Kuba im Oktober 2026: Neuer Blackout, 64 % weniger Urlauber – AA rät weiter dringend ab
Magazin

Kuba im Oktober 2026: Neuer Blackout, 64 % weniger Urlauber – AA rät weiter dringend ab

Kuba rutscht im Herbst 2026 tiefer in die Krise: Am 18. September brach das Stromnetz erneut landesweit zusammen, nach Daten des Statistikamts ONEI kamen von Januar bis August 64 Prozent weniger ausländische Besucher als im Vorjahr, und Turkish Airlines hat die Rückkehr nach Havanna auf Ende März 2027 verschoben. Das Auswärtige Amt rät in seinen am 4. Oktober 2026 aktualisierten Reisehinweisen weiter dringend von Reisen nach Kuba ab. Wer bereits gebucht hat, sollte jetzt mit dem Veranstalter sprechen.

Gasse in der Altstadt von Havanna in der Abenddämmerung während eines Stromausfalls, dunkle Kolonialfassaden und ein parkender Oldtimer
Havanna im Stromausfall: Geplante Abschaltungen von bis zu 20 Stunden täglich prägen den Alltag (Symbolbild)

Was sich in den vergangenen Wochen verändert hat

Die dringende Abratung des Auswärtigen Amts gilt in ihrer aktuellen Fassung unverändert seit dem 17. August 2026. Neu ist, dass sich die Lage seither nicht entspannt, sondern an mehreren Fronten weiter zugespitzt hat. Der Stromausfall vom 18. September traf nach Angaben österreichischer und Schweizer Medien rund neun Millionen Menschen; je nach Zählung war es der sechste oder siebte landesweite Zusammenbruch des Netzes in diesem Jahr. Erst am Wochenende darauf meldete der staatliche Versorger UNE, dass das Übertragungsnetz wieder verbunden sei. Auch danach klafft eine große Lücke: Laut der Nachrichtenagentur Anadolu standen zur abendlichen Spitzenlast einem Bedarf von rund 3.200 Megawatt nur etwa 1.160 Megawatt verfügbare Leistung gegenüber.

Das Auswärtige Amt beschreibt die Folgen für den Alltag deutlich: Geplante Abschaltungen von bis zu 20 Stunden pro Tag sind die Regel, mit dem Strom fallen oft Wasser, Mobilfunk und Geldautomaten aus. Hotels wurden geschlossen oder arbeiten eingeschränkt, Medikamente sind knapp, und im Notfall ist weder die medizinische Versorgung noch ein Rücktransport nach Deutschland gesichert. Eine ausführliche Übersicht zu Einreise, Geld und Regionen finden Sie in unserem Kuba-Reiseführer mit aktueller Lage.

Die wichtigsten Entwicklungen im Überblick

Touristenzahlen auf historischem Tiefstand

Nach den Ende September veröffentlichten Zahlen des kubanischen Statistikamts ONEI reisten von Januar bis August 2026 nur rund 450.000 internationale Besucher ein, 64,4 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Allein im August waren es gut 30.000. Besonders stark eingebrochen ist der kanadische Markt, traditionell der wichtigste, mit einem Minus von rund 76 Prozent; auch aus Spanien (minus 68 Prozent) und Italien (minus 61 Prozent) kommen deutlich weniger Gäste. Zum Vergleich: Im Rekordjahr 2018 zählte Kuba noch mehr als 4,5 Millionen internationale Besucher. Nach Berichten kubanischer Exilmedien ist ein Großteil der Hotels geschlossen, mehrere internationale Hotelgruppen haben sich zurückgezogen.

Flüge: Treibstoff fehlt weiterhin

Seit Anfang Februar 2026 können ausländische Flugzeuge in Kuba nicht mehr auftanken. Laut dem Exilportal CiberCuba hatte Kubas Flugsicherung Kerosin an den großen Flughäfen bis mindestens 1. Oktober für nicht verfügbar erklärt; Turkish Airlines strich deshalb auch die für Ende Oktober geplante Wiederaufnahme und nennt nun die Woche ab dem 28. März 2027. Iberia hat ihre Madrid-Verbindung nach Angaben des Portals Kubakunde bis Juni 2027 ausgesetzt, Air France fliegt Havanna nicht mehr an, Condor bietet derzeit keine Kuba-Flüge an. Aus Europa verkehrt im Wesentlichen nur noch Air Europa ab Madrid, mit Tankstopp in der Dominikanischen Republik auf dem Rückweg. Wer jetzt noch reist, ist meist auf Umsteigeverbindungen über Madrid, Mexiko oder Panama angewiesen.

Bezahlen nur mit Bargeld

Seit dem 6. Juni 2026 funktionieren Visa- und Mastercard-Karten auf Kuba nicht mehr, teils auch nicht in Hotels, weil ein internationaler Zahlungsdienstleister wegen angedrohter US-Sanktionen ausgestiegen ist. Geldautomaten geben praktisch kein Bargeld aus, deutsche Girocards werden nicht akzeptiert. Reisende müssen ausreichend Euro oder US-Dollar in bar mitbringen.

