Bruce-Peninsula-Nationalpark
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Bruce-Peninsula-Nationalpark

Der Bruce-Peninsula-Nationalpark liegt bei Tobermory an der Nordspitze der gleichnamigen Halbinsel in Ontario. Steile Dolomitklippen der Niagara-Böschung fallen hier in die klare Georgian Bay, dazu kommen Zedernwald, seltene Alvar-Flächen, Orchideen und der Bruce Trail. Der Park wurde 1987 gegründet und ist das Kerngebiet des UNESCO-Biosphärenreservats Niagara Escarpment.

Im Norden der Bruce Peninsula sieht Ontario aus wie ein Küstenland: klares blaues Wasser, weiße Geröllbuchten und Felswände, an denen uralte Zedern hängen. Der Bruce-Peninsula-Nationalpark bildet die Spitze der Halbinsel zwischen Georgian Bay und Lake Huron. Er liegt auf dem Gebiet der Saugeen Ojibway Nation und gehört zu den beliebtesten Naturzielen Südontarios.

Diese Seite erklärt, wie die Landschaft entstand, welche Wege sich lohnen, was an Grotto, Halfway Log Dump und Singing Sands zu sehen ist, welche Pflanzen und Tiere Sie erwarten, wie Sie sicher baden und wandern und wo Sie übernachten.

Was sollten Sie über den Bruce-Peninsula-Nationalpark wissen?

Der Park liegt bei Tobermory, am nördlichen Ende der Bruce Peninsula in Ontario. Das Besucherzentrum befindet sich an der Chi sin tib dek Road. Der Park liegt im traditionellen Gebiet der Saugeen Ojibway Nation, zu der die Chippewas of Saugeen und die Chippewas of Nawash gehören. Er enthält den längsten unbebauten Abschnitt der Niagara-Böschung und der Küste am Lake Huron.

ThemaWertHinweis
LageTobermory, OntarioNordspitze der Bruce Peninsula
Gründung1987Kerngebiet des Biosphärenreservats
GesteinDolomit, ein Kalkgesteingebildet vor etwa 430 Millionen Jahren
Waldletzter ungebrochener Wald SüdontariosZeder, Balsamtanne, Fichte
Gewässer9 Prozent der Fläche12 heimische Fischarten
Orchideenhöchste Vielfalt in OntarioFrauenschuh, Calypso und mehr
RückzugsraumOntarios einzige GiftschlangeMassasauga-Klapperschlange

Der Park vereint Seen, Mischwälder, Felsküste, Höhlen, Dünen, Moore und Alvars. Das Klima ist gemäßigt mit vier Jahreszeiten und wird von den Großen Seen geprägt. Direkter Nachbar ist der Fathom Five National Marine Park mit den Flowerpots.

Wie entstand die Landschaft der Bruce Peninsula?

Das Grundgestein ist Dolomit, ein Kalkgestein, das sich vor etwa 430 Millionen Jahren in einem tropischen Meer bildete. Der Fels ist vergleichsweise weich, das Wasser hat ihn über lange Zeit zu einer Karstlandschaft geformt: Überhänge, Klippen, Höhlen, Strudellöcher und die berühmten Flowerpots, die allerdings im Nachbarpark Fathom Five liegen.

Die Niagara-Böschung ist ein alter, bewaldeter Kalksteinrücken. Er beginnt bei den Niagarafällen, zieht sich durch Südontario bis zur Bruce Peninsula und trennt Georgian Bay vom Lake Huron. Im Park fällt sie zur Georgian Bay hin als Klippe ab, am Lake Huron sinkt das Land flacher zu Stränden und Dünen ab. Am Anfang der Böschung liegen die Niagarafälle.

In den Gesteinen leben Grünalgen und Pilze sogar im Inneren des Dolomits. In Höhlen und Spalten finden Fledermäuse, Raben, Truthahngeier und Schwalben Unterschlupf. Süßwasserseen, Buchten, Bäche, Moore und Feuchtwiesen bedecken 9 Prozent des Parks. Sie bieten zwölf heimischen Fischarten wie der Bachforelle Lebensraum, dazu kommen 48 Arten von Wasserpflanzen.

Meereshöhle in der Kalksteinküste bei klarem Wasser

Welche Orte im Park lohnen sich besonders?

