Der Grasslands-Nationalpark im Süden von Saskatchewan schützt die Mischgrasprärie Kanadas. Er wurde 1981 vereinbart, besteht aus dem West Block am Frenchman River und dem East Block mit Badlands, und er bewahrt über 20.000 Tipi-Ringe. Hier leben Bisons, Präriehunde und Schnellfüchse, und der Nachthimmel zählt zu den dunkelsten Kanadas.
Was sollten Sie über den Grasslands-Nationalpark wissen?
Warum ist die Mischgrasprärie so wertvoll?
Was verraten Geologie und Fossilien?
Wie kehrten die Bisons zurück?
Warum sind Präriehunde und Füchse so wichtig?
Welche seltenen Vögel leben im Park?
Warum ist der Nachthimmel so dunkel?
Welche Spuren hinterließen Indigene und Siedler?
Wie planen Sie die Reise?
Häufige Fragen
Der Grasslands-Nationalpark liegt im äußersten Süden von Saskatchewan nahe der Grenze zu den USA. Er ist ein Gegenpol zu den Bergparks im Westen Kanadas: kein Gletscher, kein Wald, sondern Gras bis zum Horizont, Flusstäler mit Beifuß und Feigenkaktus und ein Himmel, der in der Nacht voller Sterne steht. Der Park schützt einen der letzten größeren Reste der ursprünglichen Prärie.
Diese Seite erklärt, wie der Park aufgebaut ist, warum die Mischgrasprärie so selten geworden ist, welche Fossilien die Badlands bergen, wie Bisons, Präriehunde und Schwarzfußfüchse zurückkehrten, wo seltene Vögel wie Beifußhuhn und Kaninchenkauz leben, welche Spuren die Indigenen hinterließen und wie Sie den Park erleben. Die Einreise erfolgt wie bei allen Zielen in Kanada mit der eTA für Kanada.
Was sollten Sie über den Grasslands-Nationalpark wissen?
Der Park wurde 1981 aufgrund einer Vereinbarung zwischen Bund und Provinz geschaffen, um einen Teil der Prärie zu bewahren. Er ist der erste Nationalpark Kanadas, der die Mischgrasprärie vertritt. Die Verwaltung sitzt in Val Marie, einem kleinen Ort am West Block.
| Thema | Wert | Hinweis |
|---|---|---|
| Gründung | 1981 | Vereinbarung zwischen Bund und Provinz |
| Fläche | über 729 km² | West Block und East Block zusammen |
| West Block | Frenchman River Valley | Ecotour-Fahrstrecke, 70 Mile Butte |
| East Block | Killdeer Badlands, Wood Mountain Uplands | Rock Creek |
| Tipi-Ringe | über 20.000 | tausende archäologische Stätten |
| Dunkelhimmel | seit 2009 | Dark Sky Preserve |
| Bisons | 400 bis 500 | seit 2005 im West Block |
Der Park ist rund um das Jahr zugänglich, doch manche Einrichtungen laufen nur im Sommerhalbjahr. Wanderwege, Aussichtspunkte und Zeltplätze verteilen sich auf beide Blöcke.
Warum ist die Mischgrasprärie so wertvoll?
Nur ein kleiner Teil der ursprünglichen Mischgrasprärie ist erhalten. Der Park und das Umland bilden die bedeutendste Vertretung dieses Ökosystems in der Naturregion der Prärien. Hier wachsen kurze und mittelhohe Gräser, ohne dass eine einzelne Art dominiert. Die Hochebenen tragen Gräser, die in kühlen und in warmen Jahreszeiten wachsen. In manchen Talniederungen stehen Beifuß, Greasewood und Feigenkaktus.
Zu den bekannten Pflanzen zählt das Blaue Grama-Gras, das Lieblingsfutter der Bisons. Das Nadel-und-Faden-Gras verdankt seinen Namen den scharfen Grannen. Der Feigenkaktus atmet nur nachts, und die Nachtkerze Gumbo wechselt ihre Blütenfarbe innerhalb eines Tages.
Das Landschaftsbild entstand am Ende der Eiszeit: Das Schmelzwasser der abziehenden Gletscher vor über 10.000 Jahren schnitt Coulees, Tafelberge und Bäche in die Hochebene. Der Frenchman River im West Block fließt nach Süden und gehört zum Einzugsgebiet des Missouri. Der Rock Creek im East Block trägt zur Vielfalt bei. Wasser ist in der trockenen Prärie eine der wichtigsten Kräfte, die das Ökosystem formen.

