Der Pukaskwa-Nationalpark erstreckt sich über mehr als 1.878 Quadratkilometer an der wilden Nordküste des Lake Superior in Ontario. Granitklippen, Sandstrände und borealer Wald prägen die Küste, auf dem Coastal Hiking Trail laufen Sie 60 Kilometer durch die Wildnis. Das Land ist die Heimat der Anishinaabe, und das Gebiet ist Ontarios einziger Wildnis-Nationalpark.
Was sollten Sie über den Pukaskwa-Nationalpark wissen?
Wie kommen Sie zum Park?
Wie prägen Fels, Wald und Wasser die Landschaft?
Welche Tiere leben im Pukaskwa-Nationalpark?
Warum ist Feuer im borealen Wald wichtig?
Welche Bedeutung hat der Park für die Anishinaabe?
Wer lebte vor der Parkgründung an der Küste?
Welche Wanderungen und Paddelrouten gibt es?
Wie planen Sie Ihren Besuch?
Häufige Fragen
Der Pukaskwa-Nationalpark gehört zu den abgelegensten und eindrucksvollsten Zielen Kanadas. Er liegt am Nordufer des Lake Superior, des größten Süßwassersees der Erde, nahe der Stadt Marathon. Hier trifft nördlicher Nadelwald auf felsige Landzungen und kleine Buchten.
Diese Seite erklärt, wie die Landschaft entstand, welche Tiere und Pflanzen hier leben, welche Rolle das Feuer spielt, welche Geschichte die Anishinaabe und die Holzfäller schrieben, welche Wege es gibt und wie Sie den Park erreichen.
Was sollten Sie über den Pukaskwa-Nationalpark wissen?
Der Park liegt an der Küste des Lake Superior, wo Sie Granitfelsen, Sandstrände und Wälder aus Fichte und Kiefer finden. Er vertritt die Naturregion Central Boreal Uplands, eine von 39 Landregionen im kanadischen Nationalparksystem. Sie erstreckt sich vom Norden Saskatchewans bis in den Westen Quebecs, und Pukaskwa ist der einzige Park im System, der diese Region vertritt.
| Thema | Wert | Hinweis |
|---|---|---|
| Lage | Nordküste des Lake Superior, Ontario | nahe Marathon |
| Fläche | über 1.878 km² | Wildnis ohne Straßen im Inneren |
| Höchster Punkt | Tip Top Mountain, 646 m | einer der höchsten Punkte Ontarios |
| Küstenwanderweg | 60 km | Coastal Hiking Trail, Teil des Trans Canada Trail |
| Paddelroute | 135 km Küste | Coastal Paddling Route |
| Brutvögel | über 100 Arten | vier bedrohte Arten |
| Naturregion | Central Boreal Uplands | einziger Park dieser Region |
Pukaskwa ist kein Ziel für einen kurzen Zwischenstopp, sondern ein Ort für lange Wanderungen und Paddeltouren. Die Einreise erfolgt wie bei anderen Zielen in Kanada mit der eTA für Kanada.
Wie kommen Sie zum Park?
Der Park liegt nahe Marathon in Ontario. Von Thunder Bay sind es etwa dreieinhalb Stunden mit dem Auto, von Sault Ste. Marie etwa fünf Stunden. Folgen Sie dem Trans-Canada Highway 17 bis zur Abzweigung auf den Highway 627 kurz östlich von Marathon. Auf dem Highway 627 fahren Sie 13 Kilometer nach Süden bis zu seinem Ende. Die Verwaltung liegt gleich links nach dem Eingang. Nach rund zwei Kilometern, hinter der Brücke über den Pic River, folgen Kiosk, Hattie Cove Campground und die Tagesbereiche.
Die nächsten Flughäfen sind Thunder Bay (YQT) und Sault Ste. Marie (YAM), beide werden von Air Canada, Porter und WestJet bedient. Von Thunder Bay nach Marathon fahren Busse, von Marathon zum Park Taxis. Wer mit dem Boot kommt: Hattie Cove lässt sich leicht übersehen, deshalb braucht es eine genaue Peilung an dieser Küste.
Im Park gibt es Hattie Cove Campground, oTENTik-Hütten und Zeltplätze im Hinterland. Ein Besucherzentrum, Parkplätze, einen Aussichtspunkt, Picknickbereiche, einen Kanustart, Strände und einen Souvenirshop finden Sie ebenfalls dort, dazu Leihausrüstung wie Kanus.
