Die Bahamas sind ein Archipel aus rund 700 Inseln vor Florida: Nassau und Paradise Island für Resorts und Nachtleben, die Exumas für türkisfarbene Sandbänke, Eleuthera und Harbour Island für pinke Strände, Andros für Blue Holes. Deutsche reisen bis 90 Tage visumfrei ein. Beste Reisezeit: November bis April. Das Preisniveau ist sehr hoch.
Welche Insel passt zu Ihnen?
Nassau, Paradise Island und Kreuzfahrt
Exumas und die schwimmenden Schweine
Eleuthera und Harbour Island
Tauchen, Schnorcheln und Blue Holes
Grand Bahama und die Abacos nach Dorian
Inselhopping mit Flugzeug und Fähre
Einreise und Anreise 2026
Reisezeit, Hurrikane und Sargassum
Sicherheit und Kosten
Häufige Fragen
Kaum ein Meer leuchtet so intensiv wie das über den flachen Sandbänken der Bahamas. Das Land besteht aus rund 700 Inseln und über 2.400 Cays, von denen nur etwa 30 bewohnt sind. Für viele beginnt und endet die Reise in Nassau, dabei liegt der eigentliche Reiz auf den „Out Islands“: einsame Strände, Segelreviere, Korallenriffe und Unterwasserhöhlen. Dieser Reiseführer stellt die wichtigsten Inseln vor, erklärt Inselhopping, Einreise, Reisezeit und Sicherheit und sagt offen, was ein Urlaub kostet. Den Vergleich mit Jamaika, Kuba oder Barbados finden Sie im Ratgeber Welche Karibik-Insel passt zu Ihnen?. Alle Angaben: Stand Oktober 2026.
Welche Bahamas-Insel passt zu Ihnen?
Das hängt davon ab, ob Sie Komfort, Natur oder Einsamkeit suchen. Die Tourismusbehörde zählt 16 größere Inselziele, alle per Flugzeug erreichbar.
| Insel | Ideal für | Auf einen Blick |
|---|---|---|
| Nassau & Paradise Island | Resorts, Familien, Kurztrips | Hauptstadt, internationaler Flughafen, Kreuzfahrthafen |
| Exumas | Bootstouren, Sandbänke | Inselkette, ca. 209 km lang, Meeresschutzpark seit 1958 |
| Eleuthera & Harbour Island | Paare, ruhige Strände | pinker Sand, ca. 80 km östlich von Nassau |
| Andros | Taucher, Angler, Natur | größte Insel, Barriereriff, viele Blue Holes |
| Grand Bahama & Abacos | Segler, Höhlen | 2019 von Hurrikan Dorian schwer getroffen |
Was bieten Nassau und Paradise Island – auch für Kreuzfahrtgäste?
Großresorts, Kolonialflair und den einfachsten Einstieg. In Nassau auf New Providence landen die meisten Gäste am Lynden Pindling International Airport. Zwei Brücken über den Hafen verbinden die Stadt mit Paradise Island, das bis 1962 Hog Island hieß und heute vor allem für das Resort Atlantis mit Wasserpark, Aquarium und Casino bekannt ist. In Nassaus Altstadt lohnen die bunten Kolonialbauten und der Straßenumzug Junkanoo, der am zweiten Weihnachtstag, an Neujahr und am Unabhängigkeitstag durch die Straßen zieht. Nassau empfängt jährlich rund 3,7 Millionen Kreuzfahrtpassagiere; an Anlegetagen sind Altstadt und Ausflugsboote voll. Ein Landgang zeigt Ihnen Nassau und Paradise Island – die Exumas, Eleuthera oder Andros erleben Sie nur mit eigenen Nächten an Land.
Sind die schwimmenden Schweine der Exumas ein Muss?
Ein Erlebnis ja, ein Muss nur mit Respekt vor den Tieren. Die Schweine leben auf Big Major Cay („Pig Beach“) in den Exumas, erreichbar nur per Boot; von Nassau sind es ca. 143 km oder rund zwei Stunden im Schnellboot, näher liegen Staniel Cay und Great Exuma. 2017 wurden mehrere Tiere tot aufgefunden; als mögliche Ursachen galten Alkohol von Touristen und verschluckter Sand. Seither gibt es Tränken, Tierarztbetreuung und einen festen Fütterungsplatz. Füttern Sie nur dort und nur Obst oder Gemüse, nie Alkohol, und lassen Sie Ferkel in Ruhe.
