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Uxmal liegt im Puuc, dem Hügelland im Süden Yucatáns, und gehört seit 1996 zum Welterbe. Die Stadt entstand ab etwa 500 v. Chr. und hatte im 7. Jahrhundert rund 30.000 Einwohner. Berühmt sind die feinen Steinmosaike des Puuc-Stils, der Gouverneurspalast, das Nonnenviereck, die Pyramide des Wahrsagers und der Ballspielplatz mit Federschlangen.

Uxmal liegt rund 72 Kilometer südöstlich von Mérida in der Gemeinde Santa Elena, mitten im Puuc, einem Hügelland im Süden Yucatáns und im Norden Campeches. Die Maya-Stadt zeigt den Puuc-Stil in besonders klarer Form: glatte Wände im unteren Teil der Fassade, darüber ein Band aus tausenden kleinen, passgenau gearbeiteten Steinen, die zu geometrischen Mustern und Masken des Regengottes Chaac zusammengesetzt sind.

Diese Seite führt durch Lage und Geschichte der Stadt, den Puuc-Stil, den Gouverneurspalast, das Nonnenviereck, die Gruppe der Vögel mit der Pyramide des Wahrsagers, den Ballspielplatz und die kleineren Gruppen. Sie ergänzt die Seite Yucatán und Maya-Welt und die Seite Chichén Itzá im Norden der Halbinsel. Das Gesamtbild des Landes bietet die Seite Mexiko, die Jahreszeiten erklärt die Seite beste Reisezeit in Nordamerika.

Was sollten Sie über Uxmal auf einen Blick wissen?

Die Tabelle fasst die belegten Eckdaten zusammen. Die Abschnitte darunter ordnen sie ein.

ThemaAngabeEinordnung
LagePuuc, Gemeinde Santa Elena, YucatánRund 72 km südöstlich von Mérida
Welterbe1996Eintragung als Kulturerbe
BesiedlungAb etwa 500 v. Chr.Frühester Nachweis der Siedlung
EinwohnerEtwa 30.000 im 7. JahrhundertAuf rund 12 km² Fläche
StilPuucGlatte Wand unten, Steinmosaik oben
Pyramide des Wahrsagers13 StufenFünf Bauphasen zwischen dem 6. und 10. Jahrhundert
Große PyramideNeun StufenkörperOberes Gebäude mit Ara-Motiv
Ballspielplatz34 m lang, 10 m breitRing mit Inschrift des Jahres 649
NonnenviereckVier Gebäude auf einer PlattformDaten 906 und 909

Wo liegt Uxmal, und warum war Wasser hier ein Thema?

Der Puuc hebt sich von der übrigen, flachen Halbinsel ab. Hier unterbrechen die Hügel der Sierrita de Ticul und die Hügelzüge von Bolonchén das Land. Zwischen dem 7. und dem 10. Jahrhundert war Wasser im Puuc knapp. Die Bewohner legten deshalb Chultunes an, unterirdische Wasserspeicher, dazu Teiche, Zisternen, Wasserleitungen und Speicherhöhlen.

Uxmal selbst steht auf einem natürlichen Hügel, der als Unterbau der Hauptpyramide diente. Auf diesem Fundament wurden große Plattformen aufgeschüttet, manche übereinander gestapelt, andere miteinander verbunden. Mauern aus Steinen und Mörtel trugen die Aufbauten. Die Stadt folgt keinem geometrischen Raster. Ihre Räume sind nach astronomischen Ereignissen ausgerichtet, etwa nach Aufgang und Untergang der Venus. Die Fläche der Siedlung betrug rund 12 Quadratkilometer.

Für den Namen gibt es Deutungen wie „dreimal gebaut“ und „Ort der reichen Ernten“. Welche zutrifft, ist umstritten. Sicher ist, dass die Menschen im Puuc auf fruchtbarem Boden intensive Landwirtschaft betrieben und dass Priester und Adel diese Arbeit lenkten. Der Überschuss lagerte in heiligen Speichern und diente dem Handel.

Trockener Laubwald mit Kalksteinboden und niedrigem Gebüsch im Puuc-Gebiet Yucatáns

Wie entwickelte sich die Stadt, und womit handelte sie?

Die Besiedlung lässt sich bis etwa 500 v. Chr. zurückverfolgen. Im 7. Jahrhundert lebten in der Stadt rund 30.000 Menschen. Im Puuc war Uxmal die bedeutendste Stadt. Der Höhepunkt liegt um das Jahr 900, danach nahm die Bevölkerung langsam, aber stetig ab.

