Der Prince Albert Nationalpark bedeckt 3.875 Quadratkilometer im Zentrum der kanadischen Provinz Saskatchewan. Hier treffen nördlicher Nadelwald, Espenparkland und Fescue-Prärie aufeinander, Seen und Flüsse durchziehen das Land, und eine frei lebende Herde Präriebisons streift am Rand. Der Park wurde 1927 gegründet, und Grey Owl lebte hier an einem See.
Was sollten Sie über den Prince Albert Nationalpark wissen?
Welche Landschaften treffen im Park aufeinander?
Was zeichnet die Seen und Feuchtgebiete aus?
Woher kommt die Bisonherde am Sturgeon River?
Welche Rolle spielt Feuer im Park?
Was geschah vor der Parkgründung?
Wie wurde Waskesiu zum Ferienort?
Wer waren Grey Owl und Anahareo?
Was können Sie im Park unternehmen?
Häufige Fragen
Der Prince Albert Nationalpark gehört zu den am wenigsten bekannten Zielen Kanadas und ist doch ein typisches Stück Prärieprovinz: weite Seen, Wälder aus Espen und Tamarack, offene Wiesen und ein Ferienort, der seit fast hundert Jahren Familien aus Saskatchewan anzieht. Der Park liegt in der Mitte der Provinz und gehört zur Naturregion der Southern Boreal Plains and Plateaux.
Diese Seite erklärt, wie die Landschaft aufgebaut ist, wo die Bisons herkommen, welche Rolle Feuer spielt, wie der Park entstand, was die Gründung für die Menschen vor Ort bedeutete, wer Grey Owl und Anahareo waren und wie Sie anreisen. Die Einreise erfolgt wie bei anderen Zielen in Kanada mit der eTA für Kanada.
Was sollten Sie über den Prince Albert Nationalpark wissen?
Der Park liegt in Zentral-Saskatchewan. Der Südwesten gehört zu einer borealen Übergangszone, der Rest zum mittleren borealen Hochland. Das Zentrum des Besucherlebens ist der Ort Waskesiu Lake am Waskesiu Lake, der als Ausgangspunkt für Ausflüge dient.
| Thema | Wert | Hinweis |
|---|---|---|
| Fläche | 3.875 km² | Zentral-Saskatchewan |
| Gründung | 1927 | offiziell eröffnet im August 1928 |
| Naturregion | Southern Boreal Plains and Plateaux | Südwesten: boreale Übergangszone |
| Landschaft | Wald, Prärie, Seen, Feuchtgebiete | Espenparkland, Tamarack, Fescue-Wiese |
| Ferienort | Waskesiu Lake | Strand, Hafen, Unterkünfte |
| Bisonherde | Sturgeon River Plains Bison | frei lebend am Parkrand |
| Berühmter Bewohner | Grey Owl | Hütte am Ajawaan Lake |
Der Park ist über die Highways 2 und 264 erreichbar, rund 90 Kilometer nördlich der Stadt Prince Albert. Der Highway 263 ist eine landschaftlich reizvolle Zufahrt. Die nächsten internationalen Flughäfen liegen in Regina, Saskatoon und Calgary, Mietwagen gibt es am Flughafen Saskatoon.
Welche Landschaften treffen im Park aufeinander?
Der Park liegt an einer natürlichen Übergangszone zwischen dem nördlichen Nadelwald und dem Espenparkland. Er umfasst das größte geschützte Gebiet des südlichen borealen Mischwalds im Westen Kanadas. Die Wälder reichen von reinem Nadelwald bis zu Espenbeständen, und jeder Typ beherbergt eigene Pflanzen und Tiere. Das meiste Land im Park ist Wald.
Im Südwesten liegt ein bedeutendes Gebiet der seltenen Rough-Fescue-Prärie. Das Grasland trägt eine große Vielfalt an einzigartigen Pflanzen und Tieren. Es ist eine der letzten Flächen, auf denen Präriebisons in ihrem historischen Verbreitungsgebiet frei leben.
Fünf Kennzahlen überwachen die Wälder: Vogelvielfalt und -häufigkeit, verbrannte Waldfläche, Säugetiervielfalt und -häufigkeit, die Zusammensetzung der Vegetation aus der Luft und das Pflanzenwachstum, die sogenannte Primärproduktion. Beim Grasland zählen die Bisonpopulation, die verbrannte Graslandfläche, die Ausdehnung des Graslands, die Weidegesundheit und das Pflanzenwachstum. Die Primärproduktion wird aus Satellitenbildern errechnet, die Mitte Juli aufgenommen werden.

