El Tajín liegt an den Hängen des nördlichen Tieflands von Veracruz, rund 9 Kilometer von Papantla, und gehört seit 1992 zum Welterbe. Der Name stammt aus dem Totonakischen und bedeutet „Donner“ oder „kräftiger Rauch“. Das Wahrzeichen ist die Pyramide der Nischen mit 365 Nischen. Die Stadt ist für ihre Ballspielplätze, die Wandbilder und die Anlage Tajín Chico bekannt.
Was sollten Sie über El Tajín auf einen Blick wissen?
Wie lautet der Name, und wer lebt in der Region?
Wie wurde El Tajín wiederentdeckt und freigelegt?
Wie ist die Stadt aufgebaut?
Was ist die Pyramide der Nischen?
Was ist der Komplex des Arroyo, und was der Komplex der Nischen?
Welche Rolle spielten die Ballspielplätze von El Tajín?
Welche Motive, Farben und Stile prägen die Bauten?
Was zeigen Tajín Chico und die Säulengruppe?
Wie ist die Stätte geschützt und eingeordnet?
Häufige Fragen
El Tajín liegt im Bundesstaat Veracruz am Golf von Mexiko, an den Hängen des nördlichen Tieflands, 9 Kilometer von Papantla entfernt. Die Stadt verbindet Pyramiden, Ballspielplätze und Paläste zu einem Ensemble, das sich dem Gelände anpasst. Die Bauten spiegeln den Umriss der umliegenden Hügel wider.
Diese Seite erklärt Lage und Namen, die Entdeckung, den Stadtplan mit seinen Zonen, die Pyramide der Nischen, die Plätze und Bauten im Süden, die Ballspielplätze, Tajín Chico mit seinen Wandbildern und den Schutz der Stätte. Für den Vergleich mit anderen Städten bieten sich Teotihuacán und Monte Albán an. Das Gesamtbild des Landes zeigt die Seite Mexiko, die Jahreszeiten erklärt die Seite beste Reisezeit in Nordamerika.
Was sollten Sie über El Tajín auf einen Blick wissen?
Die Tabelle fasst die belegten Eckdaten zusammen. Die Abschnitte darunter ordnen sie ein.
| Thema | Angabe | Einordnung |
|---|---|---|
| Lage | Nördliches Tiefland von Veracruz | 9 km von Papantla |
| Welterbe | 1992 | Eintragung als Kulturerbe |
| Name | Totonakisch, „Donner“ oder „kräftiger Rauch“ | Gott des Donners und der Unwetter |
| Pyramide der Nischen | 365 Nischen | Sieben Stufen, 25 m hoch |
| Wiederentdeckung | 1785 | Diego Ruiz bei einer Kontrolle in Papantla |
| Erforschung | Ab den 1930er-Jahren | Freilegung der Pyramide der Nischen |
| Schutzgebiet | 1.221 Hektar | Zone archäologischer Denkmäler seit 2001 |
| Zonen | Tajín, Tajín Chico, Säulengruppe | Südlicher Zeremonialbereich und nördliche Paläste |
Wie lautet der Name, und wer lebt in der Region?
Der Schutzgott des Ortes war der Gott Tajín. Auf Totonakisch bedeutet das Wort „Donner“ oder „kräftiger Rauch“. Wegen seiner Verbindung zu schweren Unwettern wurde er mit dem Gott Huracán gleichgesetzt, und die Stätte ist als Stadt des Gottes Huracán bekannt. Die Totonaken sind die indigene Bevölkerung, die bis heute in der Region lebt.
Die Stätte liegt an den Hängen der Tiefländer im Norden von Veracruz. Wichtige Gebäude sind auf den Hügel Cerro del Oriente ausgerichtet. Zwei Bäche und eine Mauer begrenzen den tiefsten Teil der Anlage im Osten.

Wie wurde El Tajín wiederentdeckt und freigelegt?
Im Jahr 1785 sah Diego Ruiz bei einer Kontrolle auf der Suche nach heimlichen Tabakpflanzungen in der Region Papantla die Pyramide der Nischen. Sie war verlassen, und weil niemand sie anrührte, blieb sie unversehrt, geriet aber in Vergessenheit.