Die Stadt handelte über kurze und lange Wege. Aus Uxmal gingen feine Keramik, Textilien aus Palmfaser und Baumwolle, Flechtwaren, Amate-Papier aus Baumrinde und Schmuck hinaus. Eingeführt wurde Obsidian aus dem zentralen Hochland oder dem heutigen Guatemala sowie Türkis aus dem Süden der heutigen USA. Die Händler verbanden Uxmal damit mit sehr weit entfernten Regionen.

Nach dem 10. Jahrhundert wurde die Stadt aufgegeben. Der Ort blieb aber bis zur spanischen Eroberung ein Wallfahrtsziel. Unregelmäßige Mauern umschlossen einzelne Gebäudegruppen.

Was zeichnet den Puuc-Stil von Uxmal aus?

Der Puuc-Stil teilt die Fassade in zwei Zonen. Unten verläuft eine schlichte, glatte Wand um das ganze Gebäude. Darüber beginnt mit einer abgeschrägten Mittelleiste der Schmuckbereich in kräftigem Relief. Diese Reliefs bestehen aus tausenden kleiner behauener Steine, die zu Mosaiken in geometrischen Mustern zusammengefügt sind. Gitterwerk, Schlangenmotive, Masken des Chaac, Jaguare, Eulen, Menschenfiguren und Hütten kehren immer wieder.

Die Bauten sind in menschlichem Maßstab gehalten. Waagerechte Linien betonen die Länge der Gebäude, rhythmisch gesetzte Eingänge und filigran wirkender Steinschmuck gliedern sie. Monumentale Tempel haben abgerundete Konturen, ihre Dachkämme erinnern an Palmblätter. In der Region gehören die Gewölbedächer von Uxmal zu den breitesten und höchsten.

Chaac, der Gott des Regens und der Fruchtbarkeit, ist das Leitmotiv. In einem Land, in dem das Wasser aus Regen und Speichern kam, ist das folgerichtig. Masken des Chaac erscheinen am Palast, am Nonnenviereck und an der Pyramide des Wahrsagers.

Was zeigt der Gouverneurspalast, und wie steht die Große Pyramide?

Der Palacio del Gobernador beherrscht die Stadt von einem gewaltigen System aus Plattformen. Seine Fassade ist wie Filigran aus Stein gearbeitet: Gitter, Masken des Chaac und Darstellungen von Herrschern verteilen sich auf mehrere Ebenen. In der Mitte sitzt ein Herrscher auf einem Thron, eingerahmt von zweiköpfigen Schlangen, die Macht ausdrücken. Neben Chaac und Schlangen sind astrologische Symbole zu sehen.

Der gesamte Palast ist so ausgerichtet, dass er die scheinbare Bewegung der Venus und die größten Sonnenstände an den Sonnenwenden anzeigt.

Auf der Südwestseite der Palastplattform steht die Große Pyramide, auch Tempel der Aras genannt. Sie ist eine abgestumpfte, viereckige Pyramide mit neun Stufenkörpern. Eine Treppe an der Nordseite führt zu einer Plattform mit dem oberen Tempel. Dessen Fassade ist vom Motiv des Aras geprägt, verbunden mit Gitterwerk und Quadraten aus ineinander verschlungenen Schlangen. Der Bau gehört in das 7. Jahrhundert.

Kleine Waldlichtung mit hohem Gras und blühenden Bäumen unter blauem Himmel in Yucatán

Wie ist das Nonnenviereck aufgebaut und wann entstand es?

Spanische Eroberer gaben dem Komplex den Namen Nonnenviereck, weil sie die Räume für Wohnungen von Maya-Priesterinnen hielten. Der Name ist eine Zuschreibung der Kolonialzeit und sagt nichts über die ursprüngliche Nutzung. Vier Gebäude unterschiedlicher Höhe, Form und Gestaltung stehen auf einer künstlichen Plattform um einen Hof.

Die Baumeister verbanden die Länge der Gebäude mit menschlichem Maßstab. Der Schmuck besteht aus Gitterwerk, Schlangen, Masken des Chaac, Jaguaren, Eulen, Menschenfiguren und Hütten. Inschriften und Radiokarbondaten datieren das Ostgebäude auf den 2. Oktober 906 und das Südgebäude auf den 23. April 906. Der Thron am Fuß der Treppe des Nordgebäudes trägt das Datum 20. Januar 909. Der Komplex wurde in kurzer Zeit umgestaltet und zusammengeführt.

Das Nordgebäude steht auf einer rund 100 Meter langen, 20 Meter breiten und etwa 7 Meter hohen Plattform. Eine 30 Meter breite Treppe führt hinauf. Zwei parallele Raumreihen mit je elf Räumen ergeben 22 Räume, deren Türen nur zum Hof zeigen. Am Ost- und am Westende liegen zwei weitere Räume mit seitlichen Eingängen.

