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Palenque liegt im mexikanischen Bundesstaat Chiapas am Rand der Sierra Madre, in hohem Regenwald mit viel Oberflächenwasser, und gehört seit 1987 zum Welterbe. Die Stadt war neben Tikal und Calakmul eine der mächtigsten der klassischen Maya-Zeit. Der Tempel der Inschriften birgt das 1952 entdeckte Grab des Herrschers Pakal. Mehr als 200 Bauwerke bilden die Anlage mit Palast, Kreuzgruppe und Wohngruppen.

Palenque wirkt auf viele Reisende wie das Bild einer Maya-Stadt schlechthin: Tempel auf Terrassen, die aus dem Wald ragen, Bäche, die zwischen den Gebäuden laufen, und im Hintergrund die letzten Ausläufer der Sierra Madre de Chiapas. Die Stadt lag nahe der Küstenebene des Golfs von Mexiko in einer Landschaft mit hohem Wald und reichlich Oberflächenwasser. Heute steht sie im Nationalpark von Palenque.

Diese Seite erklärt, was die Anlage ausmacht: Geschichte und Herrscher, den Tempel der Inschriften, den Palast, die Kreuzgruppe, die Wohngruppen und die Erforschung seit dem 18. Jahrhundert. Für die Maya-Stätten auf der Halbinsel Yucatán lesen Sie die Seite Yucatán und die Maya-Stätten, für den Überblick über das ganze Land die Seite Mexiko. Zur Jahreszeit hilft die Seite beste Reisezeit in Nordamerika.

Was sollten Sie über Palenque auf einen Blick wissen?

Die Tabelle fasst die belegten Eckdaten zusammen. Die Abschnitte darunter erklären sie im Zusammenhang.

ThemaAngabeEinordnung
LageGemeinde Palenque, ChiapasNationalpark von Palenque, Ausläufer der Sierra Madre
Welterbe1987Eintragung als Kulturerbe
UmfangMehr als 200 BauwerkeAngepasst an das Gelände
BlütezeitZwischen 615 und 783Hauptstadt einer mächtigen Dynastie
EinwohnerRund 8.000 um das Jahr 800Danach Niedergang und Aufgabe
Tempel der InschriftenEntdeckung 1952Grab des Herrschers Pakal
Treppe zur Grabkammer73 StufenIm Inneren des Tempels
PalastBauten A bis LDrei Höfe, ein Turm, unterirdische Gänge
KreuzgruppeTempel des Kreuzes, des Blattkreuzes, der SonnePlatz am Hang
ErforschungErste Besichtigung 1784Grab des Pakal 1952 durch Alberto Ruz L’Huillier

Wie wurde Palenque zur Hauptstadt einer Dynastie?

Palenque begann als kleines Dorf von Bauern und Jägern. Mit der Zeit wurde daraus die Hauptstadt einer mächtigen Dynastie, die eine weite Region beherrschte. In der späten Klassik, von 600 bis 900, war die Stadt das leitende Zentrum eines großen Gebietes im heutigen Chiapas und Tabasco. Die Blütezeit lag zwischen 615 und 783. Um das Jahr 800 lebten rund 8.000 Menschen hier. Rund ein Jahrhundert später war die Stadt verlassen. Warum, ist bis heute nicht geklärt.

Palenque zählte neben Tikal und Calakmul zu den mächtigsten Städten der klassischen Maya-Zeit. Dort residierte eine der bemerkenswertesten Dynastien, zu der Pakal gehört. Die Städte unterhielten Beziehungen über Handelsnetze, Bündnisse der Herrscher und auch durch Kriege. Das Gebiet war in Stadtstaaten gegliedert, die an ihrem Emblemglyphen erkennbar sind.

Die Hieroglypheninschriften der Stadt nennen die Namen der Orte, halten Heirats- und politische Bündnisse fest und berichten von Kriegen zwischen den Städten. Die Maya-Schrift ist logosilbisch, sie kombiniert Wortzeichen und Silbenzeichen. Die Schriftdenkmäler gehören zu den frühesten Zeugnissen von Schrift in Mesoamerika und sind deshalb besonders gut untersucht. Die Maya nutzten zwei Kalendersysteme: einen zyklischen, den sie mit anderen Teilen Mesoamerikas teilten, und einen linearen, die sogenannte Lange Zählung.

