Der Prince-Edward-Island-Nationalpark zieht sich rund 40 Kilometer an der Nordküste der Insel entlang, von Cavendish bis Dalvay, dazu kommen 6 Kilometer auf der Halbinsel Greenwich. Rote Sandsteinklippen, Dünen, Salzwiesen und Sandstrände mit Strandaufsicht prägen ihn. Ein asphaltierter Radweg, Wanderwege und zwei Campingplätze machen ihn zum Ziel für Familien.
Was sollten Sie über den Prince-Edward-Island-Nationalpark wissen?
Warum sind die Klippen rot?
Welche Strände sollten Sie kennen?
Welche Wanderwege lohnen sich?
Wo können Sie Rad fahren und paddeln?
Welche Pflanzen und Lebensräume gibt es?
Wo übernachten Sie im Park?
Wie kommen Sie hin, und wie lange sollten Sie bleiben?
Häufige Fragen
Prince Edward Island ist für viele Deutsche vor allem als Schauplatz von Anne auf Green Gables bekannt. Die Nordküste mit ihren roten Klippen und den weiten Dünen ist aber mehr als eine Kulisse für Literaturfans. Der Nationalpark verbindet Strand, Küstenwald und Feuchtgebiete auf einem schmalen Streifen.
Diese Seite erklärt, wie der Park aufgebaut ist, welche Strände und Wanderwege sich lohnen, was die roten Klippen mit Eisen zu tun haben, wie Sie Rad fahren und paddeln, welche Pflanzen hier wachsen und wie Sie übernachten und anreisen.
Was sollten Sie über den Prince-Edward-Island-Nationalpark wissen?
Der Park liegt an der Nordküste der Insel am Golf von Sankt Lorenz. Er besteht aus drei Abschnitten: Cavendish im Westen, Brackley und Dalvay in der Mitte und Greenwich im Osten. Die Küstenstraße Gulf Shore Parkway führt an der Küste entlang. Die Postadresse lautet Charlottetown, der Park ist ganzjährig offen, die Besucherdienste laufen von Mai bis Oktober.
| Thema | Wert | Hinweis |
|---|---|---|
| Küstenlänge | rund 40 Kilometer | Cavendish bis Dalvay |
| Greenwich | 6 Kilometer | Halbinsel im Osten |
| Wanderwege | 13 Wege | 0,8 bis 12,2 Kilometer |
| Radweg | asphaltierter Gulf Shore Way | Zweirichtungsweg entlang der Straße |
| Pflanzenarten | über 600 | darunter der Frauenschuh |
| Campingplätze | Cavendish und Stanhope | über 200 und über 100 Plätze |
| Gestein | roter Sandstein | rund 285 Millionen Jahre alt |
In den Park kommen Besucher vor allem wegen der Strände. Dazu gehören Sandstrände, rote Klippen, vom Wind geformte Dünen, Wälder und Teiche, an denen Sie Rotfüchse, Wasservögel und Waldsänger beobachten können. Im Sommer sitzen Reiher in den flachen Buchten, an einem Leuchtturm lässt sich picknicken, und abends brennen Lagerfeuer.
Nicht zum Park gehört das Green Gables Heritage Place, der Bauernhof, der Lucy Maud Montgomery zu ihren Geschichten um Anne inspirierte. Er ist ein eigenes Ziel in der Nähe.
Warum sind die Klippen rot?
Die Klippen bestehen aus Sandstein. Er entstand vor rund 285 Millionen Jahren, als Sand, Silt und Schlamm aus einem alten Gebirge in ein breites Tal gespült wurden. Die Ablagerungen verdichteten sich im Lauf der Zeit zu geschichtetem Gestein.
Die rote Farbe stammt vom Mineral Hämatit. Es entsteht, wenn eisenreiche Minerale im Gestein oxidieren, also gewissermaßen rosten. Weil der Sandstein weich ist, trägt das Meer ihn leicht ab, und die Küstenlinie verändert sich ständig. Aus dem abgetragenen Sand bauten Wellen und Wind Sandbänke, Nehrungen und Dünen auf. Die Wellen schieben den Sand den Strand hinauf, wo er sich zu Dünen auftürmt, und die Wurzeln des Strandhafers halten ihn fest.
Hinter den Dünen liegen Barachois-Teiche. So heißen Gewässer, die entstehen, wenn Dünen einen Meeresarm abschneiden und das Wasser allmählich süß wird. Salzwiesen säumen geschützte Ufer. Sie werden von den Gezeiten regelmäßig überflutet und gehören zu den produktivsten Lebensräumen der Erde. Vögel und Fische brüten dort.

Welche Strände sollten Sie kennen?