In den 1930er-Jahren begannen Reinigung und Erkundung. Die Pyramide der Nischen war das erste Gebäude, das vollständig von Bewuchs befreit wurde.
Im Jahr 2013 entdeckte ein Laserscanner zwei Plattformen, die Vegetation und Sedimente verborgen hatten. Sie heißen „Balkone“, haben etwa 10 mal 15 Meter Grundfläche und sind 10 bis 12 Meter hoch.
Wie ist die Stadt aufgebaut?
Das städtebauliche Zentrum war ein monumentales Ensemble aus Pyramiden, Ballspielplätzen und Palästen für Rituale und gemeinsame Handlungen. Eine mächtige Stützmauer teilte den tiefer liegenden Süden vom höheren Norden, Tajín Chico genannt. Der Süden, der Zeremonialbereich, umfasste Plätze, Ballspielplätze und die Sockel von Tempeln. Zum Zeremonialbereich gehören die Plaza del Arroyo sowie der Südliche und der Nördliche Ballspielplatz. Die Pyramide der Nischen steht im Komplex der Nischen, dem Zentrum dieses Bereichs. Der Norden war nur beschränkt zugänglich und trug Paläste und Verwaltungsbauten, in denen sich die Oberschicht versammelte.
Die Siedlung verteilt sich auf drei Bereiche, die jeweils um offene Flächen angelegt sind. Der erste ist Tajín selbst, die Hauptanlage im tiefsten Gelände mit rechteckigen Plätzen. Der zweite ist Tajín Chico auf einem künstlichen Hügel von etwa 7 Metern Höhe, mit trapezförmigen Plätzen oder Plätzen in der Form einer griechischen Mäanderlinie. Der dritte ist die Säulengruppe, die mit Tajín Chico verbunden ist und darüber liegt. Ihr größerer Bau trägt einen Portikus auf reich geschnitzten Säulen.
Der Stadtplan folgt der Form des Xicalcoliuhqui, einer schematischen Darstellung des Querschnitts einer Meeresschnecke. Die Höhenunterschiede des Geländes regeln den Zugang zu den einzelnen Bereichen.
Die folgende Übersicht ordnet die Bereiche der Stadt nach Lage und Merkmal.
| Bereich | Lage | Merkmal |
|---|---|---|
| Komplex des Arroyo | Süden, ältester Teil | Vier Hauptgebäude mit Heiligtümern um einen großen Platz |
| Komplex der Nischen | Zeremonialzentrum | 14 monumentale Strukturen, Gebäude der Nischen |
| Tajín Chico | Norden, erhöhte Terrasse | Paläste, Verwaltungsbauten, Wandmalereien |
| Säulengruppe | Über Tajín Chico | Gebäude 41 mit Säulen, Großer Nördlicher Ballspielplatz |
| Großes Xicalcoliuhqui | Südlich von Tajín Chico | Mauer in Mäanderform um etwa einen Hektar |
Was ist die Pyramide der Nischen?
Die Pyramide der Nischen, Gebäude 1, ist das berühmteste Bauwerk von El Tajín. Sie hat 365 Nischen von quadratischem Grundriss und etwa 70 Zentimetern Tiefe, die mit dem Sonnenkalender in Verbindung stehen. Der Grundriss ist ein Quadrat von 36 Metern Seitenlänge. Sieben Stufenkörper erheben sich auf 25 Meter Höhe. Die Pyramide ist nach Osten ausgerichtet, ihre Haupttreppe ist 10 Meter breit. Sie entstand in der letzten Phase der Siedlung.
Mehrere Bauphasen zeigen unterschiedliche Oberflächen. In einer Phase gab es hochwertige Stuckleisten mit kleinen Säulen, die von segmentförmigen Elementen gekrönt werden, und umgekehrte Pyramiden. In anderen Phasen schmückten Wandbilder mit mythologischen Figuren die Wände, ausgeführt in feinen mineralischen Pigmenten. Mäander in Zickzackform zieren die Fassade.
Die Bauweise heißt Talud-Tablero: ein geneigter Sockel mit einer senkrechten Tafel darüber, hier mit einer Nische in der Mitte und einem Gesims. Architektur und Skulptur der Stadt drücken immer wieder Dualität aus.