Die bekanntesten Ziele liegen an der Georgian-Bay-Seite. Sie benötigen für die beliebtesten Orte Planung, informieren Sie sich vor der Fahrt über die Regeln für Parkplätze und Reservierungen.

OrtWas Sie sehenZugang
Grotto und Indian Head CoveMeereshöhle, felsige Buchtrund 1 km vom Parkplatz
Halfway Log Dumpwilde Felsküste, weiße Geröllstränderund 1 km vom Parkplatz
Cyprus LakeWaldsee, Campingplatz, YurtsCyprus Lake Road
Singing SandsLake-Huron-Strand, Dünen, MoorDorcas Bay Road
Little Covekleiner Kiesstrandsehr kleiner Parkplatz
BesucherzentrumTurm, Ausstellung, WegeTobermory

Die Grotto ist eine natürliche Höhle direkt am Wasser bei Indian Head Cove. Von Cyprus Lake aus erreichen Sie sie zu Fuß. Der Cove ist bei Schwimmern und Tauchern beliebt, in der Nähe liegen zwei Meereshöhlen und der Natural Arch, ein Felsbogen. Zum Halfway Log Dump führt die Emmett Lake Road, rund 8 Kilometer lang, kurvig und mit losem Schotter. Von ihrem Ende laufen Sie etwa einen Kilometer zur rauen Küste.

Singing Sands ist ein Tagesgebiet am Lake Huron mit empfindlichen Dünen und seltenen Blumen. Es gibt einen Bohlenweg, Wanderwege, Toiletten, Umkleiden und Picknicktische. Offenes Feuer ist verboten, Holzkohlegrills sind nur auf dem ausgewiesenen Picknickplatz erlaubt. Little Cove ist ein kleiner Kiesstrand mit wenig Einrichtungen und sollte nicht Ihr Hauptziel sein. Für Flowerpot Island im Nachbarpark brauchen Sie ein privates Ausflugsboot ab Tobermory.

Welche Wanderwege gibt es?

Die Wege gelten als rau, deshalb sollten Sie Zeit und Schuhwerk einplanen. Die wichtigsten Strecken:

WegLängeDauerStufe
Georgian Bay und Marr Lake zum Grotto3 km3 Stundenmittel bis schwer
Horse Lake Trail1 km0,5 Stundenmittel
Cyprus Lake Trail5 km Rundweg2,5 Stundenleicht
Halfway Log Dump1 km0,5 Stundenmittel
Singing Sands, Bohlenweg200 m5 Minutenleicht
Wild Garden Trail3 km1,5 Stundenmittel
Little Dunks Lookout800 m25 Minutenleicht

Der Cyprus Lake Trail umrundet den See und gehört zu den leichteren Strecken. Entlang der Strecke stehen verkohlte Baumstümpfe von Waldbränden aus dem frühen 20. Jahrhundert, und Camper erreichen darüber den Ausgangspunkt der Wege, das Head-of-Trails. Der Horse Lake Trail führt am Ostufer des Sees entlang durch Moor, Uferzone und Wald zu einem Blockstrand an der Georgian Bay.

Wanderweg über weiße Felsen am Ufer der Georgian Bay

Der Weg zum Grotto über Georgian Bay und Marr Lake ist die klassische Tour. Von Halfway Rock Point sehen Sie Flowerpot Island und Bear’s Rump Island im Fathom Five National Marine Park. Auf dem Rückweg über Marr Lake queren Sie grobes Blockwerk und Kieselstrand. Der Weg vom Halfway Log Dump zum Grotto dauert rund drei Stunden pro Strecke über rauen Boden und ist nur für erfahrene, gut vorbereitete Wanderer gedacht.

Der kurze Boardwalk in Singing Sands führt durch das Singing Sands Fen, ein Moor mit Orchideen und fleischfressenden Pflanzen. Der Wild Garden Trail führt durch Wald und Dünen an der Dorcas Bay zu einem seltenen Alvar-Standort mit Moosen, Flechten und einigen seltenen Blumen. Vom Besucherzentrum steigen Sie auf den Turm und folgen dann dem Little Dunks Lookout zu einer Plattform über der klaren blauen Bucht Little Dunks.