Die Strände sind das Herz des Parks. In Cavendish, Brackley, Stanhope und Greenwich ist im Sommer eine Strandaufsicht im Dienst. Die wichtigsten Abschnitte im Überblick:
| Strand | Abschnitt | Besonderheit |
|---|---|---|
| Cavendish Main | Cavendish | Strandaufsicht, Rampe, Strandrollstühle |
| North Rustico | Cavendish | Zugang über Treppe oder Sand |
| Brackley Beach | Brackley | Strandaufsicht, Gastronomie, Ladestation |
| Robinsons Island | Brackley | 3,2 km zu Fuß oder mit dem Rad |
| Covehead Lighthouse | Brackley | Leuchtturm, Zugang durch Sand |
| Stanhope Main | Stanhope | Strandaufsicht, Rampe, Ladestation |
| Dalvay | Dalvay | Treppenzugang, Gulf-Shore-Wegbeginn |
| Greenwich Beach | Greenwich | Strandaufsicht, Besucherzentrum nahe |
Cavendish Main ist der Strand mit den meisten Einrichtungen: Toiletten, Parkplatz, Rampe, Matte für Rollstühle und Strandrollstühle. In Brackley gibt es zudem Gastronomie. Wer Ruhe sucht, geht zur Insel Robinsons Island. Dort sind Autos auf dem Weg nicht erlaubt, Sie laufen oder radeln 3,2 Kilometer in einer Richtung. Am Covehead Lighthouse laufen Sie durch Sand zum Leuchtturm.
An der offenen Küste rollen Wellen an den Strand. Zum Schutz des Gelbbrust-Regenpfeifers gibt es Schutzzonen an einzelnen Strandabschnitten. Respektieren Sie die Schutzzonen und bleiben Sie auf den Wegen und Treppen, damit die Dünen intakt bleiben.
Welche Wanderwege lohnen sich?
Der Park hat 13 Wege, alle bis auf einen leicht. Sie führen durch Salzwiesen, Parabeldünen und Wälder des akadischen Waldtyps.
| Weg | Länge | Abschnitt |
|---|---|---|
| Gulf Shore Way West | 8,5 km einfach | Cavendish bis North Rustico |
| Gulf Shore Way East | 12,2 km einfach | Dalvay bis North Rustico |
| Cavendish Grove | 12 km Rundweg | Cavendish |
| Cavendish Dunelands | 2,4 km einfach | Cavendish |
| Clark’s Lane | 1,2 km einfach | Cavendish |
| Cavendish Beach Trail | 1,1 km einfach | Cavendish |
| Farmlands Trail | 2,8 km Rundweg | Stanhope |
| Bubbling Springs | 2,5 km Rundweg | Stanhope |
| Tlaqatik | 4,6 km hin und zurück, 2,4 km Schleife | Greenwich |
| Havre Saint Pierre | 1,1 km Rundweg | Greenwich |
| Greenwich Dunes | 4,6 km, mittel | Greenwich |
Der Greenwich Dunes Trail ist der einzige Weg mit mittlerer Schwierigkeit. Auf Greenwich quert ein schwimmender Holzsteg die Dünen. Die Dünen von Greenwich sind groß, beweglich und parabelförmig, mit sogenannten Gegenwällen. Dieses Phänomen ist in Nordamerika sehr selten. Die Halbinsel gehört seit 1998 zum Park.
Das Besucherzentrum in Greenwich (29 Wild Rose Road) zeigt mehr als 20 Exponate, darunter eine Zeitleiste mit Fundstücken, ein dreidimensionales Bodenmodell der Halbinsel und eine zwölfminütige Multimediapräsentation. Eine Ausstellung zeigt Modelle bedrohter Meerestiere in Lebensgröße, darunter eine Lederschildkröte. Das Haus ist vollständig rollstuhlgerecht.
Zwischen 1983 und 2002 fanden Grabungen auf Greenwich Spuren von Kulturen aus den letzten 10.000 Jahren: frühe Gemeinschaften der Mi’kmaq, französische und akadische Siedler sowie schottische, irische und englische Einwanderer. Drei Wege auf Greenwich zwischen 1,25 und 4,5 Kilometern führen an Wäldern, aufgegebenen Feldern und dem Bowley Pond vorbei.

Wo können Sie Rad fahren und paddeln?
Der Gulf Shore Way ist ein asphaltierter Zweirichtungsweg, der neben der Gulf Shore Parkway verläuft. Die Oberfläche ist glatt, es gibt ebene Stücke und sanfte Hügel. Unterwegs kommen Sie an den roten Sandsteinklippen von Cavendish, den Dünen von Brackley, dem Covehead Lighthouse und vier Stränden mit Strandaufsicht vorbei. Der Weg ist rund 20 Kilometer lang.
Im Park gilt Helmpflicht, Rennen auf den Wegen sind verboten. Pedelecs dürfen höchstens 500 Watt Motorleistung haben, die Unterstützung muss beim Anhalten der Pedale enden und bei 32 km/h auf ebener Strecke abschalten.