Woher kommt der Name Palenque, und wie hieß die Stadt?

Der heutige Name stammt von der Nachbargemeinde Santo Domingo de Palenque, die im späten 16. Jahrhundert gegründet wurde. „Palenque“ ist ein spanisches Wort und bedeutet „Palisade“ oder „Pfahlzaun“. Die Maya-Namen sind andere. Als frühere Bezeichnungen des Ortes sind Na Chan („Stadt der Schlangen“), Ghochan, Nacan, Ototiun („Haus aus Stein“) und Chocan („gemeißelte Schlange“) überliefert.

Die Menschen der Umgebung kennen die Stätte auch über den Bach Otolum, dessen Name „Ort der gefallenen Steine“ bedeutet. Zeitweise diente auch der Name des nahen Dorfes Xhembobel-Moyos für die Ruinen.

Klarer Bach mit kleinen Wasserfällen über Kalksteinstufen im Regenwald von Chiapas

Was zeigt der Tempel der Inschriften?

Der Tempel der Inschriften steht am Südende der Zentralen Plaza, nahe der Südwestecke des Palastes. Alberto Ruz L’Huillier entdeckte hier 1952 das Grab des Herrschers Pakal (K’inich Janaab’ Pakal), einen der bedeutendsten Funde der mexikanischen Archäologie. Der Tempel hat zwei lange Räume mit Maya-Gewölbe, die von Ost nach West ausgerichtet sind, und eine dritte Raumgruppe im hinteren Teil. An der Front öffnen sich fünf Eingänge mit sechs Pfeilern, von denen vier Stuckfiguren in Farbe bewahren. Zwei große Kalksteinfiguren flankieren die Haupttreppe. Auf der Nordseite zählt man neun Pyramidenstufen.

Im Inneren führt ein Gang zur Grabkammer. Man erreicht sie über eine Treppe mit 73 Stufen. Pakals Überreste liegen in einem monolithischen Sarkophag, der auf sechs Kalksteinblöcken ruht. Der Deckel aus Kalkstein hat vier Löcher. Die Kammer enthält fünf Nischen und sieben Stuckfiguren, zwei weitere flankieren den Zugang. Sie sind als die Neun Herren der Nacht bekannt. Die Grabplatte hängt an Schienen, die in den 1950er-Jahren eingebaut wurden.

Zum Gräberbereich der Hauptplaza gehören weitere Bauten, in denen Angehörige der herrschenden Elite bestattet wurden. Der Tempel des Schädels (Bau XII) steht am Südwestende der Plaza, westlich des Tempels der Inschriften. Seine Pfeiler tragen Reliefs von Kaninchenschädeln. Der Bau XIII östlich des Tempels der Inschriften birgt das Grab der Roten Königin: Ein monolithischer Sarkophag aus Kalkstein bewahrt in seiner Höhlung noch roten Zinnober.

Reisetipp Tempel der Inschriften und Palast stehen an der Zentralen Plaza dicht beieinander. Planen Sie beide in einem Zug und das Gelände der Wohngruppen am Bach getrennt davon.

Was ist besonders am Palast von Palenque?

Der Palast am Ostende der Zentralen Plaza war ein Komplex für die Herrscherfamilie und die Verwaltung. Er besteht aus den Bauten A bis L, drei Höfen, einem Turm und unterirdischen Gängen auf der Südseite. Auf der Nordseite steigen sieben Ebenen mit einer Treppe von 33 Stufen auf, die Westtreppe hat 27 Stufen.