Die eigentliche Attraktion der Exumas sind ihre Sandbänke und Cays. Der Exuma Cays Land and Sea Park entstand 1958, Fischen ist dort komplett verboten. Bei Staniel Cay schnorcheln Sie in der Thunderball Grotto, Drehort des gleichnamigen James-Bond-Films von 1965.
Eleuthera und Harbour Island – wo liegen die pinken Strände?
An der Ostseite von Harbour Island vor Nord-Eleuthera; die rosa Färbung stammt von Foraminiferen, winzigen Einzellern mit rötlicher Schale. Eleuthera selbst ist rund 180 km lang und oft kaum breiter als 1,6 km. An der Glass Window Bridge, ihrer schmalsten Stelle, misst die Insel nur rund 9 Meter zwischen Atlantik und Inselinnerem. Statt Großhotels prägen Cottages, Fischerorte wie Spanish Wells und leere Buchten das Bild – ideal für Paare, die Ruhe suchen.
Wo tauchen und schnorcheln Sie am besten?
Rund um Andros, in den Exumas und an den Blue Holes. Andros ist die größte Insel der Bahamas; vor ihrer Ostküste verläuft auf ca. 225 km das Andros Barrier Reef, eines der längsten Korallenriffe der Welt. Die Insel besitzt die weltweit größte Ansammlung von Blue Holes, wassergefüllten Eingängen zu Unterwasserhöhlen. Auf Long Island liegt Dean’s Blue Hole, mit 202 Metern eines der tiefsten Blue Holes der Erde und Schauplatz von Freitauch-Weltrekorden. Auf Grand Bahama erschließt der Lucayan National Park ein Höhlensystem mit über 10 km kartierten Gängen. Höhlentauchen ist nur etwas für speziell ausgebildete Taucher; achten Sie bei allen Touren auf seriöse Anbieter, denn das Auswärtige Amt warnt vor oft niedrigen Sicherheitsstandards.
Wie steht es um Grand Bahama und die Abacos nach Hurrikan Dorian?
Beide Inseln empfangen wieder Gäste, die Narben sind aber nicht verschwunden. Hurrikan Dorian traf am 1. September 2019 als Kategorie-5-Sturm mit 295 km/h die Abacos und verharrte danach rund einen Tag über Grand Bahama. 74 Menschen starben, 282 galten noch Monate später als vermisst, mindestens 70.000 wurden obdachlos. Das Abaco Beach Resort mit Marina in Marsh Harbour eröffnete im Dezember 2020 neu, die Abacos sind wieder ein Segelrevier. Das Auswärtige Amt weist allerdings weiterhin auf Einschränkungen bei Strom, Wasser und medizinischer Versorgung hin – fragen Sie bei Ihrer Unterkunft nach.
Wie funktioniert Inselhopping auf den Bahamas?
Fast immer über Nassau, per Inlandsflug oder Fähre. Bahamasair fliegt vom Flughafen Nassau 32 nationale und regionale Ziele an; die Tourismusbehörde rät, für Anschlüsse in Nassau zwei Stunden einzuplanen. Inlandsflüge erscheinen oft nicht auf großen Buchungsportalen, buchen Sie direkt. Bahamas Ferries verbindet ab Potter’s Cay in Nassau acht Ziele, darunter Eleuthera mit Harbour Island, die Exumas, Andros und die Abacos. In den Exumas und Abacos ist ein Mietboot oft praktischer als ein Mietwagen. Es herrscht Linksverkehr; der EU-Führerschein wird anerkannt.
Welche Einreiseformalitäten gelten 2026?
Ein Reisepass genügt: Deutsche brauchen für bis zu 90 Tage kein Visum. Laut Auswärtigem Amt muss der Pass mindestens sechs Monate über das Reiseende hinaus gültig sein, ein Personalausweis reicht nicht. Bei Ankunft füllen Sie eine Einreisekarte aus, deren Abschnitt Sie bis zur Ausreise aufbewahren. Seit Mai 2026 testen die Bahamas eine digitale Einreisekarte (Bahamas Digital Arrival Card), die Einreise- und Zollerklärung bündelt – vorerst nur auf ausgewählten Flügen, das Papierverfahren bleibt bestehen. Bei der Ausreise ist eine Flughafensteuer fällig; seien Sie zwei Stunden vor Abflug am Schalter.
