieg.

Ist die Route 66 für ein Wohnmobil geeignet?

Grundsätzlich ja, die meisten Abschnitte sind gut befahrbar. Schwierig sind enge Ortsdurchfahrten, geschotterte Altstücke und der Sitgreaves Pass vor Oatman mit Haarnadelkurven ohne Leitplanken. Mit großen Fahrzeugen fahren Sie über die Interstate bis Topock und erreichen Oatman von dort, ohne den Pass zu befahren.

Welche Zeitzonen durchquert man?

Insgesamt drei: die Central Time von Illinois bis Texas, Mountain Time in New Mexico und Arizona, Pacific Time in Kalifornien. Arizona verzichtet auf die Sommerzeit, die Navajo Nation nicht. Prüfen Sie bei gebuchten Touren deshalb immer die jeweils örtliche Zeit.

Weitere Ziele entlang der Strecke und darüber hinaus finden Sie im USA-Reiseführer.