Haus E in der Mitte ist der älteste Teil des Komplexes. An seinem Westeingang befindet sich die ovale Tafel, die Pakals Thronbesteigung zeigt. Im östlichen Raum der Südseite steht ein Thron aus Kalkstein. Ein Gang führt von hier zu unterirdischen Gängen, in denen Throne der Herrscher standen. Haus C verbindet den Krieger- und den Sklavenhof. Es zeigt Masken des Regengottes, Stuckgesichter der Neun Herren der Nacht und Reliefs von Kriegern und Gefangenen. Haus I besitzt an der Ostwand eine Einfassung in Form eines Reptilienmauls, die den Eingang zur Unterwelt darstellt.

Der Turm des Palastes steht nahe der Mitte. Er ist quadratisch, mit einer Basis und drei Ebenen. Die letzte Ebene und das Dach baute Alberto Ruz L’Huillier ab 1949 bis 1952 wieder auf. Ein Stuckrelief mit neun sitzenden Gefangenen schmückt die Ostseite seiner Basis. Der nordöstliche Hof, der Gefangenen- oder Sklavenhof, wurde 2009 durch die Restauratorin Gabriela Mazón Figueroa gereinigt und konserviert.

Hohe Regenwaldbäume mit Lianen und Farnen im gedämpften Licht in Chiapas

Was gehört zur Kreuzgruppe und zur Südakropolis?

Die Kreuzgruppe ist ein Platz für Staat und Kult, der in den Hang südöstlich des Bachs Otulum gebaut ist. Der Tempel des Kreuzes steht auf einer natürlichen Anhöhe und blickt nach Süden. Der Tempel des Blattkreuzes steht ebenfalls auf einer Anhöhe und blickt nach Westen. Der Tempel der Sonne steht auf der Westseite des Platzes und blickt nach Osten. Der Tempel XIV, nördlich des Sonnentempels, besitzt ein Heiligtum mit Stuckfiguren und ein Relief aus drei Platten: Der Herr Serpent-Jaguar II beginnt einen Tanz, während seine Mutter Ahpo-Hel ihm den Gott K reicht, eine Gottheit der Herrscherlinie.

Die Südakropolis liegt südöstlich der Großen Plaza. Bau XX ist das höchste Bauwerk der Stätte und besitzt eine Pyramidenbasis und eine Kammer mit Schalen, Vasen und Wandmalereien. Bau XIX hat sieben Säulen und ein Relief des Herrschers U Pakal K’inich III und den Thron von Ahkal Mo’ Nahb’ III. Das Kriegerpaneel aus Bau XVII ist heute eine Nachbildung, das Original zeigt das Museum der Stätte.

Im Norden der Anlage liegt die Nordgruppe mit fünf Tempeln auf einer langen Plattform, darunter dem Grafentempel, einem der ältesten Bauten. Der Ballspielplatz liegt nordöstlich des Palastes. Zwei gleiche Bauten stehen einander gegenüber, mit monolithischen Markierungssteinen und geneigten Bänken.

Welche Rolle spielte das Wasser in der Stadt?

Die Stadt wurde in einer Landschaft mit viel Wasser gebaut. Ein Aquädukt entspringt an Bergquellen in der Südakropolis und läuft neben dem Tempel der Inschriften, dem Palast und dem Ballspielplatz vorbei. Von dort fließt das Wasser bergab an den Wohneinheiten vorbei. Zwischen den Gebäuden verlaufen die Bäche Otulum und Murciélagos.

Die Gruppe B im Nordosten der Großen Plaza liegt auf einer Terrasse zwischen den beiden Bächen, am Fuß von zwei Wasserfällen, darunter dem Baño de la Reina. Hier wohnten Menschen zwischen 770 und 850. Bei den Bestattungen fanden sich Figürchen als Beigaben. Die Gruppe C im Osten, am Rand des Berges, datiert zwischen 750 und 850. Der Zugang führte über eine Kalksteinbrücke über den Bach Murciélagos.

Wie lebten die Menschen in den Wohngruppen?

Um die großen Tempel und Plätze fanden Forscher Wohngruppen. Sie enthalten Bestattungen sowie Spuren der Nahrungszubereitung, der Herstellung von Obsidian- und Feuersteinwerkzeug und ritueller Räume. Fünf Wohneinheiten wurden ausgegraben, vier davon lassen sich auf dem ökologisch-archäologischen Pfad besuchen.