Was ist der Komplex des Arroyo, und was der Komplex der Nischen?
Der Komplex des Arroyo, auch Große Plaza des Arroyo genannt, ist der älteste Teil der Siedlung im Süden. Die Stadt wuchs von hier aus in die entgegengesetzte Richtung. Er trägt den Namen von zwei Bächen, die sich vereinigen und in den Bach Tlahuanapa münden. Die Bauten entstanden um 600 n. Chr. Vier Hauptgebäude mit je einem Heiligtum in der Mitte umgeben einen großen Platz. Der Platz bot Raum für etwa 300 bis 400 Menschen bei öffentlichen Zeremonien. Im teilweise freigelegten Boden sind unter geglättetem Mörtel Steinlinien erhalten, die Bauarbeiten markierten.
Der Komplex der Nischen ist das Zeremonialzentrum, verankert durch das Gebäude der Nischen. Er umfasst 14 monumentale Strukturen. Zwei davon spiegeln das Weltbild der Bewohner wider. An einigen Gebäuden ist die ursprüngliche blaue und rote Farbe erhalten.
Gebäude 11 ist Teil eines Ballspielplatzes neben dem Gebäude der Nischen. Es durchlief vier Umbauphasen, die sein Wandbild schützten. Das Wandbild wurde 1989 entdeckt. Gebäude A hat eine falsche Treppe mit Wangenmauern, die der Haupttreppe der Pyramide der Nischen ähnelt. Gebäude 5 ist nach Westen ausgerichtet, zwei Anbauten passen es an die Ausrichtung der Pyramide der Nischen an.
Welche Rolle spielten die Ballspielplätze von El Tajín?
El Tajín ist für seine vielen Ballspielplätze bekannt. Sie haben jeweils eigene Maße und Merkmale, was die kulturelle Vielfalt ausdrückt. Die Wandbilder der Plätze erlauben es, zwei Arten des Spiels zu unterscheiden: das Wettkampfspiel und das rituelle Spiel. Das rituelle Spiel suchte Gleichgewicht und Lebensgrundlagen zu erbitten. Einige Plätze waren öffentlich, andere für eng umgrenzte, zeremonielle oder sportliche Anlässe gedacht.
Der Südliche Ballspielplatz liegt südlich der Pyramide der Nischen, neben Gebäude 5. Die Reliefs an seinen Ecken zeigen das Ritual: die Bitten an die Götter und die Vorbereitung der Spieler. Der Ballspielplatz von Gebäude XI hat eine Wand mit Wandbildern aus gestuften Mäandern und gegenläufigen Spiralen, ein Augenmotiv, das mit der Hauptgottheit verbunden ist. Das Gebäude A in Tajín Chico hat an seinen vier Ecken kleine Ballspielplätze und am Südzugang einen Bogen im Maya-Stil.
Welche Motive, Farben und Stile prägen die Bauten?
Die Gebäude von El Tajín tragen Mäandermuster, Nischen, Gesimse, Wandmalereien und flache Reliefs. Geschnitzte Reliefs zieren Säulen und Friese. Aus den Reliefs und Malereien lassen sich Hinweise auf Rituale, den Alltag und die Gesellschaft gewinnen. Ein Gebäude in der Form des Xicalcoliuhqui ist in Mesoamerika einzigartig.
Die Wandbilder arbeiten mit wenigen kräftigen Farben. In Gebäude I in Tajín Chico dominieren Blau, Rot und Gelb, an anderen Gebäuden der Nischen-Zone ist die ursprüngliche blaue und rote Farbe auf den Bauten erhalten. Das Wandbild von Gebäude 11 zeigt gestufte Mäander und gegenläufige Spiralen.
Die Böschungs- und Tafelbauweise des Talud-Tablero ist an vielen Gebäuden zu sehen. Dazu kommen Besonderheiten wie die Mauer des Xicalcoliuhqui, die aus behauenen Quadern ohne Mörtel gesetzt ist, und das Gebäude A mit seiner falschen Treppe. Der Einfluss der Stadt reichte bis zur Golfküste, in das Maya-Gebiet und in das zentrale Hochland von Mexiko.
