Mingan-Archipel-Nationalpark
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Mingan-Archipel-Nationalpark

Das Mingan-Archipel-Nationalparkreservat an der Nordküste von Québec, 1984 gegründet, besitzt die größte Konzentration von Kalkstein-Monolithen in Kanada. Auf Inseln mit Moor, Wald und Felsheide wachsen über 490 Gefäßpflanzenarten, darunter mehr als 80 seltene, und Tausende Seevögel brüten hier, darunter Papageitaucher. Basken, Pelzhändler und Innu hinterließen Spuren.

Das Mingan-Archipel liegt an der Nordküste des Sankt-Lorenz-Golfs in der Region Minganie, vor dem Ort Havre-Saint-Pierre. Der Park schützt eine Kette kleiner Inseln mit Kalksteinmonolithen, Kiesstränden, Torfmooren und Wäldern. Arktische Pflanzen erreichen hier ihre südliche Verbreitungsgrenze.

Diese Seite erklärt, wie das Archipel aufgebaut ist, was die Monolithen ausmacht, welche Lebensräume von Wald bis Felsheide es gibt, welche seltenen Pflanzen, Vögel, Robben und Wale hier leben und welche Geschichte Basken, Händler und Siedler schrieben. Die Einreise erfolgt wie bei allen Zielen in Kanada mit der eTA für Kanada.

Was sollten Sie über das Mingan-Archipel wissen?

Das Gebiet heißt offiziell Mingan Archipelago National Park Reserve of Canada. Es liegt in der Naturregion der Östlichen Sankt-Lorenz-Niederung und schützt deren ökologische Integrität. Der Park wurde 1984 gegründet. Das Besucherzentrum befindet sich in Havre-Saint-Pierre. Das Archipel wird manchmal die Galápagosinseln des Nordens genannt.

ThemaWertHinweis
Gründung1984Nationalparkreservat in Québec
Gefäßpflanzenüber 490 Artenauf rund 100 km² Land- und Wasserlebensraum
Seltene Pflanzenüber 80 Artenauf den Felsheiden mehr als die Hälfte
Flechtenüber 190 Artenweitere Arten noch nicht erfasst
Mooserund 315 ArtenTorfmoore, Wald, Felsen
Vogelartenüber 200ansässige und ziehende Arten
Landsäugetiererund 20 ArtenRotfuchs oft einziges großes Raubtier
Leuchttürme21888 und 1915 gebaut

Die Inseln sind nur auf dem Wasserweg erreichbar. Ausflüge führen unter anderem zur Île Quarry, zur Insel Niapiskau, zur Île aux Perroquets und zur Île Nue.

Wie entstanden die Monolithen?

Der Park beherbergt die größte Konzentration von Monolithen in Kanada. Es sind Kalksteinfelsen, die durch Erosion entstanden. Am Anse des Érosions auf der Île Quarry stehen Kalkmonolithe direkt am Ufer. Zur Landschaft gehören außerdem Torfpolygone, Kiesstrände und ehemalige Meeresklippen.

Die Küste verändert sich weiter: Winterstürme verstärken die Gezeiten und beschleunigen die Erosion, wenn schützendes Eis fehlt. Belastungen der Küste sind Trittschäden, Ölunfälle und der Klimawandel. Der Park beobachtet unter anderem die Sedimentdynamik, die Seevogelkolonien und seltene Pflanzen am Ufer.

Felsheide mit Flechten und kleinen Blumen am Ufer

Welche Lebensräume prägen die Inseln?

Der Park gliedert sich in drei große Ökosysteme. Der boreale Wald bedeckt etwa 65 Prozent der Fläche und besteht vor allem aus Nadelbäumen, hauptsächlich reifer Balsamtanne mit Schwarzfichte und Weißbirke. Die Felsheiden nehmen rund zehn Prozent ein und ähneln der arktischen und alpinen Tundra. Zur Küstenzone zählen rund sieben Prozent mit dem oberen Strand und den Klippen.

Der Park beobachtet den Zustand dieser drei Lebensräume mit 15 Messgrößen, fünf je Lebensraum. Beim Wald zählen dazu unter anderem Windwurf, Artenzusammensetzung, Vegetationsperiode, der Einfluss der Kormorane und die Brutbestände der Eiderenten. In der Felsheide werden seltene Pflanzen, die Blütezeit und die Brutbestände von Möwen beobachtet. An der Küste sind es Sedimente, Ölunfälle, Seevogelkolonien und die Brutbestände von Fluss- und Küstenseeschwalben.

