La-Mauricie-Nationalpark
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La-Mauricie-Nationalpark

Der La-Mauricie-Nationalpark liegt im Süden von Québec, nördlich von Trois-Rivières und etwa zwei Stunden von Montréal und Québec entfernt. Rund 150 Seen, ein zu 93 Prozent bewaldetes Hügelland und viele Wasserfälle prägen den Park. Er wurde 1970 gegründet und erzählt von den Atikamekw, vom Holzfällen und von den Jagd- und Angelclubs.

Der La-Mauricie-Nationalpark ist ein Park der Seen und der Laurentinischen Wälder. Er liegt auf halber Strecke zwischen Montréal und Québec und ist von beiden Städten in etwa zwei Stunden zu erreichen. Seine Landschaft besteht aus Hügeln, Wasser und Wald.

Diese Seite erklärt, was den Park ausmacht, welche Tiere und Bäume Sie erwarten, wie die Atikamekw und die Holzindustrie das Gebiet prägten, welche Aktivitäten im Sommer und Winter möglich sind und wie Sie anreisen.

Was sollten Sie über den La-Mauricie-Nationalpark wissen?

Der Park schützt einen Teil des Kanadischen Schilds und ist ein Beispiel für den Laurentinischen Wald. Seine Landschaft besteht aus gemischten Wäldern, Hügeln, Seen, Flüssen und Bächen mit vielen Wasserfällen. Er liegt am nördlichen Rand der großen Laubwälder Québecs.

ThemaWertHinweis
LageSüden von Québecnördlich von Trois-Rivières
Entfernungrund 2 Stundenvon Montréal und von Québec
Seenrund 150dazu Flüsse, Bäche, Wasserfälle
Waldanteil93 Prozent30 Baumarten
Gründung1970Nationalpark
Säugetiererund 50 Artendarunter Elch, Schwarzbär, Biber
Vögel215 Arten beobachtet24 davon ganzjährig
Wanderwegeüber 110 Kilometerleicht bis schwer

Die nächsten Orte sind Shawinigan, Saint-Jean-des-Piles und Saint-Mathieu-du-Parc. Wer die Gegend mit anderen Zielen verbindet, findet Ideen im Überblick zu Ostkanada und im Kanada-Überblick.

Wie kommen Sie zum Park, und welche Eingänge gibt es?

Der Park liegt nördlich von Trois-Rivières in Québec, auf halber Strecke zwischen Montréal und Québec. Von beiden Städten dauert die Fahrt etwa zwei Stunden. Ein Shuttle, die Navette Nature, fährt von Montréal und Québec zum Park. So kommen Sie auch ohne Auto an.

Am Eingang Saint-Jean-des-Piles verlassen Sie die Autobahn 55 an der Ausfahrt 226 und folgen dem Chemin du parc national. Der Eingang Saint-Mathieu liegt an der Ausfahrt 217 derselben Autobahn über Saint-Mathieu-du-Parc. Der Eingang Saint-Gérard liegt ebenfalls an der Ausfahrt 217 und führt über die Straße 351. Er gibt keinen Zugang zur Panoramastraße, die durch den Park führt.

Der Park ist je nach Jahreszeit sektorweise geöffnet. Im Frühling und Herbst sind die Wanderwege in den Sektoren Rivière à la Pêche und Saint-Gérard geöffnet, mit eingeschränktem Angebot. Einrichtungen und Ausrüstungsverleih gibt es im Sommer und im Winter.

Für die Einreise nach Kanada benötigen Sie meist die ETA, die Wahl der Jahreszeit erleichtert die Seite zur besten Reisezeit. Städte in der Nähe sind Montréal und Québec.

Wie sieht der Wald aus, und welche Bäume wachsen dort?

93 Prozent des Parks sind bewaldet. Es wachsen 30 Baumarten, dazu eine große Zahl weiterer Pflanzen. Der Park liegt am nördlichen Rand der großen Laubwälder Québecs. Gemischte Wälder, Hügel, Seen und Bäche bilden das Bild, und zahlreiche Wasserfälle gliedern die Wasserläufe.

Die Weißkiefer ist ein Symbol des Parks. Sie machte um 1850 gut zehn Prozent des Waldes aus und war als Schiffbauholz begehrt, ebenso die Rotkiefer. Nach 1880 wurde sie immer seltener und liegt heute bei etwa 0,5 bis 1 Prozent. Einige Weißkiefern am Anticagamac-See überlebten das Holzfällen und sind fast 300 Jahre alt. Nach dem Einschlag der wertvollsten Kiefern ging der Holzeinschlag zu Fichte und Tanne für die Papierindustrie über. Auf den Kahlschlägen breiteten sich Balsamtanne und Weißbirke aus.