Neue US-Sanktionen seit Ende September

Am 29. September veröffentlichte das US-Finanzministerium verschärfte Kuba-Regeln: US-Banken dürfen keine Konten für kubanische Privatunternehmer mehr führen, bestimmte Transitzahlungen über US-Institute sind nicht mehr erlaubt, und für Reisende aus den USA entfallen Pauschalgenehmigungen für Bildungs- und Konferenzreisen. Deutsche Urlauber betrifft das nicht direkt, es zeigt aber, dass mit einer schnellen Lockerung der Lage nicht zu rechnen ist.

Einreise: E-Visum bleibt Pflicht

An den Formalitäten hat sich nichts gelockert. Touristen brauchen das elektronische Visum über das Portal eVisaCuba, die Online-Erklärung D’Viajeros innerhalb von 48 Stunden vor dem Check-in und einen Krankenversicherungsnachweis; deutsche gesetzliche Kassen werden nicht anerkannt. Die kubanische Botschaft in Berlin führt in ihrer seit 1. Oktober 2026 geltenden Gebührenliste 30 Euro für das Touristenvisum.

Was Reisende jetzt tun sollten

  • Pauschalreise gebucht: Nach § 651h BGB können Sie vor Reisebeginn ohne Entschädigung zurücktreten, wenn unvermeidbare, außergewöhnliche Umstände am Zielort die Reise erheblich beeinträchtigen. Eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts gilt laut Verbraucherzentrale als wichtiges Indiz, ist rechtlich aber nicht bindend. Sagt der Veranstalter die Reise selbst ab, muss er den Reisepreis innerhalb von 14 Tagen erstatten.
  • Nur Flug oder Hotel gebucht: Individualreisende haben kein gesetzliches Recht auf kostenlosen Rücktritt und sind auf Kulanz angewiesen. Streicht die Airline einen Flug ab der EU, steht Ihnen nach EU-Recht die Erstattung des Ticketpreises oder eine Ersatzbeförderung zu.
  • Versicherung prüfen: Eine Reiserücktrittsversicherung zahlt bei Krisen dieser Art in der Regel nicht. Lesen Sie die Bedingungen, bevor Sie selbst stornieren.
  • Wenn die Reise unvermeidbar ist: In die Krisenvorsorgeliste Elefand eintragen, Auslandskranken- und Rückholversicherung abschließen, Bargeld, Medikamente, Powerbanks und Taschenlampe einpacken.
  • Alternativen erwägen: Der spanische Veranstalter Soltour bucht Kuba-Kunden nach eigenen Angaben vor allem auf die Dominikanische Republik und Jamaika um. Auch die Strände von Cancún und Playa del Carmen sind ab Deutschland direkt erreichbar. Einen Überblick bietet unser Vergleich Welche Karibik-Insel passt zu Ihnen?

Häufige Fragen zur aktuellen Lage in Kuba

Gibt es für Kuba eine Reisewarnung?

Das Auswärtige Amt rät dringend von Reisen nach Kuba ab. Das ist eine Stufe unter der formellen Reisewarnung, aber ein sehr deutliches Signal. Die Hinweise wurden zuletzt am 4. Oktober 2026 bestätigt und gelten in dieser Fassung seit dem 17. August 2026.

Kann ich meine Kuba-Pauschalreise kostenlos stornieren?

Oft ja, aber nicht automatisch. Entscheidend ist, ob die Umstände am Zielort zum Reisetermin die Reise erheblich beeinträchtigen. Die Abratung des Auswärtigen Amts stärkt Ihre Position; sprechen Sie Ihren Veranstalter frühzeitig an und lassen Sie sich Zusagen schriftlich geben.

Welche Airlines fliegen noch von Europa nach Kuba?

Kaum noch welche. Condor, Air France, Iberia und Turkish Airlines haben ihre Verbindungen ausgesetzt; Air Europa fliegt ab Madrid weiter, tankt auf dem Rückweg aber in der Dominikanischen Republik. Turkish Airlines plant die Rückkehr frühestens Ende März 2027.

Kann man auf Kuba mit Karte bezahlen?

Praktisch nein. Seit dem 6. Juni 2026 werden Visa und Mastercard nicht mehr akzeptiert, auch nicht überall in Hotels. Nehmen Sie Euro oder US-Dollar in bar mit und verteilen Sie das Geld auf mehrere Stellen.

Quellen: Auswärtiges Amt (Stand: 04.10.2026), ORF (18.09.2026), imTicker (20.09.2026), CBS News (19.09.2026), France 24 (19.09.2026), Anadolu (20.09.2026), ONEI via CiberCuba (25.09.2026), Kubakunde (02.10.2026), teleSUR (01.10.2026), Caribbean National Weekly (08.09. und 02.10.2026), UPI (30.09.2026), Condor, Botschaft der Republik Kuba in Berlin, § 651h BGB, Verbraucherzentrale Niedersachsen, Your Europe (EU) (Stand: 04.10.2026).