Monte Albán war die große Hauptstadt der Zapoteken in Oaxaca, auf der abgeflachten Kuppe einer Hügelgruppe, und gehört seit 1987 zum Welterbe. Die Stadt war von 500 v. Chr. bis 900 n. Chr. bewohnt. Auf der Großen Plaza stehen die Tänzer-Platten und mächtige Plattformen. Wandbilder in Gräbern, Stelen mit Schrift und der Austausch mit Teotihuacán prägen die Stätte.
Was sollten Sie über Monte Albán auf einen Blick wissen?
Wo liegt Monte Albán, und wie ist der Ort aufgebaut?
Wie entwickelte sich die Stadt in Phasen?
Wie organisierte die Stadt Wirtschaft und Gesellschaft?
Was steht auf der Großen Plaza?
Was ist besonders am Palast und an den Gräbern?
Welche Bauten stehen auf der Nordplattform?
Was zeigt die Südplattform?
Wie wurde Monte Albán erforscht?
Häufige Fragen
Monte Albán liegt auf einem Berg, den die Zapoteken selbst abflachten. Auf den Hängen darunter lebten die Menschen, auf der Kuppe standen Paläste, Tempel und Plätze. Die Stätte befindet sich in Oaxaca im Süden Mexikos. Sie war die am längsten bewohnte Stätte Mesoamerikas und eine der ersten Staatsbildungen, denn ihre Anfänge liegen vor denen von Teotihuacán.
Diese Seite führt durch die Stadt: ihre Lage, die Entwicklung in Phasen, die Gesellschaft, die Große Plaza mit ihren Gebäuden, die Nordplattform mit dem Versunkenen Hof und die Südplattform. Sie ergänzt die Seite Teotihuacán, mit dem die Stadt enge Beziehungen hatte, und die Seite Mexiko für das Gesamtbild. Zur Jahreszeit hilft die Seite beste Reisezeit in Nordamerika.
Was sollten Sie über Monte Albán auf einen Blick wissen?
Die Tabelle fasst die belegten Eckdaten zusammen. Die Abschnitte darunter erklären sie im Zusammenhang.
| Thema | Angabe | Einordnung |
|---|---|---|
| Lage | Oaxaca, Hügelgruppe mit abgeflachter Kuppe | Auf dem Cerro del Jaguar, rund 1.500 m über dem Meer |
| Welterbe | 1987 | Eintragung als Kulturerbe |
| Besiedlung | 500 v. Chr. bis 900 n. Chr. | Die am längsten bewohnte Stätte Mesoamerikas |
| Staatenbildung | Vor Teotihuacán | Eine der ersten Staatsbildungen Mesoamerikas |
| Südplattform | 40 m hoch, rund 140 m Seitenlänge | Höchstes Bauwerk der Stadt |
| Versunkener Hof | 50 m Seitenlänge, 3 m hoch | Teotihuacán-Einfluss |
| Ballspielplatz | Um 100 v. Chr., 26 m lang | Doppel-T-Form mit Steinring in der Mitte |
| Stele 18 | 5,20 m hoch | Sandstein mit Kalenderzeichen |
| Erforschung | Alfonso Caso, 1930er-Jahre | Versunkener Hof, Ballspielplatz, Stele 18 |
Wo liegt Monte Albán, und wie ist der Ort aufgebaut?
Monte Albán war die große Hauptstadt der Zapoteken. Die Stadt steht auf der abgeflachten Kuppe einer Gruppe von Hügeln im Zentrum von Oaxaca, auf dem Cerro del Jaguar, rund 1.500 Meter über dem Meer. Die Hauptplaza wurde künstlich eingeebnet.
Die Aufteilung der Stadt folgte der gesellschaftlichen Ordnung. Die Residenzen der Oberschicht lagen nahe dem Zentrum, dem Bereich der religiösen und staatlichen Tätigkeit. Die Wohnbauten der unteren Schichten, die mit Landwirtschaft und Handwerk verbunden waren, lagen an den Hängen, vor allem im Norden und Osten. Die Menschen wurden im Allgemeinen in ihren Wohnhäusern bestattet. Die Bestattungsbräuche folgten derselben Rangordnung wie Architektur und Beigaben.