Die Hälfte der seltenen Pflanzen des Parks wächst in der Felsheide. Kormorane und Eiderenten nisten im Wald, Heringsmöwen und Eiderenten im Sommer in der Felsheide, Fluss- und Küstenseeschwalben in Kolonien an der Küste. Moore haben die größte Artenvielfalt, wo Grundwasser mit kalkhaltigem Gestein in Berührung kommt; saure Moore sind artenärmer.

Welche seltenen Pflanzen wachsen hier?

Mehr als 490 Gefäßpflanzenarten sind verzeichnet, darunter Sträucher und Kräuter, die typisch für subarktische und arktische Gebiete sind. Das Grönland-Primel ist eine arktische Art, die ihre südliche Verbreitungsgrenze auf den Kalkböden des Archipels erreicht. Mehr als 80 Pflanzenarten sind selten, zum Beispiel der Sperlings-Frauenschuh, die Calypso-Orchidee, die Drummonds Silberwurz, die Bach-Lobelie und der Laurentische Löwenzahn. Der Löwenzahn kommt nur an der Küste des Sankt-Lorenz-Golfs vor.

Auch die Flechten sind außergewöhnlich: Mehr als 190 Arten sind erfasst, und weitere warten auf die Bestimmung. Die Bartflechte hängt in langen Fäden im reifen Wald und zeigt saubere Luft an. Die Elegante Sonnenflechte bildet orangefarbene Rosetten auf Kuppen am Ufer, betreibt Photosynthese bis minus 24 Grad und erhält Nährstoffe aus Vogelkot. Rentierflechten bedecken Torfmoore und Flechtentundra. Karibu, Schwarzbär und Elch nutzen Flechten als Nahrung.

Rund 315 Moosarten gibt es im Park. Torfmoose bilden die Grundlage der sauren Moore. Die größte Moosvielfalt bieten Waldklippen. Auf den Kalkinseln im Westen fehlen mehrere Arten, die den sauren Granit der östlichen Inseln bevorzugen, was die Gesamtzahl der Arten erhöht.

Papageitaucher auf einer grasbewachsenen Felsinsel

Welche Vögel brüten auf den Inseln?

Mehr als 200 ansässige und ziehende Vogelarten finden hier Rast-, Nahrungs- und Brutplätze. Sie leben in allen Lebensräumen vom Wald bis zum Moor und zur Felsheide, die höchste Dichte erreichen sie an den Küsten und Ufern. Tausende Seevögel und Watvögel nutzen die Inseln zur Nahrungssuche und zum Brüten.

Zwei Vogelschutzgebiete liegen im Archipel. Das Schutzgebiet Watshishou umfasst 107 Quadratkilometer. Hunderte Inseln, Inselchen und Felswände sind Brutplätze für Eiderenten und Kormorane, daneben nisten Möwen, Seeschwalben, Enten, Meerenten und Seetaucher. Die Kragenente, eine gefährdete Art, hält sich dort auf. Das Schutzgebiet Betchouane ist fünf Quadratkilometer groß. Auf Felsvorsprüngen und bewachsenen Inseln brüten Eiderenten, Papageitaucher und Tordalken. Dreizehenmöwen und andere Möwen besuchen die Kolonien.

Papageitaucher, Seeschwalben und Eiderenten kommen zum Brüten auf die Inseln. Ein Ausflugsziel für Vogelbeobachter ist die Île aux Perroquets.

Welche Tiere leben an Land und im Meer?

An Land leben rund 20 Säugetierarten. Im Wald und in der Felsheide wohnen Schneeschuhhase, Rötelmaus, Wühlmaus, Moorlemming und Spitzmaus. In Mooren und Süßwassersümpfen leben Bisamratte, Fischotter und Biber. Schwarzbär und Elch besuchen die Inseln gelegentlich. Der Rotfuchs ist oft das einzige große Raubtier und ernährt sich je nach Jahreszeit von Kleinsäugern, Vögeln, Insekten, Eiern, Pilzen und Früchten. Fünf Fledermausarten sind im Sommer anwesend.

Das Meer ist vielfältig. Die Kegelrobbe ist häufig zu sehen, ist über 2,5 Meter lang und ruht oft an Ufern und auf Felsinseln. Sattelrobben sind im Frühjahr und Frühsommer häufig. Seltener sind Seehunde, Klappmützen kommen nur im Winter vor. Der Schweinswal ist im Sommer und frühen Herbst häufig in kleinen Gruppen an den Inseln und jagt Lodden und andere kleine Fische; er ist unter zwei Metern lang und der kleinste Zahnwal der Gewässer.

Der Zwergwal ist häufig im Frühjahr und frühen Winter zu sehen. Er ist neugieriger als der Schweinswal, kommt den Inseln sehr nah, frisst allein oder in Gruppen Krill oder kleine Fische, misst acht bis neun Meter und springt teilweise oder ganz aus dem Wasser. Selten oder gelegentlich zeigen sich Pottwal, Weißseitendelfin, Weißschnauzendelfin, Schwertwal, Nordkaper, Buckelwal, Blauwal und Finnwal. Zahnwale und Robben folgen den Fischen, Bartenwale dem Plankton.