Die Murciélagos-Gruppe liegt zwischen den Bächen Otulum und Murciélagos, mit Bauten auf niedrigen Fundamenten, die ein bis vier parallele Räume besitzen. In einigen Räumen liegen Gräber unter dem Boden, und Bau 3 enthält eine kleine Grabkammer. Die Gruppen I und II stehen auf einem veränderten Kalksteinhang mit Terrassen und Höfen. Die Große Plaza ist der größte freie Raum der Stätte und diente großen Ritualen und bürgerlichen Veranstaltungen.

Wie wurde Palenque wiederentdeckt?

Im späten 18. Jahrhundert machte Ramón Ordóñez y Aguiar, ein Priester in Ciudad Real (dem heutigen San Cristóbal de Las Casas), Palenque bei Europäern bekannt. Sein Großonkel Antonio de Solís besuchte den Ort um 1730 als erster bekannter Spanier. 1773 kamen weitere Besucher, die den Präsidenten der Audiencia von Guatemala informierten, der die erste amtliche Erkundung anordnete. 1784 besichtigte Leutnant José Antonio Calderón den Ort, drei Tage lang bei Dauerregen, geführt von Einheimischen. 1785 leitete Antonio Bernasconi eine neue Expedition, bei der Pläne und Zeichnungen von Stuckreliefs entstanden.

1787 kam Hauptmann Antonio del Río mit dem Zeichner Ricardo Armendáriz. Mit 79 indigenen Arbeitern ließ er das Unterholz roden und verbrennen und Gebäude freilegen. 1805 dokumentierten Hauptmann Guillermo Dupaix und der Zeichner Guillermo Castañeda die Stätte. Dupaix nahm einen der drei Steine der Tafel des Kreuzes mit, den das Smithsonian später an Mexiko zurückgab. Sein Bericht erschien erst 1934. Im frühen 19. Jahrhundert zerstörten unsystematische Grabungen den archäologischen Zusammenhang, und Fundstücke gingen in ausländische Museen.

1952 entdeckte Alberto Ruz L’Huillier den Tempel der Inschriften und das Grab des Pakal. Er baute auch den Turm des Palastes zwischen 1949 und 1952 teilweise wieder auf. Weiteres zur Geschichte der frühen Kulturen bietet die Seite präkolumbische Kulturen Nordamerikas.

Wo liegt Palenque?

Im Bundesstaat Chiapas, in der Gemeinde Palenque. Die Stätte liegt im Nationalpark von Palenque, am Rand der Sierra Madre de Chiapas nahe der Küstenebene des Golfs.

Wer war Pakal?

Pakal gehörte zu einer der bemerkenswertesten Dynastien Palenques. Sein Grab im Tempel der Inschriften wurde 1952 von Alberto Ruz L’Huillier entdeckt.

Wie groß ist die Anlage?

Sie besteht aus mehr als 200 Bauwerken unterschiedlicher Größe und Komplexität, die dem Gelände angepasst sind.

Warum wurde die Stadt verlassen?

Rund ein Jahrhundert nach dem Jahr 800 war Palenque aufgegeben. Einen klaren Grund für den Niedergang hat die Forschung nicht gefunden.

Was sind die Neun Herren der Nacht?

Es sind Stuckfiguren in der Grabkammer des Tempels der Inschriften: Sieben stehen im Inneren, zwei flankieren den Zugang.

Gehört Palenque zum Welterbe?

Ja, die Stätte wurde 1987 in die Welterbeliste aufgenommen.

Palenque verbindet Architektur, Schrift und Landschaft: Tempel mit Stuck, ein Palast mit Höfen und Turm, Wasser, das durch die Stadt fließt, und Inschriften, die von Bündnissen und Kriegen berichten. Für die Maya-Stätten im Norden der Halbinsel lohnt sich Yucatán, für das ganze Land die Seite Mexiko.

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