Paddeln können Sie mit Kajak, Kanu und Stand-up-Paddleboard auf Teichen und im Golf von Sankt Lorenz. Die Strecken sind kurz, die Szenerie abwechslungsreich, und es gibt viele Campingstellen. Motorboote sind auf den Gewässern des Parks nicht erlaubt. Auch Kitesurfen und Windsurfen sind möglich; beachten Sie die Wassersicherheitshinweise.
Welche Pflanzen und Lebensräume gibt es?
Der Park hat vier Ökosysteme: Küste, Wald, Süßwasser und Feuchtgebiete. Süßwasserbäche und Teiche machen rund vier Prozent der Fläche aus. Mehr als 600 Pflanzenarten sind nachgewiesen, darunter die gewöhnliche Frauenschuh-Orchidee, die Blume der Provinz.
An der Küste wachsen Strandhafer, Meersenf und Beifuß, im Frühsommer auch die Strandplatterbse. Weiter landeinwärts siedeln Rosen und Wachsmyrten, wenn aus Sand allmählich Boden wird. Der ursprüngliche akadische Wald bestand aus Buchen, Zuckerahorn, Gelbbirken, Hemlocktannen und Roteichen. Der größte Teil wurde bis ins 20. Jahrhundert gerodet. Heute besteht der Wald vor allem aus Weißfichten und jungem Nachwuchs, nur wenige Reste des alten Waldes sind erhalten.
Mit dem CoRe-Projekt wurden 54.000 Bäume gepflanzt, darunter Rotfichten, Weymouth-Kiefern, Hemlocktannen, Roteichen, Gelbbirken, Zuckerahorn, Weißeschen und Lärchen. Fünf Arten werden bekämpft, weil sie heimische Pflanzen verdrängen: Knoblauchsrauke, Japanischer Staudenknöterich, Glanzfaulbaum, Waldkiefer und Blutweiderich.
Wo übernachten Sie im Park?
Zwei Campingplätze liegen im Park. Cavendish ist der größere mit über 200 Plätzen und eigenem Strand, Stanhope ruhiger und landschaftlich schön mit über 100 Plätzen. Zur Auswahl stehen Zelt- und Wohnmobilplätze, oTENTiks, die ein Zelt mit Hüttenkomfort verbinden, Bunkies ohne Strom mit festem Dach und ausgestattete Stellplätze in Stanhope. Die Saison dauert von Juni bis September. Feuerholz verkaufen beide Plätze, eigenes Holz dürfen Sie nicht mitbringen.
Wie kommen Sie hin, und wie lange sollten Sie bleiben?
Der Park hat drei Zugänge. Nach Cavendish fahren Sie auf der Route 6 bis zur Kreuzung mit der Route 13. Brackley erreichen Sie über die Route 15 nach Norden, 17 Kilometer von Charlottetown. Nach Greenwich folgen Sie von Charlottetown der Route 2 nach Osten bis St. Peter’s (52 Kilometer) und danach 9,5 Kilometer auf der Route 313.
Von Charlottetown nach Cavendish nehmen Sie die Route 2 nach Westen bis Milton (10 Kilometer), dann die Route 6 ab Oyster Bed Bridge (20 Kilometer). Wer von der Confederation Bridge in Borden-Carleton kommt, fährt über die Route 1 und Route 1A bis Kensington und dann 27 Kilometer auf der Route 6 nach Norden. Von der Fähre Wood Islands geht es über die Route 1 nach Charlottetown.
Für Reisende aus Deutschland ist die elektronische Reisegenehmigung nötig, siehe eTA für Kanada. Gute Monate und das Klima beschreibt die Seite beste Reisezeit für Nordamerika. Auf einer Reise durch den Osten bieten sich Ostkanada, der Kouchibouguac-Nationalpark in New Brunswick und der Cabot Trail auf Cape Breton an. Eine Übersicht bietet die Seite Kanada.
Außerhalb der Saison, von Thanksgiving bis zum Victoria-Day-Wochenende, sind Parkplätze, Wege, Stege und Treppen nicht gepflegt, die Notfallversorgung ist eingeschränkt. Planen Sie für den Park mindestens zwei Tage ein.
Wie lang ist der Prince-Edward-Island-Nationalpark?
Rund 40 Kilometer an der Nordküste zwischen Cavendish und Dalvay, dazu 6 Kilometer auf der Halbinsel Greenwich.
Warum sind die Klippen rot?
Der Sandstein enthält Eisenminerale, die zu Hämatit oxidieren.
Welche Strände haben eine Strandaufsicht?
Im Sommer sind es Cavendish, Brackley, Stanhope und Greenwich.
Wo kann ich Rad fahren?
Auf dem asphaltierten Gulf Shore Way entlang der Gulf Shore Parkway. Helmpflicht gilt im ganzen Park.
Gehört Green Gables zum Park?
Nein, Green Gables Heritage Place ist ein eigenes Ziel in der Nähe.
Wo kann ich zelten?
Auf den Campingplätzen Cavendish und Stanhope. Dazu gibt es oTENTiks und Bunkies.
Weitere Naturziele im Osten finden Sie unter Fundy-Nationalpark.