In den Seen und Flüssen leben Bachsaibling, Wandersaibling, Neunstachliger Stichling und Löffel-Groppe. Sümpfe mit Wasserpflanzen sind Lebensraum für Amphibien. Auch eine Waldbachschildkröte ist hier zu Hause.

Welche Tiere leben im La-Mauricie-Nationalpark?

Im Park leben rund 50 Säugetierarten. Zwei Arten gehören zu den Huftieren, darunter der Elch. Dazu kommen 13 Fleischfresser, unter ihnen Schwarzbär und Rotfuchs, 16 Nagetiere, darunter Biber und Rothörnchen, der Schneeschuhhase, zehn Insektenfresser wie die Maskenspitzmaus und sieben Fledermausarten, darunter die Kleine Braune Fledermaus. Der Fischotter ist ein typischer Bewohner, Wölfe gehören zu den seltenen Arten.

215 Vogelarten wurden beobachtet, 24 davon leben das ganze Jahr im Park. Seetaucher und Fledermäuse gehören zu den Tieren, die die Wissenschaftler des Parks besonders schützen. Der häufigste Frosch ist der Grünfrosch, die häufigste Reptilienart die Strumpfbandnatter.

Reisetipp Halten Sie Abstand zu Tieren und füttern Sie sie nicht. Das gilt für Elche und Schwarzbären ebenso wie für kleine Säuger.
Elch im Wasser eines Sees in den Laurentinischen Wäldern

Wie lebten die Atikamekw im Gebiet des Parks?

Die ältesten Spuren menschlicher Anwesenheit sind rund 5.000 Jahre alt. Im Jahr 1634, als in Trois-Rivières ein Handelsposten entstand, besiedelten die Atikamekw das gesamte Einzugsgebiet des Saint-Maurice. Ihre Nachkommen leben heute in Weymontachie, Obedjiwan und Manouane in der oberen Mauricie. Das Saint-Maurice-Becken ist seit Tausenden von Jahren ihre Heimat. Sie waren nomadische Jäger, Sammler und Fischer.

Fleisch, Pelze und Felle dienten als Währung im Tausch mit den Irokesen, die Mais, Bohnen, Kürbis und Tabak lieferten, und mit den Huronen, die Kupfergegenstände und Fischernetze lieferten. Seen und Bäche waren die wichtigsten Verkehrswege, das Birkenrindenkanu war das bevorzugte Boot. Der Bau eines Zedernkanus dauerte 15 bis 16 Tage.

Als der Park Seen wiederherstellte, wurden indigene Fundplätze ausgegraben. Etwa 40 Fundorte sind um den Caribou-See, den Waber-See, die Dauphinais-Seen und die Cobb Bay erfasst. Funde wie Pfeilspitzen und Werkzeuge reichen bis 4000 v. Chr. zurück. Am Wapizagonke-See lagen Quarzit- und Quarzsplitter aus der Werkzeugherstellung, und dort gibt es auch Felsmalereien, darunter eine Schildkröte. Wapizagonke bedeutet in der Sprache der Atikamekw eine seltene Entenart.

Der Wapizagonke-See war ein wichtiger Verkehrsweg und eine Nahrungsquelle der Atikamekw. Später diente er Pelzhändlern als Einstieg und Versorgungspunkt, Waldarbeitern als Transportweg und den Mitgliedern von Jagd- und Angelclubs als Rückzugsort.

Kanu am Ufer eines Sees in den Laurentinischen Wäldern

Wie prägte die Holzindustrie die Seen und Wälder?

Das Holzfällen hat von allen menschlichen Tätigkeiten die größte Wirkung auf das heutige Parkgebiet. Schätzungsweise 95 Prozent der Fläche wurden mindestens einmal abgeholzt. Um 1850 begann der Einschlag im großen Stil, und Wasser war der effizienteste Weg, Holz nach Trois-Rivières zu bringen. Im Winter schlugen Arbeiter Bäume und stapelten sie an Bächen und auf zugefrorenen Seen, im Frühjahr übernahmen die Flößer.

1852 beschloss die Regierung, den Saint-Maurice mit seinen vielen Wasserfällen zwischen Piles und Trois-Rivières zu erschließen. Es entstanden Holzsperren und Rutschen, damit keine Stämme verloren gingen. Tausende Stämme sanken trotzdem auf den Seegrund. Dämme hoben die Wasserstände mehrerer Seen an, der älteste am Wapizagonke-See stammt von 1827. Heute baut der Park Dämme zurück und holt Holz vom Grund von Seen und Flüssen.