Was verraten Geologie und Fossilien?
Die Landschaft ist ein Fenster in die Erdgeschichte. In den Badlands liegen Fossilien von Land- und Meerestieren, die rund 60 bis 80 Millionen Jahre alt sind. Gefunden wurden bereits der Schädel eines Triceratops in den Badlands und eine schillernde Muschel im Tal des Frenchman River.
Der East Block gehört zu den wenigen Orten der Welt, an denen die Grenze zwischen Kreide und Tertiär sichtbar ist. Sie erscheint als dünne, weiße, kreideartige Schicht im Boden. Unter dieser Linie liegen die Fossilien der Dinosaurier, darüber die der Säugetiere. Sie trennt das Zeitalter der Dinosaurier von dem der Säugetiere.
Die Badlands lieferten 1874 den ersten dokumentierten Fund von Dinosaurierresten im Westen Kanadas. Der East Block zählt zu den fossilreichsten Orten des Landes. Entdeckt wurde dort auch eine vorgeschichtliche Vogelart, Brodavis americanus.
Wie kehrten die Bisons zurück?
Vor der europäischen Besiedlung zogen zig Millionen Bisons über die Prärie. In den 1880er-Jahren hatte die Jagd die Herden der Great Plains an den Rand der Ausrottung gebracht. Im Dezember 2005 kehrten Präriebisons nach rund 120 Jahren in den Park zurück. Die erste Herde bestand aus 71 Tieren: 30 männlichen Kälbern, 30 weiblichen Kälbern und 11 Jährlingen. Alle stammten aus dem Elk-Island-Nationalpark, der seit langem als Quelle für kanadische Präriebisons dient.
Die Tiere verbrachten ihren ersten Winter in einem Gehege von 16,2 Hektar, bevor sie in das größte Teilgebiet des West Block gelassen wurden, rund 181 Quadratkilometer. Die Fläche wurde wegen ihrer Größe, einer natürlichen Wasserstelle und der Erreichbarkeit für Besucher gewählt. Die Herde wird bei 400 bis 500 Tieren gehalten, auf dem niedrigsten Niveau, das die Fläche trägt, und so, dass die genetische Vielfalt erhalten bleibt. Dabei folgt der Park den Richtlinien der Weltnaturschutzunion für die Bewirtschaftung von Bisons.
Die Bisons erfüllen ihre alte Rolle als große Weidetiere. Zusammen mit Feuer schaffen sie ein Mosaik aus Lebensräumen, das vielen Grasland-Arten nützt. Beim Suhlen entstehen schüsselförmige Mulden aus nacktem Boden, die sich bei Schneeschmelze oder Starkregen mit Wasser füllen. In ihnen wachsen feuchtigkeitsliebende Präriepflanzen, und Insekten finden Wasser, das wiederum anderen Arten als Nahrung dient. Bullen tragen größere, kräftigere Hörner als Kühe; bei männlichen Kälbern sind die Hornansätze schon im Geburtsmonat zu sehen.
Warum sind Präriehunde und Füchse so wichtig?
Die einzige wild lebende Population Schwarzschwanz-Präriehunde Kanadas lebt im und um den Park, vor allem im West Block. Die ersten kanadischen Präriehundstädte wurden 1927 rund zehn Kilometer nördlich von Val Marie entdeckt. Im Park gibt es etwa 25 Kolonien, von 0,55 bis 171,56 Hektar groß. Der Bestand liegt bei rund 17.000 bis 23.000 Tieren. Von 2007 bis 2013 gingen die Zahlen zurück, durch Dürre, Raubtiere und Krankheit, darunter die 2010 erstmals nachgewiesene Sylvatische Pest. Maßnahmen gegen die Pest, Krankheitsüberwachung und Pflege des Lebensraums haben die Zahlen wieder stetig erhöht.
Präriehunde sind eine Schlüsselart. Ihre Kolonien schaffen Lebensrauminseln. Kaninchenkäuze nutzen die Baue als Nistplatz, und Klapperschlangen, Krötenechsen und Schwarze Witwen leben in den Kolonien. Klapperschlangen fressen junge Präriehunde, und Dachse, Adler, Habichte, Kojoten und Füchse jagen die Tiere. Früher galten die Tiere als Konkurrenten des Viehs. Sie wurden vergiftet, gefangen, erschossen, ertränkt und gesprengt, und mit ihnen verschwanden Eulen, Iltisse, Schlangen, Füchse und Dachse.