Das Südgebäude bildet die Hauptfassade und enthält die Tür zum Hof. Zwei Raumreihen sind durch eine Mittelwand getrennt, beiderseits der Tür liegen je vier Räume. An den Enden kamen später je zwei Räume hinzu. Das Westgebäude ist 54 Meter lang und besteht aus sieben Doppelkammern, die mittlere ist etwas größer. Seine Fassade erhebt sich über einem Sockel mit Säulen. Unten ist sie ungeschmückt, im Fries darüber ordnet sich der Schmuck senkrecht über den sieben Türen.

Das Ostgebäude steht auf einer 2,35 Meter hohen Plattform, die eine Treppe über die ganze 47 Meter lange Terrasse erschließt. Es ist 48 Meter lang und 10,50 Meter hoch. Zwei Raumreihen mit je acht Räumen liegen hinter der Fassade, die mittleren Räume sind größer. Das Ostgebäude ist vollständig gesichert und restauriert.

Später veränderte man den Sockel des Südgebäudes. Zwischen 950 und 1150 entstanden kleinere C-förmige Gebäude mit vergänglichen Dächern rund um offene Höfe.

Was ist die Pyramide des Wahrsagers, und wie gliedert sich die Vogelgruppe?

Das Viereck der Vögel besteht aus vier Gebäuden. Im Osten steht der Tempel des Wahrsagers, auch Tempel des Zwergen genannt. Das Nordgebäude besitzt einen kleinen mittleren Portikus, zwei hintereinanderliegende Raumreihen und drei Eingänge an der Hauptfassade. Im Süden liegt ein Portikus mit einem Altar in der Mitte, jeder Flügel hatte einen Annexraum mit einem Fries aus Federn und Vögeln, in Kalkstein gearbeitet. Über dem Haupteingang sitzt in einer Nische eine Skulptur des Herrn Chaac.

Die Anlage hat eine kosmologische Bedeutung. Das Viereck stellt die Erde als flaches Quadrat dar. Die Pyramide des Wahrsagers steht für den Himmel: 13 große Stufen, geschmückt mit Masken des Chaac. Die 13. Stufe in der Mitte wird durch den Chenes-Tempel dargestellt. Beide zusammen bilden einen heiligen Raum, der Menschen und Götter verbindet.

Die Pyramide durchlief mehrere Bauphasen, ehe sie ihre heutige Form erreichte. Fünf Phasen zwischen dem 6. und dem 10. Jahrhundert sind belegt. Treppen auf der Ost- und der Westseite führen zum oberen Tempel. Der Name stammt von einer Maya-Erzählung, der Legende vom Zwerg von Uxmal, die im 19. Jahrhundert aufgezeichnet wurde. Nach der Legende errichtete ein Zwerg das Bauwerk in einer einzigen Nacht. Die Bauphasen zeigen dagegen den tatsächlichen Verlauf über Jahrhunderte.

Priester stiegen die Pyramide hinauf, um Zeremonien und Rituale zu vollziehen, die mit der Zeitrechnung verbunden waren. Der Nordanbau, ein eigener Gebäudekomplex, besteht aus zwei Paaren hintereinanderliegender Räume an einem Gewölbegang. In der Südreihe sind lange Steinplatten in nur einer Richtung gestapelt, eine in der Region ungewöhnliche Technik. Süd- und Nordreihe entstanden zu verschiedenen Zeiten in der späten Klassik, der Schmuck wurde wiederholt, damit das Bild einheitlich blieb.

Welche Rolle spielten Ballspielplatz, Portikus und die Häuser der Schildkröten und des Vogelgottes?

Der Ballspielplatz entstand auf einer großen, künstlich eingeebneten und mit Stuck überzogenen Fläche. Zwei parallele Gebäude mit Portiken für die Zuschauer der Oberschicht, ungefähr nord-südlich ausgerichtet, fassen einen Platz von 34 Metern Länge und 10 Metern Breite ein. Schräge Bänke an den Wänden tragen Körper von Federschlangen. Reste von Ringen mit Hieroglyphen tragen das Datum 649. Die Schlangenmotive in Wänden und Sockel kamen später hinzu, zwischen 889 und 909.

Der Ostportikus am Rand des Platzes stammt aus dem Jahr 740 und ist 30 Meter breit. Sein Fries zeigt glatte Steinfelder im Wechsel mit Dreiergruppen kleiner Säulen. Die gewölbten Portiken sind einzigartig und zeigen große Fortschritte bei Material und Bautechnik. Hier wurden die Spieler untergebracht, die Kleidung und der Schmuck vorbereitet, und das Ritual vor dem Spiel fand statt.

Die Casa de las Tortugas entstand um das Jahr 900 auf einer Erweiterung der Großen Plattform. Sie ist schlicht verziert, mit einem Fries aus Säulen und Schildkrötenskulpturen rund um das Gebäude. Schildkröten stehen für Wasser und die Erschaffung der Welt.