Was zeichnet die Seen und Feuchtgebiete aus?
Seen, Flüsse und Feuchtgebiete prägen den Park. Der Waskesiu Lake ist groß, sauber und beliebt zur Erholung. Elche gehören zu den großen Säugetieren der Gewässer, Vögel und Insekten besiedeln Ufer und Moore. Auch Weiße Pelikane gehören zu den Tieren, die den Park auszeichnen.
Fünf Merkmale zeigen den Zustand der Gewässer: die Wasserqualität, die Häufigkeit des Eistauchers, der Bestand der Seeforelle, die Zahl der Koloniebrüter und die Ausdehnung des offenen Wassers. Der Schutz der Seeforelle ist ein Schwerpunkt, am Kingsmere Lake und am Waskesiu Lake werden Angler, Anwohner und indigene Partner einbezogen.
Wer paddelt, braucht vor der Einfahrt in Parkgewässer eine Zertifizierung gegen invasive Wasserarten für jedes Wasserfahrzeug. Im Park sind Kanu, Kajak, Segelboot, Motorboot und Baden an den Stränden möglich. Wanderwege und Kanurouten verbinden eine Kette von Seen und Zeltplätzen im Hinterland.
Woher kommt die Bisonherde am Sturgeon River?
Die Sturgeon River Plains Bison Herd ist eine der wenigen frei lebenden Präriebisonherden in ihrem historischen Verbreitungsgebiet in Kanada. Ihre Geschichte beginnt 1969, als rund 50 Präriebisons aus dem Elk-Island-Nationalpark in der Thunder-Hills-Region im Zentrum Saskatchewans freigelassen wurden. Zehn bis fünfzehn von ihnen zogen nach Süden und ließen sich im Gebiet des Sturgeon River nieder, an der Grenze des Prince Albert Nationalparks. Aus dieser kleinen Gruppe wuchs die Herde.
Zwischen 2006 und 2008 erreichte sie mit über 450 Tieren ihren Höchststand. 2008 tötete ein Milzbrandausbruch schätzungsweise 60 Bisons, 29 davon wurden als Kadaver gefunden. Das war der Beginn des Rückgangs. Die Zahlen sanken weiter, weil außerhalb der geschützten Gebiete mehr gejagt wurde und das Erlegen zuchtfähiger Kühe für die kleinere Herde nicht tragbar war. Die Herde schrumpfte auf rund 120 Tiere, weniger als ein Viertel des Bestands der 2000er-Jahre.
Die Herde lebt wild und ist Raubtieren, Krankheiten und dem Klima ausgesetzt. Als Inselpopulation hat sie wie alle Schutzherden Kanadas eine begrenzte genetische Vielfalt. Manchmal verlassen Bisons das Schutzgebiet und fressen auf Feldern Luzerne oder beschädigen Zäune. Parks Canada leitet die gemeinsame Verwaltung mit der Regierung von Saskatchewan, den Sturgeon River Plains Bison Stewards, CPAWS, den Buffalo Guardians, indigenen Gemeinschaften und Nachbarn. Die Erholung hängt davon ab, vor allem ältere oder männliche Tiere zu erlegen und die Gesamtquote niedrig zu halten.
Zur Parkgeschichte gehört auch ein Gehege: Der Buffalo Paddock nahe dem South Gate öffnete 1933 mit der ersten Schauherde von Präriebisons und wurde 1997 entfernt, um die Mittel auf die frei lebende Herde zu konzentrieren.

Welche Rolle spielt Feuer im Park?
1909 wurden die ersten Nationalpark-Wildhüter angestellt, vor allem zum Löschen von Bränden. Diese frühe Brandbekämpfung brachte Wälder und Wiesen aus dem Gleichgewicht. Dabei ist Feuer ein natürlicher und wichtiger Teil der Ökosysteme: Es öffnet das Kronendach des Nadelwalds, damit Sonnenlicht den Boden erreicht, und regt das Wachstum aus Samen und Wurzeln an. Verbrannte Pflanzen und Bäume werden zu mineralreicher Asche, die Nährstoffe zurückgibt.