Eine Familie, die Coterie, besteht aus einem Männchen, drei bis vier Weibchen und den Jungen bis zum Alter von einem Jahr. Die Tiere begrüßen sich mit Schnauzenkontakt, den Beobachter als „Küssen“ bezeichnen. Paarung findet im März und bis Mitte April im Bau statt; etwa 35 Tage später kommen die Jungen zur Welt und bleiben fünf bis sechs Wochen unter der Erde. Wachsen die Kolonien, wandern Erwachsene zehn Kilometer oder weiter und gründen neue Städte, manchmal schwimmend über Flüsse und Seen.
Der Swift Fox, ein Schnellfuchs, gehört zu den kleinsten Wildhunden. Er wiegt im Schnitt rund 2,5 Kilogramm, sein Schwanz hat eine schwarze Spitze, und an der Schnauze trägt er schwarze Flecken. Bis Ende der 1930er-Jahre war er aus den kanadischen Prärien verschwunden: Siedlung, Pflügen und Giftköder gegen Kojoten und Wölfe vernichteten seinen Lebensraum. Seit 1983 setzt Kanada in Gefangenschaft gezüchtete und in den USA gefangene Füchse aus. Im Grasslands-Nationalpark geschah das im East Block seit 1990 und im West Block seit 1992 bis 1997. 1998 wurde der Status von „ausgerottet“ auf „stark gefährdet“ geändert. Die Zählung von 2000/2001 ergab 560 Füchse entlang der Grenze von Alberta und Saskatchewan, davon 96 im Gebiet des Parks.

Welche seltenen Vögel leben im Park?
Der Kaninchenkauz nistet in verlassenen Bauen von Präriehunden, Dachsen, Füchsen, Kojoten und Richardson-Zieseln. Er ist ein kleiner Vogel mit langen Beinen und überwintert bis in den Süden von Texas und den Norden von Mexiko. Männchen polstern den Bau mit Gras, Federn und getrocknetem Dung aus. Das Weibchen legt sechs bis zwölf Eier und brütet etwa vier Wochen. Die Jungen verlassen den Bau rund zwei Wochen nach dem Schlüpfen und beginnen nach drei Wochen zu jagen. Wenn sich ein Räuber nähert, ziehen sie sich zurück und erzeugen ein Geräusch, das an eine Klapperschlange erinnert. Die kanadische Population liegt bei weniger als 800 Paaren, überwiegend in Saskatchewan und Alberta. Seit 2003 ist die Art als stark gefährdet eingestuft.
Das Beifußhuhn ist noch seltener. Im Frühjahr treffen sich die Männchen an Balzplätzen, den Leks, und führen einen Balztanz auf: Sie stolzieren, spreizen den Schwanz und blähen farbige Luftsäcke an der Brust auf. Die Knallgeräusche sind bis zu drei Kilometer weit zu hören. Kanadas Beifußhühner besetzen nur noch rund 7 Prozent ihres ursprünglichen Gebiets, und ihre Zahl sank zwischen 1998 und 2012 um etwa 82 bis 92 Prozent. Der Park hat die einzigen beiden verbliebenen Leks Saskatchewans und schützt gut die Hälfte der kanadischen Vögel, geschätzt 50 bis 80 Tiere in beiden Blöcken.
Der Park arbeitet an der Rettung des Lebensraums. Von 2016 bis 2018 pflanzte er mit Partnern über 9.000 Beifußsetzlinge und säte Beifuß und Wildblumen aus, auf über 90 Hektar. Seit 2020 wird früheres Ackerland von etwa 30 Hektar über fünf Jahre in Beifußland zurückverwandelt. Zäune sind eine Gefahr, weil die Vögel dagegenfliegen; farbige Markierungen senken die Kollisionen um rund 83 Prozent. Der Park hat 63,1 Kilometer Zaun entfernt und weitere 77,3 Kilometer markiert. 2020 entfernte er gemeinsam mit SaskPower 10,9 Kilometer Freileitung im wichtigsten Lebensraum, weil Masten und Drähte Greifvögeln als Ansitz dienen. Der längste bekannte Zug eines Beifußhuhns führte 193 Kilometer nach Süden, von Saskatchewan bis in den Winter in Montana.