Etwa ein Dutzend Lurch- und Reptilienarten kommen vor, teils außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebiets, darunter Amerikanische Kröte, Frühlings-Laubfrosch, Nerzfrosch, Waldfrosch und der Blaufleck-Querzahnmolch. Die Strumpfbandnatter ist das einzige Reptil. Gelegentlich besucht eine Lederschildkröte die Gewässer.

Reisetipp Auf den Inseln brüten Tausende Seevögel und wachsen seltene Pflanzen. Halten Sie Abstand zu Kolonien und bleiben Sie auf den Wegen.

Wer nutzte die Inseln über die Jahrhunderte?

Menschen sind seit mindestens 2.000 Jahren auf den Inseln nachgewiesen. Die ersten Gruppen waren indigene Völker, die Muscheln sammelten, Lachs fingen und Robben jagten. Später nutzten Innu, Europäer, Akadier und Kanadier die Inseln als Ressource, Handelsplatz, Unterschlupf oder Wohnort.

Im 15. und 16. Jahrhundert fischten Basken im Archipel Kabeljau und jagten Wale. Sie hinterließen Steinöfen auf der Île Nue de Mingan und der Île du Havre de Mingan, in denen sie Walfett auskochten. Unter französischen Grundherren entstand auf der Île du Havre de Mingan ein Pelzhandelsposten. Der Handel mit den Montagnais setzte sich unter britischer Herrschaft fort, die Grundherrschaften gingen an Kaufleute über, darunter die Hudson’s Bay Company, die das Archipel von dauerhaften Siedlungen freihielt.

Nach rund 1850 verlor die Hudson’s Bay Company ihr Monopol, und es entstanden Küstendörfer. Zuwanderer kamen von Jersey, aus Französisch-Kanada und Akadien. Die Inseln dienten ihnen zum Jagen, Sammeln und als Unterschlupf. Weil viele Schiffe sanken, wurden zwei Leuchttürme gebaut: 1888 auf der Île aux Perroquets und 1915 auf der Petite île au Marteau. Es gab Versuche dauerhafter Besiedlung, Fuchszucht auf der Île du Havre und einen Muschelhandel auf der Île Saint-Charles.

Seit dem 17. Jahrhundert prägte der Mensch auch die Natur. Fischfang, Jagd und das Sammeln von Eiern waren intensiv, der Handel mit Federn, Eiern und Pelzen lohnte sich und wurde nicht immer geregelt. Das hatte deutliche Folgen für die Umwelt.

Wie planen Sie die Reise ins Mingan-Archipel?

Das Archipel gehört zum Osten Kanadas. Die Hauptstadt der Provinz ist Québec, an der Nordküste des Sankt-Lorenz-Golfs beginnt die Region Minganie. Verwandte Küstenlandschaften bieten der Forillon-Nationalpark auf der Gaspé-Halbinsel und der Gros-Morne-Nationalpark in Neufundland.

Die Inseln erreichen Sie nur auf dem Wasserweg, bei Ausflügen von Havre-Saint-Pierre. Es gibt Boots- und Naturausflüge, Camping und Unterkünfte im Park. Die Seite zur besten Reisezeit in Nordamerika hilft bei der Wahl der Jahreszeit.

Wo liegt das Mingan-Archipel?

An der Nordküste des Sankt-Lorenz-Golfs in Québec, vor Havre-Saint-Pierre in der Region Minganie.

Seit wann ist es ein Nationalpark?

Das Nationalparkreservat wurde 1984 gegründet.

Was sind die Monolithen?

Es sind Kalksteinfelsen am Ufer, die das Meer durch Erosion geformt hat. Das Archipel besitzt die größte Konzentration solcher Monolithen in Kanada, ein bekannter Ort ist Anse des Érosions auf der Île Quarry.

Wo brüten die Papageitaucher?

Im Vogelschutzgebiet Betchouane brüten Papageitaucher und Tordalken neben Eiderenten. Ausflüge führen zur Île aux Perroquets.

Wie viele Pflanzenarten gibt es?

Über 490 Gefäßpflanzenarten, darunter mehr als 80 seltene, dazu über 190 Flechten und rund 315 Moosarten.

Welche Meeressäuger sieht man?

Häufig sind Kegelrobbe, Sattelrobbe, Schweinswal und Zwergwal. Seltener zeigen sich Buckelwal, Finnwal, Blauwal und Schwertwal.

Weitere Naturziele finden Sie unter Natur und Nationalparks.