Wie prägen Fels, Wald und Wasser die Landschaft?
Der Park liegt auf dem Kanadischen Schild mit magmatischem und metamorphem Grundgestein. Die Küste besteht aus uraltem Granit, dazu kommen vereinzelte Sand- und Kiesstrände. Gletscher formten die Landschaft vor etwa 10.000 bis 20.000 Jahren. Daraus entstand die „felsige Kuppelform“ des Hinterlands. Der höchste Punkt ist der Tip Top Mountain mit 646 Metern.
Der Wald besteht aus Weißbirke, Zitterpappel, Balsampappel, Schwarzfichte, Weißfichte, Banks-Kiefer und Weymouth-Kiefer. Auf freiem Fels wachsen arktisch-alpine Arten. Seltene Pflanzen sind unter anderem die gefährdete Pitchers Distel auf Küstendünen, der Franklins Frauenschuh, das Nördliche Zweiblatt und die Berg-Heidelbeere, eine Strauchart, die nirgends sonst in Ontario vorkommt.
Der Lake Superior bestimmt das Bild. Im Inneren liegen zahlreiche Seen und Feuchtgebiete, durch Bäche verbunden. Die größten Flüsse sind der White River und der Pukaskwa River, beide fließen in den Lake Superior. In den Binnenseen leben Bachsaibling, Barsch, Hecht, Glasaugenbarsch (Walleye) und Weißer Sauger. Wasserfälle an der Küste halten viele nicht heimische Fische von den Binnengewässern fern.

Welche Tiere leben im Pukaskwa-Nationalpark?
Zu den Säugetieren des Parks gehören Schwarzbär, Waldkaribu, Kanadischer Luchs, Elch, Schneeschuhhase und Grauwolf. Biber und Fischotter leben in den Gewässern. Beobachten können Sie die Tiere vor allem auf Wegen und im Hinterland.
Über 100 Vogelarten brüten im Park. Weißkopfseeadler, Graureiher und Silbermöwen sind an der Küste vergleichsweise häufig. Vier Arten sind bedroht, darunter der Wanderfalke. Der Kanadawaldsänger, ein bedrohter Singvogel, steht im Mittelpunkt eines Projekts: Fenster erhalten sichtbare Markierungen, weil Vögel Glas für freien Durchflug halten. Über eine Milliarde Vögel sterben jedes Jahr in Nordamerika an Fensterkollisionen, der Kanadawaldsänger kollidiert fast 20-mal häufiger als andere Arten.
Forschungsprojekte betreffen unter anderem Elche aus der Luft, die Genetik der Boreal-Karibus, die Wasserqualität von Flüssen und Bächen, die Wanderungen des Seestörs, Wanderfalken im Nordwesten Ontarios, das Vorkommen von Grauwölfen und den Einfluss der Ernährung von Silbermöwen.
Warum ist Feuer im borealen Wald wichtig?
Feuer ist seit mehr als 9.000 Jahren Teil des borealen Waldes. Parks Canada unterdrückte Brände über viele Jahrzehnte und gibt dem Feuer nun wieder seine ökologische Rolle, indem es manche Waldbrände brennen lässt und kontrollierte Feuer an wichtigen Stellen legt. Pukaskwa nutzt kontrolliertes Feuer seit 1998. Der erste Brand deckte 25 Hektar und diente der Wiederherstellung von Weymouth-Kiefern. Der zweite folgte 2002 mit ebenfalls 25 Hektar in Mischwald.
Feuer wirkt vielfältig. Die Zapfen der Banks-Kiefer öffnen sich erst bei sehr hohen Temperaturen, wie sie in einem Waldbrand entstehen. Im kühlen Klima zersetzt sich Pflanzenmaterial langsam, am Boden häuft sich Streu an. Feuer verwandelt sie in mineralreiche Asche und schließt Nährstoffkreisläufe. Es öffnet das Kronendach, sodass Sonnenlicht den Boden erwärmt und Samen und Wurzeln austreiben. Regelmäßige Brände verringern außerdem die Brennstoffmenge und senken das Risiko sehr großer, heißer Feuer.