Das Bild der Stadt prägen Tafeln und Böschungen: Vorgebaute senkrechte Wände und geneigte Flächen, erhöhte schräge Bereiche, die sehr breite Treppen einfassen, und als Kennzeichen der Blütezeit die Doppelschulter-Tafel. Die Wohnhäuser der Oberschicht hatten einen quadratischen Sockel und einen zentralen Hof, um den die Räume in hierarchischer Ordnung lagen.

Wie entwickelte sich die Stadt in Phasen?
Die früheste Phase, die Periode I, ist an einer megalithischen Mauer in Gebäude K zu erkennen. In der Periode II, von 200 v. Chr. bis 200 n. Chr., kamen benachbarte Hügel und Orte in den Einflussbereich der Stadt, darunter Atzompa, Cerro del Gallo, El Plumaje, Monte Albán Chico und El Mogollito. Die Stadt wuchs und festigte sich als Staat. Die Eroberungsplatten gehören in diese Zeit. In der Periode III ist der Versunkene Hof das bezeichnendste Bauwerk. Der Palast entstand in den Perioden IIIA und IIIB-IV.
Zwischen 200 und 500 n. Chr. waren die Beziehungen zu Teotihuacán sehr wichtig. Es gab ein zapotekisches Viertel in Teotihuacán, und umgekehrt beeinflusste Teotihuacán die Keramik von Monte Albán. Dazu passt die Seite Teotihuacán. In den Jahren 500 bis 800 entstanden die Residenzen der Gräber 103 und 105. Die Residenz 103 bildete eine Nekropole. Die Besiedlung endete um 900. Danach wurde die Stadt nicht mehr bewohnt, blieb aber als Ort der Verehrung bekannt.
Auch nach dem Ende der Stadt blieb der Ort heilig: Menschen aus verschiedenen Gegenden kamen weiter hierher, um Opfergaben niederzulegen.
Wie organisierte die Stadt Wirtschaft und Gesellschaft?
Der Staat erhob von den Gemeinden, die er kontrollierte, Abgaben in Naturalien wie Mais, Bohnen und Kürbis. Händler aus verschiedenen Dörfern reisten in die Stadt, um Waren zu tauschen. Die große Plaza im Süden wurde zu einem Markt, auf dem Händler aus nahen und fernen Regionen Pflanzen, Nahrungsmittel und heilige Gegenstände tauschten.
Die Stadt war ein Zentrum der Keramikherstellung, auch von Urnen. Ein bekanntes Beispiel stellt Cocijo dar, den Gott von Blitz und Regen. Schriftzeichen auf einzelnen Steinen gehören zu den frühesten in Mesoamerika. Zu den Steinen mit Reliefs zählen die Tänzer, die Eroberungsplatten und die Stelen der Herrscher.
Was steht auf der Großen Plaza?
Die Große Plaza ist ein riesiger Platz, den eine Reihe von Gebäuden in zwei Bereiche teilt. Drei Gebäude sind miteinander verbunden, das vierte steht allein. An der Nord- und der Südseite begrenzen große Plattformen mit weiteren Bauten den Platz. Das Gebäude der Tänzer (Gebäude L) gehört zu den ältesten der Plaza. Es hat eine rechteckige Plattform mit einer Anlage aus sieben Räumen um einen Hof, zwei kleine Tempel in den Ecken und Doppelschulter-Tafeln. In seinem oberen Teil liegen die Gräber 60 und 69. Seine Platten zeigen die Tänzer mit deutlichem olmekischem Einfluss.