Warum ist der Nachthimmel so dunkel?
Die Royal Astronomical Society of Canada erklärte den Park 2009, im Internationalen Jahr der Astronomie, zum Dark Sky Preserve. Er gehört zu den dunkelsten Schutzgebieten des Landes. West Block und East Block zusammen bedecken über 729 Quadratkilometer, in denen kaum künstliches Licht stört. Die Milchstraße ist von den Zeltplätzen aus zu sehen.
Gute Plätze zum Beobachten sind der Two Trees Trail, der Frenchman Valley Campground und der Rock Creek Campground, alle mit dem Auto erreichbar. Nützlich sind eine Sternkarte oder eine Astronomie-App, ein Fernglas oder ein Teleskop.
Welche Spuren hinterließen Indigene und Siedler?
Menschen leben seit etwa 10.000 Jahren in dieser Landschaft. Im 17. Jahrhundert folgten die A’aninin (Gros Ventre) den Bisonherden. Die Nakoda (Assiniboine), Nehiyawak (Plains Cree), Niitsitapi (Blackfoot) sowie Dakota und Lakota lebten zeitweise im Grasland. Der Park enthält tausende archäologische Stätten und gehört zu den größten ungestörten Konzentrationen vorkolonialer Kulturgüter Kanadas.
Über 20.000 Tipi-Ringe, Steinkreise, die einst Zeltränder beschwerten, und alte Bisonfallen-Gassen erinnern an die Völker der Prärie. Später kamen Rancher und Siedler. Alte Korrale mit Zaunpfosten aus Flussweide und die Reste früher Ranchgehöfte zeigen den Übergang vom „wilden Westen“ zur Besiedlung. Das Gebiet war die letzte Grenze der kanadischen Prärie im Westen und lockte Menschen mit der Aussicht auf Land und Ressourcen an.
Wie planen Sie die Reise?
Der West Block bietet die Ecotour-Fahrstrecke, den 70 Mile Butte Trail und den Frenchman Valley Campground. Der East Block mit Rock Creek Campground zeigt die Killdeer Badlands und die Wood Mountain Uplands. Zum Wandern, Zelten und Sternebeobachten sind beide Blöcke geeignet. Am Top Dogtown Trail sind Präriehunde zu sehen, in verlassenen Bauen manchmal Eulen oder Klapperschlangen.
Anfahrt, Karten und aktuelle Hinweise stellt Parks Canada auf der Seite des Parks bereit. Wer die Rocky Mountains einplant, findet im Westkanada-Überblick weitere Parks, im Banff-Nationalpark den ältesten des Landes. Die passende Jahreszeit hilft die Übersicht zur besten Reisezeit für Nordamerika zu finden.
Wo liegt der Grasslands-Nationalpark?
Im Süden von Saskatchewan, in zwei getrennten Teilen. Der West Block liegt am Frenchman River, der East Block bei Rock Creek.
Seit wann besteht der Park?
Seit der Vereinbarung von 1981 zwischen Bund und Provinz. Er ist Kanadas erster Nationalpark für die Mischgrasprärie.
Gibt es im Park Bisons?
Ja. Seit Dezember 2005 leben im West Block Präriebisons aus Elk Island, 400 bis 500 Tiere.
Was ist an den Badlands besonders?
Im East Block ist die Grenze zwischen Kreide und Tertiär sichtbar. Dort wurden 1874 die ersten Dinosaurierreste im Westen Kanadas dokumentiert.
Welche Tiere sind selten?
Beifußhuhn, Kaninchenkauz, Schwarzschwanz-Präriehund und Schnellfuchs. Der Park hat Kanadas einzige wild lebende Präriehund-Kolonien.
Wie dunkel ist der Himmel?
Der Park ist seit 2009 Dark Sky Preserve. Er zählt zu den dunkelsten Schutzgebieten Kanadas.
Der Grasslands-Nationalpark zeigt die Prärie, wie sie war: Bisons, Präriehunde, seltene Vögel, Fossilien aus der Kreidezeit, Tipi-Ringe und einen Sternenhimmel von seltener Klarheit. Wer Kanada abseits der Berge entdecken will, findet hier eine leise, weite Landschaft.