Auch die Tiere profitieren. Schlangen, Schildkröten und Salamander graben sich unter Boden oder Steine. Nach einem Brand wachsen mehr Sträucher und Gräser, die Elche fressen, und es gibt mehr Beeren für Schwarzbären. Spechte können nach einem Brand um den Faktor fünfzig zunehmen, weil sie Insekten in verbrannten Bäumen fressen. Luchse nutzen alte Nadelbäume als Deckung und jagen Schneeschuhhasen in kürzlich verbrannten Gebieten. Auch gegen Schädlinge hilft Feuer: Jahrzehntelange Brandbekämpfung hat viele Bäume in ein Alter gebracht, das die Fichtenknospenwickler bevorzugt. Gezielte Brände schaffen ein Mosaik aus verschiedenen Arten und Altersstufen.

Welche Bedeutung hat der Park für die Anishinaabe?
Das Land ist die Heimat der Anishinaabe. Die Anishinaabe sind die Menschen der Nordküste des Chigaam, wie sie den Lake Superior nennen. Ihre Überlieferungen unterscheiden sich innerhalb der Nation, teilen aber den Gedanken der Verwandtschaft, die sich auf den Ersten Menschen zurückführen lässt. Zentrale Begriffe sind Respekt und Ehre sowie Mino Bimaadiziwin, „das gute Leben“.
Eine Schöpfungsgeschichte beschreibt, wie die Erde jung war und eine Familie hatte: Der Mond ist die Großmutter, die Sonne der Großvater. Gitchi Manitou schuf diese Familie und alle Schöpfung. Die Erde ist eine Frau, die vor den Menschen kam, Wasser ist ihr Lebensblut. Die vier heiligen Himmelsrichtungen tragen jeweils einen Teil ihrer Ganzheit. Der Schöpfer sandte Vögel, seine Sänger, die Samen in alle Richtungen trugen, und setzte Schwimmer ins Wasser, Krabbler und Vierbeiner an Land, Pflanzen und Insekten überallhin. Zuletzt schuf Gitchi Manitou aus den vier Teilen der Mutter Erde und seinem Atem in der heiligen Megis-Muschel den Ersten Menschen, von dem die Anishinaabe abstammen.
Im Park können Sie diese Kultur kennenlernen. Der Bimose-Kinoomagewnan-Weg am Halfway Lake ist 3,7 Kilometer lang und vermittelt die Sieben Lehren der Großväter. Der Name des Parks selbst hat viele Schreibweisen und Deutungen. Manche verbinden ihn mit dem Säubern von Fisch, andere mit „Fischessern“, „etwas Bösem“ oder „sicherem Hafen“. Eine Schreibweise lautet „Pukasu“ und beschreibt das Garen von Knochenmark: Knochenreste bleiben im offenen Feuer, bis das Fleisch verbrannt und das Mark gegart ist. Die genaue Herkunft des Namens bleibt offen.
Wer lebte vor der Parkgründung an der Küste?
Die ersten Jäger und Sammler kamen zwischen 7500 v. Chr. und 200 n. Chr. an diese Küste. Aus der Zeit von 200 bis 800 n. Chr. stammen die meisten der erfassten archäologischen Fundstellen im Park. Zwischen 600 und 1750 n. Chr. folgte die späte Waldlandperiode. Ab 1700 kamen Entdecker, Pelzhandel, Holzeinschlag, Bergbau und Siedlung hinzu.
1850 sicherte der Robinson-Superior-Vertrag den Mitgliedern der Ersten Nationen Rechte zur Nutzung des Landes. In den 1840er Jahren dehnte sich die Besiedlung von Oberkanada in die nahen Nordgebiete aus, angetrieben durch Mineralfunde. An der Küste blieben Schiffsrouten bis weit ins 20. Jahrhundert in Gebrauch.
Am Pukaskwa River arbeiteten bis zu 400 Menschen in Holzfällerlagern. Im Süden des heutigen Parks, in Imogene Cove, lag das Pukaskwa Depot. Es war im frühen 20. Jahrhundert ein Dorf, vor allem mit Arbeitern aus Quebec und ihren Familien, und hatte zeitweise rund 400 Einwohner und 23 Gebäude, darunter eine Arztpraxis. Von 1917 bis zur Weltwirtschaftskrise schlug man dort etwa 30.000 Cord Holz pro Jahr, das per Bahn und Schiff zu einer Zellstofffabrik in Sault Ste. Marie ging. Von dem Depot ist wenig geblieben.