Auf dem Grasland hält Feuer die Espe zurück, die sonst in die offenen Wiesen vordringt, und stellt verlorene Wiesenlebensräume wieder her. Die Erneuerung schafft Lebensraum für Insekten, kleine Pflanzen und Tiere, auch für die Bisonherde. Parks Canada erhält die vom Feuer abhängigen Ökosysteme und schützt zugleich Menschen, Gebäude und Nachbarland. Kontrollierte Brände bringen die Vorteile des Feuers sicher und gesteuert zurück. Jedes Jahr wird das natürliche und das gelegte Feuergeschehen ausgewertet, um zu entscheiden, wo ein kontrollierter Brand der Gesundheit des Parks hilft.
Was geschah vor der Parkgründung?
Das Gebiet liegt im Land des Vertrags 6 und ist traditionelles Land der Woods Cree, Plains Cree, Dakota und Dene sowie Heimat der Métis. Die Flüsse Spruce, Waskesiu und Kingsmere dienten als Wege für Menschen und Waren. Mitte des 19. Jahrhunderts gingen Bisons und anderes Wild zurück, und die Pocken trafen die Gemeinschaften schwer. 1870 erwarb Kanada den Westen von der Hudson’s Bay Company, 1876 unterzeichneten die Mistawasis Nêhiyawak und die Ahtahkakoop Cree Nation den Vertrag 6, 1889 schlossen sich die Lac La Ronge Indian Band und die Montreal Lake Cree Nation an. Im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert nutzten private Unternehmen die natürlichen Ressourcen in einem nicht nachhaltigen Maß.
Der Park entstand 1927 nach jahrelangem Werben von Einwohnern der Stadt Prince Albert. Premierminister William Lyon Mackenzie King eröffnete ihn im August 1928 bei einer offiziellen Feier und verbrachte eine Nacht in einer eigens gebauten Hütte auf Prospect Point, die in Privatbesitz noch steht. Die Gründung bedeutete für die Menschen vor Ort einen tiefen Einschnitt. Das Gebiet wurde als unberührte Wildnis dargestellt, doch das setzte voraus, dass indigene Menschen aus den Grenzen verdrängt wurden. Die Montreal Lake Cree Nation und die Sturgeon Lake First Nation durften ihr Land nicht mehr nutzen, als Fischen, Jagen und Sammeln unter Strafe gestellt wurden. Die ursprünglichen Grenzen reichten im Osten bis zum Montreal Lake. 1929 handelten Bundesbehörden neue Grenzen ohne Anhörung der Gemeinden aus: Der Montreal Lake blieb draußen, der Pelican Lake kam hinzu. Der Métis-Trapper Louis Lavallee, dessen Familie jahrzehntelang am Pelican Lake lebte, musste in den 1930er-Jahren weichen. Zur gleichen Zeit förderte der Park die kommerzielle Erschließung um den Waskesiu Lake.
Die Gründung von 1927 hat die lange Verbindung vieler Gemeinden mit dem Land gebrochen.

Wie wurde Waskesiu zum Ferienort?
Frühe Politiker und Parkmitarbeiter priesen das Land als Ort, an dem Städter ausruhen und Kraft tanken. Viele Familien aus Saskatchewan kamen jedes Jahr wieder. Bis ins frühe 20. Jahrhundert war der Tait Springs Freight Trail Teil einer längeren Route von der Stadt Prince Albert zum Montreal Lake und weiter. Den Highway 263 bauten Arbeiter der Depressionszeit und Kriegsdienstverweigerer des Zweiten Weltkriegs. Er wurde absichtlich mit vielen Kurven gebaut, anders als die gerade, flache alte Frachtstrecke, um die Landschaft besser zu zeigen.
Der Ferienort Waskesiu boomte in den 1930er-Jahren. Aus dieser Zeit stammen das Haus des Superintendenten (1930), die Tanzhalle Terrace Gardens (1931), das Golf-Clubhaus (1934), das Nature Centre (1935) und die Community Hall (1937). Der Park hieß „Paradies der armen Leute“, weil billige Campingkarten lange Sommerferien erschwinglich machten, und er wurde in der Weltwirtschaftskrise immer beliebter. Es gab Schwimmunterricht am Wellenbrecher nahe dem Hauptstrand, geführte Wanderungen, Schwimm- und Bootsrennen, Golf- und Sportturniere und einen jährlichen Kinderumzug. Besucher sahen Bären am Müllplatz; die Regeln zum Füttern von Wildtieren haben sich seitdem geändert. Langjährige Sommergäste schufen früh ein starkes Gemeinschaftsgefühl.
Wer waren Grey Owl und Anahareo?