Was zeigen Tajín Chico und die Säulengruppe?
Tajín Chico liegt nördlich der Pyramide der Nischen auf einer erhöhten Terrasse mit Verwaltungs- und Wohngebäuden. Gebäude A ist das am reichsten geschmückte Bauwerk der Stätte, mit senkrechten Reliefbändern und Friesen aus Mäanderschlüsseln. Gebäude I trägt Wandmalereien an allen Wänden und Bänken: Mäander, Spiralen und sitzende menschliche Figuren in Blau, Rot und Gelb. Auch Elemente wie Wasser und Wind sind dargestellt. Gebäude C ist mit gestuftem Mäander verziert.
Südlich von Tajín Chico verläuft das Große Xicalcoliuhqui, eine lange Mauer, deren Winkel eine Mäanderlinie bilden. Sie umschließt rund einen Hektar mit mehreren Gebäuden und einem Paar Ballspielplätzen. Die Außenseite ist eine Böschung mit Nischentafeln aus behauenen Steinquadern, die ohne Mörtel gesetzt sind.
In der Säulengruppe stehen drei bezeichnende Bauten: der Große Nördliche Ballspielplatz, das Große Xicalcoliuhqui und der Säulenkomplex. Gebäude 41 war die Residenz des letzten Herrschers, Dreizehn Kaninchen. Die Säulen halten seine Taten und seinen Aufstieg zur Macht fest.
Wie ist die Stätte geschützt und eingeordnet?
El Tajín steht in der Obhut des Nationalen Instituts für Anthropologie und Geschichte, INAH. Das Bundesgesetz von 1972 über Denkmäler und archäologische, künstlerische und historische Zonen schützt sie. 2001 erklärte ein Präsidialdekret das Gebiet zur Zone archäologischer Denkmäler, mit einem Schutzbereich von 1.221 Hektar. 2009 genehmigte das INAH einen Managementplan für Schutz, Erhaltung, Forschung, Vermittlung, Beteiligung und Verwaltung.
Die UNESCO trug die Stätte am 14. Dezember 1992 als Kulturerbe ein. El Tajín ist ein einzigartiges Zeugnis für Mesoamerika in der Epiklassik und der frühen Nachklassik und ein herausragendes Beispiel eines Bau- und Stadtensembles, mit seinem am Xicalcoliuhqui ausgerichteten Plan und der großen Zahl von Ballspielplätzen. Gebäude und umgebende Landschaft bilden eine untrennbare Einheit.
Einordnen lässt sich El Tajín am besten im Vergleich. Teotihuacán und Monte Albán, beschrieben auf den Seiten Teotihuacán und Monte Albán, zeigen andere Stadtmodelle des Hochlands und des Südens. Den größeren Rahmen bietet die Seite präkolumbische Kulturen Nordamerikas.
Wo liegt El Tajín?
Im Bundesstaat Veracruz, an den Hängen des nördlichen Tieflands, 9 Kilometer von Papantla entfernt.
Was bedeutet der Name Tajín?
Auf Totonakisch „Donner“ oder „kräftiger Rauch“. Der Gott Tajín war mit Unwettern verbunden und wurde mit dem Gott Huracán gleichgesetzt.
Wie viele Nischen hat die Pyramide der Nischen?
365, quadratisch und rund 70 Zentimeter tief. Sie werden mit dem Sonnenkalender verbunden.
Wer sah die Pyramide 1785?
Diego Ruiz bei einer Kontrolle auf der Suche nach heimlichen Tabakpflanzungen in der Region Papantla.
Was ist Tajín Chico?
Der nördliche, höher gelegene Teil der Stadt mit Palästen und Verwaltungsbauten, zu dem der Zugang beschränkt war.
Seit wann ist El Tajín Welterbe?
Seit 1992.
El Tajín zeigt, wie eine Stadt der Golfküste Plätze, Ballspielplätze und Paläste in einer Hügellandschaft ordnete. Mehr zum Land bietet die Seite Mexiko, zur Saison die Seite beste Reisezeit in Nordamerika.