Die Arbeiter benutzten Äxte und Zweimannsägen, arbeiteten sechs Tage die Woche von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang und verdienten 8 Dollar im Monat. Die meisten waren Männer zwischen 16 und 25 Jahren. Mit den Papierfabriken um die Jahrhundertwende wurde die Mauricie zur Hauptstadt des Zeitungspapiers der Welt. 1932 erhielt die Consolidated Paper Corporation eine Konzession für den größten Teil des Gebiets und nutzte sie bis zur Gründung des Parks 1970.

Was waren die Jagd- und Angelclubs?

Als der Park 1970 eröffnet wurde, gab es in der Region 16 aktive Jagd- und Angelclubs. Die drei wichtigsten waren der Shawinigan Club (gegründet 1883), der Laurentian Club (1886) und der Commodore Club (1905). Der Premierminister Wilfrid Laurier war Mitglied im Shawinigan Club, die Familie Kennedy gehörte dem Laurentian Club seit den 1920er-Jahren an. Die meisten Gäste waren englischsprachige Kanadier und Amerikaner.

Der Laurentian Club hatte zwischen 50 und 300 Mitglieder, in den 1930er-Jahren verdiente ein Führer 2 Dollar am Tag, und der Club ließ jedem Mitglied meist zwei Führer zuteilen. Reisen konnten zwei bis drei Wochen dauern. Sein Gebiet umfasste den nördlichen Teil des Lac des Cinq, den Édouard-See und den La-Pêche-See. Am La-Pêche-See standen rund ein Dutzend Gebäude, am Édouard-See fast ebenso viele. Der Club brachte über eine Million Dollar in die regionale Wirtschaft.

Zwei Gebäude dieser Zeit können Sie heute übernachten: das Chalet W8banaki, zwischen 1886 und 1914 erbaut und das älteste Gebäude im Park, und die Maison Andrew, benannt nach Alex Andrew, dem Manager des Clubs von 1920 bis 1930. Beide gehören zu den Erbe-Unterkünften des Parks.

Was können Sie im Sommer und im Winter unternehmen?

Mehr als 110 Kilometer Wanderwege führen in drei Schwierigkeitsgraden durch den Park. Im Sommer paddeln Sie Kanu, Kajak oder Stand-up-Paddleboard, es gibt Routen für Kanucamping. Fürs Radfahren stehen 55 Kilometer Schotterwege bereit, die auch für Trekking- und Mountainbikes geeignet sind, dazu eine Straßenstrecke mit Anstiegen. Angeln, Picknicken, Baden, Aussichtspunkte, die roten Stühle zum Betrachten der Landschaft, Fotografie, Sterne beobachten sowie Tier- und Vogelbeobachtung gehören zum Angebot.

Im Winter laufen Sie Schneeschuh, wandern oder fahren Langlauf, es gibt Loipen für alle Niveaus. Zum Übernachten stehen halbmöblierte Campingplätze, Backcountry- und Gruppencamping, oTENTik-Zelthütten, Hütten in Saint-Jean-des-Piles, die Erbe-Unterkünfte W8banaki und Andrew und Winterunterkünfte bereit.

In der Umgebung liegt die Nationale Historische Stätte Forges du Saint-Maurice, wo von 1730 bis 1883 Eisen und Gusseisen hergestellt wurden. Wer weiter nach Osten fährt, findet an der Küste der Gaspé-Halbinsel den Forillon-Nationalpark.

Wo liegt der La-Mauricie-Nationalpark?

Im Süden von Québec, nördlich von Trois-Rivières, auf halber Strecke zwischen Montréal und Québec. Von beiden Städten braucht man etwa zwei Stunden.

Wie viele Seen gibt es im Park?

Rund 150 Seen, dazu Flüsse und Bäche mit vielen Wasserfällen. 93 Prozent des Parks sind bewaldet.

Wann wurde der Park gegründet?

1970. Vorher nutzten Holzfirmen und Jagd- und Angelclubs das Gebiet, davor die Atikamekw seit Tausenden Jahren.

Welche Tiere leben dort?

Rund 50 Säugetierarten, darunter Elch, Schwarzbär, Biber und Fischotter, außerdem 215 beobachtete Vogelarten.

Kann ich im Winter kommen?

Ja. Schneeschuhwandern, Winterwandern und Langlauf sind möglich, und es gibt Winterunterkünfte.

Wie erreiche ich den Park ohne Auto?

Die Navette Nature fährt von Montréal und Québec zum Park.

Weitere Naturziele im Osten Kanadas sind der Fundy-Nationalpark und der Kouchibouguac-Nationalpark.