Der Park hat außerdem einen Abschnitt des Bruce Trail, des ältesten und längsten Wanderwegs Kanadas. Er verläuft über die Halbinsel entlang der Böschung und bietet Aussicht auf die Klippen der Georgian Bay.

Reisetipp Packen Sie Schuhe mit gutem Profil ein. Nasse Felsen am Ufer sind extrem rutschig, und die Blockfelder auf dem Weg zum Grotto sind ungleichmäßig.

Warum sind Orchideen und Alvars so besonders?

Der Park ist eines der Orchideenzentren Ontarios. Es wachsen hier die höchste Vielfalt und Konzentration von Orchideenarten in der Provinz. Beispiele sind der Frauenschuh mit einer der größten Blüten, eine winzige Art mit Blüten von nur wenigen Millimetern, der Calypso mit nur einer Blüte pro Pflanze und der Gefleckte Korallenwurz, der ohne Blattgrün lebt und seine Nährstoffe über Bodenpilze bezieht.

Die Prärie-Fransenorchidee wächst an flachen Kalkstein-Uferstreifen und ist in Ontario vom Aussterben bedroht. Im Lauf eines Jahrzehnts blühten im Park jährlich zwischen 50 und mehr als 1.000 Exemplare. Orchideen sind hochspezialisiert und lassen sich kaum verpflanzen. Pflücken ist verboten, und Verstöße können mit Geldstrafen von bis zu 25.000 Dollar geahndet werden.

Alvars sind flache Felsflächen mit dünnem Boden, die kahl wirken, aber viele Pflanzen tragen. Sie überfluten im Frühjahr und trocknen im Sommer aus. In Kanada konzentrieren sie sich im Bereich der Bruce Peninsula. Im Gebiet um Cape Hurd und Baptist Harbour liegen mindestens 160 Pflanzenarten in zehn Alvar-Gemeinschaften, darunter mindestens 13 seltene Arten. Die Flächen beherbergen uralte Zedern, auf manchen wachsen Wilder Schnittlauch und Alpen-Rispengras, auf anderen Prärierauch und Indianerpinsel.

Der Wald ist von der Weißzeder geprägt, dazu kommen Balsamtanne, Fichte, Ahorn, Kiefer, Birke, Pappel, Eiche und Buche. Alte Zedern wachsen verdreht an der Felswand. Hier wächst der letzte ungebrochene Wald in der dicht besiedelten Region Südontario.

Wildwachsende Orchidee im Moor zwischen Gräsern

Welche Tiere leben im Park?

Zu den Säugetieren zählen Schwarzbär, Fischer, Nördlicher Gleithörnchen, Rothörnchen, Streifenhörnchen, Waschbär und Stachelschwein. Bei den Vögeln sind Rotschulterbussard, Ofenvogel und Streifenkauz heimisch. Häufig sehen Sie Grünfrosch, Leopardfrosch, Gemalte Schmuckschildkröte und Strumpfbandnatter. Der Gelbfleck-Querzahnmolch lebt im Wald, im Wasser findet sich der Gelbbarsch.

Die Schnappschildkröte ist die größte Süßwasserschildkröte Kanadas und kann in freier Wildbahn über 80 Jahre alt werden. Straßentod und zerstückelte Lebensräume setzen den Beständen zu. Im Park gibt es künstliche Nistplätze und Durchlässe, die Feuchtgebiete verbinden.

Die Massasauga-Klapperschlange ist Ontarios einzige Giftschlange und als bedroht eingestuft. Der Park schützt wichtige Lebensräume, es ist einer der letzten Orte, an denen sie noch vorkommt. Die Schlange ist scheu und misst 50 bis 70 Zentimeter. Sie zu sehen, ist ein seltener Glücksfall. Bei einem Klappern bleiben Sie stehen, ruhig, suchen die Schlange und entfernen sich langsam. Festes Schuhwerk und lange, lockere Hosen schützen. Greifen Sie nicht in Verstecke und nehmen Sie nachts eine Taschenlampe mit.

Schwarzbären sind von Frühjahr bis Spätherbst aktiv. Angriffe auf Menschen sind sehr selten. Füttern Sie nie Bären, lagern Sie Essen und Müll sicher, bleiben Sie auf markierten Wegen und machen Sie sich bemerkbar. Kopfhörer lassen Sie ab. Begegnen Sie einem Bären, bleiben Sie ruhig, rennen Sie nicht und lassen Sie dem Tier einen Fluchtweg.