Nonstop ab Deutschland gibt es keine Verbindung. Sie fliegen über London (British Airways ab Heathrow) oder über die USA; dann benötigen Sie ein ESTA für die USA. Viele kombinieren die Bahamas mit Miami oder einer Rundreise durch Florida.
Wann ist die beste Reisezeit – und wie hoch ist das Hurrikanrisiko?
Ideal ist die Trockenzeit von November bis April mit Tageshöchstwerten um 25 bis 27 Grad. Von Mai bis Oktober ist es mit 30 bis 32 Grad heißer und feuchter. Die atlantische Hurrikansaison läuft vom 1. Juni bis 30. November, Höhepunkt ist um den 10. September. Die Bahamas liegen mitten in der Zugbahn: Zuletzt zog Hurrikan Melissa im Oktober 2025 über die südlichen Inseln Long Island und San Salvador. Beim Sargassum lagen die Mengen im September 2026 laut University of South Florida noch über dem langjährigen Mittel, sollen aber bis etwa November abnehmen. Details im Ratgeber beste Reisezeit für Nordamerika.
Wie sicher und wie teuer sind die Bahamas?
Mit üblicher Vorsicht reisen Sie entspannt, günstig ist es aber nicht: Das Preisniveau zählt zu den höchsten der Karibik. Das Auswärtige Amt nennt neben Kleinkriminalität auch Gewaltverbrechen, vor allem nachts und in abgelegenen Gegenden auf New Providence und Grand Bahama, vereinzelt mit K.-o.-Tropfen. Meiden Sie dunkle Wege allein und lassen Sie Getränke nie unbeaufsichtigt. Drogendelikte werden auch bei kleinsten Mengen hart bestraft. Auf den Out Islands ist die medizinische Versorgung stark eingeschränkt – zu einer Auslandskrankenversicherung mit Rücktransport rät das Auswärtige Amt dringend.
Der Bahama-Dollar ist 1:1 an den US-Dollar gekoppelt, beide werden überall akzeptiert. Laut Numbeo kostet ein einfaches Essen in Nassau rund 34 Euro, ein Dreigängemenü für zwei rund 178 Euro – zwei- bis dreimal so viel wie in Jamaikas Hauptstadt Kingston (Stand: Oktober 2026).
Kann man die Bahamas ohne Umweg über die USA erreichen?
Ja, über London: British Airways fliegt ab Heathrow nach Nassau. Ab Deutschland gibt es keinen Nonstop-Flug. Wer über Miami oder andere US-Flughäfen anreist, benötigt auch für den reinen Umstieg ein gültiges ESTA. Die Kombination mit einigen Tagen in Florida ist dafür besonders beliebt.
Darf man die Schweine auf Pig Beach füttern?
Ja, aber nur am vorgesehenen Fütterungsplatz und nur mit Obst, Gemüse oder Schweinefutter. Alkohol oder Füttern am Strand schaden den Tieren, weil sie dabei Sand und Salzwasser aufnehmen. Halten Sie Abstand zu Ferkeln und wählen Sie Bootstouren, die sich an diese Regeln halten.
Warum sind die Strände auf Harbour Island rosa?
Die Farbe stammt von Foraminiferen, mikroskopisch kleinen Meeresorganismen mit rötlich-rosa Schale, deren Reste sich mit dem hellen Sand mischen. Die rosa Strände ziehen sich an der gesamten Ostseite der Insel entlang. Bahamas Ferries fährt Harbour Island direkt ab Nassau an.
Welche Bahamas-Insel ist am besten zum Tauchen?
Andros gilt als Top-Revier: Das Barriereriff vor der Ostküste zieht sich über rund 225 Kilometer, dazu kommen zahlreiche Blue Holes. Die Exumas bieten Schnorcheln im geschützten Meerespark, Grand Bahama ausgedehnte Unterwasserhöhlen. Für Höhlentauchgänge brauchen Sie eine spezielle Ausbildung und einen erfahrenen Guide.
Braucht man auf den Bahamas Bargeld?
In Nassau und den großen Resorts kaum, Kreditkarten wie Visa, Mastercard und American Express sind verbreitet. Auf kleinen Out Islands sollten Sie etwas Bargeld in US- oder Bahama-Dollar dabeihaben. Beide Währungen sind gleichwertig. Euro tauschen manche Banken nicht, daher besser US-Dollar mitbringen.
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