Welche Wanderungen und Paddelrouten gibt es?
| Weg | Länge | Besonderheit |
|---|---|---|
| Hattie Cove Fire Walk | 0,7 km | kommt an einer rund einen Hektar großen Fläche vorbei, die 2012 kontrolliert abgebrannt wurde |
| Boardwalk Beach Trail | 1,2 km | barrierefrei, führt zur Horseshoe Bay und zu Dünen |
| Beach Trail | 2 km | Sandabschnitte, Treibholz, Middle Beach |
| Manito Miikana | 2 km | durch eine felsige Schlucht zu Ausblicken auf Lake Superior und die Pic River Dunes, zwei Aussichtsdecks |
| Southern Headland Trail | 2,2 km | felsiges Ufer mit Blick auf Hattie Cove, Pulpwood Harbour und Horseshoe Bay |
| Bimose Kinoomagewnan | 3,7 km | Rundweg um den Halfway Lake, Sieben Lehren der Großväter |
| Combination Hike | 6,3 km | verbindet Southern Headland, Beach und Halfway Lake |
| White River Suspension Bridge | 18 km | Hängebrücke 23 m über den Chigamiwinigum Falls |
Der Horseshoe Beach ist ein halbmondförmiger Strand mit goldenem Sand, geschützt vom Wald und gesäumt von sanft gerundetem Granit. Treibholz liegt am Ufer, windgebeugte Kiefern und Dünen säumen den Zugang. Ein barrierefreier Steg führt vom Hattie Cove Campground zum Strand.
Die längste Strecke ist der Coastal Hiking Trail mit 60 Kilometern, er ist Teil des Trans Canada Trail. Der Weg verläuft an steilen Uferabschnitten des Lake Superior, über Sand- und Kiesstrände und durch rauen Wald. Zur White River Suspension Bridge führen 18 Kilometer als Tageswanderung. Sie passiert eine Brandfläche, auf der Sie die Erholung des Waldes sehen, einen Holzsteg durch ein Feuchtgebiet und das Camp Playter Harbour. Mdaabii Miikna ist ein Rundweg, den Sie über den Coastal Hiking Trail erreichen. Er liegt südlich von Playter Harbour und nördlich der Hängebrücke und führt zum Picture Rock Harbour. Die Coastal Paddling Route ist 135 Kilometer lang und mit Meerespaddeln vergleichbar, sie verlangt technisches Können. Auf White River und Pukaskwa River können Sie auch im Inneren paddeln.
Wie planen Sie Ihren Besuch?
Pukaskwa ist als Wildnispark angelegt. Für Tageswanderungen reichen Besucherzentrum und Hattie Cove, für längere Touren planen Sie Karten, Ausrüstung und Wetter sorgfältig. Mehr zur Wahl der Jahreszeit steht unter beste Reisezeit für Nordamerika.
Wer Ontario bereist, verbindet den Park mit Zielen im Süden der Provinz. Gut dazu passen der Bruce-Peninsula-Nationalpark und der Point-Pelee-Nationalpark. Eine Übersicht über den Osten finden Sie unter Ostkanada.
Wo liegt der Pukaskwa-Nationalpark?
Am Nordufer des Lake Superior in Ontario, nahe Marathon. Von Thunder Bay sind es etwa dreieinhalb Stunden mit dem Auto.
Wie groß ist der Park?
Er umfasst über 1.878 Quadratkilometer und ist der einzige Wildnis-Nationalpark Ontarios.
Wie lang ist der Coastal Hiking Trail?
60 Kilometer. Er ist Teil des Trans Canada Trail und verläuft über Strände und durch boreale Wälder.
Welche Tiere leben im Park?
Schwarzbär, Waldkaribu, Luchs, Elch, Schneeschuhhase und Grauwolf, dazu über 100 brütende Vogelarten.
Wie hoch ist die Hängebrücke?
Die White River Suspension Bridge liegt 23 Meter über den Chigamiwinigum Falls. Der Weg dorthin ist 18 Kilometer lang.
Woher kommt der Name Pukaskwa?
Es gibt viele Schreibweisen und Deutungen. Eine Version, „Pukasu“, bezeichnet das Garen von Knochenmark im offenen Feuer.
Weitere Naturziele in Ontario sind der Bruce-Peninsula-Nationalpark und die Niagarafälle.