Die Galerie der Tänzer besteht aus großen gravierten Blöcken einer Gruppe menschenähnlicher Figuren auf der Höhe der Plattformbasis. Ein weiteres Bauwerk ist Hügel D, auch Gebäude J oder Observatorium genannt. Es hat eine rechteckige Front mit drei Stufenkörpern und einen pfeilspitzenförmigen Grundriss, der nach Nordosten ausgerichtet ist, anders als die übrigen Bauten. Es ist mit großen gravierten Steinen bedeckt. An der West- und Ostfassade stecken wiederverwendete Tänzerplatten, an der Süd- und Südwestfassade Eroberungsplatten aus der Periode II.
Gebäude K hat drei Stufenkörper in Ost-West-Richtung und trägt einen Tempel mit vier Steinsäulen auf einem Portikus. Frühere Erkundungsstollen legen die megalithische Mauer der Periode I frei. Gebäude H hat ein Fundament aus zwei Körpern mit drei Bauten darüber, einen Tempel mit drei Räumen, Steinscheiben und einen Brunnen. Das Grab 165 liegt im Bereich des Portikus.
Was ist besonders am Palast und an den Gräbern?
Der Palast war ein Wohnbau der Perioden IIIA und IIIB-IV. Er hat eine Plattform mit Doppelschulter-Tafeln, eine Tür mit monolithischem Sturz und einen blinden Eingang, der den Blick ins Innere versperrt. Im Hof stehen ein kleiner quadratischer Altar und ein unerforschter Tunnel. Früher ging man von einem Grab im Palast aus. Es bestätigte sich nicht: Der Bau ist eine teilweise Anpassung eines älteren Gangbaus.
Auf der Nordplattform liegen mehrere Residenzen mit Gräbern. Die Residenz des Grabes 103 enthält mindestens vier Gräber, ein Wandbild in mehreren Farben und Zugänge auf jeder Himmelsseite. Die Residenz des Grabes 104 liegt nahe der Ecke der Nordplattform. Ihre Fassade trägt das Motiv der Doppelschulter, und in einer Mittelnische sitzt eine Urne des Cocijo auf einem Thron mit Jaguarkopf. Das Wandbild des Grabes 104 zeigt zwei alte Männer mit Beuteln für Kopal oder Mais, Opferkästen und Kalendernamen wie „2 Schlange“, „5 Schlange“, „5 Türkis“, „1 Blitz“, „5 Eule“ und „5 Blitz“.
Die Residenz des Grabes 105 liegt im Nordosten und entstand zwischen 500 und 800. Sie ist einer der größten und prächtigsten Paläste der Stadt. Das Wandbild des Grabes 105 zeigt Regen- und Maisgötter, viele mit Sprech- oder Gesangsbändern, in Blau, Gelb, Grün, Rosa und Schwarz mit rötlichem Ton. Das Grab 103 öffnet sich nach Westen und hat Wandbilder in mehreren Farben.

Welche Bauten stehen auf der Nordplattform?
Die Nordplattform schließt die Große Plaza im Norden ab. Sie ist eine Basisplattform aus zwei Körpern mit mehreren zeremoniellen Komplexen. Auf der Stele 9 sind viele Schriftzeichen im Maya-Stil eingeschnitten.
Der Versunkene Hof erbt Züge der Architektur von Teotihuacán, hat aber eigene Merkmale. Er ist 50 Meter lang an jeder Seite und 3 Meter hoch, hat einen quadratischen Grundriss mit Treppen auf vier Seiten und zwei Fundamenten im Osten und Westen. In der Mitte steht ein quadratischer Adoratorium-Altar mit Treppen nach Norden und Osten. Alfonso Caso erkundete ihn in den frühen 1930er-Jahren und fand ein Entwässerungssystem, eine Reihe von Durchgängen, die Stele 10 und ein Heiligtum mit einer Opfergabe.
Der Ballspielplatz entstand um 100 v. Chr. und hat die Form eines doppelten T, etwa 26 Meter lang und 5 Meter breit. Die lange Achse verläuft ungefähr von Nord nach Süd, in der Mitte liegt ein Steinring. In den Ecken im Nordosten und Südosten liegen rechteckige Nischen unbekannter Funktion. In Monte Albán wurden fünf Ballspielplätze gebaut. Caso leitete die Erkundung des Platzes von 1933 bis 1935.