Das Haus des Vogelgottes, auch Haus der Beschwörungen genannt, hatte ursprünglich einen mittleren Raum mit je zwei Nebenräumen an den Enden. In der späten Klassik trug man die seitlichen Räume ab und verwendete die Steine für C-förmige Häuser. Die Mitte erinnert an die Bauweise des Chenes-Gebiets im Süden Campeches. Der Fries zeigt drei Masken des Gottes Itzamná im Wechsel mit glatten Steinfeldern zwischen Paaren kleiner Säulen. Drei Öffnungen werden von zwei Säulen eingerahmt, eine für die Region untypische Form. Im Gewölbe zeigt ein Fresko den Vogelgott auf einem Himmelsband, den Schutzherrn der Zauberer, die „Jmenoob“ hießen. Gebaut wurde zwischen 725 und 800.

Mächtiger Wurzelbaum mit Lianen im halbtrockenen Wald von Yucatán im Gegenlicht

Was bieten die Gruppen Friedhof und Taubenhaus?

Die Gruppe des Friedhofs bildet ein Viereck mit Gebäuden auf allen vier Seiten. Im Hof liegen Reste von vier kleinen Plattformen, deren Seiten Reliefs mit Hieroglyphen, Schädeln mit Kopfschmuck und verschlungenen Knochen zeigen. Diese Reliefs gaben der Gruppe den Namen. Sie entstand zwischen 670 und 770.

Die Gruppe des Taubenhauses folgt einer klaren Abfolge: ein eingetiefter Hof, dann ein Sockel mit dem Taubenhaus, ein weiteres Viereck und ein Sockel mit dem Südtempel, der einem dreiteiligen Muster folgt. Das Taubenhaus verdankt den Namen seinem durchbrochenen Dachkamm, in dem später Tauben nisteten. Der Kamm besteht aus neun dreieckigen, gestaffelten Einheiten aus Gitterwerk auf einer Pfeilerreihe. Er ist vom Typ der Halbinsel und gehört zum frühen Puuc-Stil. Vom Taubenhaus selbst sind die Mittelwand und die Halbgewölbe erhalten. Die Gewölbe haben einen breiten Eingangsbogen, der das untere Gesims durchschneidet, und eine doppelte Raumreihe mit inneren und äußeren Türen.

Wer die ganze Stadt lesen will, beginnt am besten mit der Frage, welche Botschaft eine Gruppe vermittelt: Macht im Palast, Kosmos im Viereck der Vögel, Spiel und Ritual auf dem Ballspielplatz, Wasser und Schöpfung im Haus der Schildkröten.

Reisetipp Wer Uxmal und Chichén Itzá auf einer Reise verbindet, erlebt zwei sehr verschiedene Bauweisen auf einer Halbinsel. Vorschläge für eine Rundfahrt bietet die Seite Yucatán-Rundreise.

Wie lässt sich Uxmal mit anderen Maya-Städten einordnen?

Uxmal war die bedeutendste Stadt des Puuc. Einen anderen Baustil der Halbinsel zeigt die Seite Chichén Itzá einen anderen Baustil. Die Seite Calakmul zeigt eine Großstadt im Wald des Tieflands.

Wie sich die Maya-Kultur in den größeren Zusammenhang der frühen Kulturen einfügt, beschreibt die Seite präkolumbische Kulturen Nordamerikas. Die Maya leben bis heute in Yucatán.

Wo liegt Uxmal?

Im Puuc, rund 72 Kilometer südöstlich von Mérida in der Gemeinde Santa Elena im Bundesstaat Yucatán.

Seit wann ist Uxmal Welterbe?

Seit 1996.

Wie viele Menschen lebten in Uxmal?

Im 7. Jahrhundert rund 30.000 Menschen auf etwa 12 Quadratkilometern.

Was bedeutet Chaac?

Chaac ist der Maya-Gott des Regens und der Fruchtbarkeit. Seine Masken schmücken die Fassaden von Uxmal.

Warum heißt das Nonnenviereck so?

Spanische Eroberer hielten die Räume für Wohnungen von Priesterinnen. Der Name stammt aus der Kolonialzeit.

Wie ist die Pyramide des Wahrsagers aufgebaut?

Sie hat 13 große Stufen mit Chaac-Masken und entstand in fünf Bauphasen zwischen dem 6. und dem 10. Jahrhundert.

Uxmal zeigt, wie eine Maya-Stadt in einer wasserarmen Hügellandschaft Macht, Kosmos und Spiel in Stein fasste. Mehr zum Land bietet die Seite Mexiko, zur Saison die Seite beste Reisezeit in Nordamerika.