Archibald Belaney, besser bekannt als Grey Owl, war ein in England geborener Autor und Naturschützer, der fälschlich behauptete, indigener Abstammung zu sein. In den 1930er-Jahren arbeitete er in den Nationalparks Riding Mountain und Prince Albert. 1931 war er kurz im Riding Mountain Nationalpark beschäftigt und zog dann mit zwei Bibern an den Ajawaan Lake im Prince Albert Nationalpark. Dort schrieb er drei Bücher und zog Hunderte Besucher an. 1935 und 1937 hielt er Vortragsreisen in Großbritannien. Er starb 1938, danach enthüllte eine Zeitung seinen wahren Namen und seine englische Herkunft. Er liegt bei seinen Hütten am Ajawaan Lake begraben.
Gertrude Bernard, genannt Anahareo, war eine Mohawk aus Mattawa in Ontario und Belaneys Frau. Sie führte ihn vom Fallenstellen zum Naturschutz, vor allem durch die zwei Biber, die sie gerettet hatte; sie hießen Jelly Roll und Rawhide. Anahareo war eine geschickte Prospektorin und Kanutin und konnte auf dem Wasserweg vom Waskesiu Lake über Montreal Lake, Lac La Ronge, Wollaston Lake und Reindeer Lake bis nach Flin Flon in Manitoba reisen. Sie schrieb das Buch „Devil in Deerskins“ und wurde 1983 für ihren Einsatz für Tierrechte in den Order of Canada aufgenommen, unter anderem für Kampagnen gegen die Tellereisen-Falle und das Vergiften von Wölfen. Sie starb 1985 und liegt mit Belaney und ihrer Tochter Shirley Dawn bei den Hütten am Ajawaan Lake begraben. Die Hütte ist ein historischer Ort im Hinterland.
Was können Sie im Park unternehmen?
Zu den Angeboten zählen Wandern, Tier- und Bisonbeobachtung, Vogelbeobachtung, Fotografieren, Geocaching, Sternenbeobachtung und Rundfahrten. Auf dem Wasser sind Kanu, Kajak, Segeln, Motorboot und Baden möglich. Im Winter bietet der Park Langlauf, Schneeschuhwandern und Eislaufen. Dazu kommen Radfahren, Golf, Tennis, Reiten, Angeln nach den Regeln des Parks und Picknicken. Es gibt Camping im Hinterland, Zelt- und Wohnmobilplätze sowie oTENTik-Unterkünfte, im Ort Waskesiu außerdem Hotels, Suiten und Hütten. Die Campingplätze Beaver Glen und Red Deer lassen sich über den Reservierungsdienst von Parks Canada vorab buchen.
Wer weiter durch den Westen Kanadas reist, findet in der Region Westkanada und Rocky Mountains weitere Parks. Die passende Jahreszeit hilft die Übersicht zur besten Reisezeit für Nordamerika zu finden.
Wo liegt der Prince Albert Nationalpark?
Im Zentrum der Provinz Saskatchewan, rund 90 Kilometer nördlich der Stadt Prince Albert. Zufahrten sind die Highways 2, 264 und 263.
Wie groß ist der Park?
Er bedeckt 3.875 Quadratkilometer.
Wann wurde der Park gegründet?
1927. Premierminister Mackenzie King eröffnete ihn im August 1928.
Gibt es Bisons im Park?
Ja, am Rand lebt die frei lebende Sturgeon River Plains Bison Herd. Sie geht auf rund 50 Tiere zurück, die 1969 aus dem Elk-Island-Nationalpark freigelassen wurden.
Wer war Grey Owl?
Archibald Belaney, ein in England geborener Autor und Naturschützer, der fälschlich indigene Abstammung behauptete. Er lebte ab 1931 am Ajawaan Lake und starb 1938.
Welche Rolle spielt Feuer?
Feuer ist ein natürlicher Teil der Ökosysteme. Es öffnet den Wald, bringt Nährstoffe zurück und hält die Espe aus dem Grasland fern. Kontrollierte Brände wirken wie natürliches Feuer.
Der Prince Albert Nationalpark verbindet Natur und Geschichte: Seen, Wälder und Prärie, eine bedrohte Bisonherde, ein Ferienort der 1930er-Jahre und die Hütte von Grey Owl. Wer Kanada abseits der Rocky Mountains erleben will, findet hier ein ruhiges Gegenstück.
Passend dazu: Grasslands-Nationalpark.