Wie baden Sie sicher im Park?

Singing Sands am Lake Huron hat flaches, wärmeres Wasser und eignet sich für Familien mit kleinen Kindern. Indian Head Cove und Halfway Log Dump an der Georgian Bay haben klares, aber tiefes und kaltes Wasser. Die Küste fällt wie eine Klippe ab, was selbst geübte Schwimmer fordert. Auf der Georgian-Bay-Seite sind raue See und kräftige Wellen möglich, erkundigen Sie sich beim Personal nach den Bedingungen.

Es gibt im gesamten Park keine Rettungsschwimmer. Kinder müssen am Wasser immer beaufsichtigt werden. Felsige Ufer sind nass extrem rutschig.

Wo übernachten Sie?

Der Cyprus Lake Campground liegt im Wald am See. Jeder Platz hat Feuerstelle und Picknicktisch, es gibt Trinkwasser, Spültoiletten und eine zentrale Duschanlage. Am Ufer des Cyprus Lake stehen Yurts mit Grill und Feuerstelle. Pro Platz sind höchstens sechs Personen und drei Schlafeinheiten zulässig. Alle Übernachtungen müssen reserviert werden.

Für Wanderer gibt es zwei Backcountry-Bereiche, Stormhaven und High Dump, mit je neun Zeltplattformen, Komposttoilette und Lebensmittelstangen. Außerdem existiert ein Gruppenplatz für gemeinnützige Gruppen und Schulen mit 15 bis 35 Personen. Wohnmobil-Reisende finden Hinweise unter Wohnmobil in Nordamerika. Hunde dürfen mit höchstens drei Metern Leine mit.

Wie kommen Sie hin, und wie lange sollten Sie bleiben?

Von Süden fahren Sie auf dem Highway 6 bis Tobermory. Vom Norden bringt die Fähre MS Chi-Cheemaun Sie über die Georgian Bay, sie verkehrt im Frühling, Sommer und Herbst. Parkbus bietet eine Direktverbindung ab Toronto. Der Flugplatz Tobermory hat eine 1.220 Meter lange Asphaltpiste, Wiarton hat einen Flughafen mit vollem Service. Als Ausgangspunkt für eine Reise durch Ostkanada eignet sich Toronto.

Planen Sie mindestens zwei Tage ein: einen für die Georgian-Bay-Küste mit Grotto und Halfway Log Dump, einen für Lake Huron, Singing Sands und die Alvars. Für die Einreise nach Kanada gelten die Regeln zur eTA, Reisezeiten finden Sie in der Übersicht beste Reisezeit für Nordamerika. Allgemeine Hinweise zu Kanada gibt die Seite Kanada.

Wo liegt der Bruce-Peninsula-Nationalpark?

Bei Tobermory an der Nordspitze der Bruce Peninsula in Ontario. Von Süden erreichen Sie ihn über den Highway 6.

Seit wann gibt es den Park?

Seit 1987. Er ist das Kerngebiet des UNESCO-Biosphärenreservats Niagara Escarpment.

Wie weit ist es zum Grotto?

Vom Parkplatz sind es rund einen Kilometer. Die Tour über Georgian Bay und Marr Lake ist 3 Kilometer lang und dauert etwa 3 Stunden.

Kann ich im Park baden?

Ja, aber ohne Rettungsschwimmer. Singing Sands am Lake Huron ist flach und wärmer, die Georgian Bay ist tief, kalt und manchmal rau.

Gibt es gefährliche Tiere?

Schwarzbären und die scheue Massasauga-Klapperschlange leben im Park. Angriffe sind sehr selten, halten Sie Abstand und folgen Sie den Verhaltensregeln.

Wo übernachte ich?

Auf dem Cyprus Lake Campground, in Yurts am See, an den Backcountry-Plattformen Stormhaven und High Dump oder auf dem Gruppenplatz.

Weitere Naturziele im Osten Kanadas finden Sie am Fundy-Nationalpark und im Gros-Morne-Nationalpark.

Passend dazu: Point-Pelee-Nationalpark, Pukaskwa-Nationalpark.