Gebäude A ist rechteckig mit vier Stufenkörpern und einer Monumentaltreppe an der Westfront. Gebäude II ist die letzte Bauphase, mit einem T-förmigen Grundriss und zwei Stufenkörpern. Das Gebäude der Zwei Türen gehört zum Komplex des Geodätischen Punktes und hat einen Stollen von 6 Metern Tiefe und 9 Metern Länge. Gebäude X hat einen T-förmigen Grundriss mit breiter Mitteltreppe ohne Balustraden.
Was zeigt die Südplattform?
Die Südplattform schließt die Plaza im Süden ab. Sie besteht aus zwei Körpern, ist 40 Meter hoch und das höchste Bauwerk der Stadt. Ihre Seitenlänge beträgt rund 140 Meter bei fast quadratischem Grundriss. Im unteren Teil und an den Ecken sind Stelen mit Tierreliefs eingelassen.
Das zentrale Adoratorium hängt mit Gebäude P im Osten und den Gebäuden G, H und I im Westen zusammen. Es wird mit dem Beginn der Regenzeit verbunden und diente als Regenwasserspeicher. Zwei Bauphasen sind sichtbar, dazu zwei Stollen oder Abflüsse an der Ost- und der Westseite.
Die Stele 18 stammt aus der Klassik, ist 5,20 Meter hoch und aus Sandstein. Sie dient als astronomisches Instrument: Ihr Schatten markiert den Sonnenhöchststand. Sie ist nach dem astronomischen Norden ausgerichtet und trägt Kalenderzeichen. Alfonso Caso entdeckte sie in den Grabungszeiten 1937 bis 1939.
Wie wurde Monte Albán erforscht?
Die Haupterkundungen leitete in den 1930er-Jahren Alfonso Caso. Er erkundete in den frühen 1930er-Jahren den Versunkenen Hof, leitete von 1933 bis 1935 die Erkundung des Ballspielplatzes und entdeckte die Stele 18 in der siebten und achten Grabungsperiode zwischen 1937 und 1939. Frühere Eingriffe hinterließen Erkundungsstollen in Gebäude K und im Gebäude der Tänzer. Die Nummern der Gräber, etwa 60 und 69, folgen der Einteilung von Caso.
Die Stätte wurde 1987 zum Welterbe erklärt. Für den größeren Zusammenhang der frühen Kulturen bietet sich die Seite präkolumbische Kulturen Nordamerikas an.
Wo liegt Monte Albán?
In Oaxaca, im Süden Mexikos, auf der abgeflachten Kuppe einer Hügelgruppe, dem Cerro del Jaguar.
Wer baute Monte Albán?
Die Zapoteken. Monte Albán war ihre große Hauptstadt.
Wie lange war die Stadt bewohnt?
Von 500 v. Chr. bis 900 n. Chr. Es ist die am längsten bewohnte Stätte Mesoamerikas.
Was sind die Tänzer?
Reliefplatten am Gebäude der Tänzer mit deutlichem olmekischem Einfluss.
Welche Verbindung gab es zu Teotihuacán?
Zwischen 200 und 500 n. Chr. waren die Beziehungen sehr wichtig. Es gab ein zapotekisches Viertel in Teotihuacán, und Teotihuacán prägte die Keramik von Monte Albán.
Wer erforschte die Stätte?
Alfonso Caso leitete die Haupterkundungen in den 1930er-Jahren.
Monte Albán zeigt, wie eine Hauptstadt auf einem abgeflachten Berg organisiert war: Plätze oben, Wohnbauten an den Hängen, Wandbilder in Gräbern und ein Austausch, der bis nach Teotihuacán reichte. Mehr zum Land bietet die Seite Mexiko, zur Hauptstadt der Reiseführer Mexiko-Stadt.
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